Alles kommt wieder oder was … ?

Ergebenheitsadressen

Zu DDR-Zeiten war es Usus, dass immer wieder „Grußadressen“, sprich Ergebenheitspamphlete für die SED eingefordert wurden, in denen es die „Politik von Partei und Regierung“ nach Leibeskräften zu preisen galt. Kein Superlativ war zu stark, im Gegenteil.

Meist wurden diese Pamphlete im Namen von Gruppen oder Kollektiven erstellt, persönlich wollten sich nur die wenigsten prädestinieren, weil, es war eigentlich nur albern. Jeder wusste, was er davon zu halten hatte.

Eine Ausnahme bildeten vielleicht Journalisten und Kunstschaffende, die hatten das auch gut drauf.

Lange Zeit glaubte ich diese Praxis überwunden, bis sie jetzt wie Phönix aus der Asche wieder auftaucht.

Aber lest selbst, es lohnt sich: https://meedia.de/2020/03/19/trusted-brands-es-geht-nicht-ohne-merkel-danke-frau-bundeskanzlerin/

Zurück auf den Teppich …

… und zwar auf den bodenständigen, nicht den fliegenden.

Wer sich einmal sachlich zum Thema Corona informieren lassen will, sollte den Beitrag von Hendrik Streek lesen.

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/neue-corona-symptome-entdeckt-virologe-hendrik-streeck-zum-virus-16681450.html

Falls er zu viel Fachchinesisch enthalten sollte, gebt mir eine Info, ich mache dann gern eine Version „in einfacher Sprache“, aber ich glaube, er ist auch so lesbar.

Alles Pharma oder was …?

Roche prescht voran

Endlich einmal eine Meldung die Sinn macht und gleichzeitig Hoffnung gibt. Der theoretische Ansatz ist aus meiner Sicht vielversprechend, vor allem die Schwerkranken und vital Gefährdeten betreffend.

Vielleicht wird damit auch den Idioten das Maul gestopft, die in den „Sozialen Netzwerken“ schon wieder darüber giften, dass doch Corona nur eine Erfindung der Pharmaindustrie wäre.

Eine gute Nachricht am heutigen Tag.

Corona schlägt auf’s Hirn

Bei der ZEIT gehen die Gäule durch

Genau dies haben wir Ostdeutschen zu DDR-Zeiten schon ausführlich erlebt. Nur das Zeitungspapier war rauher.

Wegen solcher Beiträge habe ich letztes Jahr mein ZEIT-Abo in die Tonne gekloppt. Ich will informiert werden, nicht von kleinen schleimigen Denunzianten erzogen.

Und Reinhard Mey höre ich weiter, wenn meine Seele gerade wieder mal „auf Grundeis“ geht.

„Was erlauben Ebmeyer“, wer ist das überhaupt?

https://www.zeit.de/kultur/literatur/freitext/reinhard-mey-neue-rechte-protestmusik-folk

Oma Anna selig hätte an der Stelle gesagt: „Der Kerl soll erstmal dort hin riechen, wohin ich schon geschissen habe“. Wie recht sie hatte.

Tag 4 des Corona – Notstandes … ?

Wo bleibt der Kompass?

Die Politik droht mit dem Damoklesschwert der Ausgangssperre, wenn dies in den Städten wegen der Disziplinlosigkeit der Menschen notwendig ist, gibt es sicher kaum etwas dagegen zu sagen.

Allerdings scheint die Politik derzeit keinerlei Kompass zu haben, alle Maßnahmen sind halbherzig, sind eher Drohung, denn klare Entscheidung.

Dieses Herumgeeier verunsichert die Menschen von Tag zu Tag mehr, Politiker sein, heisst Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. „Morgen, vielleicht übermorgen, vielleicht am Wochenende wird es Entscheidungen geben, zuerst müssen wir konferieren, konferieren, konferieren …“, nein Leute, ihr müsst entscheiden. Und sollte eine Entscheidung einmal suboptimal gewesen sein, dann wird sie eben korrigiert.

