Streetart in Neustrelitz

Man kommt aus dem Wald und steht in Neustrelitz, das kleine Städtchen wurde mir von anderen Reisenden empfohlen, nachdrücklich, es wäre sehr schön.

Auf dem Weg dorthin passiere ich die ‚Trödelscheune‘, ein alter Fabrikbau, heruntergekommen, außen vermüllt, innen auch, zwischen und aus den alten Platten des Zufahrtsweges quillt Grün, welches Platte für Platte sprengt und der Natur als Staub zurückgibt. Den ehemaligen Beton in den Fugen haben die Wurzeln bereits zerlegt, Gras, Löwenzahn, schon verblüht und vergilbt, Flechten nagen an einer wie Bitumen anmutenden Fuge, die ehemals glatte Oberfläche ist rissig und ich kann sehen, wie sich die Natur hinein wühlt, ein bezeichnendes Bild von Vergänglichkeit menschlichen Tuns und der Kraft der Natur. Wenn noch einmal 20 oder 30 Jahre vergangen sein werden, wird die Natur auch dieses Rudiment, irgendwann einmal für die Ewigkeit gedachter menschlicher Einflussnahme, besiegt haben.

Warum eigentlich nimmt sich der Mensch so wichtig? Ja, wir müssen unsere Umwelt schonen, ja, wir dürfen sie nicht bewußt zerstören, aber nein, wir können sie auf Dauer durch unser Tun nicht bestimmen.

Ich denke an Greta aus Schweden und ihre vom imaginierten Sendungsbewusstsein schier besoffene Schar von religiös verbrämten Jüngern, sie werden irgendwann auf dem Boden der Realität ankommen. Es sind aber nicht die jungen Leute, die gefährlich sind, sie wissen es nicht besser. Es sind die vielen, vielen Trittbrettfahrer, die entweder aus Gewinnsucht, aus Geltungsbedürfnis, aus Dummheit oder Feigheit hinterherlaufen und damit die sowieso schon sehr fragile soziale Gemeinschaft auf unserem Planeten ohne Not aufs Spiel setzen.

Neuerdings lese ich sogar in medizinischer Fachliteratur, wie sich die Kollegen in Spekulationen verlieren, ob sich vielleicht in x-Jahren durch die Klimaerwärmung die Inzidenz oder der Verlauf von Krankheiten im Promille-Bereich verändern könnte.

Leute haltet inne, hört auf mit diesen Spinnereien, heute erkranken die Menschen, heute sterben Menschen und ich bin mir sicher, bald werden wir auch Patienten der Klimahysterie behandeln müssen. Die ersten Anzeichen dafür häufen sich, Formulierungen wie:“Ich weiss nicht, vielleicht hat die Klimaveränderung damit etwas zu tun…?“ Erfahrungsgemäß werden wir nach den „Umweltkranken“, bald die „Klimakranken“ haben, das(!) werden unsere Problem sein.

Wer dagegen jetzt behauptet zu wissen, wie sich die Inzidenz organischer Erkrankungen in 20, 50 oder gar 100 Jahren durch das Klima entwickeln wird, ist ein nicht ernst zunehmender „wissenschaftlicher“ Scharlatan.

Neustrelitz selbst, ein herausgeputztes, sehr sauberes Städtchen typisch norddeutscher Prägung, breite Straßen, breite Gehsteige, flache Häuser, sauber verfugte Backsteinbauten oder sehr helle Fassaden, jeder einzelne Quadratmeter potentieller Parkfläche scheint ‚bewirtschaftet‘, sei es wie es sei, alles will unterhalten sein.

In einem alten Speicherhaus „Kornspeicher am Hafen“ empfiehlt es sich einen Cafè im ‚Bohn Aparte‘ zu nehmen, eine kleine Kaffeerösterei im Erdgesch0ss verheisst mit frischen Düften einen Blick in die weite Kaffeewelt: Brasilien, Guatemala, Ethiopien, Kenya, Tansania steht auf den allgegenwärtigen Kaffeesäcken, die man mit einem leichten Duft käuflich erwerben kann. Auf der Rechnung steht dann zwar nicht ‚alter Sack‘, sondern ‚Kaffee außer Haus‘, wohl wegen des Finanzamtes. Aber das muss ja nicht alles wissen.

Unter den heraus geputzten Häusern findet sich hie und da immer noch mal ein Tropfen ‚Altes‘, richtig Altes.

Zum einen die blanke bürgerliche Pracht am zentralen Platz der Stadt, aber auch noch Ladenlokale, an denen ich eher die klassische Bezeichnung „Konsum“ erwartet hätte, von Hand mit Farbe auf den Putz gepinselt, obwohl um die Ecke des gleichen Hauses diese schöne Streetart.

Also, Neustrelitz kann man gesehen haben, muss aber nicht, eine alte norddeutsche Stadt auf neu geputzt, viele Touristen, richtiges Leben auf der Strasse habe ich dagegen kaum gesehen, vielleicht war ich aber nur in den falschen Ecken, weil ich mich von den heilen Fassaden habe blenden lassen?

