Selbstmord in Raten ?

Als Kinder haben wir verschiedene „lustige“ Dinge versucht, um uns gegenseitig unsere Fähigkeiten zu beweisen. Zum Beispiel haben wir uns aus Spass gegenseitig in den Hintern getreten, nicht um uns weh zu tun, sondern unsere Reaktionsschnelligkeit zu demonstrieren.

Was mir bei diesem Spiel nie gelang, mich selbst so richtig in den Hintern zu treten.

Das schafft jetzt die LINKE in persona Kipping, wohl übermütig geworden durch den Wahlsieg in Thüringen, der überwiegend ein „Wahlsieg Ramelow“ und nicht der Bundespartei ist.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article202765182/Linke-Chefin-Katja-Kipping-Fuer-ein-Gedenken-an-1989-ohne-Helden.html?wtrid=socialmedia.email.sharebutton

Mit Verlaub Frau Kipping, ich habe in der heutigen Presse keinen unsäglicheren und dümmeren Artikel gefunden.

Als Linker, der im September und Oktober 1989 auf den Strassen von Leipzig der bewaffneten Macht Ihrer Partei gegenüber stand, weil er eine andere DDR wollte, kommt mich das Gefühl an ausspucken zu müssen.

Dies ist genau der Weg, den Ihre Partei einschlagen muss, um sich nach CDU und SPD selbst zu marginalisieren. Und an dieser Stelle muss ich sagen: zu Recht.

Sie betreiben – selbstgefällig, besserwisserisch und geschichtsvergessen – politischen Selbstmord auf Raten und keine Politik für die Menschen in unserem Land, deren Interessen Sie vorgeben zu vertreten.

Meine Stimme haben Sie „für alle Zeiten“ verloren.

Irre, nur noch Irre ….

Heute Morgen, die Katholiken feiern Allerheiligen, leuchtet mir von der BILD folgender Aufmacher entgegen und – es stimmt sogar:

https://www.bild.de/regional/dresden/dresden-aktuell/im-stadtrat-beschlossen-dresden-ruft-den-nazi-notstand-aus-65743902.bild.html?wtmc=ml.shr

Ich frage mich, gibt es denn niemand mehr, der noch irgendwie wenigstens etwas klar im Kopf ist?

Habe als Atheist mal Wikipedia befragt, was es mit Allerheiligen so auf sich hat:

Allerheiligen (lateinisch Festum Omnium Sanctorum) ist ein christliches Fest, an dem aller Heiligen gedacht wird, der „verherrlichten Glieder der Kirche, die schon zur Vollendung gelangt sind“.

Ob es etwas damit zu tun hat? Streben diese Leute, die solche Idiotie vollziehen vielleicht auch nach der „Vollendung“?

Die WELT hat nun endlich nachgezogen ..

https://www.welt.de/politik/deutschland/article202839894/Antrag-im-Stadtrat-Dresden-diskutiert-ueber-den-Nazinotstand.html

Der personalisierte Irrsinn oder wie Thüringen die Blauen pampert …

In Thüringen hat vor wenigen Tagen „der Wähler gesprochen“, wie es so schön im Politikersprech heisst, Oder besser, er hat heftig gehustet, hat dabei einiges durcheinandergebracht, weil er seine Kreuzeln nicht so gesetzt hat, wie er sie hätte setzen sollen.

Bodo Ramelow hat mit Abstand das Rennen gemacht, in respektvollem Abstand folgen die Blauen von Björn Höcke, kurz dahinter die Schwarzen mit dem (noch) Frontmann Mike Mohring. SPD, Grüne und FDP haben sich selbst marginalisiert, bleiben aber bei der Sitzverteilung trotzdem wichtig.

Es folgt öffentlich der übliche Reflex, alle sind Wahlgewinner, auch wenn das „Ergebnis natürlich hätte noch besser sein können“. Der Wähler, das undankbare Wesen wird gescholten und die eigenen Parteifreunde und Wahlhelfer kräftig gelobt.

