Es wird Zeit das Alkohol und Drogen aus dem Katalog relativierender Faktoren bei Gesetzesverstößen getilgt werden.
Kein Mensch gibt mir Nachlass, wenn ich meine falsche Steuererklärung im Suff oder bekifft unterschreibe.

Es wird Zeit das Alkohol und Drogen aus dem Katalog relativierender Faktoren bei Gesetzesverstößen getilgt werden.
Kein Mensch gibt mir Nachlass, wenn ich meine falsche Steuererklärung im Suff oder bekifft unterschreibe.

Bei einem Besuch in Rüdesheim am Rhein kann man durchaus Kontakt mit einer KaffeeSpezialität bekommen, gemeinhin als „Rüdesheimer Kaffee“ oder auch als Pharisäer bezeichnet. Der Pharisäer wird in einer hohen schlanken Tasse gereicht, wobei neben Kaffee, Sahne vor allem 4cl hochprozentiger Alkohol obligat sind. In Rüdesheim reicht man dazu typischerweise Asbach Uralt, viele von uns Älteren kennen noch die Werbung mit „dem Geist des Weines“.
Der Pharisäer wird nicht umgerührt, sondern die Flüssigkeit wird genüsslich durch die Sahne geschlürft. Wer des Alkohols etwas entwöhnt ist, sei gewarnt, irgendetwas scheint im Pharisäer die Wirkung zu potenzieren, vor allem dann, wenn man das Gebräu im warmen Cafè geniesst und später wieder hinaus in die kalte Rheinluft muss.
Nun haben Pharisäer nicht nur etwas mit Alkohol, sondern auch mit Religionen zu tun.
Im antiken Judentum standen die Pharisäer für eine theologische und religiöse Schule, nach der Zerstörung des zweiten jüdischen Tempels werden sie als treibende Kraft des rabbinischen Judentums gesehen, also unbedingt eine historische Größe.
Das Christentum wäre nicht das Christentum, wenn man nicht auch hier ein Haar in die „üble jüdische Suppe“ geschmuggelt hätte, kritisiert doch das Neue Testament die Pharisäer als Selbstgerechte und Heuchler.
Diese Geschichtsklitterei hängt dem Begriff des Pharisäers immer noch an.
Der Pharisäer steht heute umgangssprachlich für Positionen, die in kleinlicher Weise Kritik üben und dabei den größeren Zusammenhang – tunlichst – vernachlässigen
Und schon sind wir beim Thema, bei den Pharisäern in der Politik.
Der Staat Israel, seit 70 Jahren bedroht und angegriffen von den Arabischen Nachbarn ist aktuell wieder einmal Zielscheibe des internationalen und nationalen Pharisäertums.
Seit einigen Tagen gibt es erneut Auseinandersetzungen mit bewaffneten Araberkräften im Gaza, die zugegebenermassen von beiden Seiten nicht mit Glacèhandschuhen geführt werden.
Seit 70 Jahren ist es das öffentlich erklärte Ziel der arabischen Anrainer den Staat Israel auszulöschen und „die Juden ins Meer zu treiben“. Dazu war der quantitativ absolut überlegenen Macht der Araber bisher jedes Mittel recht. Der Staat Israel wehrt sich dagegen, mit allem Recht der Welt und mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln.
Wohlgemerkt mit Ausnahme des Einsatzes nuklearer Waffen, die nach übereinstimmender internationaler Meinung den Israelis zur Verfügung stehen. Warum sollte dieses kleine hochintelligente und immens fleißige Völkchen in Anbetracht der permanenten existentiellen Bedrohung auf die Entwicklung auch verzichtet haben? Es wäre intellektueller Suizid gewesen.
Soweit zum Zusammenhang.
Jetzt kommt der „kleinliche Teil“, das Pharisäerhafte der Geschichte.
Vor einigen Tagen hat das Europäische Gericht festgelegt, dass israelische Waren aus den „besetzten Gebieten“ beim Verkauf in die EU extra gekennzeichnet werden müssen. Wissen die Verantwortlichen eigentlich, wie viele arabische Israelis und Wanderarbeiter aus den angrenzenden arabischen Gebieten damit das Brot für sich und ihre Familien verdienen? Aber was ist schon Hunger gegen Ideologie? Und letztendlich ist es die verdeckte Aufforderung: ‚Kauft nicht bei Juden!‘ Hatten wir schonmal, wie es ausging, wissen wir alle.
Auf Grund der Mehrheit traditionell israelfeindlicher Staaten in der UN wird Israel seit Jahrzehnten regelhaft bei jedem Konflikt mit den Arabern als Aggressor gebrandmarkt und mit Resolutionen belegt.
