Peter Handke und der Literaturnobelpreis …

Der Literaturnobelpreis ist vergeben, für gleich zwei Jahre, ein Preisträger ist der deutschsprachige Schriftsteller Peter Handke.

Reflexhaft kam mir sofort in den Sinn: „Wir sind Literatur-Nobelpreisträger„, bis es mir eiskalt den Rücken hinunterlief, „Scheiße, Handke ist doch nur Österreicher.“ Und der Anschluss ist schon seit mehr als 70 Jahren Geschichte.

Die Liste der genuin deutschen Preisträger nach dem Krieg nimmt sich eher schmal aus, Heinrich Böll, Günter Grass und Herta Müller, wobei sich bei Letzterer der einheimische Jubel in Grenzen hielt, steht Sie doch in ihrem Lebensweg eher für die Banater, und die sind ja doch Aus- und dann wieder Zugewanderte. Also für den gemeinen Deutschen durchaus wankelmütige Typen, auch wenn ihr Auszug aus dem gelobten Land in die verwüstete und entvölkerte Pannonische Tiefebene schon Ende des 17. Jahrhunderts erfolgte.

Günter Grass kam nicht ungeschoren davon, als er kurz vor seinem seligen Ende bekannte, dass er sich wenige Tage vor Kriegsende als 17Jähriger freiwillig zur Waffen-SS gemeldet hatte. Von da an hatte er für die deutschen Beckmesser gründlich und nachhaltig neben den Eimer geschissen. Obwohl, so richtig beliebt war er auch vorher nicht gewesen, nicht glatt genug.

Ich gebe zu, die Causa Grass hätte mir unangenehm sein müssen, erinnerte sie mich doch an mein Vergehen mit Onkel Willi.

Onkel Willi, den Halbbruder meines Vaters habe ich in sehr guter Erinnerung. Ein nach außen bärbeissiger, zu mir sehr herzlicher, selten rasierter Mann auf dessen Schoß ich als Kind viele Runden mit seinem alten Lanz-Bulldog drehen durfte. Ich erinnere als Sitz eine halbkreisförmige Metallplatte mit Bohrungen, damit der Mulm, die schlechte Luft aus der Arbeitskleidung nach unten abziehen konnte. Der Sitz wackelte im Takt des Motors, so kräftig das langsame „blubb, blubb, blubb“ des Lanz klang, so kräftig vibrierte der Sitz. Gab man etwas Gas, viel ging sowieso nicht, wurde das Blubbern etwas schneller und im gleichen Takt vibrierte der Sitz. Noch heute glaube ich diese Bewegung zu spüren, wenn meine Gedanken zu Willi und seinen alten Lanz zurückgehen.

Willi war im Krieg Mitglied der Waffen-SS gewesen, lange war er in Frankreich in Gefangenschaft und erst sehr spät zurückgekommen. Danach war er das ’schwarze Schaf‘ der Familie, auch wenn weder seine Eltern, noch seine Geschwister durch die Bank lupenreinen Demokraten gewesen waren. Hinter Willi in seiner Uniform konnte man sich problemlos verstecken, einer seiner Brüder hatte den Krieg als Polizeibeamter mit schwarzem Ledermantel in der Etappe überstanden und machte in Willis scharfem Schatten, von Abscheu sicht- und hörbar geschüttelt, später „gut Karriere“.

Nun ja, wie beim Literaturnobelpreisträger Grass eben.

Ich wäre schier enttäuscht gewesen, wenn man nicht offiziell versucht hätte dem lausigen Össi Peter Handke kräftig eine ans Zeug zu flicken. Meine Erwartung wurde zum Glück erfüllt, kaum war sein Name als Preisträger genannt, fielen – allen voran – die deutschen Medien über ihn her, um ihn der Parteinahme für die „verbrecherischen Serben“ im Balkenkrieg der 90er zu bezichtigen.

Es mag sein, dass Peter Handke Partei bezogen hatte. das ist sein gutes Recht.

Ich erinnere mich, dass auch ich seinerzeit nicht frei war von Parteinahme, geprägt durch unsere Medien aber fast ausschließlich gegen die Serben.

Wie es der Zufall wollte sind mir in den letzten Jahren beruflich viele Menschen begegnet, deren Wiege auf dem Balkan stand: Kroaten, Serben, Bosnier, Slowenen, Kosovaren, Frauen, Männer und Menschen, die damals noch Kinder gewesen oder gerade gezeugt worden waren.