‚Gotte‘ und ich … oder forever young …

Es gibt nicht so viele Momente im Leben, die mich echt berühren, als Kind habe ich das nie gelernt und später kam ich vor lauter Stress nicht mehr dazu. In diesem Moment bin ich es, berührt, es läuft mir kalt den Rücken hinunter, Gänsehaut auf meinen Armen meine Mundwinkel zucken und ich bin froh, dass ich im Dunklen sitze und hoffe, dass niemand sieht, wie mir Tränen aus den Augen laufen. Aber, warum eigentlich nicht? Ich schwanke zwischen laufenlassen und herunterschlucken, blöderweise entscheide ich mich für herunterschlucken und versuche es mit einem albernen Hüsteln zu überspielen.

Auf dem Campingplatz von Konny und Klaus in Warenthin in Brandenburg, der hippe Großstädter würde es wohl Pampa nennen, mitten im Wald, direkt am Rheinsberger See hohe, sehr hohe Bäume, gesunder deutscher Mischwald, kein gepflegter, aber absterbender Fichtenforst, um mich herum 40 – 50 Menschen.

Camper, und wer Camper kennt, jeder ein oder sein Original.

Und ich, gerade ich, etepetete, mitten drin.

Um ganz ehrlich zu sein, ich hatte mir vorher im Hotel noch ein frischgewaschenes T-Shirt angezogen, weil ich das Gefühl hatte verschwitzt zu sein. Später am Abend, als automatisch alle etwas zusammenrückten, konnte ich sogar darüber schmunzeln und mir einreden, dass mein Odem vielleicht noch nicht einmal der Markanteste gewesen wäre, es störte mich nicht.

Es ist die Stimme eines Schulkameraden die mich berührt, die Stimme von Heinz-Jürgen oder besser bekannt „Gotte“ Gottschalk und der Text des Liedes, welches er in einer langen Reihe von einer Minibühne auf dem Campingplatz unter den hohen alten Bäumen bei zunehmender Dunkelheit singt.

Wir hatten uns einige Zeit nicht gesehen, zuletzt in der Schule, es muss so ungefähr 1966 gewesen sein, also vor ein paar Tagen. Aus den Augen hatten wir uns verloren, weil die Interessen wohl zu unterschiedlich waren, der Freigeist und Künstler auf der einen Seite, der Streber auf der anderen Seite, selbst wenn wir uns geographisch nah gewesen wären, wären es unsere sozialen Wege wohl auf Dauer nicht geblieben. So ist, so war das Leben, es macht keinen Sinn darüber zu sinnieren, was gewesen wäre, wenn, es war eben nicht.

Jetzt hatte uns der Zufall zusammengebracht, wir sind beide gute Bekannte von Konny und Klaus. Konny und Klaus, zwei liebe Menschen, die gemeinsam seit Jahrzehnten ‚in der Saison‘ von früh bis abends auf ihrem Campingplatz unter den hohen Bäumen von Warenthin für ihre Gäste werkeln, von früh bis spätabends, sieben Tage die Woche, 30 Tage im Monat.

Als ich gehört hatte, dass Gotte kam, „da muss ich hin, muss ihn treffen“, wegen Gotte und wegen eines Stückes gemeinsamer Kindheit.

Ich hatte den Vorteil, dass ich wußte, dass er kam. Es stieg ein älterer Herr mit langen, sehr schütteren, weißen Haaren aus dem Auto, dessen beste Zeiten wohl auch schon zwei Jahrzehnte zurückliegen, aber was sind schon 20 Jahre, unsere besten Jahre liegen noch viel weiter zurück. Als wir uns das letzte Mal gesehen hatten, lag meine Glatze auch noch in weiter Ferne, trugen wir – mehr oder weniger passend – die Pilzköpfe des Jahrhunderts oder das, was wir dafür hielten, durch die Gegend.

Am Aussehen hätte ich ihn nicht erkannt, aber an seinem Gang und an ’seinem Gold‘, seiner Stimme, nicht mehr so kräftig wie vor mehr als 50 Jahren, aber immer noch im gleichen ruhigen, berührenden Klangmuster.

Es wurde ein wunderbarer Abend unter den großen alten Bäumen auf dem Sand von Warenthin , forever young.

Und dann kamen mir die Tränen: (hier die Übersetzung nach Bob Dylan, Gotte hat seinen eigenen Text)

Möge Gott dich segnen und beschützen,
Mögen deine Wünsche alle in Erfüllung gehen,
Mögest du immer für andere da sein
Und die andere für dich dasein.
Mögest du eine Leiter zu den Sternen bauen
Und jede Stufe hinaufsteigen,
Mögest du für immer jung bleiben,
für immer jung, für immer jung,
Mögest du für immer jung bleiben.

