Alles Haltung oder was … ?

Frauenkonzentrationslager Ravensbrück

Vor einigen Monaten hatte ich Gelegenheit bei meiner historischen Reise durch Konzentrationslager und Euthanasie-Einrichtungen der Nationalsozialisten einige Stunden in Ravensbrück zu verbringen. Hintergrund ist neben dem persönlichen Interesse, eine Recherche zu einem Buchprojekt.

Hier einige kurze optische Eindrücke zu Ravensbrück:

Nähert man sich dem früheren Frauenkonzentrationslager hat man zuerst den Eindruck über einen großen Platz auf ein gepflegtes Gebäude zuzugehen. Es ist das frühere Verwaltungsgebäude, bietet das Bild einer gepflegten Schule aus den 30ern und niemand vermutet dahinter eine perfekte Mordmaschinerie.

Der hier erwähnte Dr. Dr. Robert Ritter schaffte es als einer der „theoretischen Köpfe“ der „Rassenhygiene“ und Leiter der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ nach 1945 statt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit abgeurteilt zu werden, als Obermedizinalrat immerhin nahtlos in die Gesundheitsverwaltung der Stadt Frankfurt/M. überzugehen. Er starb – nach einem unrechtmäßig niedergeschlagenen Ermittlungsverfahren – unbehelligt 1951 in Oberursel. Immerhin schuf er auch die Grundlagen dafür, dass „der Lagerzögling Elisabeth W.“, nur weil sie als „Zigeunerin“ klassifiziert wurde, ins Konzentrationslager eingeliefert wird. Wahrscheinlich bedeutete dies ihren Tod, Quellen dazu habe ich nicht gefunden.

Bis vier Tage vor seinem Tod zahlte ihm die Stadt Frankfurt in dankbarer Weise verläßlich sein Gehalt. Schließlich brauchte ein selbst Mann, der für den Tod zigtausender Menschen mitverantwortlich ist, ein gesichertes Auskommen. Viele seiner Opfer sind bis heute nicht rehabilitiert und werden es auch nie werden.

Eine Vielzahl nationalsozialistischer Verbrechen ist bis heute weder aufgearbeitet, noch zu Lebzeiten der Verbrecher gesühnt worden.

Unsere Gesellschaft hat viele Dinge inzwischen zwar dokumentiert, sich davon inhaltlich distanziert, aber nur in vergleichsweise wenigen Fällen. Denn hätte sie es getan, wäre das Verständnis des verbrecherischen Charakters des Nationalsozialismus heute weitaus fortgeschrittener und es würde nicht so leichtfertig, wahllos und sinnentleert mit Begriffen wie „Rechte“, „Faschisten“ oder „Nationalsozialisten“ in der Gegend herumgeworfen.

Um neuen Anfängen zu wehren reicht es nicht aus auf einige Gestalten in Chemnitz, die besoffen oder gar mit vollgepinkelter Hose den „Deutschen Gruß“ zelebrieren zu zeigen. Es reicht nicht aus, dämliche Hooligans im Fussballstadion groß im Fernsehbild zu zeigen, es reicht auch nicht aus reflexhaft auf die heutige AfD, die Identitären oder „Reichsbürger“ zu zeigen.

Diese ganzen Leute sind nur die oberflächlichen Symptome eines komplexen gesellschaftlichen Prozesses. Die wirklich Verantwortlichen tragen nach wie vor und auch heute wieder Nadelstreifen, sie verfügen über Geld und Einfluss und halten sich – „wie bei Adolfen“ – diskret und trotzdem erfolgreich im Hintergrund.

Auch hier der Rat, wer den Rechtsruck der Gesellschaft verstehen will, folge gewissenhaft der Spur des Geldes. Sich ausschließlich mit offensichtlichen Nebenkriegsschauplätzen zu beschäftigen, dient nur den Verantwortlichen.

In memoriam oder was … ?

Nichts ist Corona heilig …

… so geisterte gestern durch unsere Medien der vielfache Hinweis, dass weltweit beim ersten Hund Corona nachgewiesen worden ist.