Und immer vorn dran Deutschland:

Übrigens, BILD war m.W. die einzige deutsche Zeitung die darüber berichtete, zumindest habe ich andernorts nichts gefunden.
Wer kann mir erklären, worin die Dialektik besteht:
Jeder besoffene schon länger hier Lebende, der eine antisemitische Äußerung heraus stammelt, ist einer Sondersendung wert. Wenn in Berlin und anderswo noch nicht so lange hier Lebende ihren Hass gegen Israel öffentlich herausschreien, Fahnen und jüdische Symbole verbrennen und zerstören, relativieren die gleichen Leute „bis zum geht nicht mehr“, sofern überhaupt darüber berichtet wird. Wenn Deutschland seiner Abneigung gegen Israel bei UN-Abstimmungen breiten Raum gibt, wird so gut wie nicht darüber berichtet. Ich hoffe, dass es wenigstens Scham ist, welche die deutschen Medien dazu schweigen lässt?
Pharisäer eben, fast möchte man sich wünschen, dass es nur der Alkohol im Pharisäer-Kaffee ist, der die Verantwortlichen so ungeniert doppelzüngig sein lässt. Wahrscheinlich haben sie den Kaffee zu ausgiebig durch die Sahne geschlürft?
Politiker und ihre treuen Vasallen in den Medien werden nicht müde darauf zu verweisen, dass in unserem Land doch jeder sagen kann, was er will. Und dann mit süffisantem Blick die Ergänzung, wer dies tue, müsse dann eben auch Widerspruch aushalten.
Das ist so richtig.
Hierzulande kann jeder seine Meinung sagen, am besten wiederholt er das, was in der Zeitung steht oder Klaus Kleber abendlich vorbetet. Dann macht er in den Augen der unsichtbaren Zensur keinen Fehler. Gönnt er sich eine eigene Meinung, muss/kann/darf er mit Widerspruch rechnen.
Bis dahin besteht Einvernehmen. Das mag – mit Einschränkungen – das Wesen eines demokratischen Diskurses sein.
Problematisch wird es dann, wenn eine Seite „par Ordre du mufti“ die eigene Meinung zur alleinigen Wahrheit erklärt und kritische Stimmen mit einem „glaubensmäßigen Bann“ belegt, der letztendlich zu sozialer Ausgrenzung führen kann und neuerdings in nicht seltenen Fällen auch führt.
Genau dies kenne ich als im Osten sozialisierter Mensch de facto schon seit Kindheit.
Selbst wenn es heute niemand mehr hören will:
Auch in der DDR konnte man als Bürger alles sagen, niemand wurde wegen einer abweichenden Meinung öffentlich füsiliert, die Guillotine wurde nicht entmottet, nur weil jemand einen Honecker- oder gar einen Russenwitz erzählte. Niemand wurde mit Hilfe von kräftigen Brauereipferden „gevierteilt“, niemand wurde auf’s Rad gebunden oder gar öffentlich verbrannt.
Der Gasthof hiess schon seit Jahrzehnten „Zum Mohren“, es gab drin das „Zigeunerschnitzel“ und zum Nachtisch, so es die Hüfte vertrug, den „Mohrenkopf“.
Wenn sich jemand über die „Schule der sozialistischen Arbeit“ oder das „Parteilehrjahr“ lustig machte, erntete er schlimmstenfalls den erhobenen Zeigefinger, da sowieso alle wussten, was davon zu halten war.
In meiner Kindheit hatte fast jeder Haushalt mindestens eine Zeitung abonniert.
Das „Neue Deutschland“, das „Zentralorgan der SED“ um seine Haltung zu demonstrieren und eine Lokalzeitung „für die wichtigen Dinge“, Anzeigen von Geburt bis Tod, Kinoprogramm, das Fernsehprogramm DDR I und II fand man verlässlich immer am gleichen Platz und viele Jahre auch die tägliche Fortsetzungsfolge eines Romans, auf die man täglich fieberte.
Viel wird im Nachhinein über Zwang bei der Zeitungslektüre berichtet, alles Quark, ich hatte, selbst in verantwortlicher Position nie das „Neue Deutschland“ abonniert, es hat mir in keinem Fall geschadet.
Zu OstZeiten wusste man lange Jahre wie man Widerspruch kanalisierte, man liess die Leute reden was sie wollten, solange sie nicht öffentlich das System in Frage stellten. Taten sie das wurde es wirklich haarig, Vera Lengsfeld, die ich jetzt(!) sehr schätze oder auch Roland Jahn können davon nicht ein, sondern viele Lieder singen.
