Alles sozial oder was …?

Im vergangenen Jahr wurde ich mehrfach kritisiert, dass ich auch immer wieder negative Dinge aufs Tapet brachte.

Ich gelobe für das neue Jahr Besserung!

Hier ein erster Versuch um eine Provokation der Presse abzuwehren:

https://www.bz-berlin.de/berlin/angriffe-auf-rettungskraefte-silvester-biianz-der-berliner-feuerwehr-wir-sind-entsetzt

Früher, vor meiner Läuterung hätte ich schnöde geschrieben:

„Allerorten laufen unverantwortliche Idioten durch die Straßen ….“.

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Heute kann ich viel veritabler formulieren:

„Silvester 2019 war ausschließlich ein positives Fest überschäumender Lebensfreude, gewürzt mit allen zur Verfügung stehenden Accessoires, wobei es viele Menschen sogar in Kauf nahmen, selbst ihre Waffen zur Selbstverteidigung ausschließlich mit Platzpatronen zu laden.

Zu erwähnen ist das umweltfreundliche Verhalten der Teilnehmer. Um wertvolle Energie zu sparen wurden die Straßen außer mit selbstgekauften Feuerwerkskörpern mit brennenden Müllbehältnissen, abgefackelten Polizeifahrzeugen u.ä. geschmackvoll garniert und prächtig illuminiert.

Um Schäden an der vielerorts von rechten Kräften zu Unrecht monierten, angeblich maroden städtischen Infrastruktur zu beheben, versuchten Aktivisten sogar selbst auf Distanz mit geworfenen Steinen allgegenwärtige Lücken in der Straßenbepflasterung zu reparieren.

Das dabei mit vermutet provokativer Absicht immer wieder Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter mit mutmaßlich selbstverletzender Zielsetzung in die Wurfbereiche eindrangen, muss als schwerer Eingriff in die Rechte und auf den Fleiss der Aktivisten gewertet werden.

Empörte Zurückweisungen der Übergriffe, der sich unter dem Begriff ‚Rettungskräfte‘ tummelnden Provokateure, sind durch Frau Claudia Roth, Frau Renate Kühnast, Frau KGE und Frau Saskia Eskens hoffentlich in Kürze zu erwarten.“

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Alles sozial oder was …? Selbst ich bin noch lernfähig!

Alles sozial oder was …?

Das Neue Jahr bringt viele Neuerungen, auf jeden Fall wird es teuer, der Staat langt wieder kräftig zu.

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Eine meiner persönlichen Neuerungen:

Aus der leidvollen Erfahrung der letzten Monate werde ich mich – mit Ausnahme meines Blogs – aus allen(!) sogenannten „sozialen“ Medien verabschieden.

Einerseits ist es mir – ehrlich – einfach zu blöd und andererseits schade um meine – langsam wirklich – überschaubare Lebenszeit.

Wer mich kontaktieren will, entweder über Mail oder auch ganz klassisch. Die, die sie brauchen, haben meine Mailadresse oder können sie jederzeit bei mir erfragen, wer sie nicht hat oder nicht bekommt, ….

„Meine“ anderen ‚Auftritte‘ werde ich nicht mehr bearbeiten, vielleicht lösche ich sie auch, so ich Zeit und Lust habe.

Hier jedenfalls findet Ihr mich, so Ihr wollt, auch weiterhin.

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Alles Umwelt oder was …?

Deutschland sorgt sich, um alles und jeden, um jeden Scheiss, vor allem aber um die Zukunft. Na gut, es soll so sein.

Gestern am Silvesterabend feierte – in unserer Nachbarschaft – eine Gruppe junger Leute den Jahreswechsel, oder was auch immer?

Junge Leute, also späte Schüler und frühe Studenten, frühe Studenten dann, wenn sie sich – wider erwarten – zumindest im Rahmen eines Jahrzehntes noch in der Regelstudienzeit bewegen.

Nebenan, auf dem Gelände des Heimatvereins haben sie von ca. 20.00 Uhr bis morgens gegen 1.00 Uhr wahrscheinlich tausende von Feuerwerksutensilien verarbeitet, bei den – illegalen – Polenböllern wackelte unser Haus beträchtlich. Stundenlang dichte Rauchschwaden, im wahrsten Sinne des Wortes Gestank nach Verbranntem, Feinstaub en masse – alles vom Feinsten.

Heute morgen hörte ich, – eher zufällig- dass ‚beim REWE ja Feuerwerk sehr billig gewesen sei‘. Ein Sortiment Raketen für 79 €, ‚da konnte man nichts falsch machen‘. Nein, da konnte man nichts falsch machen. Ich hätte als Schüler oder Student nicht einmal das Geld dazu gehabt, aber vielleicht haben sie geerbt?