Ich kann mit einer vergleichbaren Nachricht aufwarten:

Erster Frosch möglicherweise in Brandenburg durch Corona geplättet:

Der Virustest steht noch aus und wird vielleicht sogar in der Bundespressekonferenz bekannt gegeben.

Alles Ruhe oder was … ?

Der Gertraudenfriedhof in Schönebeck

Es gibt so Orte, die eine besonderen Charakter ausstrahlen.

Obwohl ich kein morbider Mensch bin, sind es Friedhöfe, die mich ganz besonders faszinieren.

Hier einige Bilder vom Gertraudenfriedhof in Schönebeck an der Elbe, unweit von Magdeburg. Der Gertraudenfriedhof wird seit Jahren nicht mehr neu belegt, trotzdem oder vielleicht deshalb atmet er für mich den faszinierenden Charme einer Unendlichkeit.

Obwohl unmittelbar hinter der Friedhofsmauer eine Bundesstrasse lärmt, ist der kleine „Ruhe-Park-für-alle-Zeiten“ für mich der Ort der Ruhe und des Friedens. Wenn ich in der Gegend bin, habe ich es bisher noch nie versäumt an den alten Gräbern vorstellig zu werden.

Alles Sicherheit oder was … ?

Die Gefahren des ÖPNV.

Die Grünen sagen, der ÖPNV ist ‚in‘ und so ziemlich die Lösung allen klimatechnischen Ungemachs. Inzwischen scheint es so zu sein oder gewesen zu sein, wer nicht den ÖPNV benutzt ist eine klimapolitische Drecksau.

Ich stelle mir die Fahrt mit der Strassenbahn, sagen wir in Leipzig, ungefähr folgendermaßen vor.

Leipzig deshalb, weil dort in knapp zwei Wochen die Internationale Buchmesse beginnt, mein jährlicher Jour fix. Ich sage jetzt schon, dass Einzige was mich vom Besuch dort abhalten könnte, wäre eine Absage durch den Veranstalter oder durch unseren Innenminister Drehhofer, dem mit Corona endlich ein Betätigungsfeld in den Schoss gefallen ist, in dem er sich wichtig und pseudo-staatsmännisch geben kann.

Also Leipzig, zu Beginn der Buchmesse. Klimaschonend bin ich nach Leipzig gefahren, das heisst „öffentlich“. Ich fahre von meinem Haus bis zum nächsten Bahnhof rund 12 Kilometer mit dem Auto, einen andere Möglichkeiten, außer zu Laufen gäbe es nicht, und für vier Tage brauche selbst ich einen kleinen Koffer. Dort stelle ich mein Auto für vier Tage ab, nicht wissend wie und ob ich es danach wiederfinde. Um in die Cantus-Bahn nach Eisenach zu kommen, muss ich mindestens 1 x den ‚versifften‘ Türöffner bedienen. Nun könnte ich Handschuhe anziehen oder ein Sagrotan-Läppchen mitführen, um den Knopf vor Drücken zu reinigen. Handschuhe bei > 10 Grad sieht doof aus und Sagrotan ist sinnlos. Im Zug kann ich stehenbleiben, dann muss ich mich an einem Griff festhalten und werde durchgerüttelt oder ich setze mich auf einen der „versifften“ Sitze. In Eisenach steige ich aus, gehe in den ICE über, überall das gleiche lebensgefährliche Drama und das bis Leipzig.

In Leipzig verlasse ich das Bahnhofsgebäude, gehe über die Strasse, dort hält die Strassenbahn zum Messegelände. Die Bahn kommt, hält und voll Schrecken sehe ich – die ist schon überfüllt. Wenige steigen aus, viele wollen hinein, drin erinnert alles an den Inhalt einer Sardinenbüchse. Bauch an Bauch, oder Bauch an Gesäß, Oberschenkel an Oberschenkel und Brust an Brust.

Der faulige Odem des Nachbarn fliegt mir ca. 20 Minuten um die Ohren, unabhängig vom Geruch, die Viren, Leute, die Viren – Millionen wechseln in nur einer einzigen prall gefüllten Strassenbahn ihren Besitzer.

