Alles Redundanz oder was … ?

Und sie plappern weiter

Manchmal ist ganz hilfreich gesundheitlich nicht ganz fit zu sein

Wegen heftiger Gelenkbeschwerden musste ich gestern etwas kürzer treten, sodass ich ein Alibi hatte, neben dem Schreiben am Mac gleichzeitig die Pressekonferenzen von Laschet und Merz zu hören.

Leute, es war faszinierend und ich bin neidisch.

Neidisch deshalb, weil ich es nicht schaffen würde mehr als zwei Stunden zu reden ohne auch nur einen einzigen konkreten Satz zu sagen. Ich zumindest habe dem langen Geschwurbel keinen Satz gehört, der in der Sache so verbindlich gewesen wäre, dass man „den Plauderer“ später darauf festnageln und überprüfen könnte, ob er seine Ankündigung auch realisiert hat.

Im normalen Leben nennt man dieses politische Geschwurbel aus inhaltlosen Satzhülsen Redundanz.

Redundanz meint nach der Definition „ohne inhaltlichen Verlust wegzulassende Information“.

Also, ich kann einen Sachverhalt lang und breit auswalzen, ich neige zuweilen dazu, oder ich kann – falls ich es kann – einen Sachverhalt „kurz und knackig“ auf den Punkt bringen und alle unnötigen „Füllsel“ weglassen. Das ist Kunst.

Ein Meister dieses Stils ist Henryk Broder, ein Name, mit dem man sich im „modernen Deutschland“ inzwischen lieber nicht gemein machen sollte. Ich tue es trotzdem und dies bewusst. Vielleicht habe ich Glück und komme damit auch auf die „Schwarze Liste“ von Jakob Augstein. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Für den kritischen Zuhörer waren die beiden Pressekonferenzen die pure Redundanz und ich habe den Langmut der Pressevertreter bewundert, von denen eigentlich niemand hart und auf eine informative Antwort drägend nachgefragt hätte. Man hätte, da zu 99 % redundant, beide Veranstaltungen weglassen können und die Deliquenten hätten ihr Interesse am CDU-Vorsitz mit einer schlichten Postkarte bei AKK anmelden können:

„Liebe Annegret, ich habe Interesse an Deinem Posten und zwar so schnell wie möglich, vergiftete Grüße, Armin, Friedrich und Norbert

PS. Mach Dich endlich vom Acker!“

Ich hoffe, mit der Zusammenfassung ist es mir gelungen den Vorgang ohne Redundanz „kurz und knackig“ zu beschreiben?

5 Kommentare zu „Alles Redundanz oder was … ?

  1. Der geldscheffelnde Merz und der Politprofi Laschet sind mit Sicherheit sehr kluge Leute und, wie auch Röttgen (oder ist der zu weich? Aber dazu kenn ich ihn zu wenig) für den Job geeignet. Sie sind in der Erkenntnis eben auch schon weiter, als der einfache Mann, der da nach Inhalten fragt. Man kann in einen leeren Krug etwas leeren, man kann den Krug wieder ausleeren – immer noch derselbe Krug. Alle die ganz alten Religionen gingen von Kreisläufen aus, zumindest die indoeuropäisch geprägten, ob Veden oder Edda ihre Weisheiten verkünden – wieso sich mit Inhalten, auswechselbaren Bedeutunge aufhalten? Klare Kante, wie L. natürlich nur in Bezug auf Straftäter (weil er hat in seinem Kabinett ja einen netten, sozialen für die Streicheleinheiten und einen „keine Toleranz“, für den Fall, dass das nicht ausreicht, die Leutchen zu beruhigen) sagte, kann man zeigen, wenn das Hauen und Stechen losgeht, wenn der eigene Posten in Frage steht.