Mögest du wachsen um immer gerecht zu sein,
Mögest du wachsen, um immer wahr zu sein.
Mögest du immer wissen, was die Wahrheit ist
Und immer von Licht umgeben sein.
Mögest du immer mutig sein, aufrecht stehen und stark sein,
Mögest du für immer jung bleiben,
für immer jung, für immer jung,
Mögest du für immer jung bleiben.

Mögen deine Hände immer beschäftigt sein,
Mögen deine Füße immer schnell sein,
Mögest du ein starkes Fundament haben
Wenn der Wind der Veränderungen sich dreht.
Möge dein Herz immer fröhlich sein,
und dein Lied immer gesungen sein,
Mögest du für immer jung bleiben,
für immer jung, für immer jung,
Mögest du für immer jung bleiben.

Ich weiss nicht, ob und wann wir uns noch einmal treffen, wer weiss schon, was in 5 Minuten passiert, dieser Abend war es wert ihn erlebt zu haben, dort unter den alten Bäumen von Warenthin, mit der Reminiszenz an die Kindheit, danke Gotte, mach’s erstmal gut, ich hoffe ‚bis die Tage‘

Forever young, nun ja, die Wahrheit liegt wohl auch hier im Auge des Betrachters.

Zum Abschreiben zu dämlich – Scholz gibt den Schulz …

Meine kindliche Vertrauensperson war Oma Anna selig.

Sie war die, zu der ich mit hängenden Ohren schlich, wenn ich wieder einmal irgendetwas gründlich in den Sand gesetzt hatte.

Beispielsweise war sie regelhaft zuständig für verkorste Klassenarbeiten, ihr konnte ich sie problemlos zur Unterschrift vorlegen, was für meine Eltern weniger stressig war und mir unproduktive Standpauken ersparte.

War das Ergebnis einmal gar zu arg, murmelte sie zwar zuweilen: „Junge, bist du denn sogar zum Abschreiben zu dämlich?“ Sie durfte das, es klang nie abwertend oder beleidigend, sie stellte einfach nur fest.

Junge, bist Du denn sogar zum Abschreiben zu dämlich?

Offenbar gab es nicht so viele Großmütter, wie Oma Anna selig. Ich vermute stark, selbst der aktuell Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz – gibt es diese Funktion laut Verfassung überhaupt? – hatte nicht das Glück eine solche Großmutter an seiner Seite gehabt zu haben.

Vor rund 2 Jahren gab es die Bundestagswahl mit der zerplatzenden Seifenblase von Mister 100% Martin Schulz, als er nach der Wahl seine Aussage „nie in ein Kabinett Merkel als nachgeordneter Minister eintreten zu wollen“ kurzerhand brach und nach seinem Wahldebakel wenigstens nach dem Posten des Außenministers gierte – das Ergebnis ist bekannt und die einst stolze SPD steht heute inhalts- und kopflos da.

Und was macht Scholz?

Vor wenigen Wochen verkündete er mit staatsragender Stimme, dass das verantwortungsvolle Amt des Bundesfinanzministers es nicht zulasse gleichzeitig noch den SPD-Vorsitz auszuüben – was ganz, ganz sicher stimmt, wenn man beide Ämter ernst nehmen würde.

(Dies gilt übrigens für andere parteivorsitzende MinisterInnen genauso, wohin es führt, sieht man in eklatanter Weise am desolaten Zustand der CDU am Ende der Merkel-Zeit.)

Gestern verkündeten die Medien nun unisono:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article198627469/SPD-Olaf-Scholz-hat-nun-doch-Zeit-und-will-fuer-Vorsitz-kandidieren.html

Nachdem offenbar niemand Herrn Scholz gebettelt hat den Parteivorsitz der SPD gnädigerweise anzunehmen, bringt er sich selbst ins Spiel, nun hat er auf einmal doch Zeit.

Der Scholz gibt den Schulz!

An der Stelle hätte Oma Anna selig gemurmelt:

„Junge, bist du denn sogar zum Abschreiben zu dämlich?“

Elfriede, ach Elfriede … oder in den Sand gesetzt …

In den letzten Tagen habe ich Euch in „auf Sand gebaut“ über die Region zwischen Gommern und Potsdam berichtet, über die Gegend, über die Menschen, über ihr ‚Abgehängtsein‘ und ja, auch ihre berechtigte Enttäuschung und ihre Wut.

Natürlich sind mir auch andere Dinge begegnet, etwa am Rande des kleinen Ortes Pritzerbe, nordwestlich der Stadt Brandenburg.

Eines der üblichen farblosen und freudlos wirkenden Dörfchen der Region, keine Sau auf der Strasse, was wohl lediglich daran liegt, dass die klassische regionale Landwirtschaft mit Haus und Hof praktisch keine Rolle mehr spielt. Unsere Frau Kanzlerin macht ja lieber Verträge über Fleischlieferungen mit der halben Welt, statt die eigene Produktion zu stärken, ist aber wieder wegen einer guten Sache, damit speziell die Kühe hierzulande nicht mehr soviel Methan furzen, damit angeblich das Klima versauen und die Heilige Greta erzürnen könnten.