Wenn ich das überlebt habe, kann auch der Besuch des Messegeländes keinen Schaden mehr anrichten.

Oder ich fahre mit meinem Kleinwagen von Tür zu Tür, bequem, sauber, ohne Fremdkontakte und letztendlich völlig entspannt, aber eben als klimapolitische Drecksau.

Sehr bedauere ich, dass unser heiliger Robert und unsere naturwissenschaftlich bewanderte Annalena noch keine griffige Gebrauchsanweisung zur Benutzung des ÖPNV in Corona-Zeiten herausgegeben haben. Es kann doch nicht sein, dass die beiden Koryphäen zu einem Thema nichts zu reden haben, wenn sie schon nichts wirklich Fundiertes sagen können.

Also Leute, ich hoffe, dass unser Herr Innenminister die Leipziger Buchmesse nicht verbietet, Corona ist mir schlichtweg wurscht.

Übrigens, die Leipziger Buchmesse ist älter und wesentlich publikumsfreundlicher, als die von den Medien gehypte Frankfurter, nur mal so erwähnt, um etwas unseren Ost-Stolz zu betonen. Für die Frankfurter, so wird kolportiert, ist in diesem Jahr übrigens geplant, dass Besucher eine Kopie ihrer letzten Wahlzettel vorlegen müssen. Wer AfD gewählt hat, muss draussen bleiben. Das zeigt „Haltung und setzt Zeichen“, auch wenn es den gleichen Leuten völlig gleichgültig ist, ob etwa Julian Assange weiter im Knast schmoren muss, nur weil er US-Kriegsverbrechen öffentlich gemacht hat.

Ich wünsche Euch einen schönen und corona-armen Sonntag.

Alles Verantwortung oder was …?

Und sie wissen nicht, was sie tun

Die Lage an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland, wahrscheinlich auch zu Bulgarien eskaliert. Die Türkei hat ihre Verpflichtungen aus dem sogenannten „Flüchtlingspakt“ aufgekündigt und die Schleusen geöffnet. Die Bilder in den Medien sind verheerend.

Da hat sie sie nun die „schlechten Bilder“, welche sie unbedingt vermeiden wollte, unsere ewige Kanzlerin.

https://www.welt.de/politik/ausland/article206223203/Tuerkei-Erdogan-oeffnet-Grenze-Gewalt-zwischen-Migranten-und-Polizei.html

Jeder, der Verstand hat, wusste, dass es genauso kommen musste.

In 2015 taten SIE und sie überrascht über den Ansturm der Immigranten, obwohl jeder Beteiligte gewusst hatte, was sich da anbahnte. Die Folgen sind bekannt.

In den Jahren seit 2015 wurde zum Thema „illegale Migration“ viel herum schwadroniert, aber passiert ist national und international NICHTS.

Weder werden die Außengrenzen mit der Macht der EU geschützt, noch wurden die Fluchtursachen bekämpft.

  • Despoten werden weiter gefüttert, auch und vor allem mit deutschem Steuergeld;
  • Waffen werden weiter bis zum „geht-nicht-mehr“ exportiert;
  • Nachdem in Syrien schon mehrfach der Sieg über die Chimäre IS verkündet worden ist, wird dort weiter gnadenlos von allen Seiten Krieg geführt;
  • Und, und, und…

Leute, ich finde es – Verzeihung – zum Kotzen.

Wir fürchten uns Tag und Nacht vor ein paar Viren. Wir jammern über das „angenommene“ Klima, wenngleich kein Mensch sagen kann, was genau passiert und was die Folgen sein werden. Wir beklagen uns darüber, dass Cannabis in unserem Land immer noch nicht freigegeben ist und dass es zu wenig funktionierende Ladesäulen für E-Autos gibt, die sowieso kein Mensch braucht. Wir jammern darüber, dass die Menschen zu viel Fleisch und zu wenig veganes Futter essen würden.