Oma Anna selig pflegte an diesen Stellen zu sagen: „Morgen, morgen nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.“ Vielleicht müsste man präzisieren: „Morgen, morgen, nur nicht heute, sagt uns die Politikermeute.“

*

Wir Abgehängten auf dem flachen Land brauchen diese Instrumente zur Disziplinierung nicht, haben die Menschen doch sowieso nicht das Bedürfnis nach unbedingter körperlicher Nähe zu Fremden in der Öffentlichkeit.

In normalen Zeiten sind wir zu kulturellen Dingen nicht selten im städtischen Bereich unterwegs, das Gewimmel und Gewumsel geht mir nach spätestens drei Tagen auf den Geist und wenn mir auf der Rolltreppe der Odem des unbekannten Nächsten laufend ins Genick streicht und ich aus Versehen das klebrige Band am Handlauf angefasst habe …. dann will ich nach Hause.

Wir schaffen es schon in normalen Zeiten problemlos uns lautstark über Grundstücksgrenzen und 10 Meter Abstand zu unterhalten, nur wenn wir ungehört über den Nachbarn zur anderen Seite herziehen wollen, reduzieren wir die Distanz auf 5 Meter. Also, alles easy.

Wir haben einen großen Garten, da kommt uns derzeit niemand in die Quere, 50 Meter weiter beginnt der Wald und dort hat man noch nicht gehört, dass Eichhörnchen, Reh und Specht durch Anpusten und Anhusten Menschen infiziert hätten. Andere Lebewesen treffe ich dort nicht.

*

Ein befreundeter Apotheker hat mir letztens augenzwinkernd gesagt, dass er derzeit fast alles verkaufen kann, jeden Tag kämen die Menschen mit neuen Geheimrezepten aus dem Internet zu ihm, die ihnen todsicher gegen Corona helfen würden. Etwa die schlichte Kamille, er hat – gefühlt – seit 3 Jahrzehnten nicht soviel Kamille verkauft wie in den letzten 2 Wochen. Es sei den Leuten und vor allem dem Apotheker gegönnt.

In unserer Gegend haben die Menschen jetzt alte Familienrezepte wiedererweckt: rohe Zwiebel in allen Variationen und Knoblauch in rauen Mengen.

Der Duft von Knoblauch wabert allerorten durch die Gänge und Räume, nicht unbedingt lecker dieser süssliche Geruch, der sich noch dazu lange hält, aber wenn er dazu beiträgt, dass die Menschen noch mehr Abstand halten, dann hat er seinen Zweck bestens erfüllt.

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Euch allen einen c-freien Tag.

Von Lautsprechern und Leisetretern

„Ich bin optimistisch.“ – Aber wo ist er denn?

Die letzte Erklärung von MP Ramelow hier in Thüringen ist schon einige Tage alt. Sie endet damit, dass „er seine Haltung zu Corona geändert habe“ und trotzdem er sich in seiner Einschätzung der Situation geirrt hat, „sei er optimistisch“.

Jeder hat ja seine persönliche Präferenzen was den Umgang mit anderen betrifft. Ich zumindest mag keine typischen „Lautsprecher“, etwa so wie Markus Söder. Ich würde ihn wahrscheinlich ob seiner Art nicht zu meinem Geburtstag einladen, aber seinen Job als MP in Corona-Zeiten macht er gut. Chapeau!

Ich mag aber auch die ewigen Zauderer und Zögerer, die „Leisetreter“, nicht. Mein Motto: „Wenn eine Entscheidung ansteht, muss sie getroffen werden.“ Ob sie notfalls später korrigiert werden muss, steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber auf jeden Fall, lieber einmal eine nicht optimale Entscheidung treffen, als gar keine.

