Ich sollte doch öfter einmal nachdenken …

Manchmal ist nicht alles gut….

Es ist wohl menschlich verständlich, dass man mit dem was man tut zufrieden ist und die eigene Wichtigkeit nur ungern und mit Widerstand in Frage stellt. Natürlich geht es mir auch so und es gibt schon Tage, da würde ich mir gern selbst auf die Schulter klopfen, am besten auf beide gleichzeitig.

Nur, wie ordne ich es ein, wenn ich aus einer nicht unbedeutenden Kreisstadt mit einem großen Klinikum höre, dass seit einigen Wochen die Bestatter mangels Arbeit schon an trockenen Brotkanten kauen, mit denen sie sonst mit Kindern oder Enkeln die Enten auf dem Teich füttern würden?

Sicher könnte man sich als Mediziner jetzt auf die Brust schlagen und strahlend in die Runde blicken. „Seht ihr, was wir vermögen!“

Nur, die Sache hat einen tiefschwarzen Pferdefuss:

Den Bestattern mangelt es an Arbeit, seitdem das Klinikum auf Notbetrieb umgestellt ist und in Hab-acht-Stellung für die möglichen und hoffentlich nicht zu häufig eintretenden Corona-Fälle bereitsteht?

Also, das Klinikum hat wenig Arbeit und in der Region haben die Bestatter gleichzeitig wenig zu tun. Mir gruselt es, wenn ich auch nur fiktiv über die Ursachen nachdenke.

Ich hoffe, es ist nur eine lokale Momentaufnahme, ich muss mich erkundigen.

Zum Glück(?) muss Oma Anna selig das Desaster à la 2020 nicht mehr miterleben. Wäre sie noch unter uns, würde sie wahrscheinlich jetzt sagen:

„Siehst Du Junge, trotz ärztlicher Kunst genesen manche Menschen.“

‚Junge‘ deshalb, weil ich sie sich Zeit ihres Lebens meinen Namen nicht merken konnte oder wollte. So war sie eben.

6 Kommentare zu „Ich sollte doch öfter einmal nachdenken …

  1. Rainer, meine Oma war lange Zeit eine Generation besser: Sie hatte drei Enkeltöchter, die sie wohl immer mit dem richtigen Namen benannte – aber bei den Urenkeln, da hörte das Gedächtnis auf – und das konnte ich verstehen. – Und zu deinem Text: Es sterben aber doch auch Leute ohne Corona und ohne Krankenhaus – und die sind für die Bestattungsunternehmen aber zu wenig?
    Und tschüss

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  2. Lieber Rainer,

    ich stutze beim Lesen Deines Beitrages gleich mehrfach … auch an jener Stelle, an der Du selbst ein Fragezeichen setztest … indirekt zumindest.

    Du schriebst: >> Mir gruselt es, wenn ich auch nur fiktiv über die Ursachen nachdenke. << Genau denselben Gedanken hatte ich auch.

    Ich wollte auch zunächst noch mehr Fragen in den Raum werfen, doch das lasse ich lieber.

    Gerade macht sich das Corona-Virus, dank Menschen wie Karl Lauterbach und Angela Merkel mit ihren "empathischen" Ausdrucksweisen, bei mir breit und ich will da jetzt mal gegensteuern.

    Dir einen zauberhaften Tag,

    Herzlichst,
    das Licht

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  3. Die Bestattungsbranche galt doch immer als todsicher. …

    Vielleicht entdeckt man noch mehr Abgründe, wenn man untersucht, wo und nach welchen Standortkriterien sich Bestattungsinstitute bevorzugt ansiedeln. Krankenhäuser scheinen schon einmal ein deutlicher Standortvorteil zu sein. ^^

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  4. Du hast ganz sicher recht, ein Bestattungsinstitut in Sichtweite eines möglichst großen Krankenhauses ist typisch eine Lizenz um Geld zu drucken. Zu denken gibt es allerdings, wenn die Krankenhäuser das übliche Klientel chronisch Kranker derzeit nicht aufnehmen, kaum Coronafälle haben und trotzdem sterben im Umfeld derzeit nicht mehr Menschen… ich kratze mich da hinter dem Ohr und beginne zu überlegen, was ich seit 45 Jahren eigentlich mache…

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    1. Ja, das gibt schon zu denken. Die naheliegende Erklärung ist ziemlich beunruhigend. An dem weisen Spruch Ihrer Oma ist bestimmt etwas dran … trotzdem hätte ich naiverweise gedacht, dass die Leute Dank eurer Hilfe eher länger leben. Hm … .

      Falls es Sie aufmuntert 😉 :
      Aus der Serie „Die Simpsons“: Wie wäre die Welt ohne Anwälte

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