Nun ist das Ergebnis blöderweise so, das keines der klassischen politischen Lager in der Lage ist eine Mehrheit zusammen zu bringen. Für Rot-Rot-Grün reicht es nicht, für CDU und FDP auch nicht und mit der AfD will keiner.

Letzteres zeugt nicht von Weitblick, zeigt doch die Geschichte der letzten Jahrzehnte, dass man den politischen Gegner am sichersten entwaffnet, indem man ihn umarmt. Aber jede Generation hat das Recht ihre eigenen Fehler zu machen, auch wenn sich damit die Geschichte in einer Endlosschleife immer wiederholt.

Nun hat Mike Mohring, geschockt von seinem negativen Wahlergebnis, wenigsten nach einem Zipfel der Macht greifen wollen und Bodo Ramelow die Hand offen entgegen gestreckt. Ich fand das vernünftig und menschlich lobenswert, wenn auch etwas übergriffig, ist es doch am Wahlgewinner, dem MP, das Gespräch zu eröffnen.

Betrachtet man übrigens Fotos, auf denen Beide zu sehen sind, fällt an der Körpersprache auf, dass die Beiden wahrscheinlich menschlich ganz gut miteinander können, also letztendlich keine schlechten Voraussetzungen für eine gedeihliche Zusammenarbeit im Sinne unseres kleinen Ländchens, und nur darum geht es.

Nur hat Mohring seine Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Wirt ist wohl AKK mit ihrem scharfmacherischen Sprachrohr Ziemiak, der keine Gefahr läuft irgendwann einmal als Sympathieträger fungieren zu müssen. Dazu kommen Leute aus der Thüringer CDU, voran Tankred Schipanski und Mario Voigt, die glauben endlich nach der Macht, wenn auch nur in der Thüringer CDU, greifen zu können.

Und schon ist – innert weniger Stunden – Mike Mohring wieder 100% auf CDU-Linie eingenordet und verkündet um 180 Grad gewendet das Gegenteil von dem, was er noch vor 2 (zwei) Tagen im Brustton tiefster Überzeugung verkündet hatte.

Also besteht ein Patt, für RRG reicht es, dank der Schwäche von SPD und Grünen nicht mehr und CDU und FDP verweigern jegliche Unterstützung ohne eigene Regierungsoptionen.

Wie kann eine Lösung aussehen? Scheinbar gibt es keine, aber nur scheinbar.

Alle zusammen haben Höcke und seine Blauen unbesehen als Schmuddelkinder in den Senkel gestellt. Mit ihnen will keiner!

Allerdings hat sich scheinbar niemand die Mühe gemacht zu fragen, ob die Blauen vielleicht wollen?

Ich sehe mit leichtem Schmunzeln folgendes Szenarium vor meinem geistigen Auge:

Bodo Ramelow mit seinem abgespeckten rot- rot-grünen Bündnis wird mit den Stimmen der an der Koalition nicht beteiligten AfD-Abgeordneten wieder zum Ministerpräsidenten gewählt.

Björn Höcke mag kein sympathischer Mensch sein, seine völkische Reden sind für jeden Demokraten der pure Horror, aber eines ist er mit Sicherheit nicht, nämlich dumm.

Und er müsste ausgesprochen blöd sein, wenn er die Gelegenheit nicht beim Schopf packen würde das politische Patt aufzulösen.

Niemand wird mit ihm koalieren, niemand wird mit ihm in Richtung Unterstützung oder Duldung verhandeln. Aber es kann sich auch niemand definitiv dagegen wehren, wenn er es einfach tut. Für ihn wäre es der finale Eintritt in die „illustre Welt der staatstragenden Parteien“.

Fast würde ich eine Wette anbieten, dass es genau so kommt, sofern sich die CDU weiter in dieser unklugen, nur von parteipolitischen Interessen getragenen Form verweigert.

Letztendlich muss man sagen, der politische Irrsinn des Oktobers 2019 hilft und pampert die Blauen, darüber mag die CDU auch einmal nachdenken.