In Thüringen macht sich allerorten Unmut breit, weil das Mosaik der Entscheidungen für niemand mehr zu verstehen ist. Für viele ähnelt die Situation eher einem Wimmelbild, als einer klaren Vorgabe.

Die Grünen bestimmen in dieser Woche wohlgemut ihren Fraktionsvorsitz im Landtag neu und schwadronieren von den Vorzügen der Energiewende. Herr Tiefensee (SPD) hat ‚alles in Arbeit‘, aber offenbar nichts fertig. Eine Eigenschaft, die ihm selbst von Parteifreunden seit seinen Zeiten als Bundesminister angelastet wird. Die LINKE findet derzeit medial in den Thüringer Medien, entgegen den Monaten bis zur MP-Wahl, nicht statt und in der CDU hat das öffentliche Hauen und Stechen zwischen Hirte und Walk um den vakanten Posten des CDU-Chefs für Thüringen begonnen.

Und der MP a.D. Kemmerich, FDP, lässt verkünden, dass er sich jetzt wieder mehr seiner Tätigkeit als Unternehmer widmen werde. Das ist vernünftig, DAS kann er.

Leute, reisst Euch zusammen. Ihr habt Euch jetzt monatelang nur um Euch gekümmert, wir bezahlen Euch allerdings für’s Regieren.

„Optimistisch zu sein“, reicht nicht aus, es muss gehandelt werden. Es bedarf klarer Entscheidungen, die auch morgen noch verbindlich sind und bitte, beruft nicht erst noch diese und jene Arbeitsgruppe ein. Lasst die Thüringer nicht hängen, damit sie es nicht bereuen, dieser Regierung ihre Stimme gegeben zu haben.

Und, dazu gehört in einer solch dramatischen Situation auch die klare mediale Präsenz der Landesregierung, v.a. des MP.

Tag 3 des Corona-Notstandes

Alles bleibt wie es ist

Corona auf allen Kanälen, langsam frage ich mich, womit werden die Medien ihre Seiten und Sendeminuten füllen, wenn sich Corona wieder aus unserem tagtäglichen Erleben verabschiedet hat?

Ein aufregendes Leben bis an den Rand der psychischen Dekompensation und des individuellen Stolzes führen derzeit meine Kollegen mit dem Schwerpunkt ‚Virologie‘.

Im normalen Medizinerleben fristen die Virologen ein eher beschauliches Dasein im Schatten der anderen Zweige der Medizin. Ich habe die Namen der meisten universitären Lehrstuhlinhaber für Virologie jetzt zum ersten Mal gehört, nehme ich einmal Alexander Kekulè aus. Ihn kannte ich nicht als Person, aber immerhin trägt er einen unter Naturwissenschaftlern berühmten Namen. Ein Name wie Donnerhall, der seinen Träger von ganz allein promoviert. Einige werden sich vielleicht noch an den „gehobenen“ Chemieunterricht und August Kekulè, einen für seine Zeit begnadeten Chemiker, erinnern? Wenn nicht, ist es so schlimm auch wieder nicht, weil seine Gedanken sind für den Nichtchemiker sowieso zu kompliziert.

In den ersten Corona-Wochen tauchten fast immer die gleichen „virologischen“ Gesichter in den Medien auf. Einerseits Herr Drosten der Virologe der Charitè und andererseits Herr Kekulè, der Virologe der Uni Halle. Der eine verbissen und absolut humorfrei wirkend, der andere eloquent, beide haben/hatten ihre Fans.

Nachdem sie sich in der vergangenen Woche auf die Ferne „in die Haare geraten“ sind, ist es jetzt ruhig um sie geworden und andere drängen in den Vordergrund. Frau vdL hat medial verkündet, dass die Politik wohl von Expertenseite nicht gut beraten worden sei. Interessant wäre zu hören welchem der beiden Herren die Kanzlerin bisher vorrangig ihr Ohr lieh. Auf jeden Fall haben sich die Beiden öffentlich gegenseitig als „krummen Hund“ beschimpft und das geht nicht, zumal in Zeiten, in denen Viren die Welt dominieren.