Unser jüngster, 6jähriger Enkel sass völlig verängstigt, hielt sich die Ohren zu und wollte, dass „es schnell vorbei ist“.

Die jungen Leute haben sich noch im Dunkeln – wieder verflüchtigt, am frühen Morgen war es vorbei!

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Ich kann von meinem Arbeitszimmer direkt auf den Platz vor dem Heimatverein sehen, auf dem die Sause startete. Geschätzt liegen dort ruhig und friedlich mehrere große Schubkarren Abfall.

Ich bin mir – aus gelebter Erfahrung – sicher, dass spätestens morgen die Mitglieder des Heimatvereins den Müll akribisch wegräumen werden, alle sind Rentner, fast alle sind Frauen, den meisten fällt das Laufen schon nicht mehr so leicht, geschweige das Bücken. Aber, sie werden aufräumen, dessen bin ich mir sicher.

Um ehrlich zu sein, ich werde nicht mit zufassen, jetzt nicht mehr, warum auch?

Von den stolzen Großeltern weiss ich, dass der gastgebende Jugendliche sich „stark für’s Klima engagiert“.

Wahrscheinlich jeweils am Freitag hüpfend auf der Straße, die Alten räumen dann den Müll weg.

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Ich wünsche Euch allen einen guten Start ins Neue Jahr, Freude, Gesundheit und auch ein paar Euro, in der Hoffnung, dass im nächsten Jahr ‚beim REWE‘ das Feuerwerkssortiment wieder so günstig ist, ‚da könnt Ihr einfach nichts falsch machen‘.

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PS: Gerade, 12.05 Uhr klappert es draußen. Ein Blick durchs Fenster bestätigt meine Erwartung, zumindest teilweise. Der fast 70jährige stolze Großvater des jugendlichen Gastgebers räumt draußen mit der Schubkarre den Müll der jungen Leute weg. Im Vertrauen: er ist nicht mein Patient, deshalb kann ich es erwähnen, er hat schon dreimal Gelenkersatz, ein künstliches Kniegelenk, eine Hüfte und eine Schulter. Aber zum Müll-weg-Räumen reicht es allemal noch.

Lieber G., ich schätze Dich, deshalb nimm es mir bitte nicht übel, Du bist ein zu gutmütiges Schaf.

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Alles Bio oder was ….

Heute: die Agave

Was andernorts Unkraut ist, wird zuweilen in Deutschland mühsam kultiviert, hier die ‚Jahrhundertpflanze‘ oder auch Agave.

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Die Agave gehört zu den Spargelgewächsen, Asparagaceae, in meiner Kindheit war der Asparagus eine der wenigen greifbaren, weil problemlos zu vermehrenden Topfpflanzen. Er stand fast in jeder Wohnung und wir fanden es spannend darauf zu warten, bis der kräftige Wurzelballen den Blumentopf sprengte.

Geographisch war und ist die Agave nahezu durchgängig auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet, wenn sie auch inzwischen andernorts eingebürgert wird.

Agaven sind wichtige Lieferanten von Fasermaterial, hauptsächlich als Sisal.

Auch als Nahrungsmittel macht die Agave bis dato Furore. Geröstet essbar sind Blätter und die großen Blütenknospen.

Bekannter dürften allerdings die alkoholischen Produkte ‚Pulque‘, ein alkoholhaltiges mexikanisches Nationalgetränk, und noch mehr der ‚Tequila‘ sein.

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Falls Ihr für heute Abend noch irgendwo im Keller eine verstaubte bauchige Flasche mit einem eher unscheinbaren Etikette und dem Aufdruck „Patrón“ findet – abstauben, kaltstellen braucht ihr nicht, der edle Tropfen wird bei Zimmertemperatur genossen.

‚Patrón Tequlia‘ ist eine der bekanntesten Spirituosenmarken, die vor allem unter Kennern hohe Wertschätzung erfährt, nicht zuletzt deshalb, weil im ‚Patrón‘ bis heute viel Handarbeit steckt.

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Der Herstellungsprozess ist interessant.

Genutzt für den ‚Patrón‘ werden Agavenherzen, die Pinas, von Pflanzen zwischen 6 und 9 Jahren. Die Pinas werden 79 Stunden in kleinen Backsteinöfen zur Aromenentfaltung geröstet. Die gerösteten Herzen werden dann mittels eines Vulkansteins gemahlen, der so gewonnene Saft wird in alten Holzbottichen fermentiert, unter Zusatz spezieller Hefen weiter verarbeitet. Der Fermentationsprozess dauert noch einmal rund 3 Tage, bevor der ‚Patrón‘ in Holzfässer abgefüllt wird.

