Eigentlich bräuchte es „Jesus„, doch der steht – zum Glück – nicht mehr zur Verfügung. Im übrigen soll er die Profiteure des Systems, damals Geldwechsler und Händler von Opfertieren aus dem Tempel gejagt haben. Der Mann käme gar nicht in Frage, die Halle des nächsten CDU-Parteitags könnte nicht groß genug sein, damit nach der Säuberung wenigstens einer überbleibt, der ihn wählen könnte.
Uri Geller, vollbringt meines Wissens keine Wunder mehr auf Bestellung, er zieht – nun schon betagt – als Motivationscoach durch die Lande. Die Ehrlich Brothers ihrerseits verbiegen zwar Eisenbahnschienen, aber ob die Kraft reicht die CDU zu disziplinieren? Sehr fraglich, Sie brauchen noch eine Weile.
Böhmermann und Co. sind noch lange nicht so weit.
Der „bewährte“ und erfolgreiche Parteienretter Martin Schulz ist dummerweise oder zum Glück bei den Roten und Alexander Gauland schon vor Jahren aus dem Verein ausgetreten. Außerdem, ob Gauland den dann fälligen Kommentar von Alice Weidel: „Unglaublich“, aushielte, darf zu Recht in Zweifel gezogen werden.
Das verhinderte Tanzmariechen Annalena passt so richtig zu den Schwarzen nicht, es müsste dann auch „Eine“ und nicht „Einen“ heissen. Der Robert, der mit der sorgenvoll gerunzelten Stirn, kommt auch nicht in Frage, er hat wahrscheinlich keinen Schlips.
Eventuell könnte man Thomas Kemmerich aus Thüringen für die CDU gewinnen? Seine sehr erfolgreiche Friseurkette läuft von allein wie Butter in der Sonne, er hat also Zeit und „würde die Wahl auf jeden Fall annehmen“. Eine negative Überraschung wäre diesbezüglich nicht zu erwarten.
Jetzt wird guter Rat so langsam teuer.
Vielleicht der große Aufklärer Nelson Müller? Aber wer hat in der CDU schon Interesse daran Schwachstellen bis hin zum Betrug in der schönen Verpackung aufzudecken? Wolfgang Bosbach ist weg, sonst fällt mir niemand auch nur im Ansatz ein.
Chuck Norris wurde gestern schon 80, ob der noch Lust hat sich mit der Frauenriege auseinander zu setzen? Ich vermute nicht, jeder wird irgendwann vernünftig und weiss, wann er verloren hat.
*
Königsmacher war schon immer ein schwieriger Job, aber AKK hat uns ja versprochen, „den Prozess von der Spitze her zu gestalten“. Allerdings habe ich noch nirgends gelesen, wann genau sie damit anfangen will.
Also „ER“ wird kommen, unklar ist nur: WER kommt WANN und WOHER?
Oder, noch wahrscheinlicher, wir machen es wie Putin mit seiner Verfassungsreform und zementieren die Macht DERER, die sich schon seit fast einer Generation daran festklammert.
„SIE“.
Das Foto in BILD liesse sich schnell ändern, der Text auch:
„Es gibt nur EINE, die die Union am Ende retten kann“
SIE denkt ja die Dinge vom Ende her. Ob sie die CDU aber vor dem Ende retten, wohl eher nicht.
Corona auf allen Kanälen, die Behörden gehen zumindest in Zentraleuropa und Italien dazu über das öffentliche Leben nahezu lahm zu legen. Die Auswirkungen dieses Aktionismus vermag niemand mehr zu überblicken.
Was genau passiert eigentlich?
Ein relativ harmloser Mikroorganismus hat, von Asien ausgehend, einen/seinen Siegeszug um die Welt angetreten. Relativ harmlos deshalb, da wir ja nicht über die Pest, die Cholera oder etwa Ebola sprechen, sondern über eine vielleicht – wir wissen es auf Dauer noch nicht – graduell verschärfte Form von Grippe.
Dieser Mikroorganismus wird sich weltweit ausbreiten, nicht weil er in der Lage ist aktiv wie ein Vogel die Welt zu umrunden, sondern weil ihn sein zum Überleben notwendiger Wirt, der Mensch, brav über alle Kontinente schleppen wird.
Die daraus folgende grippeähnliche Erkrankung wird zwangsläufig früher oder später überall ankommen, es sei denn, dass es dem Ortsvorsteher eines Bergbauerndorfes im Kanton Appenzell gelingt alle Zugbrücken von und zu seinem Ort hochzuziehen. Aber auch das wird auf Dauer nicht funktionieren.
Natürlich wird es Kranke, auch Tote geben. Das ist in der Auseinandersetzung zwischen Mensch und pathogen Mikroorganismen zwangsläufig so. Es gibt – leider – kein Gesetz welches uns lebenslange Gesundheit und dazu ein ewiges Leben garantiert.
Die Krankheit wird sich, wie die saisonale Grippe, vorerst von selbst „totlaufen, wenn ein genügend hoher Durchseuchungsgrad der Gesellschaft erreicht ist. Aller Voraussicht nach wird er – wie meist – bei über 50 % der Gesamtpopulation in einem Territorium liegen.
Also, wenn mehr als 50 % der Menschen in einem Gebiet Kontakt mit dem Virus hatten, der Körper dagegen seine Abwehrmechanismen aufgebaut hat, dann findet der Mikroorganismus praktisch nicht mehr genügend ihm wohlgesinnte Wirte und die Erkrankungswelle klingt automatisch ab. Ob sie dann irgendwann wieder aufflammt, wissen wir noch nicht so genau. Es ist, der Erfahrung nach, aber nicht zu erwarten, dass Corona sang- und klanglos wieder verschwindet, sondern er wird in der Welt bleiben.