Es wird interessant sein zu sehen, wie diese Hahnenkämpfchen weitergehen. Eigentlich wäre jetzt nicht die Zeit dafür, eigentlich…

*

Einer der beliebtesten, wenn nicht der beliebteste Ort in der Klinik ist die Raucherinsel. Vor vielleicht 20 Jahren konnte ich durch permanentes Meckern als pathologischer Nicht-Raucher mit dazu beitragen, dass die Raucher aus der Klinik verbannt und in einen rund 100 Meter entfernten Pavillon „ausgelagert“ wurden. Er, der Holzpavillon, sieht, zumindest von Weitem, ganz hübsch aus, ist aber zugig, kalt und wenn es regnet – als besonderes Schmankerl – zur Wetterseite hin offen. Als Nichtraucher ging ich davon aus: „Das tut sich niemand wegen eines Glimmstengels an“.

Ich habe mich geirrt, der Pavillon steht noch immer. Das Holz ist inzwischen durch den Teer zigtausender Zigaretten so stark imprägniert, dass es die nächsten 1000 Jahre und sogar den Klimawandel schadlos überstehen wird. Es wird behauptet, dass selbst der widerstandsfähigste Holzwurm keine Chance hätte in dem „Material“, länger als 5 Minuten zu überleben.

Zu meinem und „therapeutischem“ Ärger wird der ungastliche Ort von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang durchgängig frequentiert. Die Raucher behaupten, er wäre der gemütlichste und gleichzeitig therapeutischste Bereich der ganzen Klinik. Ich höre es nicht gern, zeigt es doch, dass wir einige(nicht unbedingt wenige) Patienten in therapeutischem Sinne nicht erreichen.

Im Zuge von Corona haben wir den engen Pavillon jetzt gänzlich gesperrt. Die Raucher sitzen dort normalerweise Schulter an Schulter und wenn man sich gegenseitig die nächste Zigarette ansteckt, werden nicht zwei, nicht ein Meter, nicht einmal eine Armlänge Abstand gehalten.

Gemerkt, postwendend reagiert, der Unterstand wird aus dem Verkehr genommen, ein rotes Flatterband soll den Zugang unterbinden.

Die Maßnahme ist auch im Sinne von Corona vernünftig, ist doch die – immer auf eigene Entscheidung geschädigte – Raucherlunge besonders empfänglich für den Virus.

Die Raucher juckt Corona nicht, sie stehen jetzt in Gruppen, Schulter an Schulter vor dem Flatterband und wenn sie sich gegenseitig die Zigaretten anzünden …..

Ich bin beruhigt, es bleibt auch trotz Corona alles, wie es ist.

*

Nachtrag: Heute morgen sind mir weder der „Mustang“, noch der „Ypsilon“ begegnet, ich beginne mir echt Sorgen zu machen.

Alles Unverstand oder was … ?

Kindernotbetreuung

In den Medien wird lang und breit über Solidarität, unter anderem die Betreuung der Kinder nach Schließung der Kita’s und Schulen berichtet. Eines der Stichworte „Notbetreuung“ für Kinder von Berufstätigen in „systemrelevanten“ Tätigkeiten, u.a. im Gesundheitswesen.

Leider scheinen die blumigen Berichte weit weg von der Realität, dies betrifft in unserem Umfeld überwiegend die Schulen.

Zur Funktion einer Klinik sind alle Mitarbeiter „relevant“, von der Mitarbeiterin im Service, die schon morgens gegen 5.00 Uhr im Haus herumwuselt, bis hin zum Chefarzt. Ohne motivierten Hausmeister ist eine Klinik genau so wenig zu führen, wie ohne den Arzt im nächtlichen Notdienst.

