Alles im Focus oder was … ?

Das normale Leben

Covid-19 scheint alles, aber auch alles in den Industriestaaten zu dominieren, während es in der „3. Welt“ vergleichsweise still ist. Was die Ursache ist, ich weiss es nicht.

Einer der denkbarer Faktoren: Dort hat man andere, größere, noch existentiellere Probleme?

Gerade höre ich im nebenher laufenden Radio, dass alle paar Sekunden auf der Welt ein Kind verhungert ….

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Ich gestehe: Covid-19 hat es leicht mich zu dominieren, er braucht sich gar nicht groß anstrengen. Wenn es einmal keine neuen Mitteilungen gibt, ertappe ich mich, dass ich öfter als sonst im Netz bin um Informationen zu bekommen. Und es ist nicht ausschließlich das Interesse als Arzt.

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Heute morgen kam ein Tischler ins Haus, ich kenne ihn schon länger, ein ruhiger, besonnener und in seiner Arbeit sehr gewissenhafter Mann. Er ist nicht unbedingt ein Dauerredner, heute war er betreten, wollte zuerst nicht sprechen, erregte meine Neugier. Auf meinen Kommentar: „Sind bei Euch alle coronafrei?“, berichtete er, dass sein Chef und Freund gestern bei Arbeiten zu Hause im Geschäft sehr schwer, lebensbedrohlich verunglückt ist.

Ich kenne ihn auch, seit Jahren arbeiten wir zusammen und ich merke wie ich irritiert, betreten, mitgenommen bin.

Was ist schon Covid-19, wenn ein guter Bekannter, mit dem man sehr lange sich gegenseitig begleitend unterwegs ist, plötzlich an der Schwelle zum Tod steht, wegen eines ganz banalen Unfalls?

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Ich werde doch öfter über meinen jeweiligen Focus nachdenken müssen.

Jetzt gehn‘ sie mit den Pferden durch …

Das Dilemma der Landesfürsten …

Unser Land ist noch für Wochen, ich schätze für Monate mit Einschränkungen des bürgerlichen Lebens überzogen, die eine große Leidensfähigkeit bedingen, um überhaupt umgesetzt zu werden, aber auch die Bereitschaft der Bürger mitzutun nicht überfordern dürfen.

Bisher ist unser Land im Vergleich zu unseren Nachbarn von Covid-19 weitgehend verschont geblieben. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir nicht was genau der Grund dafür ist, wir vermuten, es sind möglicherweise die Einschränkungen in der Freizügigkeit.

Inzwischen sind die Epidemiologen etwas schlauer als zum Anfang des Infektionsgeschehens. Das Wissen sachlich vermittelt gibt dem Bürger eine gewisse Sicherheit, auch hinsichtlich der zu treffenden Maßnahmen und ihrer allgemeinen Akzeptanz.

Es ist mir deshalb nicht verständlich warum jetzt offenbar mehrere Provinzfürsten darauf aus sind, die Schärfsten unter den Scharfen zu sein.

Söder und Hans waren vorgeprescht, zogen ohne wissenschaftlich-sachlichen Hintergrund die „Daumenschrauben“ für die Bürger immer enger, wohl bestrebt die anderen Provinzialen mit ihrer Forsche unter Druck zu setzen, Die wiederum wehrten sich verbal und nonverbal, heraus kam ein deutschlandweiter Flickenteppich an Maßnahmen, der wiederum das Vertrauen der Bürger fundamental erschüttert. Deutschland ist flächenmäßig unbedeutend, bis auf wenige Ausnahmen leben wir alle unter vergleichbaren sozialen Bedingungen, die geographische Struktur mag unterschiedlich sein.

Warum also an der einen Stelle strenge Maßnahmen, die vielleicht fünf Kilometer weiter im benachbarten Bundesland keine Bedeutung mehr haben? Wie soll der Bürger das verstehen und Vertrauen entwickeln? Und worin soll die sachliche Begründung liegen? Es gibt keine außer dem Hinweis auf die berühmte „föderale Struktur“ unseres Landes. Unsere Politiker werden nicht müde die Vorzüge des Föderalismus zu besingen, sachlich zu erklären vermag sie niemand

Dazu kommen die überschießenden Maßnahmen der ganz Scharfen, die de facto innerhalb Deutschlands wieder Grenzen errichten. Dort fehlen nur noch die Schlagbäume und die Zöllner, die von den Reisenden einen saftigen Wegezoll einfordern.