Jeden Tag fallen den Leuten neue Wohlstandsspinnereien ein, die von Annalena, Robert, Saskia oder Norbert wahllos unter das Volk geschmissen werden.

Wir kämpfen markig „mit Haltung und Zeichen“ gegen ein überhöhtes „Rechts“ und vermeiden dabei die Probleme der Zeit zu lösen. Geschickt wird es vermieden die Ursachen des „Rechtsrucks“ der Gesellschaft zu analysieren oder zumindest die Offensichtlichsten zu benennen,

Die Verantwortung der deutschen Politik schient nur noch darin zu bestehen, Pfründe zu sichern, um sich selbst zu kreisen und schon mal vorbeugend das Vermächtnis der Großen Kanzlerin zu bewahren.

Vor 5 Jahren konnte die Politik ihr Versagen noch hinter dem wolkigen und moralisierten „Wir-schaffen-das“ verstecken und die Meisten haben es mit einem wohligen Schauer auf dem Rücken einfach geglaubt.

Man braucht kein Prophet zu sein um zu wissen, der erneute Ansturm der Immigranten wird sich wieder auf Deutschland konzentrieren, die Länder um uns herum haben im Gegensatz zu uns ihre Lektion gelernt.

Es sage dann niemand, er habe es nicht gewusst. Wer es nicht gewusst hat, wollte es nicht wissen.

Ich prophezeie, auch diese von der Politik eingerührte scheussliche Suppe wird wieder der ärmere Teil der Gesellschaft, diesmal bis auf den Boden, auslöffeln.

Aber wie verkündeten doch in den letzten Tagen Laschet, Röttgen, Günther aus dem Norden oder Hans aus dem Saarland im blind vorauseilenden Gehorsam?

„Es gibt keinen Grund mit der Kontinuität der Merkel-Politik zu brechen.“

Na denn, …. Wir schaffen es oder es schafft diesmal uns.

Keine Haltung oder was …?

Unser Minister Maas …

Vor einigen Tagen hatte ich hier zur Causa Julian Assange Stellung genommen und die Verteidigung der Freiheit der Meinung und der Presse angemahnt.

Da unser Außenminister sonst auch „zu allem und jedem“ Stellung nimmt, selbst wenn es sein Ressort nicht betrifft, hatte ich seine Meinung zu Assange vermisst.

Ich habe deshalb beim Auswärtigen Amt nachgefragt, hier die Antwort:

_________________________________________________________________

Da das Original nicht lesbar ist, hier die Abschrift:

Sehr geehrter Herr Dr. Hartwich,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Haltung des Auswärtigen Amtes zum Auslieferungsverfahren von Julian Assange haben unsere Sprecher wiederholt in der Regierungspressekonferenz – und auch in zahlreichen Einzelanfragen von Journalistinnen und Journalisten – öffentlich dargelegt. Ich verweise Sie u.a. auf die Mitschrift der Regierungspressekonferenz vom 5. Februar 2020, die hier einsehbar ist:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/regierungspressekonferenz-vom-5-februar-2020-1719398

Beste Grüße
Jannis Pähler

_________________________________________________________

Nun habe ich mich durch das Protokoll der erwähnten Pressekonferenz gequält und dies gefunden:

Frage: Noch einmal zum Thema Assange – ich weiß, das war hier zuletzt schon einmal Thema, trotzdem noch einmal ganz generell gefragt -: Es gibt ja den Vorwurf des UN-Sonderbeauftragten für Folter, dass Großbritannien und Schweden Grundprinzipien hier mit Füßen getreten hätten und dass Dokumente die Fälschung von Zeugenaussagen belegen könnten, dass Großbritannien Druck machte, das Vorverfahren nicht einzustellen. Nun sind Großbritannien und Schweden ja enge Verbündete und Teil einer Wertegemeinschaft. Wie steht die Bundesregierung zu diesen Vorwürfen?

