Die DUH wird musikalisch …

Einem aktuell die Medien füllenden deutschen, mit Steuergeldern gepäppelten Abmahnverein namens Deutsche Umwelthilfe DUH, wachsen die Bäume in den Himmel.

Vera Lengsfeld hat heute dazu einen sehr schönen Beitrag auf der „Achse“ eingestellt, kurz, prägnant und einleuchtend:

Die Deutschen Jakobiner.

https://www.achgut.com/artikel/die_deutschen_jacobiner/P20#comment_entries

Bitte selbst lesen.

Frau Lengsfeld schreibt dabei über die französischen Jakobiner, ihren Terror und ihr Ende. Elegant schiebt sie dabei die DUH und ihren Chef Jürgen Resch in die Nähe der Jakobiner.

Resch und sein Miniverein mit – immerhin mickrigen – 390 Mitgliedern (Aktuelle Fassung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern. (PDF) Deutscher Bundestag Parlamentsarchiv, 18. April 2019, S. 327.) führen mit Verlaub den Staat seit Jahren am Nasenring durch die Manege.

Jahrelang mit öffentlichen Mitteln und viel parteilicher, pekuniärer, staatlicher und privater Hilfe (etwa Toyota) aufgepäppelt, hängt die DUH wie eine Guillotine über dem Land und geht jetzt zum offenen Angriff auf den Staat und seine Repräsentanten über.

WON meldet heute:

„Deutsche Umwelthilfe beantragt Beugehaft gegen MP Kretschmann“.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article198118959/Fahrverbot-Umwelthilfe-beantragt-Beugehaft-gegen-Kretschmann.html

So obskur und unverständlich ich die Aktivitäten des Mini-Vereins sehe, so sehr freut es mich, dass das Fallbeil jetzt gerade auf einen Repräsentanten der Partei zielt, die den lächerlichen Verein jahrelang fett gefüttert hat, wohl froh, dass Resch für sie die öffentliche Drecksarbeit übernahm.

Vera Lengsfeld hat in ihrem Artikel eine sehr schöne Parallele zwischen der Funktion der Guillotine in der Französischen Revolution und der DUH heute gezogen.

Nachdem die Guillotine jahrelang die Drecksarbeit des Köpfens effektiv erledigt hatte, erleichterte sie letztendlich selbst ihre Auftraggeber Maximilien de Robespierre und Louis Antoine de Saint-Just um ihre Köpfe.

Ob Resch manchmal daran denkt, wenn er seine Guillotine über den Bürgern laut scheppern läßt?

Oder ist Resch besonders musikalisch?

Die erste dauerfunktionsfähige Guillotine baute nämlich der in Paris lebende deutsche Klavierbauer Tobias Schmidt. Sein Modell war offenbar sehr, sehr effektiv.

Möglicherweise hat ja Tobias Schmidt einen klavierbauenden Nachkommen, der schon einmal Resch ein Klavier gebaut oder zumindest gestimmt hat?

Oder sollte der ihm gar ein duales Instrument gebaut haben?

Namenlose …

Ein Kind wurde gestern in London von der Aussichtsplattform im 10. Stock geworfen, fiel auf ein Dach, 5 Stockwerke tiefer, erlitt schwerste Verletzungen und heute kam die Information, dass der Zustand des Kindes „kritisch, aber stabiler sei“.

Die Mutter des Jungen hat den Mordanschlag offenbar aus nächster Nähe erlebt genau wie viele Besucher der Tate Modern, die weltweit zu den größten Museen für zeitgenössische Kunst gehört.

Ein Mensch wirft ein Kind bewußt 5 Stockwerke in die Tiefe und nimmt dabei in aller Öffentlichkeit den Tod bewußt in Kauf.

Ich kann und will mir nicht vorstellen, was gerade die Mutter erlebt haben muss und wie sie leidet.

In den Medien fand das Verbrechen bisher wenig Raum, da wo es erwähnt wird, war meist von einem „Teenager“ die Rede, der einen 6 Jahren alten „Jungen“ vom Dach gestoßen habe.

Der Begriff „Teenager“ ist selbst bei mir altem Knochen positiv konnotiert, automatisch entwickelt sich das Bild eines jungen Menschen, bei mir naturgemäß eines Mädchens, mit ansprechendem Äußeren, einer positiven Ausstrahlung und einer gewissen Sehnsucht, weniger „Schwermut“ im Herzen, wenn ich an meine eigene, weit zurückliegende Jugend denke.

Also, der Teenager verbindet sich bei mir nicht mit einem Menschen, der ein schweres Verbrechen, in dem Fall gegen das Leben eines Kindes, begangen hat. Der Teenager steht für Leben. Unsere Medien empfinden dies offenbar ganz anders.

In Frankfurt hat vor wenigen Tagen ein „Mann“ eine Mutter und ihren 8 jährigen Sohn vor einen einfahrenden ICE geworfen. In der Presse stand primär „geschubst“, so wie in Voerde, als auch ein „Mann“ eine Frau vor einen Zug „schubste“, die Frau starb.

Der Begriff „schubsen“ erinnert mich an unsere kindlichen Rangeleien früher auf dem Schulhof oder in der Sportstunde. Wenn wir Mädchen necken und als Pubertierende balzen wollten, „schubsten“ wir, um Aufmerksamkeit zu erregen, manchmal nur um des Reizes der körperlichen Berührung mit Mädchen willen, aber keinesfalls um jemand zu schaden, zu verletzen oder gar zu töten. Also, emotional ist auch „schubsen“ ein positiv konnotierter Begriff, im Kontext mit London, Frankfurt oder Voerde somit nach meinem Sprachempfinden der Inbegriff der Relativierung.

Der Mörder von Frankfurt stand nach wenigen Stunden vor uns, wie ein offenes Buch. Wir lernten, dass er Habte A. heissen soll, eine schwere Zeit in seinem Geburtsland Eritrea hatte, vor Jahren in die Schweiz ging, dort als „vorbildlich integriert“ galt, sogar zeitweise arbeitete, eine Familie und Kinder hatte, dass er zwar auffällig und „polizeibekannt“ geworden sein sollte, aber alles nichts Schlimmes, nur häusliche Gewalt, eine Nachbarin soll er mit dem Messer bedroht haben. Es ging alles so locker von der Zunge, dass letztendlich auch wieder das Bild eines eigentlich durch und durch positiven Menschen gezeichnet wurde, der durch einen – nicht bekannten – Zufall in eine schlimme Sache geraten ist. Nach einigen Tagen wurde über eine psychiatrische Behandlung konfabuliert, wahrscheinlich wäre dies der Grund für das „Versagen“ im Einklang mit seiner Lebensgeschichte.