Und sei das nicht genug Verunsicherung, werden die Regeln für Ostern nochmals verschärft, nur weil die Kanzlerin in ihrer unendlichen Weitsicht gestern verkündet hat: „Viren kennen keine Feiertage.“

Genau Frau Kanzler, Viren kennen keine Feiertage, nicht einmal den Tag der Deutschen Einheit. .

Schon springen die Provinzfürsten auf und beginnen im vorauseilenden Gehorsam nochmals diese und jene Schippe draufzulegen.

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Frau Schwesig möchte auch einmal „im Tagesbefehl erwähnt werden“ und sperrt für die Ostertage die Ostseestrände und die Ufer der Seen in Meck-Pomm für Besucher.

Andernorts sollen „Ausflugsziele“ und Parks für Besucher geschlossen werden, weshalb? Bussgelder bis 5000 Euro werden angedroht, wer etwa den „Mindestabstand“ nicht einhält, müsse nach Schwesig’s Innenminister Caffier mit einem Bussgeld von 150 Euro rechnen.

Leute lasst es gut sein, bleibt mal sachlich.

Bisher gibt es keine Belege dafür, dass sich die Menschen zum Beispiel beim Einkaufen anstecken, selbst für den Besuch beim Friseur ist nicht ein einziger Ansteckungsfall belegt.

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Möglicherweise stellen sich die Beamten den Infektionsvorgang so simpel vor, wie den Übersprung einer Kopflaus in der Schule von einem Kinderkopf auf den nächsten.

Ich behaupte, selbst wenn sich auf einem Kilometer Ostsee-Strand mehrere hundert Menschen im Abstand bewegen, dazu geht dort immer ein leichter Wind, wird keiner, nicht ein Einziger eine Ansteckung erleiden.

Nach allem, was wir inzwischen wissen, braucht es ein längeres enges Zusammensein von Menschen in geschlossenen Räumen, um eine Infektionskette auszulösen.

Zwei sich am Ostseestrand oder in einem Park begegnende Wanderer, die noch dazu im gebührenden Abstand aneinander vorbeigehen, haben aus dieser Situation heraus dagegen ein Infektionsrisiko von Null.

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Warum also soll das verboten werden? Ich sehe dafür keinen, wirklich keinen stichhaltigen Grund.

Im Gegenteil, um für die bisher eingeleiteten Maßnahmen bei den Bürgern dauerhaft Akzeptanz zu finden, darf deren Geduld nicht überstrapaziert werden. Sonst geht das ganze Ding nach hinten los und die Menschen pfeifen auf alles. Und wenn bei den Ersten die Sicherungen durchgehen, hält dies niemand, auch keine Polizei mehr auf.

Mir kann es eigentlich egal sein, ich wohne auf dem Land, um mich herum ist nach Meinung eines Städters nichts und bis zum Waldrand sind es knapp 100 Meter. Anders ist es für die Familie mit zwei Kindern und Hund in der städtischen Drei-Raum-Wohnung. Ich mag es mir gar nicht vorstellen.

Und denen auch noch das letzte Quentchen Luft nehmen zu wollen, ist einfach dumm.

Oder sollen einfach die Grenzen der Duldungsbereitschaft der Bürger getestet werden? Das wäre noch dümmer.

Draussen ist strahlender Sonnenschein, geht raus, geht spazieren, haltet den empfohlenen Abstand zu den Anderen ein und vermeidet extremere körperliche Belastungen, dann ist alles gut.

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Tag 16 des Corona-Notstandes

Gleichförmig kann auch fast rund sein

Gestern wurde irgendwie nebenbei, so als wäre es absolut nebensächlich, bekannt gegeben, dass die Ausgangsbeschränkungen mindestens noch bis zum 19. April weitergeführt werden (müssen). Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich gestern darauf verständigt, kaum jemand schien sich dafür zu interessieren. Bei den Meisten löste es keine Reaktion aus, drauf angesprochen, lediglich ein Schulterzucken. Ich merke, selbst unter den sozial nicht Abgeschotteten, weil noch täglich arbeitend, entwickelt sich ein wachsendes Desinteresse, die zu erwartenden drastischen sozialen Folgen spielen überhaupt keine Rolle. Die Stimmung ist eher resignierend, ‚es kommt eben wie es kommt, wir machen, was wir sollen‘ – ich empfinde es nicht als angenehm.