Das sind die nüchternen knappen Fakten, daran gibt es keinen Weg vorbei, ob uns dies nun gefällt oder nicht. Selbst wenn, wie in Katastrophenfilmen üblich, Trump die schwerbewaffnete Army aufmarschieren liesse, würde sich am Verlauf nichts ändern.
Das was die Behörden mit ihren teils hilflos anmutenden Aktionen jetzt versuchen, hat nicht das Ziel Corona aus der Welt zu bringen, das würde nicht funktionieren. Das Ziel kann lediglich darin bestehen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu verringern, die Erkrankungswelle protrahiert verlaufen zu lassen, damit unser gesellschaftliches System insgesamt nicht durch einen etwaigen gleichzeitigen Massenanfall Erkrankter heillos überfordert wird. Dass dies funktionieren kann, haben uns die Chinesen gezeigt, dort beginnt sich die Lage bereits wieder zu normalisieren.
Das hämische Zeigen des „nackten Stinkefingers“ durch unsere Medien gegenüber den Chinesen ist völlig unangebracht, arrogant, ja dämlich. Ich behaupte, wäre der explosive Ausbruchsort nicht Wuhan, sondern NRW oder Österreich gewesen, wir hätten es nicht so rigoros und bravourös regeln können.
Die Erkrankungswelle zeigt uns dazu gnadenlos die Schwachstellen unseres ausschließlich auf Profit des Kapitals getrimmten und als „alternativlos“ gepriesenen „globalen gesellschaftlichen Systems“ auf. Es ist an der Zeit, diesen „Globalisierungsprozess“ zu hinterfragen, ihn auf seine Effektivität für den Einzeln und zwar in der ganzen Welt(!) abzuklopfen. Ob die Kraft der Nichtprofiteure allerdings ausreichen wird um diesen Wahnsinn zu stoppen, wage ich zu bezweifeln.
Falls ein solcher Prozess überhaupt in Gang käme, würden die Profiteure ausreichend Mittel und Wege finden aus dem Heer der braven Bürger genügend neue Vasallen an sich zu binden, die ihre Macht zementieren. Möglicherweise würde es einer weltweiten Pandemie von der „Qualität Ebola“ bedürfen, um die Menschen überhaupt nur zum Nachdenken anzuregen.
Ich jedenfalls werde mich immer wieder dazu äußern, selbst wenn ich hier und dort noch weiter „unter Verschiss“ geraten sollte. Auch aus einer „Blase“ heraus darf und kann man vernünftig argumentieren. Ob es die Menschen hören wollen, das bleibt in ihrer eigenen Verantwortung. Das geht mich auch nichts an.
Euch allen eine hustenfreien Tag. Falls der „Rüssel“ läuft, dann freut Euch, Corona macht, wie wir derzeit wissen, keinen Schnupfen.
Gestern hörte ich auf der Fahrt zur Arbeit im HR I den gepfefferten und von schwerem Pathos getragenen Aufruf unseres Gesundheitsministers im Kampf gegen Corona alle Kräfte zu mobilisieren, zusammen zu stehen und natürlich und vor allem auch Verzicht zu üben.
Alles logische Dinge, denen ich mich ohne Not hätte anschließen können.
An einer Bau-Ampel hatte ich ungefähr 5 Minuten zu stehen. Die Ampel steht dort schon mehr als 1 Jahr, es ist nicht absehbar, dass die Baustelle jemals fertig wird. Ich vermute, die Verantwortlichen spielen auf Zeit und hoffen auf eine baldige biologische Lösung des Problems „Autofahrer“. Corona-sei-Dank scheint es jetzt im Bereich des Möglichen, die Klimaapokalypse unter Greta aus Schweden würde wohl doch zu lange dauern.
An der Ampel kam mir die Erleuchtung, wie mein kleiner, unbedeutender Beitrag im großen, großen Kampf gegen Corona aussehen könnte.
Sollte ich auf den nächsten Kilometern auch nur ein einziges Corona über die Straße huschen sehen, würde ich sofort anhalten, hurtig aussteigen, auch wenn mein Knie schmerzt, ich würde hinter dem Corona her rennen, mich auf das Vieh stürzen, es heroisch unter Missachtung der Gefahr zu Boden ringen, dann in ein TempoTaschentuch wickeln, das soll reissfester sein, und es postwendend beim Gesundheitsamt in der Kreisstadt abgeben, das Corona im Taschentuch. Das Ziel war klar, streng umrissen, nicht zu verfehlen!
Ich hatte es so gut geplant, aber wie immer kam etwas dazwischen oder auch nicht.
Ich gestehe, ich bin ein Versager, ich habe weder ein Corona gesehen, noch es darnieder gerungen. Schade.
Wenn ich es gesehen hätte, hätte es allerdings nichts zu lachen gehabt. Versprochen! Vielleicht klappt es ja heute…?
Zugegeben, nicht nur einmal bin ich in meinem Leben an einem Abzweig angekommen, an dem mir jede Orientierung fehlte und ich mich am liebsten in ein Mauseloch verkrochen hätte.
