Das Klima und Kindertränen …

Ein Sommertag in der Stadt, für ein Landei viel Trubel, Menschen über Menschen, wenn man gewohnt ist im eigenen Dorf jeden Anderen von Angesicht zu Angesicht zu kennen.

Es ist sehr warm, ein Getränk wäre gut. Eines der vielen Straßencafe’s, sehr eng gestellte Tische, wuselnde Kellner, Gäste, die überwiegend auf die kleinen Kästchen in ihren Händen blicken und die durchaus in der Lage sind ihre Bestellung aufzugeben, ohne den Blick vom Display zu heben.

Am Tisch neben mir eine jüngere Frau mit drei Mädchen, ich schätze frühpubertierend, so irgendetwas zwischen 10 und 12 Jahren. Die Mädchen sprechen laut, über dies und jenes, zuerst – lästernd – über die Menschen rundherum. Sie wirken aufgeräumt, selbstbewußt, früher hätten wir gesagt, sie kickern.

Sie kommen über die Kleidung der Menschen auf das Wetter zu sprechen, die Frauen und Männer in kurzen Hosen mit Krampfaderbeinen, über sich keck heraus drängende Speckröllchen bis hin zu großen Schweißflecken auf dem spannenden, Massen umspannenden T-Shirt.

Alles klingt völlig normal, zwischenzeitlich verspüre ich mehrfach Lust mich in die Lästerungen einzumischen, ich unterlasse es, nicht ohne es sofort zu bedauern.

Es überrascht mich, dass scheinbar aus dem bisher fröhlichen Nichts ein Mädchen anfängt zu schluchzen. Endlich eine Gelegenheit mich einzumischen.

Als ich frage, ob ich etwas helfen kann, erklärt mir die Frau am Nebentisch, dass Nichts sei.

„Nichts?“

Ich erfahre, dass man sich in einer der letzten Unterrichtsstunden vor den Ferien dem aktuellen Lieblingsthema der Deutschen, dem Klima, gewidmet hat.

Seitdem hat sich im Kopf des sensiblen Mädchens die fixe Idee festgesetzt, dass wir auf der Erde in 20 – 30 Jahren unwiederbringlich am Klima sterben werden. Es dauert einige Minuten bis sie sich beruhigt.

Ich fühle eine Erleichterung, als sie sich langsam wieder am Gespräch der Anderen beteiligt und obwohl ich es möchte, weiß ich, dass es keinen Zweck hat ihr zu erklären, dass diese ganze Klimahysterie für ihr Leben völlig gegenstandslos ist. Sie würde mir nicht glauben.

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