Jeder, der allein dieser Berichterstattung folgte, hatte ein im Grunde positives Bild von Habte A. und nur die Umstände waren gegen ihn. Vielleicht hatten die Opfer auch nur zu nahe an der Bahnsteigkante gestanden. Da müsse man in Zukunft besser aufpassen.

Habte A. hat einen Namen, ein Gesicht, die Medien jaulten einige Tage laut auf, die Politiker – mit Ausnahme der Kanzlerin – überboten sich in den inzwischen sattsam Betroffenheitsübungen, der Innenminister unterbrach sogar seinen Urlaub zu einer Krisensitzung mit den Chefs der Sicherheitsorgane.

Von seinem Opfer wissen wir lediglich, dass er wahrscheinlich 8 Jahre alt und männlich war, kein Name, kein Gesicht, keine Angaben zu seinem bisherigen Leben, namenlos, gesichtslos. Getarnt wird dies mit einer imaginären Sorge um die Opfer.

Im Dezember 2016 verletzte und ermordete Anis Amri auf einem Berliner Weihnachtsmarkt viele Besucher. Wenige Tage später wurde er in Mailand, welch Zufall, exekutiert, ohne dass irgendeine Einvernahme hätte erfolgen können.

Wochen- und monatelang waren die Medien voll von Anis Amri, von Überlegung, warum, weshalb er das Attentat begangen hätte. Seine Opfer spielten keine Rolle, es dauerte Wochen bis sich die Kanzlerin persönlich äußerte, bis heute haben die Opfer kein Gesicht. Von Anis Amri wissen wir alles, was irgendwie zu eruieren war.

Menschen, in diesen Fällen Opfern von Gewalttätern, keinen Namen, kein Gesicht zu geben ist eine wirksame Methode um das Vergessen zu forcieren.

Den Tätern gibt man Namen und Gesicht, die Opfer lässt man anonym und vergisst sie, lieber heute als morgen.

Die Blumen am Bahnsteig in Frankfurt werden bald verblüht sein, nachts wahrscheinlich wird eine Reinigungsbrigade die Reste entsorgen, so wie Menschen durch die Täter entsorgt worden sind.

Und man wird hoffen, dass die Opfer schnell vergessen werden, da sie nicht in das Bild der Fiktion einer heilen Welt passen, in der Vermutungen über das Klima in 100 oder 200 Jahren zur neuen Religion erhoben werden.

Aber dies ist ein anderes Problem, oder doch auch nicht.

Für mich sind die Namenlosen wichtig, sie und nur sie sind die Opfer. Der Täter mögen sich die Richter annehmen oder meinetwegen auch die Mitgefangenen im Knast, die für diese Art Täter ein hohes Gerechtigkeitsbedürfnis entwickeln.

PS: Gerade lese ich in der regionalen Tageszeitung einen offenbar kritiklos von einer Agentur übernommenen Artikel:

„Was tun gegen Schubser?“

Ich habe gefehlt …

Ich habe gefehlt!

Nein, nicht in der Teambesprechung, auch nicht im Heimatverein, in der Kneipe oder beim Fussball.

Ich habe nicht körperlich gefehlt, intellektuell scheint es bei mir zu hapern.

Vor einigen Wochen habe ich hier eine junge Journalistin der taz, Johanna Roth, verbal attackiert und vermutet, sie hätte „einen an der Klatsche“. Ihr erinnert Euch, die Dame hatte doch allen Ernstes dafür plädiert dem gemeinen deutschen Rentner möglichst umgehend das Wahlrecht und gleichzeitig die Fahrerlaubnis zu entziehen.

Damals hielt ich das für einen Fake, konnte doch niemand, der seine Sinne beieinander hat, auch nur andeutungsweise vermuten, dass dies Redaktionsmeinung sein könnte.

Vor meinem geistigen Auge sah ich schon Frau Roth laut lachend auf einem AfD-Gaul davon galoppieren, sich auf die Schenkel schlagend, dass sie der linken taz so richtig einen eingeschenkt hatte. Ich glaubte zu sehen, wie sie der Chefetage den Stinkefinger zeigte und dabei etwas von „grün-versifftes Pack“ murmeln.

Zum Glück erwachte ich rechtzeitig aus diesem Alptraum, nichts passierte von Seiten der und mit der taz, alles ging weiter wie bisher.

Obwohl, das ist auch nicht richtig, selbstverständlich ist die taz steigerungsfähig.

„Enteignet die Kleingärtner“ – Baut Wohnungen auf den Kleingärten.

… fordert ein Mensch namens Paul Wrusch, Jahrgang 1984, nach dem beigestellten Konterfei mit gewöhnungsbedürftigem Dresscode.

Hier der Link zu seinem Geschreibsel, lest selbst:

https://taz.de/Fehlender-Wohnraum-in-Grossstaedten/!5609116/

Es ist mir einfach zu dämlich, den Beitrag zu zerpflücken, soviel Dummheit kann man nicht kommentieren.

Mein Rat an die Generation Wrusch, pflastert alles mit Wohnregalen zu, bevor ihr etwa eure trägen Hintern in Richtung ländlichen Raum bewegt, jammert gleichzeitig, dass es zu wenig Grün gäbe und euer urbanes Klima besonders schlecht wäre.

Jammert, klagt und fordert weiter, bald werdet ihr niemand mehr finden, den das interessiert.

Ein kleiner Rat eines zurückgebliebenen alten, weißen Mannes:

Lasst für eure herbei fabulierten neuen Wohnungen auf den Ruinen der Kleingartenanlagen ein Besucherzimmer vorsehen, für einen persönlichen Therapeuten, ihr werdet ihn brauchen, sobald ihr den Blick doch einmal vom Display abwendet und nur noch dauerhaft Beton seht und euch wundert, dass es ein Leben jenseits eures begrenzten Horizonts gibt. Ihr werdet es nicht verstehen, so wie ihr es schon jetzt nicht versteht

Und ich lege mich fest, nicht nur Frau Roth und Herr Wrusch haben – nach meiner Vermutung – einen an der Klatsche, es muss die gesamte taz – Redaktion sein.