Nun leben wir Ostdeutschen schon von Geburt so defizitär, dass die Politik nicht umhin kommt, uns zweit- und drittklassige Westgeborene vor unsere unbedarften Nasen zu setzen, aber das ist ein anderes Problem und eines weiteren Beitrags wert.
Aber eigentlich wollte ich sagen, wir leben so defizitär, dass selbst unsere Mauselöcher zu klein sind, um sich darin im Falle des Versagens vor dem „großen Ziel“ verschämt verstecken zu können.
Also, Mauselöcher von ausreichender Größe gibt es im Osten genauso wenige, wie „Heilige ohne Bedürfnisse“.
Irgendwo „da oben“ muss wohl trotzdem EINER sitzen, der einen guten Marxisten nie im Stich lässt.
Ich kann planen was und wie ich will, immer kommt irgendetwas dazwischen.
So kam meist, wenn ich mich wieder einmal so richtig vergaloppiert hatte und anfing mich selbst aus Leibeskräften zu bedauern, „etwas“ dazwischen. Irgendein Ereignis, welches in seiner Dimension das eigene Elend überdeckte oder sogar die Lösung der eigenen Probleme überflüssig machte. Hallelujah!
Aktuell fällt mir auf, dass es diese das Schicksal korrigierenden „Erscheinungen“ nicht nur in meiner unbedeutenden kleinen Welt, sondern auch in richtig großen Dimensionen gibt.
Der ‚Herr‘, welcher Religion man auch immer anhängt oder nicht, hat uns dankenswerterweise Corona geschickt!
Corona lässt alle unsere kleinen, unbedeutenden, ja erbärmlichen Probleme schier winzig erscheinen.
Hinter der künstlichen geschürten Corona-Hysterie, die den klaren Blick der Menschen noch mehr trübt als dies normalerweise schon der Fall ist, lassen sich trefflich alle möglichen Fehler, Versagen, Schweinereien verstecken, die man sonst kaum oder zumindest nicht widerstandslos „durchbringen“ würde.
Warum sollten sich die Menschen noch über neue Gesetze, die die Meinungsfreiheit weiter limitieren oder etwas so Unbedeutendes wie weitere Steuererhöhungen echauffieren, wenn wir doch alle sowieso kurzfristig an Corona sterben. Und wenn nicht an Corona, dann wenigstens an dem prognostizierten furchtbaren MeteoritenEinschlag in ca.30 Jahren. Und wenn das, wider Erwarten, auch nicht klappen sollte, bleibt immer noch die von Greta aus Schweden prophezeite baldige Klimaapokalypse. Leue haltet schön still, sonst droht größtes Ungemach.
Also, warum sich kleinlich an die eigene Geldbörse klammern, wenn es doch sowieso vorbei ist, Hallelujah. Da können wir planen was wir wollen, es kommt mit Sicherheit immer irgendetwas dazwischen. Aber seltsamerweise immer an der „richtigen Stelle“.
Oma Anna selig hätte mit verschmitztem Lächeln gesagt: „Was sie sich dabei nur wieder gedacht haben, wahrscheinlich nichts.“
Hätte sie gewusst, wie richtig sie mit ihrer Prognose auch heute liegen würde, sie wäre stolz auf sich gewesen. So bin ich es.
Grundlegendes Prinzip des Leistungssportes ist das Gewinnen.
Wer im Leistungssport zum Wettkampf antritt, will gewinnen oder zumindest zeigen, dass er einer möglichst großen Zahl von Rivalen überlegen ist. Wenn er es nicht wollte, würde er vernünftigerweise im gesundheitsförderlichen Breitensport aktiv sein. Oder eben auf der Couch hocken und den Aktiven über den Bildschirm erklären, was sie alles falsch machen. Die letzte Gruppe ist immer die größte! 😂
Aber wer Leistungssport betreibt, will seine Überlegenheit beweisen. Niemand tritt etwa bei einem Lauf über 10 000 Meter an, weil er Zweiter bis Letzter werden will, er will gewinnen.
Nun gibt es unter den leistungsorientierten Menschen einige, die bessere körperliche Voraussetzungen haben als ihre potentiellen Rivalen. Jetzt einen Wettkampf „aus dem Stand“ anzutreten, wäre langweilig, es würden immer die gleichen gewinnen. Niemand würde sich dafür interessieren. Leistungssport ist nur interessant, wenn das Ergebnis offen ist, also immer mal andere gewinnen.
Und damit nicht immer nur die von Geburt schon körperlich Bevorzugten gewinnen, hat man das Training erfunden.
Natürlich kann man Training auch formell zur Ausweitung der Leistungsgrenzen ansetzen. Niemand würde sich schinden, wenn es nicht auch dabei ausschließlich darum ginge besser zu sein als der Kontrahent. Obwohl, dabei muss ich die Essgestörten ausnehmen, siehe mein Beitrag:
Gern wird von Leistungssportlern das Narrativ gepflegt, der „Beste“ ist immer der, der am fleissigsten und am besten trainiert hat. Damit wird impliziert, ‚du musst nur schön brav und fleissig sein, dann wirst auch Du gewinnen können. Ich lasse mich inzwischen nicht erwischen.‘
Um es vorweg zu nehmen, das würde vielleicht zutreffen, wenn ich von Kindheit an, mehrere potentielle Sportler kasernieren würde und über Jahre alle unter den gleichen Bedingungen mit der gleichen Motivation trainieren könnten.
Dies ist nicht die Realität. Der Leistungssport ist entweder ein gesamtgesellschaftliches Phänomen oder er ist es auch nicht.