Es ist deshalb unverständlich, dass von den Schulen im Umfeld die Mitarbeiter abgewiesen werden, wenn sie während ihrer Arbeit in Praxen und Kliniken keinen „weißen Kittel“ tragen.

Liebe Lehrer, eigentlich hätte ich Euch mehr Sachverstand zugetraut, aber auch mehr Empathie für die Menschen, die jetzt – entschuldigt den pathetischen Ausdruck – an vorderster Front im Gesundheitssystem stehen.

Auf der einen Seite wird über – in meinen Augen schnulzige – Aktionen aus den Städten berichtet, wenn gemeinsam gesungen oder für die „Mediziner“ auf den Strassen geklatscht wird. Auf der anderen Seite wissen unsere Mitarbeiter nicht, wie sie Arbeit und Kinder „unter einen Hut bringen sollen“, weil Andere sich weigern, wegen „zu weniger Kinder“ eine Notbetreuung abzusichern.

Was wir brauchen sind momentan keine „Kunst-Projekte“, wir brauchen reale Unterstützung und „wir“, das sind Ärzte, Schwestern, Therapeuten, Verwaltungsmitarbeiter, Laboranten, Köche, Servicemitarbeiter, Hausmeister, Kraftfahrer, was weiss ich wer noch. Also schlicht alle Mitarbeiter der Praxen und Kliniken, die den Laden für Euch am Laufen halten.

Vielleicht es ja möglich, statt plakativ mit den Händen zu klatschen, motiviert in die Hände zu spucken und „diskusionslos“ anzupacken. Ihr könnt und sollt Euch die Hände danach durchaus wieder gründlich waschen.

Spart Euch die Sonntagsreden, handelt.

Tag 2 des Corona-„Notstandes“

Solidarität ist vergänglich

Im Nachdienst bin ich zuweilen gezwungen einen Blick auf den Televisor, speziell die ÖR zu werfen.

Bla, bla, zum 1001sten mal werden die gleichen Corona-Songs hoch und runter zelebriert, die Moderatorensind um Frohsinn bemüht, wenn nicht gerade inhaltsschwangeren Blickes wieder einer unserer Politiker die Mattscheibe füllt.

Da fällt mir gerade ein: Ein häufig gebrauchtes Schimpfwort meiner Jugend war: „Du hast wohl eine Mattscheibe.“ Damit wollten wir ausdrücken, dass sich jemand wieder besonders dämlich benahm. Nun ja, …

Die Moderatoren berichten wohlgemut über irgendwelche Einträge „in sozialen Diensten“, die auch noch breit ins Bild gesetzt werden und können nicht aufhören die unendliche Solidarität der Menschen zu loben, wenn Frau A für Frau B die Milch aus dem Supermarkt mitbringt.

Die medial viel besungene Solidarität beginnt aber schon zu bröckeln:

Unsere Psychosomatische Fachklinik hat ihren Sitz im kleinstädtischen Bereich. Mit Sicherheit sind wir dort der mit Abstand größte Wirtschaftsfaktor.

Seit einigen Tagen nun sehen sich „besorgte Bürger“ der Stadt schon berufen uns mir Anrufen zu bombardieren und sich an die Medien zu wenden, da sie nicht wollen, dass „Fremde“, also unsere deutschlandweiten Patienten, im Ort wären. Und außerdem, „die“ wären ja nicht richtig krank, die hätten ja nur Psyche“.

Ohne Worte!

Da ich weiss, dass einige Bürger des Ortes mitlesen, spare ich mir jede weitere Klassifizierung. Wer mich kennt, kann sich sowieso problemlos denken, was hier stehen würde.

*

Die Bäckersfrau stand heute allein an ihrem Tresen, ich war der einzige Kunde und sie „traute“ sich zu fragen, „0b denn der Abstand ausreicht… ?“ Sie hatte scheinbar nachgemessen, es wären 105 cm zwischen ihr und dem Kunden vor dem Tresen. Ich habe sie beruhigt, so genau weiss es derzeit sowieso niemand, die Angaben schwanken zwischen einem und vier Metern.

