Die Lüchenbank …

Kommunikation „auf Augenhöhe“ ist eine der Grundlagen einer funktionierenden sozialen Gemeinschaft. 

Lasst mich solche Dinge wie social media außer acht lassen, davon verstehe ich nichts. Vielleicht würde ich es begreifen, will mich aber auch nicht näher damit befassen.

Werfen wir einen Blick zurück, denn „früher war auch nicht alles schlecht“.

Ein gutes Beispiel ist die Lüchenbank, die früher in jedem Dorf de facto der soziale Mittelpunkt war.

Die Menschen, die noch nicht so lange hier oder überhaupt leben, brauchen wahrscheinlich zu diesem Thema Nachhilfe.

In meiner Kindheit und Jugend, gab es in diesem unseren Land noch funktionierende soziale Strukturen.

In einem Dorf lebten Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, meist von der Großmutter bis zum Enkel unter einem Dach. Zuweilen war auch der Urenkel schon dabei, speziell dann, wenn die Alte eine besonders zähe Gesundheit hatte. Dann wurde es eng, weil die Zahl der Zimmer im Haus in der Regel begrenzt war.

Nicht mehr erlebt habe ich die Zeit, als die dörflichen Familien mit dem Vieh unter einem Dach lebten. Dem Vieh blieb dann Raum im Erdgeschoß, die Familie lebte und schlief darüber. Einerseits konnte man die Tiere besser beaufsichtigen und gleichzeitig heizten sie durch ihre Körperwärme die Wohnräume.  

Der Geruch soll nicht das größte Problem gewesen sein, nach der Überlieferung hätten sich Mensch und Vieh diesbezüglich so viel nicht genommen. 

Kommunikation fand am Familientisch statt, erweitert im Rahmen der seltenen Familienfeiern, an Feiertagen, beim Kirchgang, zur Kirmes und auf der Lüchenbank.

In jedem Dorf soll es diese besagte Lügenbank gegeben haben.

In unserem Dorf stand die Bank unmittelbar neben der Milchbank und in Nähe der Bushaltestelle, dem einzigen Zugang zur richtigen Welt. Früh und abends fuhr jeweils ein Bus, mittags hielt dort der Schulbus.

In Sichtweite waren die zweizügige Grundschule, einer der beiden Einkaufsläden im Dorf und wenn man den Kopf wendete war der Eingang zur Kirche einzusehen.

In unserem Dorf gab es in den 50er Jahren mehrere Geschäfte: ein Kolonialwarengeschäft, einen Konsum, einen Fleischer, der selbst schlachtete, einen Schuster, einen Friseur, den Bäcker mussten wir uns mit dem Nachbarort teilen. Das Dorf hatte damals wie heute ca. 700 Einwohner.

Die Lüchenbank war ca. 150 breit, ein Metallgestell mit Brettern verkleidet, bequem muss sie gewesen sein, denn saßen die alten Frauen einmal dort, dann sassen sie, stundenlang. Die Stammbesetzung waren drei alte Damen, fehlte eine, was selten vorkam, blieb ein Platz frei. Das sich eine Fremde dazu setzte kam praktisch nicht vor. 

Die Alten kannten und wussten alles was im Dorf passierte, besprachen und bewerteten es, sie mischten sich ein, wo es ging, man hörte auf sie – mehr oder weniger. Auf jeden Fall hatten alle Respekt vor der Lüchenbank. Niemand mochte bei den Alten negativ auffallen, in der Regel war man dann im Dorf unten durch.

Ihre soziale Wertigkeit war höher als die des Bürgermeisters und lag nur knapp hinter der des evangelischen Pfarrers, der vor den Feiertagen mit einem Henkelkorb seinen Gemeindegliedern Besuche abzustatten pflegte. Diese erpresserische Verfahrensweise zumindest hat man bei den 3 Alten der Lüchenbank nie gehört.

Unter den drei alten Frauen fand Kommunikation auf Augenhöhe statt, hatten sie sich Delinquenten bestellt, hatten diese vor ihnen zu stehen und ihnen zuzuhören. Widerspruch war nicht erwünscht.

Ob auf der Bank wirklich so viel gelogen wurde, wie der Beiname implizieren soll, kann ich nicht belegen.

Später änderte sich der Besatz der Bank, zunehmend kamen alte Männer ins Spiel, die den Platz der Frauen einnahmen. Ob diese freiwillig dort Platz nahmen, um der Frau zu Hause zu entgehen oder sie von den Frauen weggeschickt wurden, mag von Bank zu Bank unterschiedlich gewesen sein. 

Auffällig war, dass unter den Männern weniger gesprochen wurde und neben jedem ein Bierflasche zu stehen hatte. Die Aufenthaltsdauer wurde lediglich von der Kapazität der Blase begrenzt. Ich kann mich als junger Arzt erinnern, auf einer Lüchenbank bei einem breitbeinig sitzenden Mann mit einer sehr schmerzhaften Harnverhaltung mitten auf dem zentralen Platz eine Blasenpunktion gemacht zu haben. In hohem Bogen spritzte der Urin aus der Kanüle und mit einem satten Stöhnen gab er seiner Befreiung Ausdruck. Über lange Zeit bis zu seinem Tod war er einer meiner dankbarsten Patienten, allerdings wurde ich durch Umstehende auf dem Dorfplatz heftigst beschimpft.

In den 90er Jahren starben auch in unseren ostdeutschen Dörfern die Lüchenbänke aus. Die Menschen setzen andere Prioritäten, der soziale Brennpunkt geriet in Vergessenheit. Einen adäquaten Ersatz gab es nicht.