„Doping“ beginnt nicht in der Apotheke, sondern in der Gesellschaft. Ein reiches Land wie Deutschland etwa kann a priori mehr in den Sport investieren, als etwa Moldawien. Ein Talent aus Leipzig hat somit schon von Geburt bessere Voraussetzungen ein „Sieger“ zu werden, als das Kind aus Kischinjow. Selbst wenn die physiologischen Voraussetzungen gleich sein sollten, er hat praktisch keine Chance. Ein erster Aspekt der Ungleichheit.
Die Ungleichheit beginnt bei der Talentauswahl. Um Spitzenleistungen überhaupt anpeilen zu können, müssen Talente früh entdeckt, nach bestimmten Leistungsparametern selektiert und jahrelang gefördert werden. Nicht jedes Elternhaus, nicht jede Schule, nicht jeder periphere Sportverein, nicht jedes Land sind dazu in der Lage. Ein weiterer Aspekt der Ungleichheit.
Sind Talente entdeckt und haben einen Förderer gefunden beginnt die Trainingsphase.
Das Training kann mehr oder weniger effektiv sein. Trainiert das Talent unter optimalen Bedingungen, etwa in Köln oder Leipzig unter universitärer Steuerung oder in Kienbaum unter optimalen materiellen und trainingsmethodischen Voraussetzungen, hat er wesentlich bessere Voraussetzungen sein physiologisches Potential auszuschöpfen, als der junge Sportler aus Vitebsk in Weissrussland, der für sich allein darum bemüht ist, auch irgendwann erfolgreich zu sein. Ein weitere Aspekt der Ungleichheit.
Eine wichtige Rolle spielt die soziale Stellung. Ein Sportler, der sich als Profi nur auf seinen Sport konzentrieren kann und nicht für sein soziales Auskommen noch zusätzlich arbeiten muss, hat einen klaren Vorteil. Ein weiterer Aspekt der Ungleichheit.
Der mit den besseren materiellen Voraussetzungen hat natürlich den „ersten Zugriff“ auf den Sieg im Wettkampf.
Nun will der Läufer aus Kischinjow, der immer Zweiter ist, naturgemäss auch einmal Erster werden. Und, er „braucht“ zu seinem sozialen Aufstieg den Sieg mehr, als der Sportler aus dem „satten Westen“.
Was bleibt ihm?
Er muss nach leistungsfördernden Methoden suchen, die ihm mit seinen beschränkten materiellen Mitteln zugänglich sind. Die Regierung in Kischinjow wird ihm kein Trainingszentrum mit schier unbegrenzten Mitteln zur Verfügung stellen können und wollen. Die Bevölkerung dort hat andere Probleme.
Er könnte auswandern und sich – bei ausreichendem Talent – irgendwo im „reichen Westen“ einer allseits gepamperten Leistungsgruppe anschliessen. Nur wenige schaffen oder wollen das. Es gibt durchaus Sportler, denen es eine Ehre ist für ihr Land anzutreten. Zugegeben ist dies nicht mehr zeitgemäss und wird den Nostalgikern nur selten materiellen Wohlstand nach westlicher Vorstellung einbringen, aber es gibt es noch.
Die immer wieder propagierte „optimale Sporternährung“ ist wichtig, aber nur EIN kleiner Aspekt und macht aus einem „Nachläufer“ noch lange keinen Sieger.
Nicht zu unterschätzen sind selbst scheinbare Randfragen, etwa wie kommt der Sportler zum Wettkampf? Kommt er mit einem durch ein großes Team organisierten Flug von Innsbruck nach Oslo und muss nicht einmal sein Gepäck tragen oder muss er vielleicht selbst mit dem Auto quer durch Europa juckeln? Kann er in einem Sterne-Hotel mit allen Trainings- und Wellnessmöglichkeiten logieren oder reicht es gerade für das billige Hostel an der Hauptstraße?
Wenn also der „ewige Zweite“ aus Kischinjow auch einmal Erster werden will, braucht er den Apotheker. Eine andere Möglichkeit hat er de facto nicht.
Wer nun glaubt, das pharmakologische Doping würde aus einer Trauerweide einen Tannenbaum machen können, irrt gewaltig. Pharmakologische Leistungssteigerung kann vielleicht die wenigen Prozente ausmachen, die den permanenten Vierten endlich einmal auf’s Podest hieven. Aus dem „ewigen 20sten“ dagegen wird auch der Apotheker keinen Sieger machen können.
Trotzdem haben die „entwickelten“ Länder selbst beim pharmakologischen Doping unschätzbare Vorteile gegenüber den „armen Schluckern“.
Wer pharmakologisches Doping ohne entsprechende Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten anwendet, fliegt ganz schnell und unweigerlich bei Kontrollen auf. Wer das Gleiche unter „wissenschaftlicher Anleitung“ macht, wird so gut wie nie erwischt werden, wenn er nicht ausgesprochen dämlich und in seiner Gier nach Leistungssteigerung unersättlich ist. Siehe meinetwegen seinerzeit das „Anabolikum in der Zahnpaste“ von Dieter Baumann.
So wird der Läufer aus Kischinjow in der Regel beim pharmakologischen Doping „erwischt“, der Läufer aus Köln, Leipzig oder der Wintersportler aus Ruhpolding mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.
Aber gerade der Läufer aus Deutschland wird mit seinem nackten Finger als Erster auf den erwischten Moldawier zeigen, Zeter und Mordio schreien und sich über Betrug und Chancenungleichheit erregen. Seine eigenen Vorteile wird er dabei nicht erwähnen.