Interessant, Vera Lengsfeld ist heute wieder ‚persona non grata‘, sie erhebt nach wie vor unbeirrt ihre Stimme, während Roland Jahn die Kurve, man möchte fast sagen, geschmeidig genommen hat. Die sozialen Auswirkungen kann jeder sehen, Vera Lengsfeld muss auf ihrem Blog https://vera-lengsfeld.de/ um Spenden bitten, Roland Jahn hat es im Staatsdienst ‚gepackt‘.
Um es auf den Punkt zu bringen: Wer sich in Deutschlands sozialistischem Osten an die ‚Spielregeln‘ hielt, der wurde in Ruhe gelassen. Wenn er noch dazu Leistung brachte und sich somit für die ’sozialistische Gemeinschaft‘ als „wertvoll“ erwies, hatte mehr oder weniger sogar Narrenfreiheit.
Natürlich war es nicht unbedingt karrierefördernd gegen den sozialistischen Wind zu pinkeln, natürlich landete dieser und jener Spritzer auf der Hose, selbst hatte ich zumindest einmal „klitschnasse Füsse“, aber mit Leistung konnte man sich immer wieder an den eigenen Haaren „aus dem Sumpf ziehen“.
Es gab nur eine einzige streng definierte ‚Rote Linie‘, und die bestand darin das System an sich in Frage zu stellen. ‚Dann pfiff der Fuchs‘ und das mit aller Konsequenz bis hin zur sozialen Vernichtung oder Ausbürgerung der dann ganz schnell als ‚Feinde des Staates‘ klassifizierten Menschen.
Ich muss gestehen, als junger Mensch fand ich das System so in Ordnung, hatte ich doch schon als Kind gelernt, dass gegen den Wind zu pinkeln wenig Sinn macht. Allerdings war es sehr einfach festzustellen, woher der Wind wehte.
Die Frontlinien waren mehr oder minder klar, d.h. so richtige Frontlinien gab es nicht. Einerseits hatten wir Staat und Partei oder besser Partei und Staat, die Partei als selbsternannter „Kopf „und der Staat als „ausführendes Organ“. Auf der anderen Seite eine Hand voll Dissidenten, die vor 1989 nie eine sozial nennenswerte Größe erreichten. Dazwischen die Millionen von Mitläufern, die sich genau wie heute „keine Platte machten“ und darauf bedacht waren sich so gut es ging und stressfrei in dem System einzurichten. Diese Millionen sind die, die sich regelhaft dort einfinden, wo sie glauben am meisten profitieren zu können. Ihnen geht es eigentlich – verständlicherweise – um nichts anderes als die eigene Absicherung, unabhängig von jeder Ideologie.
Die Metapher – ’nicht gegen den Wind zu pinkeln‘ – einzuhalten fällt heute ungleich schwerer, „weht doch der Wind schier ununterbrochen aus ständig wechselnden Richtungen“. Und wer kann sich schon beim Pinkeln immerzu im Kreis drehen ohne sich selbst zu bekleckern?
Das System als solches in Frage zu stellen ist keine ‚Rote Linie‘ mehr, im Gegenteil das System, der Staat, die Politiker hofieren und finanzieren sogar die, die es tun. In meinen Augen die Aufforderung zum kollektiven sozialen Suizid.
Das kapitalistische System mag einem gefallen oder nicht, es ist auf jeden Fall ständig zu hinterfragen, eine grundlegende Abkehr davon macht aber nur dann Sinn, wenn man eine bessere und vor allem umsetzbare Alternative hat. Gorbatschows ‚Perestroika‘ hat gezeigt, dass kopflose Veränderungen mit einer vernichtenden Niederlage der Akteure enden.
Ein viel größeres Sakrileg ist es heute die – wie auch immer zu Stande gekommene – ‚Mehrheitsmeinung‘ zu hinterfragen.
Seit einigen Tagen ist es in deutschsprachigen Medien praktisch unmöglich in den Kommentarbereichen Beiträge zu posten, die das Dogma vom „menschengemachten Klimawandel“ in Frage stellen. Man kann Kreide fressen, sich jedes Wort überlegen, der Beitrag wird mit traumwandlerischer Sicherheit zensiert.
Selbst versucht habe ich es bei WELT online, focus.de, spiegel.de, Standard.at und selbst der sonst nicht kleinliche Blick.ch liess mich ‚eiskalt abtropfen‘.
Wieso denke ich in dem Zusammenhang immer an ART. 5 GG : „Eine Zensur findet nicht statt.“
Der einzige Lichtblick bleibt neben der „Achse“ und „Tichyseinblick“ die gute alte NZZ:

Euch allen einen ruhigen Freitagabend, vielleicht haben die Kumpels vom ZDF ein Einsehen und schicken uns zum ‚heute journal‘ um 22.00 Uhr den ‚Fachschwätzer für betreutes Denken‘, Klaus Kleber?