Die neuen Nazis oder die Renaissance des Rechtsextremen?

Vor einiger Zeit haben wir um die Osterzeit zwei Urlaubswochen damit verbracht von Regensburg bis Wien auf kleinen Straßen entlang der Donau zu fahren. Unser eigentliches Ziel war Wien-Schönbrunn, was zum Desaster wurde, da dort in den Parks wegen anhaltend kalten Wetters entgegen allen Ankündigungen noch nicht eine Blüte zu sehen war. 

Die Route neben der Donau kann ich dem historisch Interessierten unbedingt empfehlen, man findet dort geballte europäische Geschichte und Kultur und freundliche Menschen, denen zu einem großen Teil preußische Verbissenheit völlig fremd ist.

Regensburg, Passau, Stationen die durch den Katholizismus mit seinen guten und mit seinen dunklen Seiten seit Jahrhunderten geprägt sind.
Bei Passau bringt der Inn nach wie vor sein etwas trübes Wasser auch aus Braunau zum großen Fluss, inzwischen beeinträchtigt es die Qualität der Donau nicht mehr. 

Die nächste größere Station ist Linz, eine Industriestadt, die eng mit dem Nationalsozialismus verwoben war. 
Das Stadtbild prägt heute industriell die voestalpine, ein Stahlkonzern, der als größtes Industrieobjekt des Nationalsozialismus als Standort der Reichswerke Hermann Göring AG Berlin 1938 gegründet wurde. In der voestalpine waren während des Krieges auch eine hohe Zahl von Zwangsarbeitern und vor allem KZ-Häftlingen zur Produktion, meist in den Außenstellen, eingesetzt. Eine hohe ungenannte Anzahl kam dabei zu Tode, „Tod durch Arbeit“. Auf mich macht der Anblick dieses riesenhaften Komplexes einen bedrückenden, erdrückenden Eindruck.
Hitler geruhte Linz zu einer seiner 5 „Führerstädte“ zu erheben, zum Glück wurde nichts daraus, hatte er doch gerade diese Stadt als seinen Alterssitz auserkoren. Einen Alterssitz brauchte er nicht mehr. Es ist nicht überliefert, ob die Linzer dies betrüblich finden.
Übrigens gehörten auch Berlin, Nürnberg, München und Hamburg zu seinen „auserwählten“ Städten. Die Auswahl erfolgte neben ihrer Bedeutung für die „Bewegung“, an Hand der „Verbundenheit“ zu Hitler. Darüber sollten einmal die Hamburger nachdenken, die heute so gern mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger, nach dem altbewährten Motto: „Haltet den Dieb“, in der Gegend herumfuchteln.
Hier und dort glaubte ich in Linz den Mief vergangener Jahre bis dato noch wahrzunehmen. 

Bevor man endgültig Linz erreicht, empfiehlt es sich einen kurzen Abstecher am rechten Donauufer in Richtung Hartheim zu unternehmen. 
Schloss Hartheim war eines der Zentren der nationalsozialistischen „Aktion T4“. 
Hier und in anderen Tötungseinrichtungen wurden zehntausende Menschen mit Handicap auf bestialische Art und Weise getötet. Durch Vergasen, durch Medikamente, durch Verhungern, teils auch durch „medizinische Experimente“. Noch heute munkeln die Eingeborenen über die Grauen Busse, in denen die Gehandicapten zum Töten nach Hartheim und in andere „Euthanasie“-Einrichtungen in Deutschland gekarrt wurden. 
Die Vergasungskammern der „Aktion T4“ waren die Vorläufer oder besser die Erprobungsfelder der späteren Massenmorde in den Konzentrationslagern. Zwischen 1940 und 1941 wurden allein im Schloss Hartheim rund 30.000 Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie psychisch kranke Menschen ermordet. 
Nach Beendigung der „Aktion T4“ wurden in Hartheim bis 1944 weiterhin rund 12.000 Häftlinge aus dem KZ Mauthausen vergast, vor allem Menschen, die auf Grund von Krankheit oder Schwäche nicht mehr in den Betrieben auch der voestalpine arbeiten konnten. Sie wurden dann, wie Vieh, „abgestellt zur Sonderbehandlung“.
Wenn man sich mit dem Teil der Geschichte Hartheims beschäftigt, sieht man mit Schrecken, wozu Menschen fähig sind, wenn sie „von der Leine gelassen werden“.

Es ist bezeichnend, dass nach Ende des 3. Reiches einer der Haupttäter von Hartheim, der Arzt Georg Renno, bis 1997 in Bockenheim in der Pfalz praktisch ungestört seinen Lebensabend verbrachte. 
Vor einer Verurteilung wegen seiner Verbrechen in Hartheim hatte ihn in 1970 ein Gutachten der Universitätsklinik Mainz bewahrt, in dem man ihm wegen einer ‚KHK und einer Cerebralsklerose‘ „dauernde Prozessunfähigkeit“ bescheinigte. Was ihn allerdings nicht daran hinderte noch 1997, also nach 27 Jahren kurz vor seinem Tod, ein „geistig klares“ Interview zu geben, in dem man ihn unter anderem sagen ließ: „Ich selbst habe ein ruhiges Gewissen. Ich fühle mich nicht schuldig, in dem Sinne wie – ja, wie einer, der jemanden erschossen hat […]. „

Als Arzt sage ich, das Gutachten, welches ihn vor der Verurteilung gerettet hat, kann nicht korrekt gewesen sein, es war ein Gefälligkeitsgutachten, damit vermeide ich den Begriff der Fälschung, der mutmaßlich angebrachter wäre. Es zeigt aber auch, dass zumindest bis in die jüngere Vergangenheit „der Schoß noch fruchtbar war, aus dem das kroch“. Allerdings bin ich mir auch nicht sicher, wie heute ein entsprechendes Gutachten ausfallen würde. Ich will darüber nicht spekulieren.
Also, nach dem Grauen von Hartheim kommt man nach Linz, eine der „Führerstädte“.