Es war und ist erschütternd zu hören, welche Abgründe menschlichen Handelns sich im Krieg auftun. Im Krieg gibt es unter den Akteuren keine Guten und Bösen, bestenfalls gibt es mehr oder minder Böse, alles andere ist pure Erfindung der Sieger und ihrer Adlaten.

Ich habe gelernt, dass es auf dem Balkan Massacker durch alle beteiligten Seiten gab, dass serbische, kroatische, bosnische oder kosovarische Frauen Opfer sexueller Gewalt wurden und heute dort Legionen von jungen Menschen unterwegs sind, für die die Nationalität ihrer biologischen Väter unklar ist.

Es erschüttert mich die Geschichten zu hören, wie sie unter anderem fast wortgenau von Oma Anna selig für die Zeit nach Ende des 2. Weltkriegs berichtet wurden und wie sie auch die Menschen der damals von Deutschland besetzten Länder erzählen könnten.

Peter Handke hat also irgendwann Partei für die serbische Seite ergriffen, das ist sein gutes Recht und ich bin mir sicher, es war und ist seine Überzeugung gewesen. Wenn man ihm dies heute anlastet, möge man auch mich anklagen, dass seinerzeit Willi mein Lieblingsonkel war, auf dem wackelnden Blechsitz seines alten Lanz.

Ich gratuliere ehrlichen Herzens Peter Handke zu seinem Nobelpreis, nicht ohne eine gewisse Wehmut, dass mir diese Ehrung nie widerfahren wird. Verdient hätte ich sie eh nicht.

Und, ich schäme mich für die Kampagne der deutschen Medien gegen ihn.

Peter lass Dich nicht verdriessen. Du hast den Preis verdient.

Der Staat langt weiter zu ….

Wir haben in diesem unseren Land jetzt schon die zweithöchste Steuerlast in Europa.

Mehr als ein halbes Jahr arbeiten wir Arbeitenden nicht für uns und unsere Familien, sondern für den Staat und alles was daran hängt. Ich finde, das reicht allemal.

Dazu kommen die gepfefferten neuen Belastungen durch das sogenannte Klimagesetz in 2020.

Und dann lese ich heute in den willfährigen Gazetten, dass der schamlose Molloch schon wieder zulangen will.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article201954300/Steuern-Zwei-Drittel-der-Kommunen-wollen-laut-Studie-Abgaben-erhoehen.html

Ich werde jetzt gleich meine gelbe Warnweste aus dem Kofferraum nehmen und gut sichtbar als Warnhinweis für die Schamlosen, die nie vergessen ihre eigenen Diäten im Automatismus zu erhöhen, auf die „Hutablage“ meines Autos legen.

Vielleicht mag sich ja dieser und jener anschließen?

Gelbe Westen gut sichtbar im Auto deponieren!

Parteien zur Wahl ….

In Thüringen steht Ende Oktober die Landtagswahl an, die Parteien plakatieren lustig die Straßen und der Politiker „sucht die Bürgernähe“.

Als pflichtbewusster Wahlbürger habe ich mir in diesem Jahr die Mühe gemacht mich mit den Wahlprogrammen ausgewählter Parteien: LINKE. CDU, SPD und FDP zu beschäftigen. Die GRÜNEN habe ich ausgemerzt, sie sind mir absolut zu spleenig und realitätsfern, schade um meine Zeit. Das der AfD hätte ich gelesen, wenn der Spitzenkandidat statt Höcke vielleicht Lucke gewesen wäre.

In den Programmen habe ich – vergeblich – nach Hinweisen gesucht, wie der arbeitende und Werte schaffende Mittelstand von der quälenden Steuerlast befreit werden soll.

Zur Erinnerung: Wir zahlen in Europa den zweithöchsten Steuersatz und zahlen u.a. schon jetzt die höchsten Energiepreise.

Bei allen Parteien findet sich im Wahlprogramm kein einziger konkreter Hinwies darauf.

Also habe ich die Parteien schriftlich mit der Frage konfrontiert:

Wie und wo finde ich in Ihrem Wahlprogramm Hinweise darauf, wie der arbeitende Mittelstand entlastet werden soll?

Die Geschäftsstelle der LINKEN in Erfurt antwortete prompt, zwar etwas allgemein, das liegt wohl in der Natur der Sache an sich, aber zumindest habe ich das Gefühl mit meiner Frage und als Bürger ernstgenommen zu werden.

