Parteien zur Wahl, heute die CDU -Thüringen …

In den Parteizentralen der größeren zur Landtagswahl nächste Woche antretenden Parteien mögen meine permanenten Nachfragen zum Wahlprogramm absolut unbeliebt sein.

Ich hatte Euch ja schon mehrmals berichtet, dass ich seit Wochen mit der penetranten Frage nerve:

Wie und wo finde ich in Ihrem Wahlprogramm Hinweise darauf, wie der arbeitende Mittelstand entlastet werden soll?

Heute eine kurze Info zur CDU.

Nach sehr zähem Beginn, aus einem mehrmaligen Schriftwechsel heraus eine kurze bezeichnende Sequenz.

Jonas Vogel, aus dem CRM Team (?) der Bundesgeschäftsstelle der CDU teilt mir in einer ausführlichen und in freundlichem Ton gehaltenen Form am 17. Oktober wörtlich mit:

„Die EEG-Umlage und damit der Strompreis werden gesenkt.“

Mit kleines Herzchen schlägt freudig höher, gönnt sich diesen und jenen lustigen Hüpfer, bis, ja bis ich die aktuelle Presse ins Auge fasse.

Was liest mein trauriges Auge beispielsweise im Focus:

https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/vor-allem-in-zwei-regionen-strom-wird-jetzt-so-teuer-wird-wie-nie-zuvor_id_11252158.html.

Nun frage ich mich, wer genau schwindelt hier bewusst?

Lügen haben kurze Beine, pflegte Oma Anna selig früher zu sagen.

Mal sehen, wer am Ende die längeren Beine hat, die CDU, der focus oder doch der Weberknecht? Ich befürchte Platz 2 und 3 sind schon fix vergeben, nur die Reihenfolge ist unklar.

Gönnt Euch bitte einen guten Sonntagskaffee, aber bitte nicht wie anno dunnemals Oma Anna selig nach dem Motto:

„Der Kaffee kann sich sehen lassen, 15 Bohnen gibt 16 Tassen.“

Übrigens, in meiner Kindheit wurde der Sonntagskaffee richtig zelebriert.

Die Familie versammelte sich um den Tisch in der guten Stube, einmal pro Woche, sonst traf man sich in der Küche. Reihum hatte jeder einmal Kuchen mitzubringen, wobei regelhaft ein Konkurrenzkampf unter den Frauen entbrannte. Am Tisch wurde mit verkniffenem Mund das Werk der Kontrahentin gelobt, aus dem Mundwinkel mit vorgehaltener Hand wurde gelästert und nach Abtritt vom Tisch aus Leibeskräften kritisiert, „was die da wiedermal zusammengerührt hatte“.

Oma Anna steuerte den Kaffee bei, aus einer feinen Porzellankanne wurde das Gebräu in die Tassen geschüttet, eine meist lediglich hellbraune Flüssigkeit, der Tassenboden konnte im Detail begutachtet werden und alle am Tisch mussten das Getränk loben. Was sie auch tunlichst taten, da sie sonst coram publico lautstark gefragt wurden, ob es ihnen etwa nicht passt. Speziell wurde auf den Duft abgehoben, weil für den Geschmack war das Zeug schlichtweg zu dünn. Auf der sicheren Seite war man nur, wenn man möglichst mit Timbre sagte, „wie der heute wieder duftet?“

Den Kaffee nicht zu loben wagte sich niemand am Tisch, es wäre als Hassrede ausgelegt und durch kollektive Missachtung bestraft worden. Und damals hatte man noch Respekt vor Autoritäten, allerdings nur vor richtigen. Das ist heute anders.

Hatten dann alle ihre Zustimmung kundgetan, pflegte Anna selig mit einem mädchenhaften Augenaufschlag darauf zu verweisen, dass sie auch eine Prise Salz in die Kanne gegeben hatte.

Auch heute liefern uns Politik und Medien ein seltsam (un)durchsichtiges Gebräu, allerdings, wenn man sich Mühe gibt, dann sieht man sogar den Bodensatz, so man denn will. Von Duft lässt sich nicht sprechen, eher von kanzlerischem Stallgeruch, den die Paladine willfährig durch die Gegend wedeln. Ob sie allerdings auch eine Prise Salz dazu geben, das ist bisher nicht überliefert.

Schönen Sonntag noch.

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