Nicht weit hinter Linz zeigt ein unscheinbarer Wegweiser, dort wo die Ems in die Donau mündet, diesmal links des breiten, trägen Stroms in Richtung Mauthausen. 

In Mauthausen bestand von 1938 bis zum 5. Mai 1945 das größte KZ auf österreichischem Boden. 
Wir erreichen Mauthausen, welches auf einer Anhöhe oberhalb der Donau liegt an einem kalten Frühlingstag, an dem zu allem Übel ein kalter Wind Schneeböen vor sich hertreibt. Es ist kalt, eiskalt, selbst für den, der gerade aus dem warmen Auto gestiegen ist und die „Funktionsjacke“ dabei hat.
Mauthausen selbst mutet wie eine alte Burganlage an, die Steine dazu mußten die Häftlinge selbst aus dem nahegelegenen Steinbruch per Hand herausschlagen und nach oben über die „Todestreppen“ transportieren.

Das Konzentrationslager Mauthausen 1938-1945
„Häftlingsappell“ in Mauthausen
Foto: Sammlung KZ Mauthausen

Mauthausen und das dazugehörige Lager Gusen waren sogenannte Arbeitslager und nicht primär zur Massenvernichtung geplant.
Von den rund 190.000 Häftlingen, die Mauthausen passierten wurden mindestens 90.000 ermordet, auf der Todestreppe willkürlich erschossen oder  in den Steinbruch hinabgestoßen, vernichtet durch Arbeit.
Das Grauen, dem die Menschen dort ausgesetzt waren, ist unbeschreiblich, der Besuch dort war für mich eines der belastendsten Ereignisse meines Lebens. 

Durch sein geschlossenes Ensemble hat man auch heute noch das Gefühl hautnah dabei zu sein, ich mußte mich bemühen an verschiedenen Stellen, etwa in der Genickschussanlage, die Tränen zurückzuhalten. 

Mauthausen war bestens bewacht. Nur einmal gelang einer Gruppe russischer Kriegsgefangener ein lange vorbereiteter Ausbruch. Für die meisten war er schnell vorbei, weil sie nicht nur durch die Bewachungsmannschaften verfolgt wurden.Im Lagermuseum gibt es Bild- und Tondokumente, die belegen, dass die Zivilbevölkerung der umliegenden Orte die geflohenen Häftlinge mit ausgesprochenem Fleiß jagte und sie der SS freiwillig übergaben. Es ist nicht überliefert, dass auch nur einer dieser Denunzianten nach dem Krieg jemals zur Verantwortung gezogen worden wäre.

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch …

Die malerische Gegend an der Donau in und um Linz hat somit auch eine furchtbare Vergangenheit., über die man heute so gern dort nicht mehr spricht, „Es ist ja schon so lange her, und außerdem waren es doch die Deutschen…“. 

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass diese ganzen Verbrechen nicht möglich gewesen wären, wenn die Bevölkerung nicht aktiv „mitgespielt“ hätte, wenn die Industrie sich nicht an wehrlosen Menschen bereichert und die Banken das Ganze nicht finanziert hätten.

Ein paar Verbrecher in Uniform hätten nichts ausrichten können, wenn sich alle Anderen ihnen verweigert hätten. Sie haben es nicht getan.

Inflationär wird heute der Begriff ‚Rechtsextreme‘ gebraucht, vielfach gleichgesetzt mit Nazis.
Ja, es gibt Rechtsextreme, ja es gibt auch Nazis, es gibt Idioten, die durch die Straßen laufen und den Hitlergruß zeigen. Ja, es gibt Spinner, die auch heute noch Hitler als Person huldigen. Schlimm genug, dass dies so ist.
Was es aber – hoffentlich – nicht gibt, ist die wirtschaftliche und finanzielle Basis, die es unabdingbar braucht, um aus einigen oder meinetwegen auch vielen Spinnern „eine staatstragende Bewegung“ zu machen. 

Der tagtäglich von Politik und Medien beschworene Kampf „gegen Rechts“ ist aktuell eine Chimäre, ein Nebenkriegsschauplatz, mit dem von anderen Dingen trefflich abgelenkt werden kann. 

Und, es ist in meinen Augen auch eine unsägliche Beleidigung der Opfer der voestalpine, von Hartheim und Mauthausen, indem sie praktisch gleichgesetzt werden mit einigen rechten Spinnern, die heute grölend mit der Bierflasche in der Hand, vollgesabbert und in kurzen Hosen durch die Straßen ziehen.

Die Zeit und die Nazis

Die Geschäftsführerin von NOMOS in Glashütte in Sachsen hat es schwer. 
Zur Erläuterung für die, die sich eine NOMOS nicht leisten können, es handelt sich um eine Uhrenmanufaktur, die auch sehr hochwertige Uhren herstellt.