Die SPD antwortete mit einer hektographierten Antwort, die so glatt ist, wie die Glatze ihres Spitzenkandidaten Tiefensee und genauso nichtsagend. Eine konkrete Nachfrage meinerseits blieb dann gänzlich unbeantwortet. Der „gepfefferte Sprüchbeutel“ der Genossen ist scheinbar schon jetzt völlig leer. Unbeirrt ihrer inhaltliche Leere nennen die SPD-Genossen das Wahlpamphlet allerdings Regierungsprogramm, das nenne ich selbstbewusst für eine inzwischen Splitterpartei. Als promovierter Mensch, das ist aus meiner Anschrift ersichtlich, empfinde ich eine solche Antwort schlichtweg als Respektlosigkeit.

Das CDU-Programm erschien als letztes im Netz, möglicherweise geschuldet der Erkrankung von Mike Mohring. Hinsichtlich meiner Fragestellung ebenfalls totale Fehlanzeige. Der Eingang meiner schriftlichen Bitte um Präzisierung wurde zwar dankenswerterweise bestätigt, das war es aber auch. Seitdem ruht der CDU-See still und ohne die kleinste Welle.

Den Vogel – ohne Zweifel – schiesst die FDP ab, zwei schriftliche Anfragen blieben ohne jegliche Resonanz. Ich nenne dies Arroganz und so wird die FDP wohl weiter APO sein, gut so. Wer den Bürger nicht einmal in Wahlzeiten ernst nimmt, hat es nicht anders verdient.

Von den kleinen Parteien hat die MLPD sehr heftig plakatiert, was ja wohl auch teuer ist? Wer zahlt das? U.a. kann man auf den Plakaten lesen „Freiheit für Kurdistan und Palästina“. Meine Nachfrage, was dann aus dem Staat Israel werden solle, war den Genossen keine Antwort mehr wert. Interessanterweise nimmt kein Medium und keine der anderen Parteien daran Anstoss, verkappter Antisemitismus mit staatlicher und medialer Billigung?

Ich mag mir nicht vorstellen, wie heftig die Reaktion gewesen wäre, wenn etwa Höcke Ähnliches plakatiert hätte. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

Ich bin inzwischen alt und lebenserfahren genug, um mich an der „Arroganz der Macht“ nicht mehr zu stossen, weiss ich doch wie unbedeutend die Politik im Leben eines Menschen wirklich ist.

Auf jeden Fall kann man sagen, dass die Thüringer Parteien, dezidiert mit Ausnahme der LINKEN, die „Vor-„Urteile, gegen die sie sich zu wehren glauben müssen, ohne Not selbst sehr nachdrücklich bestätigen: abgehoben, weltfremd, sich in ihrer Blase räkelnd und arrogant.

Einen schönen Samstag wünsche ich Euch. Räkelt Euch bei dem Wetter lieber auf dem Sofa und nicht in der Blase und denkt daran, das Lebbe geht auch nach der nächsten Wahl völlig unverändert weiter.

Für’s Klima singen ….

In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, also schon ganz, ganz weit im historischen Dunkel, war eine der damals aus dem Boden schießenden neuen avantgardistischen Kunstformen das Happening.

Happening meint eine Aktionskunst, die das Publikum mit einbezieht, in der Spontanität und Improvisation durchaus ihren Platz haben, die aber trotzdem in der Regel gut choreographiert ist.

Happenings haben meist keinen starren zeitlichen und räumlichen Rahmen, sodass Anfang, Ende und Location eher fließend sind.

Das Ziel der Happening-Künstler besteht darin Kunst und Alltagsleben nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander zu positionieren.

Für mich, auch wenn ich damals aus dem Osten heraus nur Zuschauer und nicht Akteur sein konnte, verbinden sich damit Namen wie Allan Kaprow, Joseph Beuys, der beleibte Wolf Vostell, Yoko Ono oder auch der ‚Videopionier‘ Nam June Paik – alles Menschen, die der aktuellen Generation bestenfalls noch nach dem Namen geläufig sind.

Aber, wer braucht schon solche alten weißen oder sonstwie farbigen Frauen und Männer, haben wir doch heute deutlich Besseres zu bieten, beispielsweise die Jünger von Greta aus Schweden.

Einer der Kulminationspunkte des Happenings in sehr aktueller Form wurde letztens in Münster gestaltet, die Verbindung von Kunst(?) mit dem Alltag auf einem hohen gestalterischen und selbstdarstellenden Niveau.

Beachtet bitte die glänzende Performance der etwas reiferen Lehrerinnen(Typen) auf der Bühne, wobei die Figur der Vorsängerin durchaus darauf schließen lässt, dass sie fleischlichen Genüssen nicht abgeneigt sein könnte, aber das kann ich nur vermuten. Sicher bin ich, dass das dafür notwendige Fleisch CO2-neutral zu Stande kam.