Nach dem Reifungsprozess wird der ‚Patrón‘ in die markanten bauchigen Flaschen abgefüllt und in Seidenpapier verpackt auf die Reise geschickt.

Ich konnte Euch natürlich nur die Grundzüge der ‚Patrón‘-Herstellung skizzieren, die Feinheiten sind ein streng gehütetes Familiengeheimnis der ‚Hacienda Patrón‘ in Mexico.

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Alles Bio oder was …?

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Aber bitte denkt daran, selbst der beste ‚Patrón‘ ist nur verdünnter Alkohol, ein Fest für den Geschmackssinn, ein Drama für die Leber.

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Das Jahr geht zu Ende …

Silvester ist für mich ein seltsamer Tag, nicht Fisch und nicht Fleisch.

Die Welt übertrifft sich gegenseitig in guten, vulgo meist vergifteten Wünschen, am ehrlichsten sind die Meisten wohl noch zu denen, die ihnen nicht zu nahe stehen.

Also, ich wünsche Euch allen, die ihr das lest, dass Ihr in 2020 das erreichen mögt, was Ihr euch wünscht – und gut is‘.

Ich habe überlegt, was kann ich mir für 20202 vornehmen?

Materiell? Ich brauche nichts (mehr), außer hier und da etwas „Verbrauchsmaterial“.

Ich nehme mir vor, mich gedanklich „hie und da“ von den Problemen dieser Welt zu verabschieden!

Warum soll ich mir weiter Gedanken machen und meine Lebenszeit verschwenden zu Dingen, die ich weder beeinflussen kann, noch erleben werde? Es ist Zeit auch ideell die Verantwortung an die folgenden Generationen abzugeben.

Viele kleinere und größere intellektuelle Gefechte habe ich ausgefochten, bewirkt habe ich damit wohl nichts, auch wenn es lediglich mein Anspruch war, dass die „Gegenseiten“ nur noch einmal nachdenken sollten.

Leonard Cohen, der leider den Löffel auch abgegeben hat, brachte es so auf den Punkt:

„There is a war between the ones who say there is a war/And the ones who say there isn’t“.

Also muss alles seinen Weg gehen, wir werden sehen, oder auch nicht mehr, wohin es führt?

Im zu Ende gehenden Jahr habe ich noch voll gearbeitet, die Gesellschaft hat es mir nicht gedankt, so dass es legitim ist mich hier und dort zurück zu ziehen, aus dem bezahlten und dem unbezahlten Teil.

Zufällig sind mir jetzt einige Dinge von Gotthold Ephraim Lessing untergekommen, ich konnte bisher nie viel mit ihm anfangen, aber weise war er wohl:

Der Geist des Salomo

Ein ehrlicher Greis trug des Tages Last und Hitze, sein Feld mit eigner Hand zu pflügen, und mit eigner Hand den reinen Samen in den lockern Schoß der willigen Erde zu streuen.
Auf einmal stand unter dem breiten Schatten einer Linde, eine göttliche Erscheinung vor ihm da! Der Greis stutzte.
„Ich bin Salomo“, sagte mit vertraulicher Stimme das Phantom. „Was machst du hier, Alter?“
„Wenn du Salomo bist“, versetzte der Alte, „wie kannst du fragen? Du schicktest mich in meiner Jugend zu der Ameise; ich sah ihren Wandel, und lernte von ihr fleißig sein, und sammeln. Was ich da lernte, das tue ich noch.“
„Du hast deine Lektion nur halb gelernt“, versetzte der Geist. „Geh noch einmal hin zur Ameise, und lerne nun auch von ihr in dem Winter deiner Jahre ruhen, und des Gesammelten genießen.“

Also Leute, Euch allen einen Guten Rutsch und denkt daran, selbst der teuerste Champus ist auch nur mit Wasser verdünnter Alkohol!

„Auf dem Hauptbahnhof mittags um 12 ….“

Der Dildo-Angreifer von Hamburg, faszinierend was es so alles gibt. Ich möchte wetten, viele Eingeborene haben so ein Ding noch nicht einmal in der Hand, geschweige denn im Gesicht gehabt.

Man braucht auch mal was „Lustiges ….“, für die Betroffenen war der Übergriff ganz sicher sehr unangenehm“, aber lustig klingt es doch.

https://www.tag24.de/amp/dildo-attacke-angriff-s-bahn-hauptbahnhof-hamburg-hvv-1336006

Deutsche Sprache – schwere Sprache …

Das Leben eines Philologen soll so sehr aufregend nicht sein, ist doch Sprache etwas eher Statisches.