Glashütte als Ort hat seit mehr als 170 Jahren eine bedeutende Tradition in der Herstellung von Uhren und es ist einer der wenigen traditionellen industriellen Standorte des Ostens, der sich in den plattmachenden Treuhand-Wirren der Nachwendezeit halbwegs am Markt behaupten konnte. 
Hier hat sich handwerkliche Qualität gnadenlos gegen Politik durchgesetzt.
Durchgesetzt bis heute, aber jetzt scheint alles bedroht.

Frau Borowski, die Geschäftsführerin von NOMOS, berichtet, dass sie mit Anfragen aus dem Ausland bombardiert wird, in denen internationale Kunden wissen wollen, „ob ein Nazi an ihrer Uhr gearbeitet hat“. Um die hundert Briefe haben sie zu diesem Thema schon erreicht. *
Nun kenne ich persönlich keinen Nazi, habe keinen in der Familie oder in meinem Bekanntenkreis, hatte keinen bewußten Kontakt mit einem Nazi. 
Halt, Stopp, ich muss präzisieren. Mein Großvater Edmund war bekennender Nazi und büßte dafür von 1945 bis 1948 im Sonderlager Buchenwald, mehrere inzwischen verstorbene männliche Verwandte hatten während des III. Weltkrieges eine „systemnahe“ Karriere.
Ich kannte also als Kind echte Nazis, die nach dem Krieg alle frisch gewendet wurden und sich problemlos „konservativ“ oder gar „links“ einordneten. Außer Opa Edmund hat es keinem geschadet. Aber tot sind sie alle.

Aktuell kenne ich nicht einen einzigen Menschen, der die Kriterien im ursprünglichen Sinn „Nazi-zu-sein“ erfüllt. In Sachsen scheinen sie massenhaft, zeitweise wie die Lemminge aufzutreten.

Was genau sind die Kriterien eines Nazis? 

Nach Wiktionary macht einen Nazi aus:
[1] 
umgangssprachlich, Kurzform für:Anhänger des Nationalsozialismus, im engeren Sinne: Anhänger Adolf Hitlers oder Mitglied der Nazipartei (NSDAP)
[2] 
SchimpfwortBeleidigung, zum Beispiel mit Betonung auf Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus oder extrem autoritärem, undemokratischem Auftreten

Umgangssprachlich ist ein Nazi also Anhänger des Nationalsozialismus, Anhänger Adolf Hitlers oder Mitglied der NSDAP. Das ist mir logisch, siehe auch meinen Beitrag „Die neuen Nazis oder die Renaissance des Rechtsextremen?“.

In Wiktionary hat jetzt auch eine erweiterte, unscharfe Definition Eingang gefunden mit Begriffen wie Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus oder extrem autoritärem, undemokratischem Auftreten.Einige meiner universitären Lehrer waren extrem autoritär, also Nazis? 

Nach Medienberichten gibt es gehäuft in Sachsen, explizit in Chemnitz und Dresden, Nazis, die lautstark durch die Straßen laufen, sich als Hitler-Fans zu erkennen geben, den „Hitler-Gruß“ zeigen.

Diese Menschen gehören identifiziert, angeklagt, bei Bestätigung der Anklagen im Rahmen unserer Gesetze bestraft, ohne Wenn-und-aber!

Sie werden also bei NOMOS nicht beschäftigt werden können oder müssen.
Frau Borowski hat trotzdem an die hundert Anfragen internationaler Kunden auf dem Tisch, die bezeugt haben wollen, dass keine Nazis an ihren Uhren gearbeitet haben. Vielleicht wäre es an der Zeit hier ein Zertifikat, ähnlich der Bio-Zertifikate oder des Fair-Trade-Labels einzuführen? Sicher wäre das im Umgang mit den Kunden hilfreich.

Ich frage mich allerdings, ob diese Kunden bei anderen Dingen auch so hochsensibel sind?

  • Spielen sie nicht mit Bällen, die in Pakistan überwiegend in Kinderarbeit hergestellt wurden?
  • Entsorgen sie ihre hochwertigen „Laguiole“-Taschenmesser, die ebenfalls zu einem Großteil in Pakistan unter unwürdigsten Verhältnissen gefertigt werden?
  • Tragen sie keine „Markenkleidung“, wenn sie unter menschenunwürdigen Bedingungen in Bangladesh oder Malaysia genäht worden ist?
  • Verzichten sie auf die modischen, in Indonesien im galoppierenden Akkord gegen einen Hungerlohn gefertigten Sneaker?
  • Kommt das neue Smartphone morgen in den Schredder, weil die für die Produktion notwendigen Seltenen Erden unter menschenunwürdigen Bedingungen aus der Erde gekratzt werden?
  • Verzichten sie auf Investments, wenn die Bedingungen nicht überschaubar sind?
  • Protestieren und demonstrieren sie gegen Waffenherstellung und gewinnbringenden Export in alle Teile dieser Welt?
  • Verzichten sie auf den Genuss importierter Walnüsse, weil in den Hauptexportländern zur Ernte nicht selten Kinder unter lebensgefährlichen Bedingungen eingesetzt werden, die auf die Bäume klettern und die weichen Äste schütteln?
  • Protestieren sie kompromisslos gegen jegliche Form von Kriegen, der immer inhuman sind und bei denen immer die Zivilbevölkerung alternativlos die größten Lasten zu tragen hat?
  • Sie essen kein Fleisch, dass aus Massenhaltung kommt, einen langen Transportweg für die lebenden Schlachttiere hinter sich hat und im Großschlachthof entleibt wurde?
  • usw., usw.