Auf jeden Fall, Happening par ex­cel­lence, also sozusagen, Kunst vom Feinsten.

Greta aus Schweden und die Menschen …

Greta aus Schweden, von einer Riesenorganisation gut promoviert, reist um die Welt, elektrisiert vor allem junge und sehr junge Menschen, bringt gestandene Menschen und Politiker dazu vor ihr nieder zu knien, anschließend belegt sie die, die sich ihr nicht bedingungslos unterordnen mit einem gnadenlosen „Bann“, der auf dem Hintergrund ihrer individuellen Besonderheit besonders öffentlichkeitswirksam ausfällt.

„Wie könnt Ihr es wagen …“.

Auf die individuellen Besonderheiten will ich hier nicht eingehen, weil ich dies als nicht geboten erachte, wenngleich Greta und Entourage selbst diese Dinge (relative körperliche Retardierung einer 16Jährigen und Asperger-Syndrom) bewusst als „Stil- und Machtmittel“ einsetzen. Ein junges Mädchen, etwa von der Statur und dem Selbstbewusstsein einer Weltklasse-Speerwerferin hätte mit Sicherheit bei Weitem nicht diesen Effekt (‚Mitleidsbonus‘, bewusst oder unbewusst vergeben) gebracht, zumindest hätte es eine große, muskulöse Frau sehr viel schwerer auch nur andeutungsweise diese öffentliche Wirkung zu erzielen.

Die deutsche Speerwerferin, Christin Hussong, sie hat gestern bei der Leichtathletik- Weltmeisterschaft einen sehr guten 4. Platz belegt, eine tolle Leistung, eine große, sehr muskulöse, dabei sehr sympathische Frau mit 186 Zentimetern, hätte in diesem System gegen Greta keine Chance, selbst wenn sie die besseren Argumente hätte. Natürlich weiss dies die PR-Maschinerie hinter ihr und nutzt es gnadenlos und ohne Rücksicht auf das Mädchen aus.

Es ist faszinierend, welche Aufmerksamkeit die ‚Organisation Greta‘ bisher erzielt hat. Allerdings hätte sie statt Klima auch Rheumaunterwäsche oder Schnellkochtöpfe verkaufen können, der Erfolg wäre ähnlich formidabel gewesen.

Der Hype um sie und um ihre Zielgröße, das Klima, scheint bisher weitgehend ungebrochen, ist es wohl auch, obwohl niemand(!) auf dieser Welt weiss, wie sich das Klima tatsächlich entwickeln wird. Auch das ist ein Faszinosum, niemand weiss, aber fast alle glauben, irgendetwas in puncto Klimaentwicklung zu wissen. Ich gestehe, ich weiss es nicht, allerdings glaube ich aber auch nicht.

Ihre Präsenz gewinnt die ‚Organisation Greta‘ aus dem guten Gefühl des körperlichen oder geistigen Gleichklangs, einem Gefühl der eigenen Großartigkeit, des edlen freiwilligen Verzichts und damit der moralischen Makellosigkeit.

Eine Sinnsuche im Ausbrechen aus der virtuellen Welt des Smartphones mag mehr oder weniger auch eine Rolle spielen.

Aus rund 70 Jahren Lebenserfahrung ist mir bewusst: Ungeachtet aller akklamierten Grundsätze, sobald es für das Individuum ans ‚Eingemachte‘ geht, wird der Hype sofort abflachen, um dann – positiv gesehen – irgendwann in nicht allzu ferner Zeit spurlos im Nirwana zu verschwinden.

Eine Erfahrung, die die jungen Leute noch nicht gemacht haben, die wir als ältere Ostdeutsche aus 40 Jahren DDR aber gut kennen:

Alles, was sich – dauerhaft – auf Idealismus, Freiwilligkeit und individuellen Verzicht begründet, hält der Prüfung durch die Geschichte nicht stand. Dafür sind wir Menschen nicht gemacht.

Die DDR ist nicht vorrangig an der SED, der Dummheit Einzelner oder an überalterten Funktionären zu Grunde gegangen, sie hat deshalb nicht überlebt, weil die Menschen die Chance einer auf Gleichheit ausgerichteten ’sozialistischen‘ Gesellschaft nicht verstanden haben und genau diese Gleichheit nicht wollten. Das wird auch diesmal so sein!

Die Menschen, auch die jungen der Generation Greta, werden von ganz allein dafür sorgen, dass die Klimahysterie des Jahres 2019 bald wieder von der Agenda verschwindet.

Ob sie dann in der Mehrheit vielleicht wieder Pokèmon spielen, zur Fitness traben oder sich einem anderen Zeitvertreib zuwenden, das kann ich alter weisser Mann natürlich nicht sagen.