Ich habe gefehlt, ich hielt das Team der taz für intelligenter als es tatsächlich ist. Aber auch bei mir muss der Intellekt langsam nachlassen, sonst würde ich mir solchen Dummsinn nicht mehr antun.

Champus ist auch nur Alkohol …

Vor wenigen Tagen ging die Tour de France, dieses jährliche Riesenradsport-Spektakel, zu Ende. Eine schier unendliche Schinderei für die Sportler, früher in den besseren Zeiten andachtsvoll Pedaleure oder auch ‚Gladiatoren der Landstraße‘ genannt.

Heute fühlt sich nahezu jeder dazu berufen, einerseits unmenschliche Leistungen von den Jungs zu verlangen, ansonsten hockt sich niemand mehr vor den Televisor und Quote ist wichtig, sonst gibt es keine Kohle für die privat geführten Rennställe. Mir fällt erst jetzt auf, wie abwertend der Begriff „Rennstall“ ist, klingt nach Pferd.

Andererseits wird – vom Neid getrieben, selbst solche physiologischen Leistungen nicht vollbringen zu können – alles in Frage zu stellen.

Die Pedaleure begannen nach mehr als 3000 Kilometer Fahrstrecke die letzte Etappe nach Paris mit einem Gläschen Champus, welches sie auf dem Rad fahrend, zelebrierten, medienwirksam, man sah, wie die durchgängig drahtigen Männer wahrscheinlich mit durch die Sättel wunden Hintern, sich freuten, dass die Schinderei endlich zu Ende ging.

Ich habe ihnen das Gläschen Champus gegönnt, bin zwar nie wettkampfmäßig Fahrrad gefahren, aber ich weiss was Schinderei ist. Meine Hochachtung für diese Leistungen, egal ob Erster oder Letzter im Klassement.

Eine Kollegin freut sich, aus dem langen Auslands-Flugurlaub zurückkommend, darüber, dass sie von ihrer Tochter mit einem selbstgekochten Mittagessen und einem „Weinchen“ begrüßt wird. Später haben sie das „Fläschchen“ gemeinsam „ausgesüffelt“. Es klingt irgendwie mütterlich-kindlich-lieb, solange man nicht weiss, dass die Tochter seit Jahren ein schweres Alkoholproblem hat, welches ihr wenige Wochen später fast das Leben kosten wird.

Auf dem Dorf lebend ist es geradezu Usus, dass beim Besuch auf einem anderen Grundstück automatisch die Frage gestellt wird: „Willst Du ein Bier?“, wenn sich Männer begegnen, meist auch genau unter dieser Absicht ein Bier zu trinken. Das „Glas Wein“ dominiert, wenn man sich unter Damen trifft.

Ein durchschnittlicher Verbrauch von einem Kasten Bier pro Woche und ‚Männerkopf‘ ist die Regel, ‚es transportiert sich besser‘. Dabei wird Bier nicht als Alkohol registriert, viele sind oder spielen erstaunt, wenn ich ihnen vorrechne, wieviel Alkohol sich in den 2-4 „Fläschchen Bier“ pro Tag versteckt.

Für ein „Sektchen“ zwischendurch braucht es keinen Grund, das wird schon mal schnell nebenher erledigt, auch während der Arbeitszeit im Team, typisch ist dazu der Freitagmittag nach einer vielleicht guten oder auch nicht so guten Arbeitswoche. Ein Grund findet sich wohl immer.

Interessant finde ich Whisky-Fans, die können sich ja bis zur Ekstase in den Facetten ihres Getränks verlieren, letztendlich geht es aber auch hier nur um …. den Alkohol, auch wenn er vielleicht in einem besseren Getränk versteckt ist, als in der Schnapsflasche aus dem Discounter.

Aber Leute, verstehen kann man alles, fast täglich werde ich mit den heftigsten Auswirkungen des Alkoholkonsums konfrontiert und …. selbst der teuerste Champus ist nur Alkohol.

Und 2020 werden sich die Jungs wieder mit ihrem Fahrrad durch Pyrenäen und Alpen quälen … mögen sie ihren Champus trinken.

Die Medien und die Zugangsschwelle …

Die Nachricht hat mir körperliches Unwohlsein bereitet, mir war zumindest für kurze Zeit richtig übel.

In Frankfurt hat heute ein „Mann“ eine Frau und ihren 8jährigen Sohn vor einen ICE gestoßen, die Mutter konnte sich noch retten, der Junge ist tot. Der Täter soll versucht haben noch einen weiteren Fahrgast vor den heranfahrenden Zug zu stoßen, der oder die konnte sich glücklicherweise wehren. Die Polizei konnte den Täter überwältigen und festnehmen.

Vor wenigen Tagen hat in Voerde ebenfalls ein „Mann“ eine Frau vor einen Zug gestoßen, auch sie ist tot.

In der letzten Monaten häuften sich die Informationen, dass meist Jugendliche andere Heranwachsende „aus Spass“ ins Gleisbett von Bahn oder S-Bahn „schubsten“. Zum Glück gingen diese Taten m.W. ohne Todesopfer ab, Todesangst hatten die Menschen auf den Gleisen allemal.

Ich finde das Wort „schubsen“ übrigens im Zusammenhang mit der willentlichen Herbeiführung einer lebensbedrohenden Situation für Andere eine völlig unzulässige Verharmlosung solcher unglaublicher und menschenverachtender Taten.

Verharmlosung ist in meinen Augen ein ganz großes Thema.

Kaum ist eine Tat geschehen wird spekuliert:

„Warum hat der Täter das getan?“ – ich finde das ist völlig unerheblich, es gibt keinen Grund und es gibt keine Legitimierung – außerhalb staatlicher kriegerischer Aktionen – einen Menschen zu töten.

„Kannten sich Täter und Opfer?“ – das interessiert eigentlich nur ein voyeuristisches Publikum, für die Bewertung einer lebensbedrohenden oder lebensbeendenden Tat sollte es keine Rolle spielen.

„Nutzt der Täter psychoaktive Stoffe im weitesten Sinn?“ – Alkohol, Drogen, Schmerzmittel, Psychopharmaka. Darauf berufen sich Täter sehr schnell und nicht selten wird dies strafmildernd gewertet.