Nun sieht zwar auch unsere Kanzlerin nicht aus, als würde sie sich statt eines opulenten Mahls mit dem gelegentlichen Knabbern einer einzelnen ökologisch korrekten Möhre bescheiden müssen, aber das steht wieder auf einem anderen Blatt.

Also, der Ort Pritzerbe, nordwestlich von Brandenburg liegt an der B 102, hat einen ‚Rest‘ Bahnhof und nennt eine eigene Fähre über die Havel sein eigen.

Von Brandenburg kommt man mit der Bahn tagsüber im Stundentakt(!) innerhalb von 19 Minuten nach Pritzerbe. Was ich schon beachtlich finde. Und trotzdem(?) ist dort ’nüscht los‘.

Verlässt man allerdings die B102 nach rechts erreicht man den Ortsausgang über die Marzahner Allee – und dort lauert der Knaller.

Froh, dass man den Ort passiert hat, taucht rechts ein wegweisendes Schild auf, nicht mehr ganz neu, aber immer noch gut lesbar: „Rohrweberei Pritzerbe“.

Ich überwinde mich, halte an, quäle mich aus dem Auto, die ersten Schritte etwas hinkend.

Was ich dann finde, ist unbedingt des Anhaltens wert.

Ein schmaler Streifen Land, beidseits begrenzt von einheimischem Schilf, aber seht selbst:

https://rohrweberei.de/naturparadies

Auf dem Gelände begegnen mir zwei Männer, der Ältere löffelt in aller Seelenruhe und sehr gründlich sein Mittagessen aus einer Alu-Assiette (ökologisch bedenklich), der Jüngere harkt mühsam auch noch den letzten Grashalm aus der kleinen Freifläche vor dem Eingang.

Eine top gepflegte Anlage, gleichzeitig ein kleines, liebevoll gestaltetes Museum zur Geschichte der Rohrweberei im Ort und ein Beispiel dafür, wie Engagement aus praktisch Nichts – wildwachsendem Schilf – etwas durchaus Positives schaffen kann.

Also, falls ihr einmal nach Pritzerbe kommt, einfach anhalten und selbst nachsehen.

Falls ihr ein Gewächshaus habt, hier werden auf genaues Mass Matten zum Abdecken gefertigt, Haltbarkeit rund 10 Jahre. Falls ihr blickneugierige Nachbarn habt, die Matten taugen auch sehr gut als undurchdringlicher Sichtschutz und alles garantiert Bio, kein Kunststoff, kein Alu, kein Glas und dazu noch ökologisch perfekt. Laut der beiden Männer: „Anruf genügt und geliefert wird prompt.“

Hier hat man also etwas Vernünftiges in den Sand gesetzt, anders die Brandenburger SPD.

Darum jetzt zu Elfriede, Elfriede Handrick ist Kassenwart einer SPD-Sprengel in Wustermark, einem ebenso tristen Ort, lediglich rund 40 Kilometer von Pritzerbe entfernt.

Elfriede hat es, auf einem, dem Durchschnittsbegabten nicht erkennbaren Weg vor wenigen Tagen ins ZDF-Morgenmagazin gebracht und dort folgendes Statement abgegeben: (bitte selbst googeln, kein Fake)

…Ich finde es auch nicht richtig, dass man immer die Sorgen und Nöte der Bevölkerung Ernst nehmen muss. Was haben die denn für Sorgen und Nöte? Ich versteh das nicht. Ich kann das nicht verstehen. Und ich denke mir auch, auch wenn sie Sorgen und Nöte haben, dann haben sie auch noch lange nicht das Recht, hier mit “Heil Hitler!” durch die Straßen zu laufen….

Ich vermute, Elfriede hat einen an der Klatsche, dieser Beitrag ist mutmasslich an Dämlichkeit kaum zu überbieten.

Wenn es ein Beitrag zur Wahlwerbung ihrer Partei sein sollte, dann passt er sich der aktuellen Qualität der SPD nahtlos an.

Er versichere, mir ist bisher nicht ein einziger Brandenburger mit dem Nazigruss blöd gekommen, selbst in dörflich abgehängten Gaststätten oder beim regionalen Fischer wird man so nicht begrüsst.

Im Gegenteil, alle erwidern auf der Strasse meinen spiessbürgerlichen Gruß. Die Älteren mit einem „Guten Tag“ oder einem scheuen, leichten Nicken, die Jüngeren erwidern unisono mein einfaches „Hallo“.

Falls Elfriede tatsächlich mit „Heil Hitler“ gegrüsst wird, dann machen sie oder ihre im Land regierende Partei möglicherweise etwas grundlegend falsch. Vielleicht ist es aber auch nur Ausdruck der Panik vor dem in Brandenburg drohenden enormen politischen Bedeutungsverlust?

Das jedenfalls hat die Brandenburg-SPD wenige Tage vor der Landtagswahl gründlichst in den Sand gesetzt, so verliert man Wahlen.