Ich vermute, wenn die NOMOS-Kunden alle Dinge meiden würden, die in diesem Sinn nicht „koscher“ sind, dann könnten sie sich keine NOMOS leisten.

Dagegen ist die Nachfrage, ob „etwa ein Nazi an meiner Uhr gearbeitet hat“, eine wohlfeile Sache, die noch dazu nichts kostet. 

Wenn es deshalb keine NOMOS wird, dann schmückt eben eine Breitling oder eine TagHeuer den moralisch erlauchten Arm. Oder wenn es schon Glashütte sein muss, dann beschäftigt vielleicht ‚Glashütte original‘ keine Nazis. Man kann ja mal nachfragen!

Also, man muss nicht unbedingt die Zeit von einer Uhr ablesen, an der möglicherweise ein Nazi mitgearbeitet hat, die anderen Dinge, siehe oben, ….. Schwamm drüber.

http://www.tag24.de/nachrichten/glashuette-nomos-uhren-chefin-judith-borowski-mitarbeiter-afd-rechte-tendenzen-kunden-nazi-uhr-785606

Die Fabel vom Dösen …

Der Abend eines anstrengenden Tages, die Tiere des Waldes sind müde, es ist sehr heiß, gab wenig Beute, ein hungriger Magen. 
Der alte Bär ist auf dem Rückweg zu seinem Nachtlager.

Auf der Suche nach einer wenigstens kleinen Beute sieht er auf einem alten Baum einen Raben.
Der Rabe sitzt still auf einem Ast, hat den Kopf zur Seite gedreht, und richtet den Blick zum Himmel.
„Was machst du dort oben Rabe?“ fragt der Bär. „Ach, ich tue nichts, ich sitze einfach hier und döse, ein herrliches Gefühl.“
Der hungrige Bär mit seinem knurrenden Magen hat auch das Bedürfnis nach einem herrlichen Gefühl, er setzt sich bequem unter den Baum, dreht den Kopf zur Seite und richtet den Blick gen Himmel.

Nach einigen Minuten kommt der Wolf, auch er hungrig und schlecht gelaunt. Er sieht den Bären unter dem Baum sitzen, darüber der Rabe.
„Hallo Rabe und Bär, was macht ihr da?“ Es dauert einige Augenblicke bis der Rabe mit müder Stimme krächzt: „Wir tun nichts, wir sitzen nur hier und dösen, ein herrliches Gefühl.“
Der Wolf setzt sich bequem unter den Baum neben den Bären, dreht seinen Kopf zur Seite und richtet den Blick gen Himmel.

Der Hase kommt des Weges, er sieht den Raben auf dem Baum, darunter Bär und Wolf, die sich nicht bewegen.
„Hej, Rabe, Bär und Wolf, was macht ihr da?“ Mit genervter Stimme antwortet der Rabe: „Wir tun nichts, wir sitzen nur hier und dösen, ein herrliches Gefühl.“
Der Hase setzt sich neben den Bären und den Wolf, dreht seinen Kopf zur Seite und richtet den Blick gen Himmel.
So sitzen sie eine ganze Weile still nebeneinander. 

Mit Einbruch der Dämmerung geht der Jäger auf die Pirsch. Er kommt zu dem Platz mit dem alten Baum, sieht den Bären, den Wolf und den Hasen, die nebeneinander sitzen, den Kopf zur Seite gedreht und den Blick zum Himmel gerichtet.
Er überlegt kurz, legt von der Seite seine Flinte an und erlegt mit einem einzigen Schuss den Bären, den Wolf und den Hasen. Nur der Rabe überlebt das blutige Massaker.

Der blickt von seinem Ast nach unten, sieht das Blutbad, zuckt mit den Schultern, fliegt mit einer kurzen Bewegung einen Ast weiter nach oben, dreht seinen Kopf zur Seite und richtet den Blick gen Himmel.

Merke:Um wirklich ungestört dösen zu können, muss man immer ganz, ganz oben sitzen.
*****
Warum nur erinnert mich diese Fabel an eine aktuelle deutsche Politikerin?

Diogenes von Sinope …

* Von John William Waterhouse – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:John_Waterhouse_-_Diogenes_-_Google_Art_Project.jpg, Gemeinfrei, 

Diogenes von Sinope nimmt in der langen Reihe antiker griechischer Philosophen eine gewisse Sonderstellung ein. 

Obwohl kaum gesicherte Lebensdaten über ihn vorliegen, gibt es doch eine Reihe von Anekdoten, die sein Leben beschreiben (sollen).
Die Fülle der Anekdoten zu Diogenes aus zweiter und dritter Hand sind auffallend vielfältig.
Für die Authentizität der überlieferten Anekdoten wird wohl niemand Verantwortung übernehmen wollen. Das ist ähnlich, wie wir dies heute bei Vor-Wahlversprechen kennen. Vor der Wahl wird das Blaue vom Himmel herab konfabuliert, mit bedeutungsschwerer Stimme werden Versprechen gemacht, an denen man sich selbst bis zum Orgasmus erregt, dabei genau wissend, dass der gemeine Wähler nach der Wahl nicht darauf zurückkommen wird. Der Versprechende natürlich auch nicht, ist er doch froh nach dem Wahltag darauf nicht wieder angesprochen zu werden. Sollte sich blöderweise doch jemand daran erinnern, gibt es seit Jahrzehnten bewährte Abwehrmechanismen, etwa den Satz: „Das Gegenteil ist der Fall….“.