Mehrfach schon habe ich das Heiligtum von Oma Anna selig erwähnt, ihre große alte Reisetruhe.
In dieser Truhe befand sich, in einem kleinen Nebenfach, ihr einziges Schmuckstück, welches sie über Jahrzehnte bewahrte und das lediglich einmal pro Woche ans Tageslicht durfte, nämlich dann, wenn sie sich zum Kirchgang rüstete.
So wie Oma Anna es hütete, ich durfte es nicht einmal anfassen, ging ich davon aus, dass es sehr wertvoll sein müsse.
Das Ding glänzte und wenn man es ins Licht hielt blinkte es sogar leicht.
Oben befand sich ein runder Bügelverschluss aus glänzendem Metall, eine Kette aus ebensolchem Material und an den Bügel anschließend ein Beutel aus einem weissen, fast durchsichtigen Textil.
Richtig, es war die kleine Handtasche, das einzige Schmuckstück von Oma Anna selig. Als Kind dachte ich, dass das Metall wertvoll sein müsse, „bestimmt ist es Silber“ raunte es in meinem Kopf, später wusste ich, dass es nicht wertvoll war, da lediglich aus ‚Neusilber‘ oder auch Alpaka, eine einfache Legierung aus Nickel, Kupfer und Zink.
Trotzdem wachte Oma Anna über ihr Schmuckstück geradezu eifersüchtig.
Handtaschen spielten damals im Outfit bei ‚festlichen Angelegenheiten‘ eine große Rolle, sie waren Schmuck, Statussymbol, zuweilen sogar Geldanlage, ein Gebrauchsgegenstand waren sie eher im Alltag, dann in einer einfacheren Form, etwa der der Einkaufstasche.
„Ein Leben ohne Handtasche ist schwer vorstellbar, ist sie doch so etwas wie der tragbare Hausstand der Frau. “
Ich wollte, die Formulierung wäre von mir, leider ist sie es nicht, ich habe sie im Zusammenhang mit dem Buch „Handtaschen“ von Anna Johnson gelesen.
Erstaunlich wie wenig in der Regel der Inhalt einer Handtasche mit dem sonstigen „Ordnungssinn“ seiner Trägerin korrespondiert, ich zumindest habe noch nie eine aufgeräumte und auf das Notwendigste reduzierte weibliche Handtasche gesehen.
Möglicherweise ist dies auch der Grund dafür, dass der Zenit der Handtasche derzeit überschritten scheint – das Volumen ist immer zu gering.
Früher war es ein textiles Taschentüchlein, ein kleiner Flacon für eine Parfümprobe, ambulant anzuwenden, eventuell kam noch das Riechfläschen mit Salmiak dazu und die Tasche war komplett gefüllt. Geld trug die Dame von Stand nicht mit sich herum, sie war prinzipiell immer eingeladen. Ob Oma Anna selig, eine einfache Landarbeiterin, jemals eingeladen war, ist mir nicht überliefert.
Heute beobachte ich zunehmend Damen, selbst im feinen Zwirn, die statt mit repräsentativen und eleganten Handtaschen mit Rucksäcken ausstaffiert sind. Wobei der Begriff ‚Rucksack‘ für diese High-tech-Geräte eine formidable Untertreibung ist. Und das Volumen erst … elegant allerdings sind sie nicht.
Ein Blick hinein verrät zudem, Rucksäcke sind heute komplette Survival Packs statt weibliches Accessoire und das Volumen erst? Nach ein paar Wochen ist es wieder zu klein.
So ändern sie sich eben, die Zeiten.
Anton Hofreiter heute morgen bei Weltonline.

Ich möchte mich ja nicht blamieren, obwohl, manchmal zweifle ich bei unserer aktuellen Politik schon an meinem Verstand. Aber vielleicht sieht noch jemand gewisse Ähnlichkeiten zwischen Anton Hofreiter und Otto Waalkes? Auf jeden Fall, beide sind begnadete Komiker vor dem Herrn.
Hier der Vergleich:
http://www.oh-so-famous.de/stars/gallery/otto-waalkes-wird-70-vom-ostfriesenjungen-zum-komiker

Euch allen einen schönen Tag.
Jahrtausende sind über die Menschheit hinweggegangen, die Menschen lebten in Höhlen, Hütten und Palästen. Die Urgesellschaften, die Antike, das Mittelalter, die Neuzeit, Sozialismus, Kapitalismus, die Sklaverei, Leibeigenschaft und Demokratie nichts hat der menschlichen Gemeinschaft das Lebenslicht ausgeblasen.