Um ehrlich zu sein, würde ich Ziemiak und AKK diese Niederlage auch persönlich gönnen. Ich zumindest werde den beiden keine Träne nachweinen.

Landtagswahl oder Happening …

Die Landtagswahl in Thüringen ist Geschichte, gestern war der Wahltag, es hat den ganzen Tag gemistet (geregnet), es war grau und trist und heute strahlt die Sonne wieder, auch wenn es kalt geworden ist.

Die LINKE hat weiter zugelegt und ist jetzt stärkste Fraktion des Landtags, obwohl, die LINKE ist wohl im Wesentlichen Bodo Ramelow, die Partei ist hinter dem MP leider kaum noch sichtbar.

Trotz oder gerade wegen Bernd Höcke ist die AfD zweitstärkste Kraft, die CDU ist abgestürzt, hat rund ein Drittel der Sitze verloren. SPD und Grüne sind zwar im Landtag, wahrscheinlich auch die SPD, aber alle drei sind so marginal, dass sie kaum noch eine Rolle spielen.

Aktuell scheint es darauf hinauszulaufen, dass die LINKE und die CDU vorrangig das Gespräch suchen werden, bis gestern 18.00 Uhr hätten die meisten CDU-Granden wahrscheinlich mit Übelkeit und Erbrechen auf eine solche Offerte reagiert.

Irgendwie mutet das alles wie ein lustiges Bäumchen-wechsel-Dich an. Bis Samstagabend hatte man sich verbal noch gegenseitig bekämpft, beschimpft, verächtlich gemacht. Heute erklärt man sich, mit Ausnahme der AfD, gegenseitig unverbrüchliche Treue und dass man doch gegenseitig koalitionsfähig sein und die Demokratie retten müsse. Warum haben wir dann eigentlich gewählt?

Die Zeiten ändern sich eben. Alles ist möglich geworden, auch das, was gestern noch absolut unmöglich schien.

Ich erinnere mich an meine erste Teilnahme als 18 Jähriger zur Wahl der DDR-Volkskammer am 2. Juli 1967, wir nannten es abwertend „Zettelfalten“.

Erstaunlicherweise war es trotzdem ein feierlicher Augenblick. In einem „Erstwähler-Seminar“ hatte man uns die Abläufe der Wahl erklärt, verstanden hatten wir das System nicht, gab es doch eigentlich gar keine klassische Wahl zwischen verschiedenen Parteien bzw. Personen.

Es gab eine Liste, in welcher die Vorschläge der einzelnen Parteien und Organisationen aufgelistet waren. Diese Liste erhielt den klangvollen Namen: „Gemeinsamer Wahlvorschlag.“

Für den gemeinen Bürger wiederum bestand der Akt der Wahl darin den Wahlschein in Empfang zu nehmen, diesen im Raum offen stehend zu falten und kommentarlos in die bereitgestellte Wahlurne zu stecken. Es gab pro forma auch eine Wahlkabine, deren Benutzung allerdings verpönt war, wer trotzdem mit seinem Wahlzettel darin verschwand hatte sein „Klebchen weg“.

Eine Wahlbeteiligung zwischen 98,5 und 100% war von staatlicher Seite gesetzt und wurde der Einfachheit halber als Zustimmung zum „Gemeinsamen Wahlvorschlag“ gewertet.

Obwohl diese Wahl eher eine Farce, denn eine echte demokratische Willensbildung war, hatte die Teilnahme daran meist etwas Ernsthaftes. Selbst das Wissen, dass es um keine ernsthafte persönliche Entscheidung für oder gegen eine Person oder Partei ging, tat dem wenig Abbruch.

In 1990 dann die erste und gleichzeitig letzte Wahl nach demokratischen Kriterien zur Volkskammer. Das Procedere war uns über die Medien bekannt, insofern nicht neu und doch ein unbekanntes Gefühl. Wir hatten plötzlich die Idee als Person und nicht als Gemeinschaft etwas bewirken zu können.