Im Gegenteil habe ich das Gefühl, dass diese Entschuldigung den Tätern durch die Medien geradezu in den Mund gelegt werden, sofern sie keinen „eingeborenen“ Hintergrund haben. Auch heute wieder, über den Täter ist offenbar außer der Herkunft wenig bekannt, dass er wahrscheinlich/möglicherweise/aller Voraussicht nach Koks unter Koks stand oder es zumindest konsumiert hatte, wird aber schon wieder fleißig kolportiert.

Es gibt in unserem Land kein Gesetz, welches besagt, dass man sich unter psychotrope Mittel setzen muss! Wer es dennoch macht, tut es vorsätzlich oder bestenfalls fahrlässig und sollte dann für sein Tun auch verantwortlich bleiben.

Also, meine Forderung: keine Strafmilderung bei Verbrechen gegen Leib und Leben, nur weil der Täter eventuell zugedröhnt war.

Ein anderer Aspekt:

In meiner Kindheit und Jugend war Gesetzesbruch kein Alltagsphänomen. Kam es doch zu einem Verbrechen galt die Emotion dem Opfer und nicht den Tätern. Heute habe ich das Gefühl, dass Täterschutz nicht selten vor Opferempathie steht.

Beging etwa jemand einen Mord, war er Zeit seines Lebens gebrandmarkt, geächtet, bekam auch nach Strafverbüßung keinen Fuß mehr auf den Boden. Jeder wußte das. In manchen Fällen war dies für „reuige Täter“ sicher eine große Härte, es schreckte aber potentielle Nachahmungstäter auch stärker ab.

Heute steht bei der Bestrafung weniger Abschreckung im Mittelpunkt, sondern eher der – vielfach irreale, ja infantile – Wunsch nach Reintegration des Täters, lange bevor dieser auch nur ansatzweise seine Strafe verbüßt hat. Erwähnenswert ist, dass hierbei Frauen mit übertrieben altruistischem Verhalten dominieren.

Ich verstehe das große Bedürfnis der Menschen an Information oder Berichterstattung zu solchen Themen. Natürlich informiere ich mich auch, merke aber auch, dass ich – zugegeben – dabei emotional abstumpfe. Heute war wohl eine Ausnahme.

Taten werden in den Medien hoch und runter beschrieben, auseinander dekliniert bis ins kleinste Detail, damit erreichen sie – bei allem schaurig-schönen Grauen – einen gewissen Grad von „Normalität“. Das steigert sich in solchen Plattitüden wie: „Es gibt keinen absoluten Schutz“, „Das gab es früher auch schon“ und es wird ausführlich erklärt, womit die Tat nichts zu tun hätte.

Sicher, es gibt keinen absoluten Schutz. Es kann mir auf der friedlichsten Straße ein Dachziegel auf den Kopf fallen oder ‚es kann mich der Blitz beim S……n treffen‘, wie Oma Anna selig sehr treffend zuzuspitzen wusste. Aber das ist nicht menschengemacht, das ist ein ganz anderer Film.

„Das gab es früher auch schon“, ja, früher gab es auch einen Kaiser und trotzdem ist der olle Wilhelm nicht mehr für das verantwortlich, was wir heute tun.

Und womit das alles „nichts“ zu tun hat, braucht hier nicht ausgeführt zu werden.

In diesem gesamten „Bearbeitungsprozess“ wird schließlich aus einem früher gesellschaftlich geächteten Verbrechen eine – zugegeben schlechte – ’normale‘ Form der Realität.

Und mit dem Verlust der konsequenten gesellschaftlichen Ächtung sinkt die Zugangsschwelle für potentielle andere Täter. Wenn ich sehe, dass ich ein „Problem“ relativ schmerzarm final lösen kann, warum sollte ich darauf verzichten?

Ich finde diese Entwicklung unsäglich und hochgefährlich, eine allgemein gültige Antwort habe ich darauf nicht. Wer wäre ich denn auch dies zu behaupten?

Aber die Gesellschaft, die Politik, die Justiz, die Medien, wir alle müssen Mechanismen finden, um uns besser zu schützen, sonst wackelt in nicht ferner Zukunft das Gewaltmonopol des Staates. Beschwichtigen, verharmlosen, relativieren ist zu wenig und löst keine Probleme, im Gegenteil es verschärft sie.

Ich bin mir nicht sicher, was ich heute auf dem Bahnsteig in Frankfurt getan hätte, wenn der Mörder vielleicht sogar meine Angehörigen getötet hätte. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte ich nicht brav gewartet, bis die Polizei kommt und ihn letztendlich in „Schutzhaft“ nimmt.

Immer häufiger entwickeln sich vor meinem geistigen Auge Bilder, in denen der Mob unterschiedlicher Gruppen ungebremst aufeinander prallt und ich fürchte, es braucht dazu nicht mehr viel.

Jeder ist gleich …

Am letzten Wochenende befiel mich die irre Idee in die Landeshauptstadt zu fahren.

Anlass war eine Fotoausstellung, die ich besuchen wollte, Grund der Wunsch mal vom Dorf wegzukommen und in die Stadt ein- oder in der Masse unterzutauchen. Noch dazu ist Erfurt die Stadt, in der ich aufgewachsen bin und die ich irgendwie – mangels anderer Optionen – nach wie vor als meine Heimatstadt ansehe. Obwohl, zu Hause fühle ich mich dort schon seit rund 50 Jahren nicht mehr, mein Lebensmittelpunkt ist eben seitdem andernorts. Aber so eine gewisse Neugier habe ich immer noch, wie die Stadt jetzt aussieht, jeder Besuch ist auch immer eine Reminiszenz an meine Kindheit und Jugend. Ich tappe durch die Straßen und vergleiche den Ist-Zustand mit der Erinnerung, meistens bin ich enttäuscht.

Ich bin selbst überrascht, dass ich spontan auf das Auto verzichte und in Eisenach freiwillig in die Regionalbahn steige. Es hatte nichts mit der Klimahysterie zu tun, bestenfalls will ich am Samstag der Suche nach einem Parkplatz in der übervölkerten Innenstadt aus dem Weg gehen.

Das Dilemma beginnt aber bereits in Eisenach beim Parken. In der Nebenstraße in Bahnhofsnähe, in der ich oft parke, hat man die Parkmöglichkeiten geändert. Konnte ich vor nicht langer Zeit an der obligatorischen Parkuhr, einem einarmigen Banditen, noch für den ganzen Tag buchen, schluckt das Ding jetzt zwar klaglos meine Euros, wirft mir aber lediglich ein Ticket für 2 Stunden aus, der überzahlte Betrag, immerhin mehrere Euro kommt nicht zurück.