Diogenes soll als Lebensstil eine Art philosophischen Aktionismus bevorzugt haben. Heute würde mal ihn wohl einen philosophisch angehauchten Performancekünstler nennen. Sie können ihn in seinem Auftreten in etwa mit unserer Kanzlerin vergleichen. 

Es wird überliefert, dass er zum Beispiel zumindest temporär in einem Faß gelebt hat, wie oben in dem Bild von Waterhouse dargestellt. Folge ich dem Gedanken haben zumindest die Damen diesen Lebensstil sehr anziehend gefunden. Obwohl, die Kanzlerin im Fass lebend kann ich mir einerseits nur schwer vorstellen, andererseits, die Bemerkung: „Geht mir aus der Sonne ….“, wiederum schon.  

Über Diogenes wird berichtet, dass er einmal am hellen Tag mit einer brennenden Laterne über einen Markt in Athen gezogen sei, er habe den Anwesenden ins Gesicht geleuchtet, solange bis er gefragt wurde, was er dort tue. „Ich suche“, antwortete er, „einen Menschen“. Ob er einen gefunden hat, ist nicht überliefert.

Seine philosophische Methode soll das Spudaiogeloinon gewesen sein, die Kunst die Wahrheit mit Lachen zu sagen, eine Mischung zwischen Scherz und moralischem Ernst. Etwa in scheinbar ausweglosen Situationen mit dem Aphorismus: „Wir schaffen das …“.
Die wohl bekannteste Anekdote ist die vom Philosophen im Fass und seinem Kontakt mit Alexander.

Es wird berichtet, dass Alexander von Makedonien den in einer Tonne wohnenden Diogenes besuchte und beeindruckt von dem asketisch lebenden Mann versprach, ihm jeden Wunsch zu erfüllen. Darauf antwortete Diogenes, er habe nur einen Wunsch, dass Alexander ihm aus der Sonne gehe. Also, keine Wohnung, kein Geld, kein Handy, keinen Mac, kein Auto – einen, seinen Platz an der Sonne wollte er wiederhaben.

Es gibt verschiedene Angaben wie Alexander reagiert haben soll.Die Verlässlichkeit dieser Anekdoten und „Zeugenaussagen“ ist eher minimal, interessant sie sind allemal. Niemand kann wohl zwischen Legendenbildungen zu seinen Lebzeiten und ergänzend erfundenen Anekdoten im Lauf der Jahrhunderte unterscheiden. Die angenommene Persönlichkeit des Diogenes gibt es auf jeden Fall her und nicht nur die des Diogenes….

Betonwände aus High-tech-Gummi

In Zeiten, in denen die Historie unseres Landes und unserer Gesellschaft in der öffentlichen Wahrnehmung einen dramatischen Bedeutungsverlust zu erleiden scheint, finde ich es wichtig immer wieder auf historische Abläufe zu verweisen und den Finger auch in schmerzende Wunden zu legen, damit sich die Dinge nicht nur deshalb wiederholen, weil sie vergessen sind.

Ein historisches Thema, welches mich als Mensch und Arzt ganz besonders bewegt, steht im Zusammenhang mit den Begriffen „Euthanasie“ und am konkreten historischen Beispiel, der „Aktion T4“ der Nationalsozialisten im III. Reich. 

Für den nicht so historisch Interessierten an der Stelle nur der Hinweis, dass es sich um eine staatlich geplante Vernichtungsaktion von Menschen mit Handicap in den Jahren 1939 bis 1945 und partiell noch darüber hinaus handelte, der nach heutigem Wissensstand über 200 000 Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Einschränkungen zum Opfer fielen. 
Da diese Vernichtungsaktion quantitativ weit hinter anderen Verbrechen der Nationalsozialisten zurückblieb, kam es nach 1945 vielen Tätern und den beteiligten staatlichen und konfessionellen Einrichtungen gerade recht, dass dieses Thema jahrzehntelang de facto in der öffentlichen Wahrnehmung keine Rolle spielte.

Im Gegenteil, ich erinnere mich aus meiner Kindheit heraus noch an solche Bemerkungen gegenüber Behinderten wie: „Bei Adolfen hätten ‚Solche‘ überhaupt keine Kinder kriegen dürfen…“, „Unter Adolf wären die alle fortgebracht worden ….“. 
Und wenn ich dann in meiner kindlichen Unbedarftheit erschrocken nachfragte, ‚warum denn das so war‘, wurde ich nur abgebügelt: „Das verstehst du noch(!) nicht.“.

Nun sind die, die den Zeiten ‚unter Adolfen‘ lange nachtrauerten, fast alle gestorben oder haben zumindest keinen gesellschaftlichen Einfluss mehr. 
Aber scheinbar traut man mir – als Nach-dem-Krieg-Geborenen – auch heute noch nicht zu, ‚Das‘ zu verstehen.

Seit einiger Zeit versuche ich mich an einer Recherche zu der Frage:

Was genau hat Mediziner (Pflegepersonal, Ärzte) veranlasst freiwillig und zum großen Teil mit Fleiss an der Vernichtung – um im Sprachductus der Nazis zu bleiben – „lebensunwerten Lebens“ teilzunehmen. 

Die Frage ist für mich deshalb von besonderem Interesse, weil die Teilnahme an der Tötung in nicht einem Falle mit einem Befehlsnotstand begründet werden konnte.
Niemand wurde gezwungen an der Ermordung der gehandicapten Menschen teilzunehmen. Alle Einrichtungen und individuellen Täter waren letztendlich auf freiwilliger Basis aktiv.
Da liegt wohl auch der Hase im Pfeffer.