Und Hajo Seppelt kann wieder eine seiner tendenziösen Doping-Sondersendungen in der ARD platzieren.
Ungleichheit beginnt, wie dargelegt bei der Talentauswahl, geht über die Trainingsmethoden und -möglichkeiten, über die soziale Absicherung bis hin zur Apotheke. Dabei ist alles ist erlaubt, nur der Apotheker nicht.
Wenngleich, so viele Asthmatiker, wie etwa bei den Norwegern beliebige Ausdauersportarten betreiben und leistungsfördernde Asthmamittel „regulär“ einsetzen, gibt es wohl sonst weltweit nicht. Jedenfalls kann ich mich erinnern, dass ostdeutsche Sportlerinnen wie die Ausnahmeläuferin Katrin Krabbe in den 90ern dafür geteert und gefedert wurden. Chancengleichheit eben.
Die Verurteilung des pharmakologischen Dopings hat nur bedingt etwas mit Ehrlichkeit zu tun. Und, Leistungssteigerung beginnt und endet nicht beim Apotheker und beruht – entgegen der gebetsmühlenartigen Beteuerungen der „Guten“ – keinesfalls nur auf Trainingsfleiss.
Alles ehrlich oder was … ? Aber warum sollte es gerade im Sport so sein?
Der kontroverse ergebnisoffene Diskurs ist eine der grundlegenden Voraussetzungen für eine positive gesellschaftliche Entwicklung.
Am Gegenteil, an der Unterdrückung des kontroversen Diskurses ist unter anderem die frühere DDR gescheitert. Wenn das gesellschaftliche „Für und Wider“ nicht öffentlich ohne die Inkaufnahme persönlicher Nachteile ausdiskutiert werden kann, führt dies zu Stillstand und in der Folge zum Abwenden der Menschen hin zu Strukturen, in denen sie sich – vermeintlich – besser aufgehoben fühlen.
Es wird immer wieder darüber berichtet, dass ein ehrlicher oder gar kontroverser Diskurs in Deutschland Ost vor 1989 nicht möglich gewesen ist / wäre.
Das stimmt oder stimmt auch nicht.
Die von mir sehr geschätzte Vera Lengsfeld könnte darüber nicht ein, sondern viele Lieder singen. Es ist faszinierend, dass Frau Lengsfeld, weil sie sich der öffentlichen Meinung nicht beugt und nach wie vor einen sehr fundierten Diskurs führt, auch heute wieder auf der Seite „der Deppen“, der „Rechten“, der „Auszugrenzenden“ angesiedelt wird und sie wird in eine Reihe gestellt mit konservativen Publizisten wie Sarazzin, wie Henryk Broder oder Roland Tichy.
Den vorläufigen Gipfel der Ausgrenzung Andersdenkender hat Jakob Augstein erklommen:
„Die Wegbereiter der Gewalt haben Namen und Adresse: Sarrazin, Broder, Tichy, und andere, die die Verrohung des Diskurses vorangetrieben haben. Zuerst kommen die Worte, dann die Taten. Das ist bei den Rechtsterroristen so, wie bei den Islamisten.“
Henryk Broder ist Nachkomme jüdischer Eltern, die den Holocaust im KZ überlebt haben. Augstein schämt sich nicht Henryk Broder in eine Reihe mit Rechtsextremisten zu stellen, denn als Islamisten wird er ihn wohl beim besten Willen nicht bezeichnen können.
In nicht wenigen Punkten geht meine persönliche Meinung oder Erfahrung nicht konform mit der der genannten Autoren, aber ich mache mir die Mühe die von ihnen publizierten Dinge zu lesen, mich mit ihnen auseinanderzusetzen, das Für und Wider abzuwägen und finde fast immer einen gedanklichen Kompromiss.
So funktioniert gesellschaftlicher Diskurs und nicht über den Versuch Andersdenkende durch persönliche Bedrohung a là Augstein mundtot zu machen.
Nun wäre es relativ einfach Augstein einfach zu ignorieren, denn gesellschaftlich hat er – außer dass er Erbe ist – nichts Nennenswertes geleistet.
Allerdings gibt es nicht nur die bekannten „Augsteins“, es gibt, wie immer, viele „kleine Nachahmer“ auf allen Ebenen.
Aber zurück zu Deutschland Ost vor 1989.
Es gab eine offizielle Meinung, dass war ausschließlich die der Partei (SED), der Regierung, der staatlichen Verwaltung und in der dritten Stufe der Massenorganisationen (Gewerkschaft, usw.).
Die Partei gab die „richtige Meinung“ vor, sie wurde über die Medien weitergegeben in der Hoffnung, dass die Menschen die Vorgaben „auswendig“ lernten, weil rein logisch waren die Dinge oft nicht abzuleiten, aber von einem hohen „moralischen Glanz“. Gern wurde es gesehen, wenn die auswendig gelernten Dinge dann fließend wiedergegeben werden konnten.
Wer sich „in der Öffentlichkeit“ möglichst lautstark an dieses Procedere hielt, war fein raus und hatte nichts „zu befürchten“, auch dann nicht, wenn er „privat“ ganz anders redete. Darum scherte sich in 99 von 100 Fällen niemand.