Das Ticket weist eine Parkdauer bis 11.45 Uhr aus, meine Fahrt dauert natürlich länger. Aus reinem Trotz lege ich das Ticket hinter das Fenster, erwartend, dass am Abend eine fette Nachforderung des Ordnungsamtes am Scheibenwischer kleben würde.

Die Fahrt mit der Bahn ist gut, wenngleich der Wagen nach Urin riecht. Die Fahrt ist unterhaltsam durch das Programm einer Gruppe junger Männer, die einen kleinen Dicken in einem durch und durch albernen Kostüm auf dem Junggesellenabschied begleiten. Dem potentiellen Bräutigam ist noch nicht bewußt, dass er sich möglicherweise an diesem Tag zum letzten Mal freiwillig zum Affen macht.

Die Rückfahrt gegen Abend ist ebenfalls in Ordnung, der Wagen riecht diesmal nicht nach Urin, die Regionalbahn ist auf die Minute pünktlich, die knappe Stunde Fahrt wird verkürzt durch einen ‚Mann‘ um die 40, der den Wagen komplett unterhält.

Der ‚Mann‘ mit braunem Teint, gebrochen, aber gut verständlich deutsch sprechend unterhält unaufgefordert sein Publikum. Vom Aspekt würde ich vermuten, dass seine Wiege irgendwo in Nordafrika stand. Ihn gepflegt zu nennen, würde es nicht treffen, es scheint aber niemand zu stören.

Die Regionalbahn hält alle Nase lang, eine nachdrücklich thüringisch sprechende Zugbegleiterin macht die trockenen Ansagen sehr sympathisch.

Zwischen Erfurt und Gotha bittet sie die wenigen Reisenden um die Fahrkarten. Alle halten ihr brav Tickets oder Handy entgegen, der ‚Mann‘ ist der Einzige, der nicht reagiert und sie voll negiert. Interessanterweise fordert sie von ihm keinen Fahrausweis.

Auf die schüchterne Frage, warum sie ihn überging die gemurmelte Ansage: „Die haben doch sowieso alle keine Fahrkarten, warum soll ich mir Ärger einhandeln?“

Später sagt er selbst, dass er ohne Fahrkarte unterwegs ist, er will eigentlich nach Kassel, sitzt aber im falschen Zug. Darauf hingewiesen lacht er: „Die Erde ist doch rund, irgendwann komme ich schon an.“

Um ehrlich zu sein, beneide ich ihn ob seiner Unbekümmertheit. Ich schaffe das bis heute nicht.

Als ich in Eisenach mein Auto erreiche, versuche ich schon von Weitem den erwarteten Strafzettel wegen „Überschreitens der Parkdauer“ am Scheibenwischer zu erkennen. Ich bin enttäuscht, dass ich nichts finde.

Jeder ist doch irgendwie gleich ….

Das Klima und Kindertränen …

Ein Sommertag in der Stadt, für ein Landei viel Trubel, Menschen über Menschen, wenn man gewohnt ist im eigenen Dorf jeden Anderen von Angesicht zu Angesicht zu kennen.

Es ist sehr warm, ein Getränk wäre gut. Eines der vielen Straßencafe’s, sehr eng gestellte Tische, wuselnde Kellner, Gäste, die überwiegend auf die kleinen Kästchen in ihren Händen blicken und die durchaus in der Lage sind ihre Bestellung aufzugeben, ohne den Blick vom Display zu heben.

Am Tisch neben mir eine jüngere Frau mit drei Mädchen, ich schätze frühpubertierend, so irgendetwas zwischen 10 und 12 Jahren. Die Mädchen sprechen laut, über dies und jenes, zuerst – lästernd – über die Menschen rundherum. Sie wirken aufgeräumt, selbstbewußt, früher hätten wir gesagt, sie kickern.

Sie kommen über die Kleidung der Menschen auf das Wetter zu sprechen, die Frauen und Männer in kurzen Hosen mit Krampfaderbeinen, über sich keck heraus drängende Speckröllchen bis hin zu großen Schweißflecken auf dem spannenden, Massen umspannenden T-Shirt.

Alles klingt völlig normal, zwischenzeitlich verspüre ich mehrfach Lust mich in die Lästerungen einzumischen, ich unterlasse es, nicht ohne es sofort zu bedauern.

Es überrascht mich, dass scheinbar aus dem bisher fröhlichen Nichts ein Mädchen anfängt zu schluchzen. Endlich eine Gelegenheit mich einzumischen.

Als ich frage, ob ich etwas helfen kann, erklärt mir die Frau am Nebentisch, dass Nichts sei.

„Nichts?“

Ich erfahre, dass man sich in einer der letzten Unterrichtsstunden vor den Ferien dem aktuellen Lieblingsthema der Deutschen, dem Klima, gewidmet hat.

Seitdem hat sich im Kopf des sensiblen Mädchens die fixe Idee festgesetzt, dass wir auf der Erde in 20 – 30 Jahren unwiederbringlich am Klima sterben werden. Es dauert einige Minuten bis sie sich beruhigt.

Ich fühle eine Erleichterung, als sie sich langsam wieder am Gespräch der Anderen beteiligt und obwohl ich es möchte, weiß ich, dass es keinen Zweck hat ihr zu erklären, dass diese ganze Klimahysterie für ihr Leben völlig gegenstandslos ist. Sie würde mir nicht glauben.

Mal etwas Praktisches … Sturzprophylaxe

Letztens hatte ich ein Gespräch mit einer – hust, hust – älteren Dame, Anfang 70, die im häuslichen Umfeld gestürzt war, der typische „Fall“ über die Teppichkante, Schenkelhalsbruch, Endoprothese, danach eine Thrombose, Lungenembolie – also das volle Programm.

Nach meinem eigenen Insult im vorigen Jahr hatte ich einige Monate mit Schwindel und Gleichgewichtsproblemen zu kämpfen, schwerer gestürzt bin ich dabei glücklicherweise nicht, aber ich hatte laufend das Gefühl absolut unsicher auf den Beinen und kurz davor zu sein.