Bei meinen Recherchen laufe ich auch heute, nach Jahrzehnten, noch gegen „Wände aus Beton“, auch wenn sie manchmal geschickt als „Gummiwände“ getarnt sind

Als Ausnahmen seien genannt die Gedenkstätten Pirna-Sonnenstein in Sachsen(!) und Hartheim in Oberösterreich, hier ist man nach meiner Erfahrung offen und erkennbar bemüht dieses unsägliche und mit ‚zeitunabhängigen‘ menschlichen Maßstäben  unvorstellbare Kapitel deutscher Geschichte vorbehaltlos aufzuarbeiten.

Andere Einrichtungen sehen mit plakativen Aktionen, etwa die Aufstellung eines verbrämten Gedenksteins oder einer -tafel, die ‚Sache‘ als erledigt an.
Bei vielen Anläufen, sei es in „kleineren“ Tätereinrichtungen, seien es die Familien ‚führender Täter‘, werden meine Anschreiben nicht beantwortet, werde ich abgebürstet, werden Auskünfte auch offen verweigert, unter anderem mit der Begründung, dass man doch seinen wohldotierten Posten in einer früheren Tätereinrichtung noch eine Weile behalten wolle und deshalb keine Antwort geben darf/will, obwohl es in vielen Fällen auch heute noch möglich wäre. 

Ich habe schon mehrfach überlegt, die Recherche mangels ‚Erfolglosigkeit‘ abzubrechen, wahrscheinlich werde ich es aber nicht tun, Widerstand kann auch anspornen. Damit ihr den Fortgang verfolgen könnt, werde ich in Kürze eine Liste der Einrichtungen einstellen, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten kooperieren, aber auch die potentiellen Quellen benennen, die weiter ‚mauern‘.

Mal sehen, wie ob und wie lange die Betonwände mit Gummiüberzug halten werden. 

Falls dieser oder jener unter Euch mit Informationen weiterhelfen kann, schon jetzt meinen Dank dafür.

Untertan sein und die Endlichkeit des Lebens …

Herren und Untertanen sind in unserer Gesellschaft pro forma abgeschafft. 
Die Gleichheit aller Menschen wird propagiert, wobei es unter Gleichen immer noch Gleichere zu geben scheint. 

Wenn ich in meinem Alter noch das Glück habe voll schaffen gehen zu können, habe ich nicht das Glück den Ertrag für mich behalten zu dürfen, sondern gebe mehr als 50% in Form von Steuern und anderen Abgaben für die Verwendung der Allgemeinheit ab. Während Andere, Jüngere, Gesündere sich noch dreimal im Bett umdrehen, wenn ich arbeiten gehe. Nicht nur, dass ich u.a. auch Menschen alimentieren muss, die nicht arbeiten wollen. Sondern ich muss als Steuerzahler auch den Steueranteil derjenigen mit erwirtschaften, die sich generell vor Steuern drücken. 
Das nur am Rande.

Zeit meines Lebens habe ich gearbeitet, nicht einen einzigen Tag habe ich irgendwelche Transferleistungen bezogen. 

Durch meine Eltern war mir schon als Schulkind eingeimpft worden: „Du musst arbeiten gehen.“ Arbeit wurde zum Sinn des Lebens erklärt, was sie ja wohl auch zumindest partiell ist.
Diesen Satz hatte / habe ich so verinnerlicht, dass ich wirklich heute noch ein „schlechtes Gewissen“ habe, wenn ich nicht jeden Morgen arbeiten gehe.

Überwiegend arbeite ich jetzt im Nachtdienst, trotzdem erschiene es mir „unanständig“ mich morgens hinzulegen und den ganzen Tag über „nichts“ zu tun. Also beschäftige ich mich auch tagsüber irgendwie, es ist ja immer „irgendetwas“ zu tun, notfalls bestätige ich mir die Sinnhaftigkeit meines Tuns selbst.

Wenn ich zurücksehe, war Arbeit der mit Abstand größte Teil meines Lebens. Hinter der Arbeit habe ich viele andere Dinge vergessen, stiefmütterlich behandelt, habe mich versteckt, wenn es mal irgendwie problematisch wurde.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich war / ich bin Untertan meiner Arbeit.

Mit zunehmendem Alter wird mir die Endlichkeit des Lebens von Tag zu Tag bewußter.

Viele Dinge, die ich unter der Maßgabe „später“ vor mir hergeschoben habe, werde ich wahrscheinlich nie mehr tun. Das ist einerseits schade, andererseits habe ich nicht das Gefühl Wesentliches versäumt zu haben, wenn ich etwa nie Urlaub in der DomRep gemacht habe.
Eine gewisse Veränderung merke ich allerdings in mir. Mit der Akzeptanz der Endlichkeit des Lebens verliere ich langsam, Schrittchen für Schrittchen, das Gefühl Untertan meiner Arbeit zu sein. Vielleicht lerne ich es sogar, die verbleibende Zeit zu nutzen.

Ein an sich gutes Gefühl! Vielleicht schaffe ich ja sogar, es zu genießen, mal sehen. Es wird auf jeden Fall ein schweres Stück Arbeit werden.

Ein Mensch um die 30 ….

Es ist ein Gespräch, welches auf Bitte meines Gegenüber „durch Vermittlung“ zu Stande gekommen ist.