Wer sich nun wie Vera Lengsfeld, nicht an dieses erwartete und von den Meisten stillschweigend und auch schmunzelnd akzeptierte Procedere hielt, wurde mehrfach inoffiziell „verwarnt“. Wer auch diesen Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstehen wollte, hatte in sich forcierender Art mit Ausgrenzung zu rechnen, wurde irgendwann tatsächlich ausgegrenzt und im Extremfall „ausgebürgert“, d.h. von den „Entscheidungsträgern“ des Landes verwiesen.
Oma Anna selig hätte gesagt, „Wer so gar nicht hören will, hat eben neben den Eimer geschissen, das war schon immer so“.
Vera Lengsfeld möge mir dies bitte nicht übel nehmen, sie gehört genau zu dieser Gruppe. Interessanterweise wurde sie in ihrer Opposition zur DDR von unseren Medien gefeiert, als sie aber „ihren eigenen hochintellektuellen Kopf“ auch in dieser, unserer Republik nicht ablegte und dies auch noch öffentlich, wurde sie sofort wieder zur „Außenseiterin“ degradiert.
Das System der DDR konnte fast 40 Jahre funktionieren, weil sich genügend „Willige“ fanden, die sich unter dem Mäntelchen der „moralisch Besseren“, der „Fortschrittlichen“ gegen die „Querköpfe“, die „Rückwärtsgewandten“, die „Feinde“ stellten. In diesem Prozess waren die „Willigen“ letztendlich die treibenden und agierenden Kräfte. Die eigentlichen „Entscheidungsträger“ dagegen blieben bis zuletzt diskret im Hintergrund.
Die Beweggründe der „Willigen“ waren unterschiedlich. Sie reichten von der Selbstüberhöhung „die moralisch Besseren“ zu sein bis hin zu schamlosem Karrierestreben.
Ich habe das Gefühl heute wieder ähnliche Mechanismen kennenzulernen, die Worte haben sich gewandelt, die Inhalte bleiben die Gleichen. Wer nicht „spurt“ wird ausgegrenzt, diffamiert, beleidigt und wenn es allein durch die Wortwahl ist. Eine der ersten Stufen der Ausgrenzung ist dabei die Verortung Kritischer in einer „Filterblase“. Diesen Begriff gab es in der DDR selig nicht, der ist tatsächlich neu.
Wir sehen, selbst hier gibt es eine Dynamik.
Wahr bleibt aber auch: „Wer so gar nicht hören will, hat eben neben den Eimer geschissen, das war schon immer so“.
Anis Amri und das dröhnende Schweigen der Regierung …
Jeder der seine Sinne beieinander hat, muss Zweifel an der rudimentären öffentlichen Darstellung des Attentats vom Berliner Breitscheidplatz haben. Nicht zuletzt die finale Beendung des Lebens des – mutmasslichen – Attentäters, manche nennen es Hinrichtung, irgendwo im Dunkel von Mailand gibt Rätsel auf.
Nun scheint sich zumindest im Umfeld langsam der Schleier des Verbergens zu heben.
Unsere Regionalzeitung titelte gestern auf der Sportseite:
„Tabuthema bei Läuferinnen: Je dünner, desto schneller?“
Gezeigt wird das Bild einer international erfolgreichen deutschen Läuferin, mit einer Größe von 174 Zentimetern und einem Gewicht von 48 Kilogramm, wahrscheinlich gewogen mit Schlüsselbund, Laufschuhen und nachdem sie vorher mindestens noch einen Liter Wasser getrunken hatte. Aber nehmen wir an, die Angabe stimmt, dann sind wir bei einem Body mass Index von 15,9, dies entspricht einem erheblichen Untergewicht. Physiologischer erwarten wir bei der Körpergröße mindestens 58 Kilogramm.
Verfolgt man heute Wettkämpfe in Ausdauersportarten, Schach sei ausgenommen, dann sehen wir „vorn“ fast nur noch Untergewichtige, im Allgäu würde man von „Hungerhaken“ sprechen und Oma Anna selig hätte gesagt: „Die kann dem Bock zwischen die Hörner schmatzen.
Also, stark untergewichtige junge Menschen treiben exzessiv Sport. Begonnen hat das Phänomen bei den Skispringern, junge Frauen und junge Männer, die im Wesentlichen nur noch durch ihre High- tech – Sprunganzüge aufrecht gehalten werden. Darunter ist nicht mehr viel. Zum Glück haben dort die Verantwortlichen schon reagiert und schreiben ein „Mindestgewicht“ vor, darunter gibt es knallhart kein Startrecht.
Nun hat das alarmierende Kapitel auch bei richtigen Ausdauersportarten offenen Einzug gehalten. Den Anfang haben bei den Läufern die sehr erfolgreichen Afrikaner gemacht, ausgesprochen hagere, dürre Gestalten, die alle Anderen „in Grund und Boden“ laufen.
Hier ein Beispiel: Das sollen „Männerbeine“ sein! Wir sehen hier keine Kinder, sondern ausgewachsene, höchsttrainierte Männer. Wenn wir uns die Männerbeine dieser kenianischen Spitzenläufer(!) ansehen, bleibt ein Schwanken zwischen Anerkennung und Mitleid.
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Hier für Interessenten auch ein Ausschnitt aus einer ARTE-Doku zum Thema.
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Die Frage, warum sind Ausdauerläufer heute so untergewichtig, birgt viele Facetten.
Einmal, zweifellos eine physikalische: Die Newton’schen Gesetze seinerzeit in der Schule gepaukt, habt ihr sicher, genau wie ich, schon wieder vergessen. Vielleicht erinnert Ihr Euch trotzdem:
Das zweite Gesetz nach Newton beinhaltet eine Formel, die das Verhältnis von Kraft, Masse und Beschleunigung beschreibt.