Auf jeden Fall werden sie schnell merken, dass ‚idealistisches Herzklopfen‘ nichts gemein hat mit der Realität des Lebens.

Ein Fernseher musste es sein …

1949 geboren war in meiner Kindheit in Sachen Medien das Radio der Stand der Technik. Ich glaube, das Wort Medien verwendeten wir garnicht, jedenfalls war das Radio die Verbindung zur Welt.

Der Empfang war häufig schlecht, die Technik im Klang dagegen gut, die Tonqualität der guten alten Röhrenempfänger ist /war für das empfindliche Ohr ein Genuss.

Mitte der 50er Jahre kamen im Osten Deutschlands die ersten Fernsehgeräte in größerer Zahl auf.

Ich erinnere mich, dass man nicht einfach in ein Geschäft gehen konnte, um ein Gerät seiner Wahl zu kaufen. Die meisten Fernseher wurden über die Betriebe als eine Art selbst zu bezahlender Prämie für „gute Leistungen“ verteilt.

Wir erhielten in 1958 einen Fernseher aus DDR-Produktion, eine sogenannte Fernsehtruhe „Rafena Carmen“. Ein lackierter Holzkasten, auf einer Seite ein Radio, ein Röhrengerät, auf der anderen Seite das Fernsehgerät, schwarz-weiss, mit einer Bildröhre von 43cm Diagonale, das entspricht immerhin knappen 17 Zoll.

Fast ein Jahr mussten wir warten bis das Teil abgeholt werden konnte, geliefert wurde nicht, wer es haben wollte, musste es selbst abholen. Vorfreude wie sonst bestenfalls zu Weihnachten, das ganze Haus, alle Nachbarn warteten und fieberten mit, war es doch üblich, dass man sich – meist Samstagabend – im Haus dort traf, wo es überhaupt einen Fernseher gab.

Das Teil wurde abgeholt, in Erfurt, mein Vater holte das große Paket mit einem „luftbereiften Handwagen“ mit einem Kollegen zusammen ab. Ausgepackt bekam das Gerät einen Ehrenplatz in der guten Stube, die zuvor zu seinen Ehren neu tapeziert worden war.

Ein Schwarz-Weiß-Bild, grieselig, heute würde man sagen mehr Dichtung denn Wahrheit, aber für die zwei Sender DeutschlandOst und DeutschlandWest reichte es.

Die Technik entwickelte sich über die Jahre und Fernsehgeräte unterschiedlicher Couleur haben mich über die Jahrzehnte begleitet, auch wenn sich mein Fernsehkonsum qualitativ und quantitativ immer mal wieder verändert hat.

Zuletzt hatte ich das Gefühl alles schon einmal irgendwo irgendwann gesehen zu haben und mein Interesse lies nach.

Nie wieder wurde die Spannung von Mike Nelsons „Abenteuer unter Wasser“ mit Lloyd Bridges, von Casey Jones dem Lokomotivführer mit Alan Hale Jr., von „Bonanza“ oder am „Fuss der Blauen Berge“ mit Robert Fuller erreicht.

Noch heute ziehe ich mir diese und jene Folge rein, so ich sie denn im Internet finde.

Die Spitze des Grauens waren die Durbridge-Krimis, damals die reinen Straßenfeger.

Die letzten Jahre erweckten in mir wieder das Gefühl in die Schule, zumindest in die DDR-Zeit zurück versetzt worden zu sein.

Statt Faktenvermittlung trat immer mehr eine „Volkserziehungsfunktion“ in den Vordergrund. Als gestandenem Menschen wollten und wollen mir irgendwelche jungen Leute erklären, wie die Welt funktioniert, das brauche ich nicht. In dem Mass wie ich mich bevormundet fühlte, lies mein Konsum noch weiter nach, beschränkte sich zuletzt auf nordische Krimiserien, ich mag einfach das Morbide.

Morbide wurden zunehmend die Nachrichtensendungen, die in meiner Kindheit und Jugend von Ost und West ein Muss waren.

Vor rund zwei Wochen gab unser aktueller Fernseher den Geist auf, er fuhr einfach nicht mehr hoch.

Am letzten Sonntag wählte nun Österreich ein neues Parlament, erwartungsgemäss siegte Sebastian Kurz von der ÖVP.

Für ihn und seine Parteifreunde sicher ein Grund zur Freude, bis zu dem Zeitpunkt, als er Klaus Kleber vom ZDF ein Interview gewährte.