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Die Kanzlerin erschien diesmal persönlich auf dem Bildschirm, wie immer in der Kulisse der Augsburger Puppenkiste, es wurde nicht wieder im Nebensatz von Helge Braun verkündet. Ergänzend wurden einige Ministerpräsidenten ins Bild gesetzt. Sie taten dies mit der ihnen eigenen, hinlänglich bekannten, professionell antrainierten Empathie in der Stimme. Allerdings einer, der sonst bei zentralen Themen selten ins Bild kommt oder darf, trat mit der Pose eines römischen Feldherren auf, der seine Legionen über die Entscheidung des Cäsar informiert, um sie dann gnadenlos in den Kampf zu schicken. Das auffällige neue Outfit wurde dagegen gekonnt in Szene gesetzt. Vielleicht können ihn die Berater darauf hinweisen, dass dies in Zeiten verordneter allgemeiner Bescheidenheit so gut nicht ankommt? Originalton eines Menschen aus einem süddeutschen Bundesland vor dem großen Televisor: „Ist das nicht der, der geheult hat, als er nicht gewählt worden ist?“ Ja, das ist er, auch wenn das „welterschütternde unverzeihliche Ereignis“ niemand mehr interessiert und auch im Vergleich zur aktuellen Lage der berühmte Fliegen- besser noch Mückenschiss der Geschichte war.

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Thema Geschichte: Schon tauchen die ersten Trittbrettfahrer auf.

Heute morgen auf dem Nachhauseweg teilte man im HR mit, dass Herr Schellnhuber fordert, die Bereitschaft der Deutschen zum Verzicht in Angesicht von Covid-19 gleich „für das Klima“ weiter zu nutzen. Schellhuber ist der Mann, dem die Kanzlerin in Klimafragen, warum auch immer, ihr Ohr leiht. Ich nenne es Chuzpe, wenn Schellnhuber jetzt feststellt, „es hat sich gezeigt, dass die Deutschen Verzicht üben können, dass sollten wir für’s Klima gleich weiter ausnutzen“. Ich hätte nicht gedacht, dass die, die vor autoritärem Gehabe des Staates gewarnt haben, so schnell Recht bekommen würden.

Nein, Herr Schellhuber und gleich auch an die Politik gerichtet: Die Bereitschaft der Menschen in einer absoluten Notlage temporär quasi freiwillig auf verfassungsmäßig angestammte Grundrechte zu verzichten, hat nichts, aber auch gar nichts damit zu tun, dass daraus ein Dauerzustand im Sinne einer Selbstbedienung des Staates werden könnte und dürfte.

Hier muss man sagen: Wehret den Anfängen und haltet die Augen offen.

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Die Medien haben es schwer, das Thema Corona ist ausgelutscht und Neues gibt es kaum. Trotzdem, ein bisschen Mühe kann man sich schon geben – gerade jetzt.

Ich entfalte die regionale Tageszeitung „Freies Wort“ und lese auf der ersten Seite die in größten Lettern gehaltene Titelzeile:

„Corona-Toter in Sonneberg“.

Leute, Leute. Vielleicht gibt es Menschen, für die es wesentlich ist als erste Information zu lesen, dass in der Kleinstadt in Südthüringen ein alleinlebender Mann, der noch nicht zu den Alten gehörte, gestorben ist, bei dem man post mortem auch Covid-19 gefunden hat. Man weiss noch nicht einmal, ob der Mann durch oder mit Corona gestorben ist, aber die Menschen werden in Aufruhr versetzt, als ob weiland die Pest trotz des zugemauerten Stadttors in die Stadt eingebrochen ist und der Sensenmann in jedem Haus seine grausige Ernte hält.

Einige Seiten weiter in der Titelzeile:

„Der Kampf um die Beatmungsgeräte“

Eigentlich braucht man gar nicht weiterlesen, weil allein die Überschrift impliziert, dass ein unerbittlicher blutiger Nachbarschaftskampf um lebenswichtige medizinische Geräte eingesetzt hätte. Früher hätten wir gelernte Ostler noch frohgemut sagen können: „Ist doch nicht schlimm, dann lassen ich eben mir von meiner Oma im Westen – so man hatte – so’n Ding schicken“ und das Problem wäre geklärt gewesen. Heute hat die Oma selber keins…. „Schöne neue Welt“.