Da sind die Pritzerber mit ihrer Rohrflecherei aber 10x heller.

Chapeau Elfriede!

Greta und die sieben Zwerge…

Der Hype um Greta aus Schweden, die vom Papst empfangen, zwar noch nicht heilig gesprochen, aber immerhin für den Nobelpreis vorgesehen ist, mutet mir von Anfang an umheimlich an.

Zuweilen habe ich das Gefühl, sie wandelt wie der Rattenfänger von Hameln daher und ganze Völker gieren danach sich hinter ihr ins eiskalte Wasser der abschmelzenden Polkappen zu werfen, dabei nicht bedenkend, dass sie den Meeresspiegel damit noch weiter anheben würden.

Kritische Journalisten, sogar der ‚taz‘, gehen dem Phänomen Greta inzwischen nach und siehe da, was kommt heraus: billigster kapitalistischer Kommerz.

Hier ein Beitrag von Wolfram Weimer:

https://www.achgut.com/artikel/greta_als_investment

Im übrigen: Unter den schlimmen Fingern hinter Greta, der ich persönlich beste Absichten unterstelle, ist der schlimmste Geselle Vater Svante Thunberg, der es zulässt, dass sein Kind so hemmungslos vermarktet wird.

Auf Sand gebaut …

Von Gommern ausgehend ist mein nächstes Zwischenziel – traditionell – Ribbeck.

Ihr erinnert Euch?

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Die Fahrt ist im geographischen Sinne eher lausig, es sei denn man mag Sand, Kiefern, Sand, Kiefern, Schlaglöcher über Schlaglöcher, ab und zu ein paar Häuser.

Gelegentlich mischt sich als Auflockerung eine Wasserfläche dazwischen, ich weiss nicht, ist dies von der Natur so gewollt oder sind es die gesammelten Tränen von Menschen, die hier leben müssen und wollen, sonst würden sie wohl vernünftigerweise weggehen.

Ich erinnere mich, dass zu DDR-Zeiten diese Gegend zumindest kleinindustrialisiert war, Arbeitsmöglichkeiten für alle dort Lebenden waren geschaffen worden, kleine bis mittlere Betriebe, über deren wirtschaftliche Berechtigung man aus heutiger Sicht, nach 30 Jahren, nicht zu diskutieren braucht.

Aber, die Menschen, die hier lebten hatten ihre Arbeit, sie blieben selbstbestimmt und sie hatten ihr Heim.

Fährt man jetzt durch diese Orte wirkt es – aus Sicht von Thüringen oder Hessen, mein Lebensmittelpunkt – surreal.

Dörfer mit keinem oder wenig erkennbarem Leben, geduckte kleine Häuser, zu 99% flach einstöckig, ein hoher Lehrstand, teils Ruinen, viele verwilderte Grundstücke.

Den Dörfern sieht man an, dass irgendeine Form von Reichtum hier wahrscheinlich noch nie zu Hause gewesen ist, selbst die sich ob ihrer Größe aus der Masse abhebenden alten Gutshäuser atmen einen morbiden Charme, haben sie nicht gerade einen – warum auch immer – interessierten Investor gefunden oder sind Sitz und/oder Besitz einer x-beliebigen staatlichen Struktur.

Der residierende Staat, respektive seine gewählten, beamteten und angestellten Vertreter, imponiert hier als neuer Gutsherr, er kassiert die Steuern der Menschen, die sowieso nicht viel haben und lässt es sich damit gutgehen, das passt doch und die Tradition bleibt gewahrt.

Das Beste sind meist die ortsverbindenden Straßen, bis zum Ortseingangsschild, dann folgt das pure mittelalterliche Kopfsteinpflaster-Drama und am Ortsausgangsschild beginnt wieder die normale Straße, das richtige Leben.

Tradition ist wohl allein auch das, was die ge-, ver- zurückge-bliebenen Menschen hier ausharren lässt, zumindest berufen sie sich darauf. Sie sprechen fast ausschließlich „von früher“, was sie doch früher alles so Tolles gemacht haben, von ihrem Stolz, den sie nicht aufgeben wollen und dass sie sich erst recht nicht von „ihrem Stückchen Heimaterde“ vertreiben lassen werden.

Einerseits verstehe ich die Menschen und ihr Heimatgefühl durchaus, andererseits ist mir klar, dass sich in diesem schon optisch öden Stück Deutschland ohne vernünftige Verkehrsanbindung nach der sinn-, rückstands- und gnadenlosen Deindustrialisierung durch die Treuhand in dieser und der nächsten Generation keine tragfähige wirtschaftliche Struktur entwickeln wird.

Die Menschen hier sind tatsächlich – ich hasse dieses Wort – abgehängt und ich beginne zu verstehen, dass sie keinen Grund sehen, Dankbarkeit zu zeigen. Die anstehenden Wahlen speziell in Brandenburg werden wohl für die (noch) Regierenden mit einem harten Aufschlag in der Realität der Enttäuschten enden.