Ich habe das Bedürfnis mich für diese Entgleisung von Kleber persönlich zu entschuldigen. Ein unverzeihlicher Fauxpas eines mit Zwangsbeiträgen höchstbezahlten Claqueurs, der Ausdruck „Fremdschämen“ ist zu schwach, trifft es nicht.

Wenn ich mich recht erinnere, ist Österreich ein souveränes Land, die Zeit des unseligen Anschlusses ist lange, lange vorbei. Souveränität bedeutet, dass die Österreicher das Recht haben ihr Parlament nach eigenem Gusto zu wählen. Gut gemacht!

Ach so, ihr werdet Euch fragen, was dies mit meinem Fernseher zu tun hat?

Ich werde keinen neuen Fernseher mehr kaufen, Kleber sei Dank, dafür stehe ich nicht mehr zur Verfügung, ich will kein arroganter Piefke-Mittäter sein. Und die paar nordischen Krimis, die kann ich locker im Netz streamen.

Der Glanz ist weg …

Es ist wieder einmal Wahlzeit in Thüringen, die Politik erwacht, Ende Oktober soll der Landtag neu gewählt werden. Landtagsabgeordneter soll ein sehr lukratives Geschäft sein und so verwundert es nicht, dass sich plötzlich viele Menschen, genannt oder sich Politiker nennend, schier nach den Mandaten drängeln.

Seit mehreren Wochen sind sämtliche Laternenmasten, Verkehrszeichen, viele Gartenzäune mit Plakaten lustig oder staatsmännisch blickender Menschen geschmückt, an vielbefahrenen Straßen sehen wir große Plakatwände der Parteien mit Parolen, die griffig sein sollen und von denen jeder weiss, dass nichts von dem, was dort steht, wirklich ernst gemeint ist.

Auf jeden Fall sieht das alles sehr lustig aus, Bodo Ramelow neben dem FDP-Chef, Höcke neben der LINKE-Kandidatin und alle versuchen sich zu überbieten.

Zuerst hatte die MLPD plakatiert, „Gleiche Rechte für Asylanten“, von gleichen Pflichten dagegen findet sich nichts. Sie fordern „Freiheit für Kurdistan und Palästina“ und stellen damit unausgesprochen das Existenzrecht von Israel in Frage. „Für das Verbot faschistischer Organisationen“ muss man sein, nur welche sind das in Deutschland außer vielleicht kleinen Splittergruppen?

Die LINKE plakatiert „Wir sind für Wirtschaft, Klimaschutz und Freizeit“ – zumindest theoretisch die Quadratur des Kreises. Jeder weiss, daraus wird sowieso nichts.

Von den Plakaten der SPD ist mir lediglich ein krampfhaft staatsmännisch blickender Tiefensee in Erinnerung.

Ins Auge springen die gelben Plakate der FDP, die aber so überfrachtet sind, dass ich im Vorbeifahren keine Chance habe die Botschaft zu lesen, fällt also weg.

Die CDU kam spät aus den Startlöchern, sie wirbt überwiegend mit Mike Mohring als Person, ob das reicht ist offen.

In den letzten Tagen kam die AfD dazu, ich ertappe mich dabei, dass ich ’schamvoll‘ über die blau gehaltenen Plakate hinwegsehe, mir ist kein einziger Slogan in Erinnerung geblieben.

Das rechte politische Schmuddelkind, die NPD, ist auch erst vor wenigen Tagen an den Laternenmasten aufgetaucht, ich kann mir vorstellen, dass einige ihrer Parolen vor allem bei sozial schlechter gestellten Menschen gut verfangen.

Vergessen habe ich die GRÜNEN, die bürsten mir mit ihrer städtischen Klimahysterie so gegen den Strich, dass ich mich mit denen überhaupt nicht befassen will.

In kleinen Orten habe ich das Gefühl, dass dort mehr Politiker an den Straßenlaternen baumeln, als es Einwohner gibt. Aber macht ja nichts, bezahlt ja alles der dämliche Steuerzahler.

Lustige, meist glänzende Plakate also, bunt, schreiend bunt, die Straßen sehen schlichtweg albern aus. Und abends, da sind ’se plötzlich weg, im Dunklen, da erkennt man nichts mehr.

Heute Nacht hat es geregnet, nicht sehr schlimm, aber doch einige Zeit.

Und am Morgen hängen unsere Politiker mehr oder weniger kraftlos an ihren Laternenmasten, zum Teil haben sich die Plakatrückwände gewellt, sie sind zusammengerutscht, noch notdürftig von den Kabelbindern aus weißer Plastik gehalten. Sie sehen heute alles andere als lustig aus, unsere Politiker, da so an ihren Masten, Pfählen und Zäunen und vor allem: allein schon durch ein bißchen Regenwasser ist der Glanz weg.