Liebe Leute in den Redaktionsstuben, solche Art von Journalismus ist in Krisenzeiten entbehrlich und das bekommt selbst BILD viel besser hin.

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So, die Sonne scheint von einem makellosen Himmel, auch wenn es noch kalt ist.

Ich gehe jetzt in meinen Garten, ich habe wichtige Dinge zu tun. Gestern Abend habe ich Depp vergessen die Fenster meines Frühbeets zu schließen, was an sich nicht schlimm wäre, wenn nicht meine selbstgezogenen Salat- und Kohlrabipflanzen nach dem heftigen Nachtfrost jetzt ziemlich belämmert am Boden liegen würden. Der Frost hat sie dahin gestreckt, das ist nicht schön, weil ich irgendwie mit meinen Pflanzen mitleide, aber immer noch besser, als wenn Corona einen von Euch durchgeschüttelt hätte.

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Auch wenn die Tage mehr oder weniger gleichförmig vor sich hin „trotteln“, die Dynamik scheint raus , aber es läuft trotzdem noch irgendwie rund.

Bleibt hübsch gesund, haltet Abstand wo es geht …. und so ihr wollt.

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Der Kampf gegen den Virus …

Vom Kräftchen zur Kraft?

Kräfte zu haben ist in einem Kampf etwas sehr Nützliches, keine oder nur geringe Fähigkeiten zu haben und doch nicht unterliegen zu wollen, erfordert einen besonnenen Einsatz der eigenen Kräfte.

Ein wohl typisches Beispiel zeigen die historischen Berichte über die Schlacht bei den Thermopylen, nach den Überlieferungen am 11. August 480 v. Chr. zwischen den Griechen und den Persern. Es gelang den Griechen durch eine gute Taktik und eine Bündelung ihrer sehr geringen Kräfte das absolut überlegene persische Heer zumindest eine Weile aufzuhalten.

Ich denke, Ähnliches können und müssen wir heute im Kampf gegen Covid-19 erreichen, wir müssen es erreichen und können es als Gesellschaft auch erwarten.

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Die Mikrobiologen und Epidemiologen sind eine kleine Gruppe von Medizinern und Naturwissenschaftlern, die im Vergleich zu uns einfachen Ärzten meist ein vergleichsweise beschauliches Dasein führen, was ihnen die Möglichkeit gibt stabil wissenschaftlich arbeiten zu können. Aktuell sehen wir das bei einer kleinen Untergruppe, den Kollegen, die sich schwerpunktmäßig mit Viren beschäftigen, den Virologen.

Viele Virologen schaffen es in ihrem gesamten Berufsleben nicht einmal ins Licht der Öffentlichkeit und der Kameras zu kommen. Ich kenne Kollegen, die das auch nicht wollen und dankbar sind, dass sie in „aller Ruhe“, dabei fleißig wie die Bienchen wissenschaftlich arbeiten können und sie sind froh ab und zu eine Arbeit in einer angesehen wissenschaftlichen Zeitschrift publizieren zu können.

Ich verstehe das und war in meinem Berufsleben gelegentlich hier und dort sogar neidisch, wenn ich vom medizinischen Alltag überrollt wurde und an einem Thema „nicht Dranbleiben konnte“.

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Gnadenlos hat nun Corona unsere wenigen Virologen ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt, nicht jeder ist dem Licht der Scheinwerfer gewachsen, muss es auch nicht.

Das ist aber nicht mein Thema.

Die Kapazität unserer wissenschaftlichen Mikrobiologen und Epidemiologen ist begrenzt. Wir haben das RKI, quasi die staatliche Überstruktur. Dann gibt es Kapazitäten in Wissenschaftlichen Instituten, etwa bei Helmholtz. Universitäten, die etwas „auf sich halten“, führen virologische Institute. Das war es aber auch schon.

Die virologisch tätigen Kollegen, die ich persönlich kenne, sind sehr intelligente und strukturierte Menschen, was wohl eine conditio sine quo non für erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit ist.