Kriege wurden geführt, heisse und kalte, Menschen wurden zu Millionen durch Menschen umgebracht, man hieb sich den Morgenstern um die Ohren, zündete Atombomben und legte ganze Länder in Schutt und Asche.
Naturkatastrophen und verhehrenden Epidemien ist die Menschheit über Jahrtausende nahezu schutzlos ausgeliefert gewesen, sie hat überlebt.
Kultur, Technik und Lebensart haben sich permanent entwickelt, wir Menschen können in den Weltraum fliegen, beherrschen die meisten Epidemien, wir können erdbebensichere Häuser bauen und zumindest teilweise Naturgewalten zähmen.
Die Lebenserwartung der Menschen hat sich vervielfacht, und starben die Menschen früher bei der Geburt, durch Traumata oder nicht beherrschbare Infektionen, erliegen sie heute vielfach Erkrankungen, die wesentlich durch unseren obskuren Lebensstil bestimmt werden.
Fast immer haben wir Menschen vernünftige und praktikable Antworten auf die Herausforderungen der Natur und der gesellschaftlichen Auswüchse gefunden, seit Jahrtausenden haben wir bewiesen, wie flexibel wir sein können und dass wir verlässlich in unterschiedlichen Bedrohungssituationen zu Hochform laufen können.
Wichtig dabei ist, dass wir in unseren Entscheidungen klar und rational bleiben, versagt hat die Menschheit oft, wenn sie sich von Panik, Irrationalität oder der Angst vor einer vorausgesagten Apokalypse hat leiten lassen. Vermutungen, Haltungen und Glauben haben dabei nie Fakten ersetzen können, im Gegenteil.
Die Menschheit hat einen hohen Entwicklungsstand erreicht, die Wissenschaft verzeichnet in einer schier unglaublichen Geschwindigkeit atemberaubende Zuwächse in der Erkenntnis. Die materiellen Voraussetzungen um auf Bedrohung zu reagieren waren noch nie so gut wie heute.
Wir könnten uns also getrost auf unsere Fähigkeiten, Fertigkeiten und materiellen Ressourcen verlassen, wenn wir in die Zukunft sehen. Noch nie waren wir in toto so potent wie heute.
Trotzdem laufen große Teile der Gesellschaft plötzlich wieder Apologeten hinterher, die in weniger als einem Menschenalter den Untergang der Menschheit apostrophieren, sofern man ihren Ideen nicht widerspruchslos folgen sollte. Das unwiderruflich finale Armageddon wird vorausgesagt. Differente Meinungen werden nicht mehr intellektuell widerlegt, sondern mit dem Bann des Sakrilegs belegt. So wird sich die Menschheit auf Dauer nicht behaupten können.
Gemeinsamkeit ist angesagt, ist essentiell, jede Form von Spaltung wird mit großer Sicherheit in die Katastrophe führen. Warum genau sollten wir den anstehenden Klimaveränderungen nicht gewachsen sein? Ich kann keinen Grund erkennen.
Allerdings weiss ich aber auch, dass gegen Glauben und Haltungen, rationale Argumente schier machtlos sind. So sind wir, wir Menschen.
Auf der Strasse begegnet mir – gefühlt – jeder zweite Mensch mit einem kleinen Kästchen in der Hand, auf welches der Blick fest gerichtet ist. Nicht selten klemmen noch ein oder zwei Stöpsel im Ohr, mit und ohne Kabel zu dem kleinen Kästchen.
Wäre jemand vor 30 Jahren so auf der Strasse herumgelaufen, hätte auf ein kleines graues Kästchen eingeschlagen und dabei laufend vor sich hin gestammelt, gestikuliert oder gesummt, der Weg in die ‚Geschlossene‘ wäre alternativlos gewesen.
Das Zusammenleben ändert sich eben laufend.
Aber das ist nicht das Thema.
Grundlegende Veränderungen machen naturgemäß auch vor einer Klinik nicht halt.
Früh, kurz nach 7.00 Uhr im Foyer, die Wege, Erscheinungsbilder und Verhaltensweisen der dort aufschlagenden Menschen sind sehr individuell.
Der größte Sog besteht in Richtung der ‚Raucherinsel‘, eine Art sozial geächteter Verbannungsort, an die 50 Meter abseits vom Gebäude. Man meint dorthin einen fest ausgetretenen Trampelpfad vom Aufzug oder dem Treppenhaus zu sehen. Die meisten Gestalten wirken beim Hinausgehen unverstellt mißmutig, erkennbar noch ohne Morgentoilette, in einer Hand den Kaffeebecher mit Automatenkaffee, in der anderen Hand in der Regel eine einzelne Zigarette und das obligatorische Feuerzeug. Wozu brauchen sie ein Feuerzeug, die Raucherinsel ist sowieso de facto rund um die Uhr besetzt und so könnte sich jeder Raucher beim Anderen Feuer geben lassen? So war es jedenfalls in unserer Jugend. Zugegeben, ich weiss nicht, ob man sich heute noch gegenseitig Feuer gibt?