Die Erwartungen waren hoch, wahrscheinlich irreal hoch und hielten der Realität nicht stand.

In den 90ern waren politische Grenzen noch erkennbar, die Parteistrukturen schienen in etwa dazu zu passen. CDU und SPD stritten sich um die Vorherrschaft, es war kein politischer Kampf mehr, wie etwa in den 70ern oder 80ern, wohl aber noch ein mildes Streiten, wobei die SPD schon damals begann wesentliche Anteile ihrer ‚auftragsgemäßen‘ arbeitnehmernahen Politik ohne Not aufzugeben. Sie wurde profillos und stand eigentlich für – nichts.

Die Grünen dümpelten vor sich hin und die Linken – mit ihren multiplen Namenswechseln – war eine Partei mit definitiv selektiv ostdeutscher Ausrichtung.

Die FDP hatte etwas sphinxhaftes, kaum jemand verstand so richtig, was sie eigentlich wollte, gelegentlich war sie als Königsmacherin gefragt und tat dies auch.

Mit der Merkel-Zeit verschwammen die Konturen der politischen Parteien immer mehr, für den Bürger stellen sich die Parteien inzwischen als weitgehend homogener Brei mit geringen graduellen Unterschieden dar, nimmt man einmal die Höcke-AfD aus.

Die Bindung zu den jeweiligen, die Parteien tragenden Interessengruppen liess peu à peu nach, soziale Gruppen finden sich nicht mehr schwerpunktmäßig durch politische Parteien vertreten.

So, wie sich die Parteien der sogenannten Mitte selbst austauschbar darstellen, so sehen sie inzwischen auch die Menschen im Land.

In meinem sozialen und beruflichen Umfeld sehe ich einen interessanten Prozess. Noch vielleicht vor 5 Jahren, war die Frage „Was wirst Du wählen?“ verpönt. Die wenigsten hätten sich im Vorfeld klar öffentlich positioniert. Und es gab eine gewisse Ernsthaftigkeit hinsichtlich der eigenen politischen Präferenz. Die meisten Menschen hatten immer noch das Gefühl, dass ihre Entscheidung wichtig wäre.

Das hat sich inzwischen grundlegend geändert.

Im Gespräch fällt immer mehr eine fehlende Ernsthaftigkeit auf, die politischen Parteien und ihre Protagonisten werden nicht mehr als vertrauenswürdige Persönlichkeiten wahrgenommen, viele werden verlacht, einige wenige gehasst. Dabei ändern sich die Parteien und die exponierten Personen laufend und je nach eigener Sichtweise.

Es gibt somit definitiv einen großen Vertrauensverlust der „politischen Klasse“.

So hatte auch die Landtagswahl in Thüringen wenig Ernsthaftigheit, sondern eher Happening-Charakter.

Um es auf den Punkt zu bringen, man wählte größtenteils nicht nach Programmen oder vermeidlichen Inhalten, daran glaubt sowieso kaum noch jemand, sondern „aus Spass“, selbst wenn man es so nicht nannte.

Das Ergebnis in Thüringen ist nun, wie es ist. Der Wähler hat gesprochen, auch wenn er es eigentlich nicht ernst gemeint hat, er hat lediglich die Schwächen der Parteien aufgegriffen und dargestellt.

Und nun werden wieder alle monatelang im Kaffeesatz lesen, besser wäre es, an sich zu arbeiten.

Die Schlüsselstellen bei den Öffentlich-Rechtlichen ….

In der zu Ende gehenden Woche habe ich – durch Zufall – bei Maischberger das „Duell“ Bernd Lucke kontra Georg Restle gesehen. Oder besser, die inquisitorische Show des Georg Restle gegen Bernd Lucke unter Schutz der „Moderatorin“ Maischberger.

Man mag zu Herrn Lucke stehen, wie man will, ich persönlich halte ihn – trotz oder gerade wegen seiner politischen Niederlage – für eine absolut integre Person.