Burger: Sie kennen unsere Haltung, an der hat sich nichts geändert: Die Bundesregierung verfolgt den Auslieferungsprozess von Julian Assange sehr aufmerksam. Da das Auswärtige Amt Julian Assange als australischen Staatsangehörigen nach dem Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen nicht konsularisch betreut und auch nicht betreuen kann, hat es hinsichtlich der konkreten Haftbedingungen keine eigenen Erkenntnisse. Die Zuständigkeit für dieses Verfahren liegt bei der britischen Justiz, die Entscheidungen unter Berücksichtigung des britisch-amerikanischen Auslieferungsabkommens unter Beachtung nationalen Rechts und menschenrechtlicher Bestimmungen, darunter auch der Maßstäbe des Artikels 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention, zu treffen hat. Aus Sicht der Bundesregierung besteht kein Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit der britischen Justiz. Die britische Vertretung in Genf hat zu den Mitteilungen des UN-Sonderberichterstatters Melzer in einem Schreiben vom 7. Oktober 2019 auch Stellung genommen; das ist öffentlich einsehbar.

Ich möchte zur Erklärung vielleicht noch sagen: Wenn wir sagen, dass aus unserer Sicht keine Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit der britischen Justiz bestehen, verbindet sich damit kein Urteil über einzelne Entscheidungen. Das begründet sich vielmehr in der Überzeugung, dass die britische Justiz, der britische Rechtsstaat, jedem, der sich in seinen Rechten durch staatliches Handeln verletzt sieht, die Möglichkeit gibt, dagegen rechtlichen Schutz zu suchen, und daran bestehen aus unserer Sicht keine Zweifel.

Zusatzfrage: Die Frage zielt ja nicht auf die Rechtsstaatlichkeit, sondern auf die Wertevorstellungen ab. Sie haben den Bericht von Herrn Melzer genannt; ich kann gerne noch daraus zitieren: In 20 Jahren Arbeit mit Opfern habe er noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammengeschlossen hat, um ein einzelnes Individuum so lange bewusst zu isolieren, zu dämonisieren und zu missachten. Noch einmal: Entspricht das den Wertevorstellungen der Bundesregierung?

Burger: Sie halten mir da jetzt ein Zitat vor, das sich auf Vorgänge in Drittstaaten bezieht. Ich habe Ihnen gesagt, was ich für die Bundesregierung zu sagen habe. Wie gesagt, aus unserer Sicht bestehen keine Zweifel daran, dass die Justiz in Großbritannien im Grundsatz nach rechtsstaatlichen Prinzipien handelt.

Frage: Der Bericht von Herrn Melzer bezieht sich ja nun explizit auf die Haftbedingungen. Gehen Sie davon aus, dass ein UN-Sonderberichterstatter falsches Zeugnis über die Haftbedingungen ablegt? Sie berufen sich an anderen Stellen auch oft genug auf UN-Berichte. Wenn Sie auch in diesem Fall von der Glaubhaftigkeit ausgehen: Sehen Sie rechtsstaatliche Prinzipien in den Haftbedingungen erfüllt?

Burger: Der UN-Sonderberichterstatter hat sich in seiner Mitteilung an die zuständigen britischen Behörden gewandt, und die britischen Behörden haben auf diese Mitteilung reagiert.

Zusatzfrage: Trifft es zu, dass auf Empfehlung des Auswärtigen Amtes eine Petition, die an den Bundestag gerichtet war, er möge sich für Herrn Assange sowie für die Freiheit der Presse und deren Arbeitsbedingungen einsetzen, nicht veröffentlicht worden ist? Das ist natürlich Sache des Bundestages, aber wenn eine Veröffentlichung dieser Petition abgelehnt wird, weil das Auswärtige Amt das so empfohlen habe, ist das auch eine Frage an das Auswärtige Amt: Gab es diese Empfehlung?

Burger: Davon habe ich keine Kenntnis, das müsste ich gegebenenfalls nachreichen.

Zusatz: Das wäre schön, danke.

Frage: Ich möchte auch noch einmal verstehen, wie Sie keine Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit haben und gleichzeitig Herrn Melzers Bericht nur zur Kenntnis genommen haben. Er war selbst zu Gast im Auswärtigen Amt, und er hat Ihnen wahrscheinlich auch über die Haftbedingungen und teilweise Folter von Herrn Assange berichtet. Wie passt das zusammen?