Als pathologischer Nichtraucher hoffe ich bei Jedem mit EINER Zigarette in der Hand, er oder sie hätte sich gerade heute entschieden das Rauchen endgültig aufzugeben, ein Trugschluss, die Schachtel lauert in der Hosen- oder der Hemdtasche (Männer), sie tragen dort mehr oder weniger vorteilhaft auf, und im Rucksack (Frauen). Alternativ kommt bei den Damen auch die Gürteltasche in Frage, erstaunlicherweise meist bei denen, die sie ob ihrer körperlichen Dimensionen und deren wenig gelungene Verteilung eher meiden sollten.
Nach einigen Minuten kommen sie zurück, die Meisten auffällig verändert, dynamischer laufend, fast immer in Unterhaltung mit Anderen (Rauchern), den Kaffeebecher haben sie draußen ‚irgendwo‘ entsorgt, ich will es garnicht wissen wo und die angefangene Zigarettenpackung tragen sie jetzt ungeniert in der Hand.
Die zweite Gruppe sind die „Stillen“, ihr Weg trennt sich im Foyer ganz schnell von dem der Raucher. Wie an einer unsichtbaren Perlenschnur ausgerichtet, zieht es sie zu einem Raum gleich neben der Rezeption, dort sind die Postfächer. Sie sind ganz selten beim Reden, trotten still vor sich hin, holen aus ihrem Fach den Therapieplan des Tages und ich bin mir sicher, sie werden ihn still, demütig und in allen Punkten diszipliniert abarbeiten. Auch den Rest des Tages werden sie still absolvieren, nicht weiter auffallen und sie vermeiden jegliches Aufsehen um ihre Person. Das Schritttempo wird bis zum Abend gleich bleiben und sie lieben die Nähe schutzvermittelnder Wände und Ecken, sodass man sie meist dort vorfindet.
Die dritte Gruppe sind die „Eifrigen“, geschmeidig, geschniegelt und gebügelt, schon am frühen Morgen ‚overdressed‘, meist haben sie Hefter und Taschen mit ihren ärztlichen Unterlagen unmittelbar ‚am Mann‘, man könnte es ja selbst vor dem Frühstück schon brauchen, was absolut unwahrscheinlich ist. Typischerweise hätten sie auch alle Daten im Kopf, könnten sie mühelos rapportieren, was sie auch sofort tun, sofern es jemand wissen will. Meist ist das Ziel der Ergüsse nicht der Behandler, sondern Mitpatienten aus der Gruppe der „Stillen“. In der Regel steuern sie – mit gewichtiger Mimik – auf die Rezeption zu, initial ohne konkretes Anliegen, aber sie finden immer rechtzeitig einen Behuf, um sich die eigene Wichtigkeit immer wieder zuzuschreiben, selbst wenn es nur der Kauf einer ‚Waschmarke‘ mit einem großen Auftritt ist. Das Schrittmass der „Eifrigen“ unterliegt starken Schwankungen. So sie Kompetenz vermitteln wollen, zügig, raumgreifend, zielsicher. Wenn es darum geht Empathie einzufordern, unsicher, kleinschrittig, scheinbar an externen Dingen Sicherheit suchend und stets darauf bedacht auch so wahrgenommen zu werden.
Es ist interessant die Menschen am frühen Morgen im Foyer einer Klinik zu beobachten, am Abend sind dann sowieso fast alle gleich.
PS: Ich mag die Stillen am liebsten, sie stören mich am wenigsten beim Umgang mit meinen eigenen Marotten.
… die alten Neidhammel.

Jeden Tag schwinge ich mich auf mein – eigenes – Fahrrad und fahre – weitgehend – mit Muskelkraft so um die 30 – 50 Kilometer. Danach bin ich in der Regel platt und genau dann käme der Massagesessel ins Spiel.
Also erst der aktive Part, dann das Passive. Einen aktiven Teil können Beamte während der Arbeitszeit naturgemäß nicht, nur virtuell oder eventuell beim eSport leisten. Alles andere, verbunden mit aktiver Bewegung, wäre schließlich wider die Natur eines Beamten.
Vielleicht könnte die vorbildlich besorgte Ministerin die tägliche Massagezeit zu Lasten des dämlichen Steuerzahlers auf das Doppelte verlängern?