Die Wasserburg zu Gommern oder auf Sand gebaut …

Nicht weit von Magdeburg und Schönebeck findet sich das Städtchen Gommern. Gommern kannte ich vis-à-vis nicht, kaum dem Namen nach, wohl aber den kleinen Appendix ‚Vogelsang‘. Vogelsang auch nur deshalb, weil ich in meiner Jung-Assistentenzeit häufiger in der damaligen Rheumaklinik in Etzelbach (Thüringen) aushelfen und die Grundzüge der klinischen Rheumatologie lernen durfte.

Mein Chef dort war Edgar Tanner, der mir die Rheumatologie im wahrsten Sinne in den Kopf hämmerte, dafür bin ich ihm auch posthum noch heute ausgesprochen dankbar, wenngleich er menschlich noch „reichlich“ Luft nach oben“ hatte.

Es war ein sehr kleines Haus mit wenigen Betten, auf einer kleinen Anhöhe gelegen, das Personal rekrutierte sich fast ausschließlich aus den umliegenden Dörfern, die Patienten kamen z.T. für DDR-Verhältnisse „von weit her“ und im Haus herrschte strenge Hierarchie, mit der ich als junger Arzt wenig bis nichts anfangen konnte.

Wenn Edgar Tanner morgens mit seinem Automobil Typ „Wartburg“ den Berg erklomm, verliess die Sekretärin flugs ihre angestammten Räume um ihm persönlich die Autotür zu öffnen, sie hinter ihm wieder zu schließen und seine Aktentasche hineinzutragen. Warum er diese jeden Tag nach Hause mitnahm blieb über die Jahre sein Geheimnis, an der Fülle der geleisteten Arbeit kann es nicht gelegen haben.

Kam sogar der ‚Herr Professor‘ aus Jena zur Visite, lag ein Läufer im Treppenhaus bereit, der bis zur Haustür ausgelegt und nach dem Besuch unverzüglich und gewissenhaft wieder eingerollt wurde. Er blieb dann dort liegen bis zum nächsten Besuch.

Edgar Tanner und der Leiter der zweiten DDR-Rheumaklinik, Wolfgang Keitel, eben in Vogelsang-Gommern waren sich über die Jahre ihres parallelen Wirkens in herzlicher Abneigung zugetan, ein Umstand, der selbstredend auch von mir jungem Assistenzarzt erwartet wurde. Etzelbach war von den beiden Kliniken das kleinere Haus und der „Andere“, Wolfgang Keitel war ’sogar Professor‘, zwei Umstände die zu dauerhaften traumatischen Belastungen führten.

Also, lange Rede kurzer Sinn, daher war mir der Name Vogelsang-Gommern bekannt.

Die Klinik in Vogelsang mit Schwerpunkt Rheumatologie gibt es heute noch, Grund genug für einen orientierenden, eher nostalgischen Besuch, über den es nichts Wichtiges zu berichten gibt.

In der Gegend dominiert Sandboden, die Orte sind buchstäblich auf Sand gebaut.

Im Gommern selbst gibt es das Wasserschloß, ein über 1000 Jahre alter, mehrmals erneuerter beeindruckender Bau, ebenfalls auf Sand gebaut, was an den hier und dort einstürzende Mauerwerken der Umfassung zu sehen ist.

Das alte Gemäuer mit Hotel, Gasthof und eigener Brauerei dominiert das Stadtbild und ruht sich nicht auf seinen Meriten aus, sondern hat die Zeichen der Zeit erkannt.

Es setzt selbst Zeichen!

Ihr werdet sagen, was ist daran Besonderes, kann doch heute jeder Depp Zeichen setzen, Hauptsache er zeigt in die richtige Richtung?

Die Zeichen des Wasserschlosses zu Gommern sind dagegen versteckt, auf den ersten Blick nicht zu erkennen, so zum Beispiel das Sinnbild für die aktuelle deutsche Politik.

Dem geübten Auge des Betrachters entgeht nicht der abgestorbene Weinstock, dessen lange weit verzweigte Äste sich an das alte Mauerwerk klammern. Selbst im Hochsommer ziert nicht ein einziges Blatt die sich immer weiter verzweigenden Äste.

Offenbar war der Stamm nicht mehr in der Lage den überbordenden Weinstock zu ernähren, also hat man ihn – in guter Schilda Manier – einfach unten abgeschnitten.

Und so klammern sich nun die traurigen Reste ans Mauerwerk, irgendwann werden auch sie abfallen und nichts wird mehr an einstigen Stolz erinnern.

Ähnlich stellt sich mir die aktuelle deutsche Politik dar, jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben, jeden Tag neue Ausgaben, in irrwitziger Frequenz neue Steuern – nur um den Unterbau kümmert sich kein Mensch.

Der Unterbau, das sind die Menschen, die jeden Tag schaffen gehen, Werte erwirtschaften, dafür mit unverschämt hohen Steuern belegt werden und für die sich die Politik nicht interessiert.