Jetzt ist es aber wieder an der Zeit, dass sie sich ernsthaft an ihre Arbeit machen. Ich bin der Meinung, es braucht für das Lesen unserer Presse ein zeitgemäßes Glossar.

Laut wikipedia gliedert sich die bisherige Philologie in zwei Zweige:

Philologie ist die zusammenfassende Bezeichnung für die Sprach- und Literaturwissenschaft einer Sprache oder eines Sprachzweiges. Man unterscheidet die Altphilologie (Klassische Philologie), die sich mit Altgriechisch und Latein befasst, und die Neuphilologie, die Beschäftigung mit den modernen Sprachen.

Also, wir reden wahrscheinlich über die Neuphilologen. Zumindest ich habe noch nie gehört, dass in den letzten tausend Jahren zwei Beteiligte beim kämpferisch anmutenden Tanz mit spitzen Gegenständen in Griechisch oder Latein parliert hätten?

Hier ein schönes Beispiel aus der heutigen Presse, vom „Nordkurier“

„Zwei Menschen sind am Samstagabend wegen einer Frau aneinandergeraten.“

Zwei Menschen? Zwei Männer? Zwei Frauen? Eine Frau und ein Mann. Zum Glück klärt uns der Text dann – vorläufig – auf.

https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/mann-in-guestrow-mit-messer-lebensbedrohlich-verletzt-2937925712.html

Wir hätten das in unserer Jugend ganz anders beschrieben:

Zwei wahrscheinlich besoffene Kerle prügeln sich so lange um ein wahrscheinlich genauso besoffenes Weib, bis der eine den anderen absticht. Um die Party etwas lustiger zu machen, mischen sich andere ein und es entsteht postwendend eine Massenschlägerei. Die Bullen hatten alle Hände voll zu tun und erhebliche Mühe mit aufheiternden Gefährderansprachen die eskalierende Lage wieder zu beruhigen.

Das wäre eine eindeutige Aussage gewesen.

Aber ich weiss schon, das geht heute nicht mehr, ist doch nicht klar, ob sich nicht etwa morgen einer der Beteiligten oder gar beide andersgeschlechtlich erklären. Wenn es doch der Relativierung der Gewalttat dient? Aber, dann stimmt ja das ganze Konstrukt nicht mehr. Ein unauflösbares Dilemma, in welches kein seriöser Autor geraten möchte.

Also, ein Glossar muss her …

Die Gesichtslosen …

Der Durchgang unter dem Bahnhof einer deutschen Großstadt, irgendwo im Westen oder im Osten? Im Süden kann er genauso sein, wie im Norden. Nehmen wir an, es wäre eine Stadt in NRW.

Der Taxifahrer hat mich am Hintereingang abgesetzt, „da ist es näher zum ICE-Bahnsteig und sie begegnen nicht so vielen Gestalten“. Er macht die Geste als lege er sich ein Kopftuch um, lacht dabei, das Lachen klingt gepresst, eher aggressiv als freudig, es passt so richtig nicht.

Er hatte auf der kurzen Fahrt einige Worte über Deutschlands Osten verloren. Ja, er ist schon einmal dort gewesen, auch in Thüringen, auf einer Fahrt nach Bad Harzburg. Ich verzichte darauf ihm zu erklären, dass er von Niedersachsen und ich von Thüringen spreche, es hätte ihn wohl auch nicht interessiert.

„Na, wie ist es denn jetzt so bei Euch im Osten…. ?“ Interessiert klingt es nicht, eher so als überlege er, ob er noch irgendwo im Auto eine angebissenen Frühstücksstulle liegen hat, die er, bevor er sie wieder mit nach Hause nimmt und damit den Zorn seiner Frau auf sich zieht, besser mir gönnerhaft übereignen kann.

„Ach, mir geht es gut“, hören will er das nicht. „Man hört doch jetzt immer von den Rechten bei Euch und der Unzufriedenheit, dabei bekommt ihr doch im Osten alles…“.

Ich lasse ihn reden. „Was machst Du denn so….?“ Meine Kleidung: Jeans, schwarzes T-Shirt, Lodenjacke, schwarze Barfussschuhe lassen wohl keine eindeutige Zuordnung zu.

„Ich bin Arzt,“, kurzes Schweigen, „bei Euch im Osten?“, „Ja, in Thüringen…“.

„Da kriegt ihr ja auch alles… „.