Für die, die des Deutschen nicht so ganz mächtig sind, steht ‚flutschen‘ hier nicht für „gleiten“, etwa „die glitschige Forelle flutscht mir aus der Hand“, obwohl, wer fasst heute schon noch eine frische oder gar lebende Forelle an? Also, vielleicht besser, „die glitschige Seife flutscht mir aus der Hand“, obwohl, wer arbeitet im Zeitalter tausender Lotiones noch mit simpler Seife? Es sei denn sie ist etwa von ‚Lush‘, aber die ist wiederum nicht glitschig, die ähnelt festem Scheuersand, vom Aussehen und der Konsistenz.
Das Verb ‚flutschen‘ soll bei mir in seiner zweiten Bedeutung stehen, Flutschen gleich funktionieren oder noch besser, gleich problemlos funktionieren.
Im Kontext der „flutschenden Leistungsgesellschaft“ soll es heissen: unsere Leistungsgesellschaft funktioniert problemlos.
Wer sich jetzt am Frühstücksbrötchen vor Lachen verschluckt hat, kurze Pause, kräftig husten, am besten vornübergebeugt, in paar Schlucke trinken und dann wird es wieder gehen.
Mehrfach habe ich Euch schon über Oma Anna selig berichtet, eine einfache, herzensgute Frau. Aus einer sehr armen Landarbeiterfamilie stammend war ihr höhere Bildung verwehrt geblieben, obwohl ihr IQ und vor allem ihre soziale Kompetenz nach heutigen Verhältnissen als „hochbegabt“ durchgegangen wären.
Anna selig, Kriegerwitwe des 1. WK, hatte in jungen Jahren die alleinige Verantwortung für sich und ihr Kind. Der abgedankte Kaiser, für den ihr erster Mann uneigennützig sein Leben auf dem ‚Schlachtfeld der Ehre‘ gelassen hatte, und die Weimarer Republik hatten vergessen sie in irgendeiner Form für den Verlust zu honorieren, auch der ‚Führer‘ tat es nicht und „Ulbricht war auch nicht besser“..
Also jahrelang war sie „alleinerziehend“, später kam Opa Edmund ins Spiel, ein „verknöcherter Junggeselle“, den sie praktisch eigenhändig zum Standesamt getragen hatte und der ihr so eine richtige Hilfe auch nicht war, da er sich für den ‚Führer‘ engagierte und nach 1945 als Ernährer der jetzt größeren Familie ausfiel.
Oma Anna, mit 6 Jahren Volksschule, avancierte zur Ernährerin und zur sozialen Mitte des Familienverbundes, als Landarbeiterin.
Gut erinnere ich noch die kleine Gestalt, als ältere Frau schon krumm und hinkend, wenn sie mit den anderen Frauen gebückt über das Gemüsefeld lief um Kohlköpfe von Hand abzuschneiden, die dann in einer Kiepe gesammelt wurden. Die Kiepe war ein großes Blechgefäss, welches die Frauen auf dem Rücken trugen und das, gefüllt mit Kohlköpfen, durchaus 5o Kilogramm und mehr wiegen konnte.
Als Oma Anna sich wegen ihrer kaputten Knie und ihrer demolierten Hüften nicht mehr nach den Kohlköpfen bücken konnte, schleppte sie nur noch ganztägig, bei Wind und Wetter, die Kiepen über das Feld und als dies auch nicht mehr ging, versorgte sie als Küchenfrau die „Feldbaubrigade“ mit Frühstück und Mittagessen. Ungefähr zwei Wochen vor ihrem Tod musste sie, am Ende ihrer Kräfte und hochbetagt, auch diese Arbeit aufgeben.
Ihr Kommentar: „Ich kann nicht mehr arbeiten, jetzt lebe ich nicht mehr lange.“ So war es denn auch.
Oma Anna hatte Zeit ihres Lebens gearbeitet, sie hatte 3 Söhne großgezogen, eine Tochter war ihr als Kind gestorben, zwei Männer hatte sie überlebt, nie war sie in den Urlaub gefahren, wahrscheinlich hätte sie damit garnichts anfangen können.
Vor wenigen Tagen erklärte mir die 34 jährige, gesunde Mutter eines fünfjährigen Sohnes, dass sie nicht mehr in der Lage ist ihrer Arbeit in einem Reisebüro nachzugehen. Seit Geburt ihres Kindes hatte sie 2 Jahre Auszeit genommen und danach ihre Arbeitszeit auf 15 Stunden pro Woche reduziert.
Ihre Begründung: „Mein Kind ist zu fordernd.“
Was ihr bleibt ist nur noch die Möglichkeit irgendwie gearteter ‚Transferleistungen‘, da ihr Mann zwar gut verdiene, sie aber natürlich auch ihren „Lebensstandard halten wollten“.