Die Formel lautet: Kraft (F) ist gleich Masse (m) mal Beschleunigung (a).
„F“ ist dabei die Kraft in Newton, „m“ die Masse des Körpers in kg und „a“ die Beschleunigung in Meter pro Quadratsekunde.
Ganz einfach ausgedrückt, um einen Körper zu beschleunigen, braucht es Kraft und deren Wirkungsgrad ist wiederum abhängig von der Körpermasse. Die Körpermasse spielt für die zu erzielende Geschwindigkeit somit eine große Rolle. Bei gleicher Kraft gilt, je leichter, desto besser ist eine geringere Masse in Bewegung zu setzen.
Das stimmt so für einfache anorganische physikalische Systeme. Ein Mensch ist aber neben einem physikalischen Körper, auch ein komplizierter Organismus.
So ist die Körperkraft wieder abhängig von der Relation der Muskelmasse pro Gesamtkörpermasse, aber auch von der Zahl der Muskelfasern, des Verhältnisses der unterschiedlichen Muskelanteile untereinander, von den Winkelverhältnissen des Körpers, die wiederum massgeblich vom Knochenbau bestimmt werden.
Dazu kommen Stoffwechselfaktoren, hormonelle Einflüsse, mentale Faktoren und, und, und.
Der Mensch ist also keine einfache physikalische Maschine, bei der jeder Funktionsparameter am „Reissbrett“ berechnet werden kann. Auch das ist übrigens früher im Leistungssport schon versucht worden, die vorgenommenen Versuche waren, auf den Punkt gebracht, nach heutigen Massstäben einfach unethisch. Ich hoffe, dass es aktuell solche Entwicklungen nicht gibt, meine Hand würde ich dafür allerdings nicht ins Feuer legen.
Unser Ausgangspunkt war das exzessive Untergewicht aktueller Spitzenläuferinnen.
Um es knallhart zu sagen: Die Läuferinnen spielen des Erfolgs willen bewusst mit ihrem Leben. Das bei ausgeprägter Unterernährung der Körper in einer extremen Belastungsphase, etwa einem Wettkampf, da er keine schnell verfügbaren Leistungsreserven mehr hat, bis zum Tod hin dekompensieren kann, liegt auf der Hand.
Die Verantwortlichen, Funktionäre, Trainer, Sportmediziner, aber auch die begleitenden Familien, die dieses letztendlich suizidale Verhalten unterstützen und tolerieren, handeln unverantwortlich!
Warum tun sich die Sportlerinnen diesen Wahnsinn trotzdem an?
Einerseits locken Anerkennung, Ruhm und im Erfolgsfall viel Geld, Geld, welches sie sonst nie im Leben in dieser Fülle verdienen würden. Ich verstehe gut, dass gerade junge Sportler dieser Versuchung sehr schnell erliegen können. Motivierte Sportler kommen dazu nicht selten aus prekären sozialen Verhältnissen. Für sie ist der Leistungssport die einzige Möglichkeit sozialer Tristesse zu entkommen.
Nach dem Kölschen Grundgesetz kneifen sie Augen und Ohren zu und verlassen sich darauf: „Et hätt noch immer jot jejange“.
Andererseits finden viele junge Frauen und Mädchen den Weg zum Ausdauerlauf aus einer ganz anderen Ecke: „Schlankheitswahn als Schönheitsideal“.
Der Wunsch schlank zu sein ist eine der häufigsten Quellen von Essstörungen: Bulimie, Anorexie (Magersucht), bis hin zum wahren ‚Zu-Tode-Hungern‘.
Es ist für mich immer wieder faszinierend von Betroffenen zu hören, dass der Ausgangspunkt einer letztendlich lebensbedrohenden Anorexie nicht selten eine x-beliebige, gewollte Hungerphase zur Gewichtsreduzierung war. Ganz schnell entwickelt sich daraus ein nur schwer oder gar nicht mehr reversibler Prozess, der in die anorektische Katastrophe führen kann.
Ich habe nicht wenige Frauen mit Essstörungen im Bereich des Leistungs- mehr noch des „gehobenen“ Breitensports kennengelernt, die genau diesen Weg genommen haben. Initial stehen „Diäten“, Hungerphasen und dazu kommt zur Unterstützung der Gewichtsreduktion das tägliche Rennen – notfalls – bis zur Bewusstlosigkeit. Das letzte vermeintlich noch überflüssige Gramm wird einfach heruntergerannt.
Wenn Euch das Thema interessiert, besucht einmal Wettbewerbe im Breitensport, wenn sich die Massen in Halbmarathon, Marathon oder gar Triathlonwettbewerbe stürzen. So viele essgestörte, anorektische Menschen werdet ihr nie wieder auf einem Haufen sehen. Ein Rat: Wenn Euch eure körperliche Unversehrtheit lieb ist, macht dies dort nicht zum Thema. Es gibt nämlich kein geeigneteres Feld um die Essstörung zu verstecken als den Sport. Darauf angesprochen müsst ihr auf aggressive Abwehr gefasst sein.
Und wenn sich Leistungswillen und die Ablehnung des (weiblichen) Körpers treffen, dann wird daraus möglicherweise, bei entsprechenden körperlichen Anlagen ein Internationaler Sportstar, der / die irgendwann auf der obersten Stufe des „Stockerls“ seinen / ihren Platz im ganz, ganz großen Scheinwerferlicht einnimmt.