    Andererseits mißfallen mir auch manche, nein, einige Politiker, die relativ klar reden, es aber nachher nicht gewesen sein wollen, die Leute einsperren, nein, entsorgen wollen, dazu einstige Einrichtungen zu deren Konzentration wieder eröffnen wollen… nein, da sind wir die pöstchenbesorgten Wolkenredner noch lieber. Oder ist am Ende der große Halbierer gar keiner, hat er nicht gesagt, und dazu wird es nur einen Weg geben, er wolle die Entlaufenen zurückholen? Also kurz mal rechts überholen?
    Mit CumEx scheffelt man leicht große Kohle, aber mit Kumpeleien öffnet man der braunen Flut alle Wege. Ein paar Türchen wurden ja schon mal vorsichtig geöffnet.

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    1. Hallo Petra, danke, auch wenn ich mir Mühe geben musste Deinen komprimierten Gedanken gerecht zu werden. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich vom Nachtdienst kam. 😀

      Ich frage mich inzwischen, ob derzeit bei der rudimentären Qualität nicht die „ganze Politik“ verzichtbar wäre und die Verwaltungsarbeit von Profis erledigt werden könnte? Die könnten dann alle paar Jahre einen Vorschlag zu den anstehenden Maßnahmen für die nächsten Jahre vorlegen und per Volksentscheid um Zustimmung bitten. Denn die „pöstchenbesorgten Wolkenredner“, wer braucht die eigentlich?

      Gern würde ich weitere Kommentar von Dir bekommen, herzliche Grüße, R.

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      1. Noch einen Kommentar? Aber gern: nach Nachtdienst oder anderer Anstrengung ist es wenig ratsam, sich in irgendwas reinzufressen, reinzudenken, umgekehrt ist das aber oft so ein Moment vor der großen Erschöpfung und Müdigkeit in der man die tollsten Ideen hat, nicht wahr?
        Ach so, ja. Nun, die einzigen, die das meistens einigermaßen gut hinbekommen mit der direkten Demokratie sind die Schweizer. Die haben die dazugehörige Tradition. Ansonsten wird es schwierig. Wer bestimmt die Fachleute (wie wir heute schon sehen drängen sich kaufmännische Abschlüsse und Juristen in jedwede andere Profession, sogar z.B. Medizin, wer ist denn nun der Fachmann? Ist es der Verwalter, der reine Geldverwalter oder der, der am Projekt arbeitet und sich über die knausrigen Laien aufregt?)
        Und wie wird zwischen den Volksentscheiden geregelt, im Wortsinne regiert, exekutiert?
        Und gibt es oberhalb der Fachleute Gesetze, an die sich auch diese zu halten haben? Ja, Gesetze, an die sich auch Volkes Stimme, die ja gerne mal übers Ziel hinausschießt und Sokrates den Schierlingsbecher reicht, zu halten hat?
        Das sind nur ein paar Fragen zu der sonst sehr sympathischen Idee mehr direkte Demokratie wagen, die geklärt werden müßten. Letztlich funktoniert die direkte Beteiligung am besten in kleinen Einheiten (und seltsamerweise haperts grad da), wo sich die Leutchen kennen. Wir sind dann wieder in der Urhorde. Jetzt könnte natürlich jede kleine Gruppe für sich abstimmen, das dann weitergeben (Wahlmänner) – ach, jetzt sind wir schon beim Sowjet angelang, so wie das wohl mal gedacht war!
        Ehrlich, ich weiß es nicht. Letztlich halte ich es sehr mit dem im Parlamentswesen heimischen Winston, der da sprach: die Demokratie ist eine schlechte Staatsform. Aber es ist die Beste, die ich kenne!“

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  2. Wenn du jetzt sicherstellst, dass AKK beim Lesen DIESER Karte mit den so offenen Worten gefilmt wird, würde ich doch glattweg alle Hebel in Bewegung setzen, um ihr so ein Schriftstück zukommen zu lassen. Aber das würden dann sicherlich mehrere besorgte Staatsdiener verhindern. 🙂

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