„Und klar, am liebsten würde sie die Rente nehmen.“
Es klingt zugespitzt, ist aber leider kein Einzelfall, die ‚Work-Life-Balance‘, nicht mehr die Leistung, ist vielfach das Mass der Dinge.
Sie flutscht unsere Leistungsgesellschaft, nur, wenn wir nicht aufpassen, flutscht sie uns durch die Finger wie eine frisch gefangene Forelle.
Einer der Grundpfeiler der Demokratie ist die Meinungs- und Redefreiheit.
Im Osten Deutschlands sozialisiert, in einem Staat, der das Wort demokratisch im Namen führte, habe ich eine Einschränkung der Redefreiheit erlebt und ja, auch bewusst akzeptiert.
Als Schulkind von 6 Jahren wurde ich im Dorf stigmatisiert, weil mein Großvater aktiver Nazi war und dafür von 1945 bis 1948 im „Sowjetischen Sonderlager“ Buchenwald gebüsst hatte. Ob dies ‚zu Recht‘ geschah weiss ich nicht, ich habe ihn als guten und warmherzigen Menschen in Erinnerung.
Opa Edmund war Zeit seines Lebens ein armer Schlucker und einmal wollte er auch „etwas zu sagen haben“.
Ich wurde am ersten Schultag der ersten Klasse stigmatisiert, als ich von der Lehrerin den Anderen als „Enkel des Nazis“ vorgestellt wurde.
Selbst als 6jähriger hatte ich von Stund an die Erfahrung, dass es keinen Sinn machte „gegen den Wind zu pinkeln“..
Später habe ich mir, geschützt durch Leistung, das Recht genommen in der DDR jederzeit meine Meinung zu artikulieren, die sich zum Teil mit dem „Mainstream“ deckte, teils aber davon auch deutlich abwich. Erstaunlicherweise ist mir, entgegen den heute verbreiteten „Informationen“, nichts passiert. Selbst als ich mich mit einer Wortmeldung am ‚Goldenen Kalb‘ der DDR, dem Leistungssport, versündigte, zeigte man mir zwar als ‚erste Stufe der Folter zwar die Instrumente‘, letztendlich nahm ich sozial keinen Schaden und es führte zu grundlegenden Veränderungen des Systems.
Mit der Wiedervereinigung machte ich die Erfahrung der „bürgerlichen Demokratie“, von der ich in den ersten Jahren schier begeistert war, auch wenn ich manche Entwicklungen nicht verstand, weil sie meinem sozialen Denken widersprachen.
Mit meinen linken Ideen, manche nannten es – möglicherweise zu recht – Spinnereien, erregte ich in meinem sozialen Umfeld durchaus Widerspruch, Widerspruch in der Sache, gelegentlich auch handfesten Widerstand, ohne dass daraus eine soziale Ausgrenzung resultierte.
In den letzten Jahren hat sich die Lage grundlegend geändert. Noch immer kann ich alles denken, noch immer kann ich alles sagen, allerdings muss ich damit rechnen, dass ich bei „nicht massenkonformem“ Verhalten wieder stigmatisiert werde.
Als 6 Jähriger wurde ich – völlig schuldlos – als Enkel des Nazis stigmatisiert.
Heute werde ich als Rechter oder gar Nazi bezeichnet, wenn ich nicht zu 100 % bei der Masse bin, wenn ich eine eigene Meinung habe, etwa zur ineffizienten EU, etwa zum missglückten Konstrukt des € oder gar zur Aufgabe wichtiger staatlicher Strukturen und Funktionen,während der Staat gleichzeitig unbedingte Loyalität von mir einfordert. Glücklicherweise habe ich nicht öffentlich das Sakrileg begangen, gegen die Gender-Ideologie zu verstossen und bei #MeToo bin ich bisher nicht ins Visier geraten. Nur mit dem „menschengemachten Klima“ habe ich so mein Problem.
Es ist faszinierend, dass die Gesellschaft schon wieder – diesmal offen – damit droht, mir den Stuhl vor die Tür zu stellen.

Das muss gesellschaftlich wohl so sein, der Unterschied zur DDR besteht darin, dass selbst Lebensleistung heute nicht mehr vor gesellschaftlicher Ausgrenzung schützt. Viele – ehemals – berühmte Namen können davon Zeugnis ablegen.
Gegen die tatsächlichen Leistungsträger der Einheitsgesellschaft wie Greta aus Schweden, ‚Extinction Rebellion‘, Carola Rackete und andere kommt man eben nicht an.
Also lasse ich es.
Der Stuhl im Warmen ist letztendlich doch angenehmer, selbst wenn ich dann nicht mehr so reden kann, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Wahrscheinlich hätte eine rechtzeitige LMA-Stimmung auch Opa Edmund 1945 vor Buchenwald gewahrt.