Es reicht mir: „Ich war noch nicht einen einzigen Tag meines Lebens arbeitslos und krankgeschrieben so gut wie nie, ich arbeite voll und bezahle Steuern und Beiträge“.

Er winkt ab, „na, und …?“ Ja, na und?

Als er nach ein paar hundert Meter wieder den Gönnerhaften heraushängen lassen will, bringe ich mein Totschlag-Argument.

Nein, ich benenne ihn weder als Rechten, noch als Nazi. Ich beschimpfe ihn auch nicht wegen seiner Benzinkutsche, die in unzulässiger Weise meine CO2-Fussabdruck konterkariert. Nein, all dies nicht, ich sage lediglich: ‚Bei uns im Osten sind die Straßen aber wirklich besser als hier.‘

Schon ist die Konversation zu Ende und die Miene verschließt sich zum drohenden Wolkenbruch.

Der Fahrpreis ist üppig, ich verkneife mir nicht, ihm demonstrativ ein gutes Trinkgeld zu geben. Einen Zahlungsbeleg bekomme ich nicht, ob das wohl für das Finanzamt in Ordnung ist?

Die Maschinerie läuft auf Hochtouren…

Der neue Tag beginnt, wie der alte endete und das mediale Trommelfeuer geht weiter.

Gestern habe ich Euch die Mechanismen der Ausgrenzung als Instrument zur Erlangung und Erhaltung der politischen Macht skizziert.

Neben verhaltener Zustimmung haben mich auch persönlich beleidigende Mails erreicht, wobei die Bezeichnung „Wegbereiter der AfD“ noch zu denen mit guter Netiquette gehören.

Es juckt mich persönlich nicht, gehört es doch – wie dargelegt – zur Methode.

Gestern bzw. heute wird nun bereits nachgelegt und bekräftigt meine Meinung:

https://www.welt.de/vermischtes/article204618322/Oma-ist-ne-alte-Umweltsau-WDR-Kinderchor-sorgt-fuer-Empoerung.html

Lest den Text selbst, er spricht für sich.

Das Elaborat selbst – im negativen Sinn gemeint – dargeboten von Kindern ist allerdings inzwischen von der Website des WDR sang- und klanglos verschwunden, aber das Internet vergisst zum Glück nichts.

Der Gipfel der Volksverarschung ist das Statement des WDR auf die einsetzenden Proteste:

Mir bleiben hier die Worte im Hals stecken, wie anders als Instrumentalisierung könnte das bezeichnet werden? Und, der Gipfel der Chuzpe: der WDR ist das Opfer, das Opfer der dummen Menschen, die die „Satire“ nicht verstehen.

Man kann auf jede Unverschämtheit noch eine drauf setzen, sogar mit Tränen in den Augen. Ob es sich dabei um Tränen der Scham (glaube ich nicht), Tränen, ob der erlittenen Beleidigung (glaube ich noch weniger) oder Tränen des Lachens, ob des gelungene Coups handelt, muss hier offen bleiben, da die Sache sonst vielleicht schon justitiabel wird.

Vielleicht kann uns Unwissenden der schneidige WDR hierzu eine Antwort geben? Oder halten uns die Verantwortlichen des WDR für so dämlich, dass wir neuerdings alles glauben, was sie uns – in gnädiger Weise – zum Frass vorwerfen?

Übrigens, der WDR-Kinderchor besteht – zumindest zu diesem Auftritt -ausschließlich aus sehr jungen Mädchen, die offenbar alle begeistert das Schmählied auf die Generation ihrer Großeltern singen. Nur vorn hampelt ein männlicher Chorleiter herum, Chorleiter.

Es kann vermutet werden, dass hier schon die ’nächste Generation‘ herangezogen wird?

Der Prozess der Ausgrenzung Andersdenkender geht in atemberaubender Geschwindigkeit weiter, die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre gibt uns dafür mindestens zwei – zum Glück gescheiterte – historische Vorbilder. Zumindest wir Älteren können also gut vergleichen.

Hier noch der komplette Text, wobei der letzte Satz der Höhepunkt des Ganzen ist, eine unverhohlene Drohung.

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Das sind tausend Liter Super jeden Monat. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma sagt: „Motorradfahren ist voll cool.“ Sie benutzt das Ding im Altersheim als Rollstuhl. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma fährt im SUV beim Arzt vor, überfährt dabei zwei Opis mit Rollator. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma brät sich jeden Tag ’n Kotelett, weil Discounterfleisch so gut wie gar nichts kostet. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert. Stattdessen macht sie jetzt zehn Mal im Jahr ’ne Kreuzfahrt. Meine Oma ist doch keine Umweltsau!

We will not let you get away with this!”