Auch wenn man es selbst nicht gern hört, aber an sich banale Stürze gehören in Deutschland zu den häufigsten Unfallursachen, geschätzt kommt es pro anno zu rund 600 000 Stürzen mit medizinischen Folgen, das sind rund 30% aller Verunfallten.

Folgt man den Angaben des Statistischen Bundesamtes starben 2015 alleine 12.867 Menschen aufgrund eines Sturzes. 

Gerade Menschen mit Einschränkungen, aber auch ansonsten gesunde Senioren können sich dabei schwer verletzen, wobei die unmittelbare Sturzfolge nur ein Aspekt ist, schwerwiegender sind meist die Komplikationen, wie im obigen Fall die Thrombose und die daraus resultierende Lungenembolie.

Jährlich stürzen etwa 80 Prozent aller über 80-Jährigen und 30 Prozent aller über 65-Jährigen im häuslichen Umfeld schätzt die Deutsche Ärztekammer Nordrhein.

Da auch beim Thema Sturz die rechtzeitige Prophylaxe sinnvoller, als eine vielleicht komplikationsbehaftete Therapie ist, gibt es inzwischen eine ganze Reihe von sinnvollen Empfehlungen zur Sturzprophylaxe.

Am Anfang steht wie immer die Diagnostik, in dem Fall die Frage, ob überhaupt ein Sturzrisiko besteht.

Praktikabel und nicht zu kompliziert ist dazu das Assessment nach Tinetti:

http://igptr.ch/cms/uploads/PDF/PTR/ass_artikelserie/pp206-POMA.pdf

Es ist etwas aufwendig, dabei aber relativ sicher in der Aussage.

Nicht immer hat man die Zeit dazu, deshalb meine verkürzte Form:

Ich bitte die Leute einfach von einem normalen Stuhl zügig 5 mal hintereinander ohne Benutzung der Hände aufzustehen. Klappt dies und ohne Unsicherheiten, besteht aller Wahrscheinlichkeit nach kein wesentlich erhöhtes Sturzrisiko.

Therapeutisch besteht das Hauptziel darin, das gesamte Gleichgewichtssystem zu trainieren, also zentrale und periphere Anteile. Dabei arbeite ich gern mit einem Balance Board.

Hier gibt es eine Unzahl von Angeboten, in Geschäften und im Netz.

Die meisten der angebotenen Teile passen für den gut trainierten Freizeit- oder Leistungssportler, nicht aber für den Untrainierten oder gar für Menschen mit Einschränkungen. Wie ein Mensch mit Einschränkungen auf den meist runden Plasteteilen arbeiten soll, konnte mir bisher niemand erklären.

Außerdem sind die prophylaktisch-therapeutischen Teile maßlos überteuert.

Deshalb bin ich dazu übergegangen, einfache und individualisierte Boards mit einfachsten Mitteln selbst herzustellen, ein Beispiel:

†

Bei Interesse könnt Ihr euch gern an mich wenden.

Wenige Minuten tägliches Training führen schon nach wenigen Wochen zu brauchbaren Verbesserung des Gleichgewichtsgefühls

Zur Personalisierung der Geräte brauche ich lediglich einige Angaben zur Person, Größe, Gewicht, Beinlänge und ggf. der Art des bestehenden Defizits.

Wahrscheinlich hat jeder von uns Personen in seinem Umfeld, die dafür in Frage kommen, oder man nutzt es selbst …. 😀.

Die Königin von Wendanien

Es war ein reiches Land, welches die Prinzessin von ihrem Vater, dem König von Heimatland übernommen hatte.

Die Menschen, seine Untertanen, waren ein etwas besonderes Völkchen, fleißig, diszipliniert, vom Gedanken an Leistung und Erfolg geradezu besessen, aber auch obrigkeitshörig. Sie arbeiteten, so sie konnten, Tag und Nacht ohn‘ Unterlass, wobei vielen die Anerkennung wichtiger war, als materieller Gewinn.

Da sie gute und intelligente Produkte fertigten, konnten die Kaufleute diese weltweit gegen andere Dinge tauschen, wobei sie sich nicht zu schade waren und keine Skrupel hatten, die Menschen in anderen Ländern bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu übervorteilen. Geschickt wussten sie dieses Tun mit moralischen Floskeln zu tarnen und nannten es mit überzeugender Chuzpe ganz einfach Entwicklungshilfe.

So war das Land in wenigen Jahren sehr reich geworden, zumal die Bürger klaglos einen großen Teil ihres bescheidenen Lohnes freiwillig an den König abgaben und sie nannten dies Steuern.

Der König war’s zufrieden und seine Untertanen über Jahre auch.

Nun ergab es sich, dass der König keine Lust mehr zum Regieren hatte, so übergab er seiner Tochter, der Prinzessin die Regierungsgeschäfte, nicht ohne öffentlich Zweifel anzumelden, ob sie dies überhaupt könne.

Weil sie immer im Luxus schwelgte und es ihr nie an etwas fehlte, hatte sie gelangweilt in den Tag hineingelebt, sich nie um die Regierungsarbeit gekümmert und keinerlei Erfahrung. Auch Bildung haperte es, obwohl sie nicht dumm geboren war. Aber wer seinen Lebensunterhalt nie selbst erarbeiten muss, sieht nur selten ein, dass man sich Bildung aneignen sollte. Es reichte ihr, gut, wenn auch inhaltlos reden zu können.

Trotzdem sie noch nie in ihrem Leben etwas geleistet hatte, war sie überzeugt von der eigenen Wichtigkeit, berauscht vom Glauben an die eigene Hellsichtigkeit und benebelt von der Überzeugung an die eigene Unfehlbarkeit.

Nun hieß die Prinzessin plötzlich Königin, die Hofschranzen huldigten ihr, die Weisen des Reiches und ihre Herolde redeten ihr nach dem Mund und die wenigen, die es wagten Zweifel an ihrer Unfehlbarkeit zu zeigen oder gar auszusprechen hatte sie ganz schnell kaltgestellt.

Sie wusste, dass sie jetzt dem Volk etwas zeigen oder geben musste, um die Macht auf Dauer zu behalten.

Ihr Vater und die fleißig arbeitenden Menschen ihres Landes hatten zum Glück volle Kassen hinterlassen, sodass sie mit vollen Händen kleine Brosamen unter das Volk werfen konnte. Hier ein kleines Geschenk, da ein kleiner Erlass von Abgaben, immer an die gegeben, deren Gunst sie sich erhalten wollte.