Man mag seinen damaligen Politansatz gut, vernünftig oder auch nur für deplatziert halten, auf jeden Fall hat er den Versuch gewagt, mit zu gestalten und nicht nur zu meckern und zu kritisieren. Das zeichnet eine Demokratie aus und ist aller Ehren wert.

Unerträglich fand ich den Auftritt von Restle, unabhängig vom Inhalt empfand ich seinen Auftritt nur als arrogant und selbstverliebt.

https://www.ardmediathek.de/daserste/player/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL21lbnNjaGVuIGJlaSBtYWlzY2hiZXJnZXIvODVlNmUxOWUtMmYwOC00MzRiLTgwZTUtNGE0Y2MxYjM5ZTE3/maischberger-die-woche-vom-23-oktober-2019

Restle, Kleber und wie sie alle bei den ÖR heißen, haben offenbar inzwischen das Gefühl gesellschaftlicher Richter und moralische Instanz in einer Person zu sein, selbsternannt wohlgemerkt. Das kennen wir im Osten sozialisierten Menschen schon aus DDR-Zeiten, den Vergleich mit noch früheren Zeiten erspare ich mir.

Der Bürger ist per Gesetz gezwungen die ÖR zu finanzieren, eine Alternative hat er nicht.

Warum verlangen wir Bürger dann nicht, dass sich die Spitzen der ÖR genau wie Politiker regelmäßig zur Wahl stellen müssen?

Ich bin der Meinung, es wäre demokratisch im Anhang zur Bundestagswahl die Verantwortlichen von ARD und ZDF, im Nachgang zu den Landtagswahlen die Spitzen der Landesanstalten demokratisch zu wählen und damit dem ausschließlichen und direkten Zugriff der Parteien zu entziehen.

Den ÖR und ihrer Akzeptanz in der Bevölkerung würde es sehr gut tun.

Also, was spricht gegen eine Bürgerinitiative pro Wahl der ÖR-Verantwortlichen?

Aus meiner Sicht – nichts!

Irre ist diese Welt …..

Interessant wäre es auch einmal die Kosten zu hören, die die „ökologische“ Endzeitsekte ‚Extinction Rebellion‘ dem hart arbeitenden Steuerzahler bisher gekostet hat. Wahrscheinlich wird uns die Regierung aber davor bewahren, es könnte uns möglicherweise verunsichern

Ich kann garnicht beschreiben, wie mir diese ganzen Spinner auf den Keks gehen.

Ach so, in unseren Medien heißen diese Leute nicht Spinner, sondern schlicht und einfach ‚Aktivisten‘.

Ein einfaches Mittel dagegen: sofort jegliche Transferleistung streichen und ab morgen wäre Ruhe im Karton, wetten das? Aber wer will das schon? Niemand, oder zumindest fast niemand.

Wir brauchen keine hüpfende und keifende Jugend, sondern eine, die sich einfach nur bewegt ….

https://www.blick.ch/meinung/kolumne-geschichte-retten-gruene-uriellas-die-welt-id15571748.html

Wir brauchen eine Jugend, die sich bewegt.

Wenn Ihr eure Kritik an uns ernst meint, dann macht es einfach besser. Sollte doch nicht so schwer sein. Vorbilder findet Ihr über die Jahrtausende und auch heute, siehe die Kolumne von Claude Cueni.

Parteien zur Wahl, nochmals die CDU …

Ich gestehe, ich lese – fast – täglich die „Achse des Guten“, nicht unbedingt weil ich mit allen Beiträgen dort konform gehe, wohl aber, weil ich mir das Recht nehme mich umfassend zu informieren.

Längst merke ich, dass ich damit gegen den Strich bürste, es ist mir aber wurscht.

Als bekennender Leser der „Achse“ gilt man als erziehungspflichtiger Rechter, es stört mich nicht, dann bin ich eben ein linker Rechter, so sei es.

Immer häufiger distanzieren sich Politiker und rechtgläubige Journalisten von der „Achse“, selbst Henryk M. Broder ist inzwischen deshalb unter gesellschaftlichem Verschiss.