Ich befürchte, eines nicht fernen Tages werden auch in unserem Land die permanent wuchernden Äste absterben, weil wir, der Unterbau, es nicht mehr schaffen.

Und ich gebe zu, wenn dann die sozialen Probleme explodieren und sie werden zwangsläufig explodieren, werde ich nicht in der 1. oder 2. Reihe stehen.

Das mögen die Philister ausbaden, die jetzt in ihrem politischen Wolkenkuckucksheim für kein vernunftgetragenes Argument mehr zugänglich sind.

Vieles scheint in unserem Land auf märkischen Sand gebaut, nicht nur das Wasserschloss zu Gommern.

Durch’s wilde Dunkeldeutschland…

Reisen bildet …

Als Kind, wohl behütet in der DDR aufwachsend, spielte sich unser Leben in engen Grenzen zwischen Kap Arkona und dem Fichtelberg, zwischen Oder und Werra ab, was mich nicht davon abhielt von – unerreichbaren – Reisen durch die große, weite Welt zu träumen. Alles jenseits meines kleinen geographischen und sozialen Horizonts erschien mir spannend, je weiter weg, desto interessanter.

Mit zunehmendem Alter wandelten sich meine Erwartungen.

Literarische Vorlagen gab es so viele nicht, Larry Page, Sergey Brin und Google waren noch nicht geboren, ansonsten achtete man von Staats wegen verlässlich darauf, dass wir nichts „Unrechtes“ zwischen die noch nicht gichtigen Finger bekamen.

Regten zuerst die Märchen in DEFA-Film-Form meine Gedanken kreativ an – ich liebte als Junge Angelika Domröse abgöttisch, waren es später die originalen Reiseberichte von Hanzelka und Zikmund, die erfundenen von Karl May oder die auf dem Index stehenden Bücher von Hans Dominik.

Mal war ich außen stehender Beobachter, mal wähnte ich mich aktiv mittendrin und war mir sicher, dass ich jedes der beschriebenen Abenteuer genauso, wenn nicht gar besser bestanden hätte.

„Der gestiefelte Kater‘ hätte ich genauso sein wollen, wie ‚Robin Hood‘ oder ‚Kara ben Nemsi‘, den Droste in ‚König Laurins Mantel‘ hätte ich besser gegeben und die futuristischen Abenteuer in Stanisław Lem’s Romanen hätte ich mit Intelligenz, Kraft und Chuzpe auf jeden Fall problemloser bestehen können, als seine Originalakteure, an deren Handlungen ich regelhaft etwas zu kritisieren hatte. Ich muss wohl ganze Nächte damit zugebracht haben, darüber zu sinnieren, was ich alles hätte und könnte, wenn man mich nur liesse. Es liess mich niemand, also blieb es beim profanen Schulbesuch, das einzige Abenteuer war das morgendliche Erledigen der Hausaufgaben, wofür mir genau 45 Minuten zur Verfügung standen. Gefährlich war das auch nicht, nur die Zeit drängte.

Richtige, lebendige Abenteuer fanden mit Ausnahme einiger Jugendstreiche nicht statt. Calciumcarbid in Wasserflaschen vor Haustüren, echte Terroristen würden heute darüber nicht einmal lächeln, geschweige denn mit den Wimpern zucken.

Nach der Pubertät kamen romantische Gefühle in Mode. „Die Akten des Vogelsangs“ würde heute kaum noch jemand lesen, die „Wanderungen“ von Fontane würde der moderne Mensch, statt zu laufen einfach googeln oder Garmin bemühen.

Schillers „Verbrecher aus verlorener Ehre“ oder E.T.A. Hoffmanns „Sandmann“ würden so gut wie niemand mehr hinter dem Ofen hervor-, geschweige vom Smartphone weglocken. Edgar Allan Po’s „Sturz in den Malstrøm“ würde den durch täglichen Horror gestählten Neuzeitmenschen langweilen. Von „Wassergrube und Pendel“ glaube ich noch heute zuweilen in ganz stillen, spannungsgeladenen Augenblicken das sich nähernde, zischende, scharfe Pendel zu hören, den mal kalten, mal heissen Luftzug zu spüren.

Viel habe ich gelesen, ich habe das Gefühl es waren tausende Bücher. Das meiste davon habe ich wieder vergessen, einige Bücher habe ich verarbeitet, wenige könnte ich heute noch aus dem Stegreif rezipieren.

Ich kann es nicht begründen, aber von diesen ganzen Dingen kleben die „Wanderungen“ Theodor Fontanes seit Jahrzehnten an mir wie frische Hundescheisse an nagelneuen weissen Sneakers.

Übrigens, Fontane wäre geboren am 30. Dezember 1819 heuer – genauuu – 200 Jahre geworden, würde der alte Knabe noch leben.

Neben den „Wanderungen“ und der in der Schule bis zum Erbrechen widergekäuten „Effi Briest hat Fontane unter anderem noch den Abel Hradscheck und seine Frau Ursel zu bieten. Nicht umsonst gilt die Novelle als eines der ersten Werke im damals noch recht neuen literarischen Kriminalgenre.