Die Menschen, die jeden Morgen ehrlich und zuverlässig schaffen gingen und mit ihren Steuern stetig und widerspruchslos ihre Schatulle füllten, waren ihr dagegen völlig egal, denen drückte sie laufend neue und höhere Steuern auf. Bei ihrem Vater hatte sie gesehen, wie leidensfähig das gemeine Volk war, warum sollte gerade sie es ändern?

So lebte sie vor sich hin, reiste in ihrer Prunkkutsche durch die Welt, lies sich an anderen Höfen feiern, fühlte sich erhaben und unantastbar. Und da sie weltweit aus ihrer Schatulle fleißig das Geld verteilte, welches die Menschen ihres Landes erwirtschaftet hatten, war sie überall gern gesehen, freudig begrüßt wenn sie kam, während man hinter ihrem Rücken ob ihrer Einfalt lachte, wenn sie ging.

Nach einigen Jahren vermeldeten ihr die Paladine, dass das Volk unter der hohen Abgabenlast stöhnte und unruhig wurde.

An den elendiglich langen Abenden am Hofe ihres Vaters hatte sie oft den Gesprächen der Erwachsenen gelauscht und einige Weisheiten aufgeschnappt.

Sie erinnerte eine Weisheit ihres Großvaters: „Kannst du das Volk nicht still halten, dann beginne einen Krieg.“

Nun war es nicht ihr Ding Kriege zu führen, dazu war sie zu ängstlich, zu bequem und sie wäre wohl in Harnisch und zu Pferde bestenfalls, ob ihrer gedrungenen Gestalt, wie Sancho Panza und nicht wie ein edler Ritter daher gekommen. Einen Krieg zu führen, kam also nicht in Frage.

Eine zweite Weisheit bestand darin, dass Volk gegen einen gemeinsamen, äußeren und möglichst vagen Feind hinter der Fahne des Königs zu sammeln, dann vergass es sehr schnell innere Zwiste.

In einer der vielen stillen und durchwachten Nächte kam ihr die Erleuchtung, sie erfand schlicht und einfach als Instrument zu Disziplinierung des Volkes die „Wende„, indem sie scheibchenweise schlicht alles Bisherige zum Feind erklärte.

So erfand sie die politische Wende, die Verkehrswende, die Wende in der Landwirtschaft, die Energiewende und zu guter Letzt die Klimawende. Wobei die Klimawende ihr Meisterstück war, konnte sie doch sicher sein, dass keiner der im Reich Lebenden jemals in der Lage sein würde, die Klimawende am Ergebnis auf Vernunft und Richtigkeit zu überprüfen.

Sie war selbst äußerst angenehm überrascht und glaubte zuweilen zu träumen, wie widerspruchslos ihr das Volk ohne Kritik und ohne die Dinge zu hinterfragen beim Wenden hinterher latschte und dankte es ihm, indem sie das bisherige Heimatland schleunigst in Wendanien umbenannte, die Grenzen für jedermann öffnete und die Steuern für die schon länger hier Lebenden verlässlich weiter erhöhte.

Und da ihr niemand in den Arm gefallen ist, dann wird sie Wendanien bis zu ihrem seligen Ende fleißig weiter wenden. Aber, die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht wird den Gewendeten irgendwann davon einmal so schwindelig, dass sie sich nicht mehr wenden lassen.

Schilda und das Klima

Dem geborenen Bonner Karl Simrock, Dichter und Philologe, verdanken wir unter anderem die Aufzeichnungen über die Bürger von Schilda, genannt die Schildbürger. Schade ist, dass ihn schon 1876 das Zeitliche segnete, hätte er doch jetzt wieder gut zu tun.

Er übersetzte u.a. das Nibelungenlied und die Gedichte von Walther von der Vogelweide ins Neudeutsche, aber so ernsthaft wollen wir heute nicht sein.

Schilda und seine Bürger, in Misnopotamien, gleich hinter Utopia gelegen, galten über viele Jahrzehnte als Ausbund der Dummheit. Die Mär, dass Schilda schon damals mitten in Deutschland gelegen hätte, entbehrt somit jeglicher Grundlage.

Die Schildbürger wurden als etwas seltsame oder gar einfältige Menschen beschrieben, die „die Dinge“ meist „nicht alltagstauglich“ angingen. Aus ihren Aktivitäten gingen meist seltsame Ergebnisse hervor, etwa das Rathaus, bei dessen Bau sie die Fenster vergassen, weshalb sie das Licht in Säcken hineintrugen, um die Dunkelheit in den Räumen zu vertreiben. Sie waren ob ihres Tuns begeistert, die Ergebnisse wussten oft nur sie selbst zu würdigen.

Ein großes Defizit hatten die Schildbürger im kritischen Denken, so sie alles, was man ihnen sagte wörtlich nahmen, ähnlich Oma Anna selig und ihrer Maxime: „Das muss stimmen, das hat in der Zeitung gestanden,“ vor rund 100 Jahren oder der Grünen Narrative heute.

Es wird überliefert, dass sie sich heftig an den Kopf griffen, wenn jemand zu ihnen sagte: „Du hast ja ein Brett vor dem Kopf.“ Mit dem Griff zum Kopf wollten sie das Brett wegnehmen. Ob sie sich wunderten, dort kein Brett vorzufinden, ist nicht bekannt. Vielleicht haben sie aber auch versucht das Holz zu verbrennen und sich gewundert, dass es nicht warm wurde, wer weiss das schon.

Warum die Schildbürger sich dumm stellten

Karl Simrock berichtet, dass die Schildbürger letztendlich durch ihre Dummheit berühmt wurden, vorher seien sie sehr fleißig und klug gewesen. Sogar so fleißig und klug, dass von überall Leute nach Schilda kamen, um sich Rat zu holen. Selbst aus fernen Ländern kamen Boten von Kaisern und Königen. Sie kamen mit ihren Botschaften und der dringenden Bitte, dass jeweils ein kluger Mann aus Schilda zu ihnen kommen und ihnen helfen möge. So gingen immer mehr Bürger aus Schilda weg, verließen nicht selten sogar Misnopotamien, gleich hinter Utopia und verstreuten sich weltweit.

In Schilda selbst wurde es dagegen immer schlechter.

