Alles Bio oder was ….

Heute: die Agave

Was andernorts Unkraut ist, wird zuweilen in Deutschland mühsam kultiviert, hier die ‚Jahrhundertpflanze‘ oder auch Agave.

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Die Agave gehört zu den Spargelgewächsen, Asparagaceae, in meiner Kindheit war der Asparagus eine der wenigen greifbaren, weil problemlos zu vermehrenden Topfpflanzen. Er stand fast in jeder Wohnung und wir fanden es spannend darauf zu warten, bis der kräftige Wurzelballen den Blumentopf sprengte.

Geographisch war und ist die Agave nahezu durchgängig auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet, wenn sie auch inzwischen andernorts eingebürgert wird.

Agaven sind wichtige Lieferanten von Fasermaterial, hauptsächlich als Sisal.

Auch als Nahrungsmittel macht die Agave bis dato Furore. Geröstet essbar sind Blätter und die großen Blütenknospen.

Bekannter dürften allerdings die alkoholischen Produkte ‚Pulque‘, ein alkoholhaltiges mexikanisches Nationalgetränk, und noch mehr der ‚Tequila‘ sein.

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Falls Ihr für heute Abend noch irgendwo im Keller eine verstaubte bauchige Flasche mit einem eher unscheinbaren Etikette und dem Aufdruck „Patrón“ findet – abstauben, kaltstellen braucht ihr nicht, der edle Tropfen wird bei Zimmertemperatur genossen.

‚Patrón Tequlia‘ ist eine der bekanntesten Spirituosenmarken, die vor allem unter Kennern hohe Wertschätzung erfährt, nicht zuletzt deshalb, weil im ‚Patrón‘ bis heute viel Handarbeit steckt.

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Der Herstellungsprozess ist interessant.

Genutzt für den ‚Patrón‘ werden Agavenherzen, die Pinas, von Pflanzen zwischen 6 und 9 Jahren. Die Pinas werden 79 Stunden in kleinen Backsteinöfen zur Aromenentfaltung geröstet. Die gerösteten Herzen werden dann mittels eines Vulkansteins gemahlen, der so gewonnene Saft wird in alten Holzbottichen fermentiert, unter Zusatz spezieller Hefen weiter verarbeitet. Der Fermentationsprozess dauert noch einmal rund 3 Tage, bevor der ‚Patrón‘ in Holzfässer abgefüllt wird.

Nach dem Reifungsprozess wird der ‚Patrón‘ in die markanten bauchigen Flaschen abgefüllt und in Seidenpapier verpackt auf die Reise geschickt.

Ich konnte Euch natürlich nur die Grundzüge der ‚Patrón‘-Herstellung skizzieren, die Feinheiten sind ein streng gehütetes Familiengeheimnis der ‚Hacienda Patrón‘ in Mexico.

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Alles Bio oder was …?

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Aber bitte denkt daran, selbst der beste ‚Patrón‘ ist nur verdünnter Alkohol, ein Fest für den Geschmackssinn, ein Drama für die Leber.

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