Immer mal wieder lese ich ein Stück der „Wanderungen“, nie in toto, finde zwar bis auf Ortsnamen die beschriebene Realität heute nicht wieder, schätze die Ruhe und die Beständigkeit, die mir zwischen den Seiten konserviert scheinen

„Unterm Birnbaum“ hat übrigens nichts mit dem Birnbaum vom Ribbeck zu tun, bietet aber für die damalige Zeit interessante psychologische Elemente im Hinblick auf die gesellschaftliche Stellung und Ächtung von Tätern und Verbrechen.

Also lange Rede kurzer Sinn, auch in diesem Jahr steht wieder – nicht die komplette Wanderung durch die Mark Brandenburg, wohl aber ein Besuch bei Fontanes rund um Neuruppin und Rheinsberg an.

Karl May liess seine Helden hinter Kara ben Nemsi durchs „Wilde Kurdistan“ reiten, wir wandern dagegen durch Dunkeldeutschland.

„Streit bei „Fridays for Future“ – Greta Thunberg verlässt Saal“

Heute findet sich, quer durch den Blätterwald die Information:

Streit bei „Fridays for Future“ – Greta Thunberg verlässt Saal

http://www.welt.de/vermischtes/article198188187/Fridays-for-Future-in-Lausanne-Greta-Thunberg-verlaesst-Saal-aus-Protest.html

Mit einer unterschwelligen Schadenfreude wird über einen Streit bei den jungen Leuten berichtet.

Und von allen Seiten stürzt man sich mit mehr oder weniger Häme auf das Thema. Mir fällt dazu nur ein Wort ein: Pharisäer.

Die Diskussion geht völlig fehl.

Man meint den Esel und schlägt den Sack.

Das Problem sind nicht die Kinder, sie haben es noch nicht besser gelernt. Das Problem sind profi- und gewissenlose Politiker, Gewerkschafter, Kirchenleute und Medien, die vor den Kindern und Greta aus Schweden auf den Knien kriechen, sich einfach anhängen und alles in der Hoffnung irgendwie davon profitieren zu können. Ein schlichtweg erbärmliches Bild, welches sich da bietet.

Selbst wenn es jetzt zwischen den jungen Leuten Zoff geben sollte, das ist die Normalität. Die Bewegung wird sich nicht – wie viele hoffen – einfach auflösen, dazu hat sie schon zu viel Gewicht, mag man zu den Zielen und Wegen stehen, wie man will.

Aber die Historie lehrt, dass erfahrungsgemäß radikale Ränder und Interessengruppen in solchen Prozessen nach der Macht greifen, diese für sich usurpieren und ausnutzen.

Aber was haben denn unsere „staatstragenden“ politischen Parteien zu bieten?

Wir sehen eine seit Jahren paralysierte, scheintote CDU, eine inhaltslose, zur Bedeutungslosigkeit reduzierte SPD, Linke und AfD zerlegen sich ohne Not selbst, die FDP ist als Partei de facto nicht mehr existent, sondern ein Ein-Mann-Verein mit Damen-Rahmen- Programm und die Grünen tanzen einen wilden und ungestümen Umwelttango, ohne Sinn und Verstand, zusammen mit den „Kobolden“ von Frau Baerbock – also, was sollen die Kinder besser machen? Sie haben keinerlei positives Vorbild.


Die Welt verfällt in einen Goldrausch …

Weltonline titelt heute unter Anderem:

Jetzt verfällt die Welt in einen Goldrausch

https://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article198163939/Gold-Jetzt-feiert-das-Edelmetall-sein-grosses-Comeback.html#_=_

Die Welt verfällt in einen Goldrausch? Es ist in der Tat so:

Gerade gestern hat mir eine alleinerziehende Mutter mit 3 Kindern zwischen 3 und 9 Jahren erzählt, dass sie sich einen stabilen Handwagen kaufen musste, um täglich ihre Goldkäufe nach Hause zu karren. Leider hat sie für die beiden Kleineren keinen Kita-Platz, sodass sie nicht vollschichtig arbeiten kann, sonst würde sie noch mehr kaufen. Den PKW ihrer Eltern mag sie sich für den Transport des Goldes aus Klimaschutzgründen nicht ausleihen und kiloweise Goldbarren im ÖPNV zu transportieren erscheint ihr nicht opportun. Um die zusätzliche körperliche Belastung auszugleichen, wird sie allerdings kein Fleisch mehr konsumieren, da dies weder gesund noch klimaneutral ist.

Ich frage mich, in welcher Welt unsere Medien leben, die des normalen Durchschnittsbürgers ist es jedenfalls nicht.

Insofern brauchen sie sich auch nicht darüber beklagen, dass sich kaum noch jemand für ihr – täglich wohlfeileres – Geschreibsel und ihre schwülstigen Predigten a là Claus Kleber ex cathedra interessiert.