Da die Männer nicht mehr da waren, speziell die, die vorher klug und fleißig gewesen waren, mussten die Frauen alles tun. Sie bestellten die Felder und brachten im Laufe des Jahres die Ernten ein, sie unterrichteten die Kinder überwiegend aus weiblicher Sicht, sodass die Kinder zwar tanzen, kochen, singen und nähen konnten, männliche Fähigkeiten konnten sie ihnen nicht vermitteln. Die Frauen mussten die Häuser instand halten und auch sonst all die Dinge tun, die sonst die Männer verrichtet hatten. Es dauerte nicht lange, vieles verfiel und wurde nicht mehr gewartet, die Kinder wurden frech und blieben wenig und einseitig gebildet.

Die Frauen vergingen vor Sorgen um die Zukunft, mit der Folge, dass sie sehr schnell alterten, dick und unleidlich wurden.

Da wurden sie zornig und schrieben ihren Männern grantige Briefe über ihre Nöte. Sie verlangten, dass, die Männer sofort und ohne Ansehen der Person nach Hause kommen sollten.

Die Männer bekamen große Angst, verabschiedeten sich von ihren Arbeitgebern im Ausland, selbst von den Königen und Sultanen und reisten so schnell wie möglich nach Misnopotamien und nach Schilda zurück. Die Reisen waren schon damals beschwerlich und unzuverlässig, etwa wie heute bei Fahrten mit der Deutschen Bahn.

Zu Hause angekommen, erkannten sie Schilda kaum wieder. Die Fenster waren kaputt, die Straßen hatten große Löcher, die Räder der Wagen quietschten, die Kinder wurden nicht mehr unterrichtet, sie streckten die Zunge heraus, spuckten auf die Straßen und selbst Minderjährige rauchten auf den Straßen ungerührt und ungescholten ihre Joints. Sie achteten die Alten und Gebrechlichen nicht mehr, schimpften, dass sie überhaupt noch lebten und mit ihrem schlechten Odem das Klima vergiften würden.

Die Häuser waren so marode, dass schon ein starker Wind die Ziegel vom Dach wehte und drohte die Menschen zu erschlagen. „

Die Frauen waren mürrisch geworden, quängelten und schimpften und scholten die Männer „Das habt ihr nun von eurer Klugheit!“

Einige Tage später saßen die Männer im Wirtshaus. Sie klagten sich gegenseitig ihr Leid und überlegten, wie sie ihrer eigenen Klugheit entgehen könnten, denn vor den Toren der Stadt lagerten schon wieder mindestens fünf Herolde aus fremden Ländern, die sie um Rat angehen wollten.

In der Not kam einem von ihnen die Erleuchtung.

„Wir sind alle sehr krank und wollen niemand mit unserer schlimmen Krankheit anstecken“, sagten sie den Herolden.

Da gingen diese unverrichteter Dinge wieder weg.

Sie dachten weiter nach, wie sie sich nach außen abschirmen könnten.

 Nach einiger Zeit kam dem Schweinehirten eine Idee. Er war lange Stadtbaumeister in Pisa gewesen und hatte dort den „Schiefen Turm“ gebaut. Er galt als sehr fleißig. „

„Ich hab’s“, sagte er , „unsere Klugheit ist an unserem Unglück schuld. Und nur die Dummheit kann uns retten.“

Die anderen sahen ihn fragend an. „Das ist der einzige Ausweg“, sagte er ihnen, „wenn wir uns alle dumm stellen, dann lassen uns die Könige und Sultane in Zukunft in Ruhe.““ „

„Aber wie stellt man sich denn dumm?“ fragte der Schmied?

„Nun, dumm zu scheinen, ohne dumm zu sein ist nicht so leicht. Aber wir sind schlaue Leute und werden das schon schaffen.““

„Bravo! Dumm zu sein ist mal was anderes“, sagte der Schneider. Auch den anderen gefiel der Plan. Die nächsten zwei Monate übten sie das ‚Sich-dumm-Stellen‘ im Geheimen.

Nur der Schulmeister hatte seine Bedenken. „Wer klug tut, wird davon noch lange nicht klug. Aber wer sich lange dumm stellt, wird vielleicht eines Tages wirklich dumm.“

Die anderen lachten ihn aus. „Seht, es fängt schon an!““ „

„Was?“, meinte der Schmied neugierig. „

„Eure Dummheit“, rief der Lehrer. Aber alle lachten ihn aus.

Und die bekannten Streiche der Schildaer begannen.

Warum erinnert mich das Alles an Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts, an die vielen, vielen Wenden?

Die Energiewende, ohne alltagstaugliche und verlässliche neue Technologien, an die Stilllegung der Atomkraftwerke in unserem Land und den gleichzeitigen Kauf von Atomstrom in Frankreich und Tschechien.

An die Heiligsprechung der E-Mobilität ohne ausreichende Stromkapazitäten und ohne eine ausreichende Ladeinfrastruktur zu haben.

An die Hysterie um das Klima mit einem sich täglich steigernden Ductus, von der Klimaveränderung bis zum Klimawandel, vom Klimaschutz zur Klimakatastrophe und neuerdings übertreffen sich deutsche Groß- und Kleinstädte im Ausrufen des Klimanotstandes. Statt sich Gedanken darüber zu machen, wie wir die Auswirkungen des gesetzmäßigen Klimawandels abfedern können, gefallen sich alle darin wie Don Quichote auf dem Klepper Rosinante erfolglos gegen Windmühlen zu kämpfen.

Warum denke ich an die „streikenden“ hüpfenden Kinder von F4f auf den Straßen, statt dass sie sich in ihren Schulen um Bildung bemühen?

Warum muss ich an sinnlose Diskussionen um Feinstaubmessung und Stickstoffoxide denken?

Und andere Länder entwickeln inzwischen wirklich zukunftsweisende Technologien weiter, deren wissenschaftliche Wiege in Deutschland stand und die aus ideologischen Gründen ins Ausland vergeben, oft schier verschenkt wurden, der „schnelle Brüter“, die Magnetschwebebahnund und und ….

Und in meinen Ohren glaube ich das wiehernde Lachen der anderen Länder zu hören, die sich ob der German Angst und der German Dummheit ununterbrochen auf die Schenkel schlagen.

Zum Glück wissen die Anderen nicht, das wir uns nur dumm stellen! Die haben wir wieder ganz schön ausgetrickst!