Ihre Auslage war überdurchschnittlich voll, ich habe das Gefühl, sie beruhigt sich mit Arbeit.

*

Straßenverkehr, gegen 8.00 Uhr nach dem Nachtdienst – ‚tote Hose‘. Heute fehlte der Mustang, „dafür“ kam mir die Kollegin mit dem ‚Ypsilon‘ etwas verkniffenen Blickes wieder entgegen.

Gegen 10.00 Uhr war ich im hessischen Nebenort „beim Rossmann“, nicht wegen Klopapier! Trotzdem habe ich natürlich hingesehen: Die Ziege beim „Tischlein deck dich“, hätte gesagt: „Ich bin nicht satt, ich find keine Blatt…“. Gähnende Leere. Wie Oma Anna selig eben sagte: „Geschissen wird immer.“

Um diese Zeit waren die Straßen knüppeldicke voll, möglicherweise schläft man beim Corona etwas länger bevor man auf die Pirsch geht.

In und vor dem Kaffee einer großen hessischen Bäckereikette war es so belebt, dass im wahrsten Sinne des Wortes ‚kein Blatt Papier‘ dazwischen gepasst hätte. Etwa so, wie zwischen Angela Merkel und Friedrich Merz „kein Blatt Papier“ passt.

Bei 8 Grad Celsius waren selbst die Außenplätze schon prall belegt. „Eifrig büffelnde Schüler“ sassen reihenweise an der Wand oder auf einer kleinen Mauer, in einer Hand ihre umweltbewussten Papp-Kaffee-Becher, in der Anderen das Smartphone. Da ich ja mehrfach täglich lese, wie spontan und gewissenhaft sich unsere Schüler an den mitgegebenen Hausaufgaben beschäftigen, habe ich im Vorbeigehen versucht einen Blick auf die iPhones mit den Hausaufgaben zu werfen, vielleicht hätte ich ja helfen können, Fehlanzeige. Die Dinger sind ja inzwischen so raffiniert, dass sich die Lernprogramme für den Uneingeweihten als Messenger-Dienste tarnen.

Übrigens waren die Parkplätze mehrerer einsehbarer Supermärkte im Umkreis von vielleicht 300 bis 400 Metern proppenvoll, sodass ich annehme, dass die als Wunderwaffe gepriesenen ‚Home Offices‘ gerade gelüftet werden mussten. Jedenfalls, in normalen Zeiten finde ich dort bestenfalls die Hälfte der Autos vor.

Ich wünsche Euch allen wieder einen coronafreien Tag

Alles unterschätzt oder was … ?

Sehe gerade „Lanz“ und das „Geeier“ der Politiker, die schon kräftig am Herumrudern sind und darauf verweisen, dass man es doch nicht so gewusst habe.

Das mag sein, aber sie tragen freiwillig die Verantwortung! Niemand hat sie gezwungen Politiker zu werden und die Haltung „Das haben wir doch nicht gewusst….“, die kennen wir aus der Geschichte schon vielmals.

Übersetzt heisst der Satz, „Wir alle, die keine Experten sind, sind von den richtigen Experten nicht genügend in die Lage versetzt worden, damit wir richtige Entscheidungen hätten treffen können.“ Also, die Experten, das sind wir Mediziner, tragen Schuld an teils zu hinterfragenden politischen Entscheidungen.

Sorry, so leicht kommt ihr aus der verdorbenen Suppe nicht heraus.

Jetzt ist nicht die Zeit Verantwortlichkeiten zu diskutieren, aber es ist auch nicht die Zeit sich jetzt schon vorsichtshalber zu entschuldigen und die Verantwortung abzuwälzen.

Aber nach „Corona“ müssen alle diese Fragen diskutiert werden, ohne wenn und aber.