Wer auf der Achse schreibt oder sie liest gehört offenbar schon zum rechten Bodensatz der Gesellschaft.

Henry Broder, Dirk Maxeiner, Susanne Baumstark, Antje Sievers u.v.a. sind unbedingt lesenswert, selbst oder auch wenn man dies oder jenes als diskussionswürdig empfindet.

Heute ist nun etwas Faszinierendes passiert: Von der „Achse“ lächelt mir kurz vor der Wahl in Thüringen Mike Moring entgegen:

Mike Mohring auf der „Achse des Guten“

Chapeau Herr Mohring, alle Achtung, ein Politiker ohne Berührungsängste und ich muss mich nicht mehr heimlich schämen, weil ich die „Achse“ lese.

Parteien zur Wahl, heute die CDU -Thüringen …

In den Parteizentralen der größeren zur Landtagswahl nächste Woche antretenden Parteien mögen meine permanenten Nachfragen zum Wahlprogramm absolut unbeliebt sein.

Ich hatte Euch ja schon mehrmals berichtet, dass ich seit Wochen mit der penetranten Frage nerve:

Wie und wo finde ich in Ihrem Wahlprogramm Hinweise darauf, wie der arbeitende Mittelstand entlastet werden soll?

Heute eine kurze Info zur CDU.

Nach sehr zähem Beginn, aus einem mehrmaligen Schriftwechsel heraus eine kurze bezeichnende Sequenz.

Jonas Vogel, aus dem CRM Team (?) der Bundesgeschäftsstelle der CDU teilt mir in einer ausführlichen und in freundlichem Ton gehaltenen Form am 17. Oktober wörtlich mit:

„Die EEG-Umlage und damit der Strompreis werden gesenkt.“

Mit kleines Herzchen schlägt freudig höher, gönnt sich diesen und jenen lustigen Hüpfer, bis, ja bis ich die aktuelle Presse ins Auge fasse.

Was liest mein trauriges Auge beispielsweise im Focus:

https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/vor-allem-in-zwei-regionen-strom-wird-jetzt-so-teuer-wird-wie-nie-zuvor_id_11252158.html.

Nun frage ich mich, wer genau schwindelt hier bewusst?

Lügen haben kurze Beine, pflegte Oma Anna selig früher zu sagen.

Mal sehen, wer am Ende die längeren Beine hat, die CDU, der focus oder doch der Weberknecht? Ich befürchte Platz 2 und 3 sind schon fix vergeben, nur die Reihenfolge ist unklar.

Gönnt Euch bitte einen guten Sonntagskaffee, aber bitte nicht wie anno dunnemals Oma Anna selig nach dem Motto:

„Der Kaffee kann sich sehen lassen, 15 Bohnen gibt 16 Tassen.“

Übrigens, in meiner Kindheit wurde der Sonntagskaffee richtig zelebriert.

Die Familie versammelte sich um den Tisch in der guten Stube, einmal pro Woche, sonst traf man sich in der Küche. Reihum hatte jeder einmal Kuchen mitzubringen, wobei regelhaft ein Konkurrenzkampf unter den Frauen entbrannte. Am Tisch wurde mit verkniffenem Mund das Werk der Kontrahentin gelobt, aus dem Mundwinkel mit vorgehaltener Hand wurde gelästert und nach Abtritt vom Tisch aus Leibeskräften kritisiert, „was die da wiedermal zusammengerührt hatte“.

Oma Anna steuerte den Kaffee bei, aus einer feinen Porzellankanne wurde das Gebräu in die Tassen geschüttet, eine meist lediglich hellbraune Flüssigkeit, der Tassenboden konnte im Detail begutachtet werden und alle am Tisch mussten das Getränk loben. Was sie auch tunlichst taten, da sie sonst coram publico lautstark gefragt wurden, ob es ihnen etwa nicht passt. Speziell wurde auf den Duft abgehoben, weil für den Geschmack war das Zeug schlichtweg zu dünn. Auf der sicheren Seite war man nur, wenn man möglichst mit Timbre sagte, „wie der heute wieder duftet?“

Den Kaffee nicht zu loben wagte sich niemand am Tisch, es wäre als Hassrede ausgelegt und durch kollektive Missachtung bestraft worden. Und damals hatte man noch Respekt vor Autoritäten, allerdings nur vor richtigen. Das ist heute anders.