Gegen mittag sehe ich unter zwei zusammengerutschten Plakaten: oben Ramelow, darunter Tiefensee ein drittes, neues, noch glänzendes Plakat. Es ist die Werbung für die Vorstellung eines Marionettentheaters für Kinder, welches in wenigen Tagen in unserer Gegend gastieren wird.

Mal sehen, was die Menschen mehr anzieht.

Svenja und die Plastiktüte…

Deutschland hat ein Problem, ein großes Problem, ein schier riesengrosses Problem, manchmal auch etwas kleiner, mal durchsichtig, mal farbig gefärbt oder bedruckt, mal mit mal ohne Geschmack, mit und ohne Noppen, Deutschland hat die Plastiktüte.

Und, Deutschland hat vor allem Svenja Schulze.

Svenja Schulze ist „Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit“, nachdem sie nach der ‚Regelstudienzeit‘ von 8 Jahren in Germanistik und Politikwissenschaften, 1996 die Ausbildung mit dem Magister abschloss.

Daran leget sie eine lupenreine ‚PolitikerInnen-Karriere‘ hin, bevor ein gütiges Schicksal sie auf den Stuhl der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit wuppte.

Seitdem fallen mehrere Dinge an ihr auf:

  • ihre stakatoartige Sprache, wenn sie glaubt das dumme Volk von ihrer Sicht der Dinge überzeugen zu müssen, wobei es Sachkenntnis im von ihr ‚geleiteten‘ Ministerium nicht sein kann, die hat sie – entsprechend ihrer Vita – nicht;
  • ihr dauerhaftes Grinsen in jede ihr vor die Nase gehaltene Kamera;
  • und der inflationäre Gebrauch des Wortes „Verbot“;

Svenja, eine deutsche Politikerin von echtem Schrot und Korn, sicher in der Haltung, klar in der Gesinnung, nicht beeinträchtigt durch Sachkenntnis nimmt den ihr zugeflogenen Job sehr ernst.

Zielsicher hat sie das Hauptproblem ihres Verantwortungsbereiches erkannt, benannt und sofort packt sie es tatkräftig an.

Zuvorderst hatte sie sich am Plastiktrinkröhrchen erfolgreich abgearbeitet, hatte von günstigeren Alternativen schwadroniert, ohne auch nur einen einzigen Beweis dafür zu erbringen, welcher Ersatz tatsächlich ökologisch sinnvoll wäre.

Jetzt hat sie den eigentlichen Übeltäter erkannt, die simple Plastiktüte.

Ich gestehe, ich habe seit Jahren keine Plastiktüte mehr gekauft, trägt man sie mir im Geschäft an, verzichte ich, da ich meist eine oder mehrere textile Taschen im Auto habe. Das Auto spielt in meinem Einkaufsgebaren sowieso die zentrale Rolle, wohne ich doch auf dem flachen Land und da ist ein Einkauf ohne Fahrzeug schier unmöglich.

Es gibt nur eine Konstellation, bei der ich mangels Alternative nicht um die dünne Plastiktüte herumkomme, die Abteilung für Obst und Gemüse. Hier lässt mir der Händler keine Wahl, gäbe es doch ein Gezeter, wenn ich an der Kasse jede Zwiebel einzeln aufs Band legen würde.

Jeden Tag bin ich – aus gesundheitlichen Gründen so – um die 10 bis 25 Kilometer mit dem Fahrrad unterwegs. In den letzten Monaten habe ich an den diversen Strecken nicht eine einzige Plastiktüte in der Botanik herumliegen sehen.

Bis gestern, da flog aus einem VW Tiguan unmittelbar vor mir eine Tüte mit Abfall in den Straßengraben. Dem Abfall ausweichend konnte ich noch einen Blick auf das Nummernschild richten – es begann mit GÖ, wie Göttingen, also durchaus urbane, gebildete Hipsterwelt. Den Rest konnte ich nicht mehr sehen, musste ich doch mit dem Vorderrad einer angebissenen Semmel ausweichen.

Svenja hat nun beschlossen ein Gesetz einzubringen, welches die Plastiktüte in toto verbietet. Glückliche Ministerin, deren Tätigkeitsbereich kein größeres ‚Problem‘ als die Plastiktüte umfasst.

Trotzdem bleiben Fragen offen, etwa was wird mit anderen Tüten?

Kondome?

Allein in 2000 wurden in Deutschland 207 Millionen Kondome abgesetzt. Nimmt man die Umverpackung dazu, eine Bombe von enormer ökologischer Brisanz.