Burger: Wie gesagt: Wenn wir sagen, dass wir keine Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit der britischen Justiz haben, dann heißt das, dass wir überzeugt sind, dass es im britischen Rechtsstaat die Möglichkeit für jeden gibt, sich mit den Mitteln dieses Rechtsstaats zur Wehr zu setzen, wenn er sich in seinen Rechten durch staatliches Handeln beschnitten sieht. Dazu bietet nach unserer Auffassung der britische Rechtsstaat die notwendigen Möglichkeiten.

Ansonsten kann ich nur noch einmal auf das verweisen, was ich eingangs gesagt habe: Wir haben keine eigenen Erkenntnisse zu diesem Fall, weil Herr Assange als australischer Staatsangehöriger von uns nicht konsularisch betreut wird. Es gibt eine Kommunikation in dieser Sache zwischen dem zuständigen UN-Sonderberichterstatter und den zuständigen britischen Behörden. Wir haben keine eigenen Erkenntnisse, die uns da zu abweichenden Beurteilungen kommen ließen.

Zusatzfrage: Gibt es denn Gründe, an dem Bericht von Herrn Melzer zu zweifeln, zum Beispiel in Sachen Folter?

Fällt eigentlich die Arbeit von Herrn Assange für Sie unter die Pressefreiheit?

Burger: Ich kann mir hier kein Urteil über die Arbeit von Herrn Assange anmaßen.

Zusatz: Sie sollen das ja nicht machen, sondern die Bundesregierung oder das Auswärtige Amt.

Burger: Ich maße mir hier im Namen der Bundesregierung kein Urteil über die Arbeit von Herrn Assange an.

Entschuldigung, was war Ihre erste Frage? Ob es Gründe gibt, an den Aussagen von Herrn Melzer zu zweifeln? – Ich habe Ihnen eingangs ja schon gesagt: Wir haben zu den Haftbedingungen von Herrn Assange keine eigenen Erkenntnisse. Das ist ein Vorgang, der sich in den Händen der britischen Justiz abspielt. Es gibt eine dazu bestehende Kommunikation auf den dafür vorgesehenen Kanälen zwischen dem UN-Sonderberichterstatter und den britischen Behörden, und darauf möchte ich Sie verweisen.“

__________________________________________________________

https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/regierungspressekonferenz-vom-5-februar-2020-1719398


Keine (erkennbare) Haltung, ist auch eine Haltung.

Alles Vorrat oder was … ?

Da simmer dabei …

Ich überlege, ob ich durch DDR-Erfahrung gestählt, ein Beratungsunternehmen für Hamsterkäufe gründen sollte? Es könnte sich lohnen.

In den 80ern gab es im Osten Deutschlands wenig bis sehr wenig zu kaufen. Das was es gab, brauchte man in der Regel gerade nicht, das was man brauchte, gab es in der Regel nicht.

Wie konnte man sich helfen?

Man kaufte das, was es gerade gab und da man es nicht brauchte, lagerte man es ein, um es zu nutzen, wenn man es denn irgendwann einmal brauchte oder man hatte damit Tauschware zur Hand, um das einzutauschen, was man gerade brauchte, aber nicht bekam.

Damals gab es den Ausdruck noch nicht, heute würde man es Prepper nennen.

Heute schlagen die Prepper wieder zu.

Wurden vor wenigen Wochen die Prepper durch die Medien noch in der Nähe der ‚Identitären‘ verortet, als ziemlich weit „rechts“, liest man heute allerorten Empfehlungen sich doch zu Hause Vorräte „für schlechte Zeiten“, etwa eine mögliche Quarantäne wegen Corona, anzulegen. So ändern sich die Zeiten.

Preisgünstige Kühlgeräte, sonst eher Ladenhüter, haben Hochkonjuktur. Schwerlasteregale für den Keller sollten auch gut gehen.