Hatten dann alle ihre Zustimmung kundgetan, pflegte Anna selig mit einem mädchenhaften Augenaufschlag darauf zu verweisen, dass sie auch eine Prise Salz in die Kanne gegeben hatte.

Auch heute liefern uns Politik und Medien ein seltsam (un)durchsichtiges Gebräu, allerdings, wenn man sich Mühe gibt, dann sieht man sogar den Bodensatz, so man denn will. Von Duft lässt sich nicht sprechen, eher von kanzlerischem Stallgeruch, den die Paladine willfährig durch die Gegend wedeln. Ob sie allerdings auch eine Prise Salz dazu geben, das ist bisher nicht überliefert.

Schönen Sonntag noch.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht …

Die Bundesregierung hat wieder einmal zugeschlagen. Zugeschlagen ohne Hinzusehen, wohin man schlägt und auch wen es trifft.

Aus Anlass von 30 Jahren ‚Mauerfall‘ hat sie eine Internet-Kampagne gestartet, die international ihres Gleichen sucht.

Unter dem Motto:

Das ist sooo deutsch

stellt sie unter https://deutschland-ist-eins-vieles.de/eine Reihe von Fotos und Videos ins Netz, die im Zusammenhang mit dem vorgeblichen Anlass an Dummheit und Peinlichkeit nicht zu überbieten sind.

Man merkt, dass hier inzwischen eine Generation vor sich hin werkelt, der jegliches historisches Verständnis abgeht und die keinerlei Bezug zu den Vorgängen außerhalb ihres kleinen schmalen eigenen Horizonts haben.

Es fängt an bei der Wortwahl.

Die Mauer ist nicht gefallen, es war primär eine kleine Gruppe von Ostdeutschen, die unter potentiellem Einsatz ihres Lebens den Anstoß gegeben hat, dass das nicht mehr tragbare System letztendlich kollabierte.

Es gäbe unter dem Motto, ‚Das ist sooo deutsch‘ hunderte von Beispielen, worauf wir hierzulande stolz sein könnten. Ganz sicher kann man vieles davon auch mit Humor darstellen, darum geht es nicht. Ich gehöre nicht zu denen, die zum Lachen in den Keller gehen. Aber keines davon erscheint in dieser ‚Retrospektive‘, vielmehr werden fast ausschließlich Beiträge veröffentlicht, die uns als dumme, einfältige Spießer erscheinen lassen.

Das passt wohl derzeit gut in die Verteufelung jeder Form nationalen Stolzes.

Für mich kann ich sagen, ich bin stolz auf das, was wir OstDeutschen geschafft haben, ich bin stolz darauf, dass wir uns unsere Form von Stolz bewahrt haben, ja, ich bin selbst stolz auf das, was ich persönlich geschafft und geschaffen habe. Es ist Teil meines Lebens und meiner / unserer Identität und hat nichts, aber auch gar nichts mit dieser albernen und beleidigenden Kampagne der Bundesregierung zu tun.

Ich bin der Meinung, die Bundesregierung hätte allen Grund sich ob dieser Aktion zumindest bei den Protagonisten der 89er zu entschuldigen. Ich weiss aber auch, es wird nicht passieren, soviel Anstand besitzt man dort nicht.

Falls irgendjemand von Euch ein Beispiel einfällt, dass auf internationaler Ebene eine Regierung das Volk, welches sie zu vertreten vorgibt und welches sie mit ihren Steuern alimentiert, öffentlich so durch den Kakao zieht, dann stellt es bitte in der Kommentarspalte ein, mir zumindest ist dazu nichts ins Auge gesprungen.

Euch allen einen schönen Sonntag, Humor ist, wenn man trotzdem lacht…