Was wird damit? Nicht selten sehe ich im Wald, an Autobahn-Rastplätzen, auf städtischen Kinderspielplätzen und anderen Gelegenheiten Kondome herumliegen. Typischerweise nie in der Packung, sondern davon befreit. Da die Dinger sich spontan nicht recyclen, wäre es wohl Aufgabe und Pflicht der Ministerin sich darum zu kümmern?! Oder sie sorgt für ökologisch inerte Alternativen?

Da wäre das klassische Kondom aus Schafsdarm, hier sollten die Tierschützer entscheidend dazwischen funken. Latex und Gummi scheiden aus. Papier- und Holz-Varianten sind wohl nicht praktikabel, Bambus dürfte zu steif sein. Edelstahl und Glas, wie beim Schulze-Trinkhalm, dürften sich als ungeeignet erweisen.

Also, auch hier bleibt unserer Svenja nichts anderes als das Verbot – ich bin sicher, sie wird es ins Auge fassen.

Die anderen Industrienationen beschäftigen sich derzeit mit solch banalen Dingen wie dem technologischen Fortschritt dieser Welt.

Gut, dass wir die Svenja haben, ihres Zeichens Magister für Politikwissenschaften und Ministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, sie bewahrt uns statt dessen vor einem schlimmen Schicksal, dem Ertrinken in Plastetüten, Trinkhalmen und vielleicht sogar Kondomen.

Das Klima und ich …

Meine letzten Beiträge zur Klimahysterie haben mir zu Erkenntnissen, die mir sonst wahrscheinlich verschlossen geblieben wären, verholfen.

Auf den verschiedenen Kanälen erreichten mich Rückmeldungen, auch aus meinem unmittelbaren persönlichen Umfeld, nicht eine Einzige war positiv.

Eigentlich müsste ich jetzt in mich gehen, mich fruchtbar schämen und Abbitte tun, ich kann es nicht.

Nur so eine kleine Auswahl: „Glauben Sie denn, Sie wären klüger als die Klimaforscher“, nein, bin ich nicht, aber auch nicht dümmer. „Noch so ein Klimaleugner“, natürlich gibt es ein Klima und natürlich gab und gibt es laufend Veränderungen. „Du wirst schon sehen, wenn das Wasser in deinem Garten steht“, ja, wenn es dazu kommen sollte, wird man sehen, was dann zu tun ist.

Den rhetorischen Gipfel mit der Zuordnung als „rechte Drecksau“, will ich nur erwähnen, nicht kommentieren.

Aber und trotzdem nochmals:

Ja, das Klima unterliegt einem permanenten Wandel. Niemand weiss definitiv, in welche Richtung es derzeit geht. Die, die sich als Klimaspezialisten sehen, arbeiten mit Modellen und Vermutungen, empirisch belegt ist NICHTS davon.

Unumgänglich finde ich es die Umwelt zu schonen, dies ist alternativlos.

Sinnvoll ist es sich auf die möglichen Klimaveränderungen einzustellen, um von den Auswirkungen nicht irgendwann überrascht zu werden.

Unverantwortlich finde ich es zu verlangen, dass alle gesellschaftlichen Ressourcen auf einen großen Haufen geworfen werden um sie auf dem Greta-Altar im Kampf gegen Windmühlenflügel geordnet nach Lobbyinteressen zu verpulfern.

Wer gibt den Greta-Jüngern das Recht dies zu fordern?

Tagtäglich sterben heute viele Menschen an Unter- oder Mangelernährung, an Krankheiten, die beherrschbar wären, wenn Geld zur Verfügung stände. Sie sterben oder erleiden dauerhafte Schäden, weil sie keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, in Kriegen, in denen es ausschließlich um den Zugang zu Ressourcen für Industriestaaten geht. Es wird geschätzt, dass weltweit ca. 250 Millionen Kinder keinen Zugang selbst zu basaler Schulbildung haben und und und.

Dies sind die Problem, die es heute zu lösen gilt.

Ich weigere mich diese Menschen sehenden Auges auf dem Wohlstandsaltar unserer Klimahysteriker zu opfern.

Wen das Klima heute in Panik versetzt, dem kann allein der Therapeut helfen.

Die Klimahysterie der Reichen dieser Welt nenne ich egoistisch, unethisch, unmoralisch.

Und selbst, wenn irgendwann das Wasser in meinem Garten stehen sollte – ich werde mich daran nicht beteiligen, dann ziehe ich eben um. Aber ich bin sicher, es wird dazu nicht kommen.