Alles Unverstand oder was … ?

Kindernotbetreuung

In den Medien wird lang und breit über Solidarität, unter anderem die Betreuung der Kinder nach Schließung der Kita’s und Schulen berichtet. Eines der Stichworte „Notbetreuung“ für Kinder von Berufstätigen in „systemrelevanten“ Tätigkeiten, u.a. im Gesundheitswesen.

Leider scheinen die blumigen Berichte weit weg von der Realität, dies betrifft in unserem Umfeld überwiegend die Schulen.

Zur Funktion einer Klinik sind alle Mitarbeiter „relevant“, von der Mitarbeiterin im Service, die schon morgens gegen 5.00 Uhr im Haus herumwuselt, bis hin zum Chefarzt. Ohne motivierten Hausmeister ist eine Klinik genau so wenig zu führen, wie ohne den Arzt im nächtlichen Notdienst.

Es ist deshalb unverständlich, dass von den Schulen im Umfeld die Mitarbeiter abgewiesen werden, wenn sie während ihrer Arbeit in Praxen und Kliniken keinen „weißen Kittel“ tragen.

Liebe Lehrer, eigentlich hätte ich Euch mehr Sachverstand zugetraut, aber auch mehr Empathie für die Menschen, die jetzt – entschuldigt den pathetischen Ausdruck – an vorderster Front im Gesundheitssystem stehen.

Auf der einen Seite wird über – in meinen Augen schnulzige – Aktionen aus den Städten berichtet, wenn gemeinsam gesungen oder für die „Mediziner“ auf den Strassen geklatscht wird. Auf der anderen Seite wissen unsere Mitarbeiter nicht, wie sie Arbeit und Kinder „unter einen Hut bringen sollen“, weil Andere sich weigern, wegen „zu weniger Kinder“ eine Notbetreuung abzusichern.

Was wir brauchen sind momentan keine „Kunst-Projekte“, wir brauchen reale Unterstützung und „wir“, das sind Ärzte, Schwestern, Therapeuten, Verwaltungsmitarbeiter, Laboranten, Köche, Servicemitarbeiter, Hausmeister, Kraftfahrer, was weiss ich wer noch. Also schlicht alle Mitarbeiter der Praxen und Kliniken, die den Laden für Euch am Laufen halten.

Vielleicht es ja möglich, statt plakativ mit den Händen zu klatschen, motiviert in die Hände zu spucken und „diskusionslos“ anzupacken. Ihr könnt und sollt Euch die Hände danach durchaus wieder gründlich waschen.

Spart Euch die Sonntagsreden, handelt.

3 Kommentare zu „Alles Unverstand oder was … ?

  1. Vermutlich wurde bei dem Entschluss für die „systemrelevanten Berufe“ eine Notfallbetreuung aufrechtzuerhalten nicht wirklich über die tatsächliche Tragweite nachgedacht. Doch das lag dann an den Regierenden, die mal wieder keine Fachkenntnisse besaßen – wie eben so gut wie nie.

    Ich gestehe, dass ich selbst – die noch gar nicht so wirklich in dem Ausmaß darüber nachgedacht hatte – auch nicht an Hausmeister, Service- und Reinigungskräfte etc. gedacht hatte. Das mag daran liegen, dass oft die „systemrelevanten Berufe“ in der Berichterstattung gleich mit aufgezählt wurden. Da hieß es dann Polizei, Feuerwehr, Ärzte, Pflege… aber halt nicht Hausmeister und so weiter.

    Das Ganze hinkt und stinkt – in allen Himmelsrichtungen… möge es sich möglichst bald zm Guten wenden.

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    1. Ich hoffe das auch, bisher wird – zumindest hier in Thüringen – der Flickenteppich eher bunter, denn vernünftigerweise unifarben und ähnelt eher Claudia Roth, denn einem Menschen im ‚Kleinen Schwarzen‘ oder im ‚Anzug‘. Während etwa in Bayern, sich die Landesregierung klar artikuliert, schweigt – zumindest medial – die unsere sehr vornehm.

      Und die systemrelevanten Berufe etwa bei uns in der Klinik müssen sich auf das jeweils Ganze beziehen. Wie gesagt, von der Reinigungskraft bis zum Chefarzt, wenn ein „Gewerk“ ausfällt, ist das ganze Haus nicht mehr funktionabel.

      Ich weiss wohl, dass es gewöhnungsbedürftig ist, wenn ich die Servicekraft oder den Hausmeister mit Kollege anspreche, aber natürlich sind es meine Kollegen, ohne sie wäre das ganze Haus aufgeschmissen.

      Gefällt 3 Personen

  2. „Auf der einen Seite wird über – in meinen Augen schnulzige – Aktionen aus den Städten berichtet, wenn gemeinsam gesungen oder für die „Mediziner“ auf den Strassen geklatscht wird.“ Danke gleichfalls. Ich habe schon drei verschiedene Termine geschrieben bekommen – und nie nicht niemals war hier in der Gegend was los. – Die Italiener haben gesungen – aber für sich, nicht für andere.
    Es ist schon alles seltsam.

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