Supermärkte melden Rekordumsätze. Sonst kauft keine Sau Konservendosen, heute im EDEKA gab es so gut wie keinen Einkaufswagen ohne selbige. Große Gebinde mit billigstem Wasser in Einwegflaschen verstopfen die Bänder. Die Suppendosen werden nicht mehr in die Regale geräumt sondern gleich auf der Palette direkt im Gang aufgestellt. Kaum ein Wagen kommt ohne große Packungen mit Nudeln und Reis aus.

Eine ältere Dame vor mir hat allein zwei 6er Gebinde Wasser die Flasche à 1,5 Liter, die sie schwerfällig bugsiert. Über meine Frage, ob sie eine größere Wäsche plane, kann sie seltsamerweise nicht lachen. Ihren Blick möchte ich nicht übersetzen, zum Glück sagt sie nichts.

Was wir daraus lernen können? Nichts ist so schlimm, als dass nicht doch jemand daraus Kapital schlagen könnte.

Deutschland schlägt eben zu!

Alles Vorsicht oder was .. ?

Jetzt geht’s los …

Der erste Mensch mit Mundschutz im ländlichen Bereich vor dem Supermarkt. Beim Aussteigen aus seinem Skoda-SUV zog er den Mundschutz auf.

Als ich bat ein Photo machen zu dürfen, bot er mir Prügel an, als ich ihm daraufhin zur Versöhnung die Hand geben wollte – lehnte er rüde ab.

Leute, haltet ein, es gibt keinen Grund zur Panik, verhaltet Euch so wie in sonstigen ‚Epidemiezeiten‘ und alles ist gut.

Alles Redundanz oder was … ?

Und sie plappern weiter

Manchmal ist ganz hilfreich gesundheitlich nicht ganz fit zu sein

Wegen heftiger Gelenkbeschwerden musste ich gestern etwas kürzer treten, sodass ich ein Alibi hatte, neben dem Schreiben am Mac gleichzeitig die Pressekonferenzen von Laschet und Merz zu hören.

Leute, es war faszinierend und ich bin neidisch.

Neidisch deshalb, weil ich es nicht schaffen würde mehr als zwei Stunden zu reden ohne auch nur einen einzigen konkreten Satz zu sagen. Ich zumindest habe dem langen Geschwurbel keinen Satz gehört, der in der Sache so verbindlich gewesen wäre, dass man „den Plauderer“ später darauf festnageln und überprüfen könnte, ob er seine Ankündigung auch realisiert hat.

Im normalen Leben nennt man dieses politische Geschwurbel aus inhaltlosen Satzhülsen Redundanz.

Redundanz meint nach der Definition „ohne inhaltlichen Verlust wegzulassende Information“.

Also, ich kann einen Sachverhalt lang und breit auswalzen, ich neige zuweilen dazu, oder ich kann – falls ich es kann – einen Sachverhalt „kurz und knackig“ auf den Punkt bringen und alle unnötigen „Füllsel“ weglassen. Das ist Kunst.

Ein Meister dieses Stils ist Henryk Broder, ein Name, mit dem man sich im „modernen Deutschland“ inzwischen lieber nicht gemein machen sollte. Ich tue es trotzdem und dies bewusst. Vielleicht habe ich Glück und komme damit auch auf die „Schwarze Liste“ von Jakob Augstein. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Für den kritischen Zuhörer waren die beiden Pressekonferenzen die pure Redundanz und ich habe den Langmut der Pressevertreter bewundert, von denen eigentlich niemand hart und auf eine informative Antwort drägend nachgefragt hätte. Man hätte, da zu 99 % redundant, beide Veranstaltungen weglassen können und die Deliquenten hätten ihr Interesse am CDU-Vorsitz mit einer schlichten Postkarte bei AKK anmelden können:

„Liebe Annegret, ich habe Interesse an Deinem Posten und zwar so schnell wie möglich, vergiftete Grüße, Armin, Friedrich und Norbert

PS. Mach Dich endlich vom Acker!“

Ich hoffe, mit der Zusammenfassung ist es mir gelungen den Vorgang ohne Redundanz „kurz und knackig“ zu beschreiben?