Wir haben also ein nur kleines, aber intelligentes Potential an Fachleuten zur Verteidigung bei unserer „Schlacht bei den Thermopylen“ gegen den angreifenden Corona zur Verfügung.

Um so mehr irritiert es mich, wenn ich das Gefühl habe, dass zwischen dem RKI und den peripher tätigen Kollegen wenig zusammen geht, auch zwischen den virologischen Ordinarien wenig zusammen läuft, ja, man sich sogar, so es nur Gelegenheit gibt, gegenseitig ans Knie pinkelt. Der Eine freut sich, wenn er – ohne die „Kontrahenten“ – in ‚Nature‘ veröffentlichen kann, der Andere klagt im Fernsehen das RKI des Versagens an, was stimmen mag oder auch nicht, ich kann es nicht beurteilen. Auf jeden Fall ergibt es insgesamt ein jämmerliches Bild.

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Leute, die Pandemie ist nicht dazu da, dass Ihr Euch persönlich profiliert. Die Gesellschaft hat ein Recht darauf, dass Ihr Euch zusammenschließt, Eure Kräfte bündelt und gegen das überlegene Heer nicht der Perser, sondern des Corona antretet.

Wo Euer Schlachtfeld genau ist, sein kann, sein muss, das müsst Ihr entscheiden.

Vergesst für ein paar Monate Eure erkennbaren persönlichen Vorbehalte, arbeitet zusammen, klärt Eure Ziele und macht Euch – verdammt nochmal – endlich gemeinsam an die Arbeit.

Jeder Einzelne von Euch ist nur ein Kräftchen, macht daraus eine Kraft!

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Ein Desaster ….

Corona fragt nicht

Für das materiell und personell gut aufgestellte Ernst von Bergmann Klinikum in Potsdam ist dies ein Desaster.

https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/7-tote-potsdamer-klinik-kaempft-gegen-ploetzlichen-corona-ausbruch-69766974.bild.html

Ich beneide die Kollegen in Potsdam, die eine gute Arbeit machen um dieses Desaster nicht. Es zeigt aber auch, wie hoch die Dunkelziffer ist und dass wir ganz am Anfang des Verständnisses des Virus sind.

Ich drücke Euch alle Daumen, speziell auch den Kollegen, die ich persönlich kenne, dass ihr das schnell in den Griff bekommt.

Ich sollte doch öfter einmal nachdenken …

Manchmal ist nicht alles gut….

Es ist wohl menschlich verständlich, dass man mit dem was man tut zufrieden ist und die eigene Wichtigkeit nur ungern und mit Widerstand in Frage stellt. Natürlich geht es mir auch so und es gibt schon Tage, da würde ich mir gern selbst auf die Schulter klopfen, am besten auf beide gleichzeitig.

Nur, wie ordne ich es ein, wenn ich aus einer nicht unbedeutenden Kreisstadt mit einem großen Klinikum höre, dass seit einigen Wochen die Bestatter mangels Arbeit schon an trockenen Brotkanten kauen, mit denen sie sonst mit Kindern oder Enkeln die Enten auf dem Teich füttern würden?

Sicher könnte man sich als Mediziner jetzt auf die Brust schlagen und strahlend in die Runde blicken. „Seht ihr, was wir vermögen!“

Nur, die Sache hat einen tiefschwarzen Pferdefuss:

Den Bestattern mangelt es an Arbeit, seitdem das Klinikum auf Notbetrieb umgestellt ist und in Hab-acht-Stellung für die möglichen und hoffentlich nicht zu häufig eintretenden Corona-Fälle bereitsteht?

Also, das Klinikum hat wenig Arbeit und in der Region haben die Bestatter gleichzeitig wenig zu tun. Mir gruselt es, wenn ich auch nur fiktiv über die Ursachen nachdenke.

Ich hoffe, es ist nur eine lokale Momentaufnahme, ich muss mich erkundigen.

Zum Glück(?) muss Oma Anna selig das Desaster à la 2020 nicht mehr miterleben. Wäre sie noch unter uns, würde sie wahrscheinlich jetzt sagen:

„Siehst Du Junge, trotz ärztlicher Kunst genesen manche Menschen.“

‚Junge‘ deshalb, weil ich sie sich Zeit ihres Lebens meinen Namen nicht merken konnte oder wollte. So war sie eben.