So viel zur Frage: „Je dünner, desto schneller“.
Ein Rat für den Alltag, wenn sich in euerm Umfeld junge Mädchen und Frauen finden, die plötzlich extrem abnehmen und gleichzeitig jede freie Minute zum Rennen oder für anderen Ausdauersport nutzen, dann sollten bei Euch alle verfügbaren Glocken Alarm läuten und ihr solltet besser zwei, denn nur ein Auge darauf haben. Übrigens, in den letzten Jahren tummeln sich auch immer häufiger junge Männer auf diesem Feld. Also auch da, Augen auf.
Ich würde mich freuen, Eure Erfahrungen, Meinungen zu diesem Thema zu hören.
Eine befreundete Bloggerin, Clara Himmelhoch, hat auf die Crux der aktuellen Hamsterkäufe hingewiesen und Parallelen zu „Beschaffungsaktionen“ zu Ostzeiten gezogen. Etwa Klopapier, in Supermärkten inzwischen heiss begehrt.
Ich darf voll Stolz sagen: Wir im Dienst ergrauten Ossis wissen mit solchen Notlagen, wie mangelndem Klopapier, souverän umzugehen.
In meiner Kindheit war die Latrine „über den Hof“. Ich musste eine Treppe nach unten, raus zum Hof, vorbei am Brunnen, handbetrieben, ca. 25 Meter, dann war neben dem Stall ein kleiner Anbau, ebenerdig, vielleicht 80 x 80, eine Holztür mit Herzchen, die von innen provisorisch mit einer Drahtschlaufe geschlossen werden konnte. Darin ein Brett mit Loch, darauf lag ein zum Kochen nicht mehr gebrauchter Kochtopfdeckel. Der Topf selber war an einer Stelle durchgerostet und diente trotzdem brav weiter, diesmal als Behältnis für das Hühnerfutter.
Wenn man nun drin hockte, vielleicht im Winter bei – 20 Grad, kam niemand auf die Idee sich dort mit Buch und Smartphone lange aufzuhalten. Hatte trotzdem just in dieser Zeit ein Zweiter „ein Bedürfnis“, hörte man seine knirschenden Schritte über den Schotter des Hofes und der, der schon drin war, warnte mit dem Ruf: „Besetzt.“
Das wiederum war für beide Seiten unangenehm, für den Störer, „wohin damit?“ und für den Hockenden, der sich vom Wartenden getrieben fühlte. Und bullern Sie mal „unter Druck“, die Männer wissen, wovon ich rede.
Der Moment danach …, fertiges Klopapier auf Rolle gab es nicht!
Deshalb wurde jede Zeitung nach dem „Auslesen“ aufgehoben, die Seite mehrfach gefaltet und mit dem Messer an der Falzlinie geschnitten. Heraus kamen pro Seite 16 Blatt, die wurden mit einer Stopfnadel auf einen Strick aufgezogen und das Bündel an einen Nagel „neben dem Loch“ gehängt. ‚Und fertig war die Laube‘.
Zum Glück war damals das Papier der meisten Zeitungen schlecht, das heisst, rau und damit saugfähig….! Ich führe das jetzt nicht näher aus. Wer Details braucht, schreibe seine konkrete Frage bitte in den Kommentarbereich.
Später gab es Klopapier auf Rollen, meist einlagig, und von fraglicher Qualität, sodass viele Alte lieber bei der Zeitung blieben. In unserer Gegend, also in Thüringen, gab es m.W. ein einziges Werk für Klopapier, von einer Qualität, welches im Volksmund als „feines Sandpapier“ gehandelt wurde.
In den 80ern hatte sich das Ganze etwas stabilisiert, aber es blieb – im Verkäuferinnen-Deutsch – ein „knapper Artikel“.
Das blitzartige Öffnen der Grenzen 1989 ging auch uns „nicht am Arsch vorbei, sondern es begann selbst dort „die neue Zeit“.
Klopapier in Hülle und Fülle, allerdings nun „schweinsteuer“.
Meine Frau und ich leiteten damals eine RehaKlinik in Thüringen. Sie war der Boss, verfügte als Verwaltungschefin über die Kohle und ich hatte als Chefarzt nur lästige Wünsche. Die daraus resultierenden Diskussionen habe ich zum Glück – angeblich – aus meinem Gedächtnis gestrichen … aber laut war es schon.
Also, sie musste sparen, wann und wo es nur ging. In Anbetracht der neuen Klopapierpreise, die ihr den Schweiss auf die Stirn trieben, erinnerte sie sich an unsere altbekannte Thüringer Firma, die das bekannte, beliebte und erschwingliche ‚Werra-Krepp‘ herstellte.
Vor Grenzöffnung war man dort ungern gesehener Bittsteller, nun plötzlich begehrter Kunde. Ein Wunder geschah, ein Anruf genügte.
„Aber selbstverständlich, für die Klinik, eine Ladung?“
Verdattert ob der ungewohnten und nicht erwarteten Freundlichkeit, „Ja, …“.
Schon am nächsten Tag kam die „Ladung“. Ein großer LKW vom DDR-Typ W 50 plus Anhänger, beide bis oben beladen. Ein Riesenhaufen wurde auf dem Klinikhof abgeschüttet.
Als wir nach 3 Jahren die Klinik verliessen, fanden unsere Nachfolger ein für die 90er modernes Haus vor und Klopapier Marke ‚Werra-Krepp‘ einlagig, noch für mindestens 10 Jahre.