Ein Mann knapp Mitte Dreißig, schlank, modisch gekleidet von Kopf bis Fuß, mit einem bunten Lappen um den Hals. Man nennt es deutsch wohl Wickelschal, als ich nach einem Begriff google, sehe ich, dass es dafür eine Reihe unterschiedlicher Begriffe gibt. Praktisch mag ein solches Tuch wohl im strengen Winter sein, jetzt bei rund plus 15 Grad Außentemperatur wirkt es zumindest auf mich wenig männlich und deplatziert. Früher, zu weniger aggressiv – feministischen Zeiten, hätten wir es schlicht und einfach weibisch genannt.
Die Haare sind gestylt, vielleicht gegelt, ich weiß es nicht so genau, trage ich doch schon seit Jahrzehnten Glatze. 

Designerjeans, modische, farblich auffallende Sneaker, die Beine streckt er weit  von sich, ein unifarbenes Hemd, eine Sonnenbrille nach oben in die ersten Wellen des gegelten Haares geschoben. Draußen ist es bedeckt, immer weider regnet es etwas. Die Arme verschränkt, ein ängstlicher Blick. Später werden, die jetzt noch gehobenen Schultern immer weiter absinken, die Gestalt an Spannung verlieren.

Er berichtet mir einen äußerst stressigen Arbeitsalltag. Studiert hat er etwas mit Medienwissenschaften, jetzt ist er in einem kleinen lokalen IT-Unternehmen tätig. Er haut mir eine englische Funktionsbezeichnung um die Ohren, die ich weder akustisch richtig verstehe, noch inhaltlich begreife. Es bedarf mehrfacher Nachfrage bis ich zuordnen kann, was genau er tut, wobei er immer wieder die Kette seiner Anglismen vor sich hin nuschelt. 

Letztendlich: er betreut softwareseitig eine App aus dem Gebiet „Wetter“. 

Er lebt allein, natürlich hätte er schon Beziehungen gehabt, für Kinder erlebt er sich noch nicht reif genug. Außerdem wären die Zeiten so belastend, dass er es als unverantwortlich empfindet, Kinder in diese Welt zu setzen.

Ein gutes Einkommen hätte er, auch wenn er jetzt schon seit Monaten wegen eines Burnouts arbeitsunfähig ist. Als er die Gehaltssumme nennt, werde ich innerlich blass, so viel habe ich als Arzt nicht einmal in Chefarztzeiten verdient.

Den größten Teil seiner Arbeit kann er im Homeoffice verrichten, seine körperliche Präsenz ist lediglich an einem Tag in der Woche im Büro gefragt. Jetzt fühlt er sich absolut erschöpft, eine andere Arbeit will und kann er sich nicht vorstellen, er begehrt, dass ich ihm bei der Erlangung einer Frührente helfen solle.

Als ich versuche mit ihm etwaige Alternativen zur Rente zu besprechen, entwickelt er sofort Widerstand. Er fabuliert von seiner hohen Qualifikation, „zurück-zu-Schalten“ käme für ihn überhaupt nicht in Frage. Darüber nachzudenken „kleinere Brötchen“ zu backen, wenn er die großen nicht schafft, empfindet er als Zumutung. 

Ich versuche ihm ein Gleichnis zu vermitteln, dass es im Leben häufig darauf ankomme, eine vernünftige Balance zu finden zwischen der eigenen Leistungserwartung und dem tatsächlich dauerhaft Leistbaren. Er reagiert darauf mit einem krampfhaften Lächeln, welches spöttisch wirken soll, und der Frage, ob ich ihm denn nun „bei der Rente helfen würde“.

Ich negiere seinen Wunsch, biete ihm wiederum an gemeinsam nach Alternativen zu suchen. Als er wieder ablehnt, „das brauche er nicht, er wisse genau, wie ihm zu helfen sei“, beende ich das Gespräch kurz und knapp und verabschiede ihn.

Er läßt im Aufstehen zwar die Sonnenbrille nach unten auf die Nase rutschen, seine Körperhaltung dagegen wirkt jämmerlich als ich ihm nachsehe wie er draußen mit hängenden Schultern in seinen Porsche ‚Panamera‘ einsteigt.

Warum eigentlich ein ‚Panamera‘? Familie hat er nicht, vielleicht sehnt er sich doch danach? Mit einer gewissen Schadenfreude stelle ich mir seinen hohen Spritverbrauch vor. Möglicherweise wäre er mit einem Clio in seinem Leben zufriedener?

Abends im Bett kommt mir das Treffen wieder in den Sinn und ich überlege, ob ich nicht doch zu bestimmt oder abweisend mit ihm umgegangen bin?

Malleus maleficarum …

Kupferstich aus dem 'Hexenhammer'. In einer wirren, kaum erkennbaren Anordnung sollen die magischen Praktiken der Hexen dargestellt werden.

Malleus maleficarum, der ‚Hexenhammer‘, ist ein Buch des Dominikanermönchs Heinrich Kramer, eines eifernden Inquisitors. Die erste Auflage datiert auf das Jahr 1487 und gilt als eines der schlimmsten Machwerke der Weltliteratur.

Die pseudoreligiöse Schrift gab der katholischen Kirche die theoretische Grundlage praktisch nach Gutdünken Menschen, vor allem Frauen, der Hexerei zu beschuldigen und sie ohne faires Verfahren umzubringen. Viele wurden bei lebendigem Leib verbrannt. Bis 1505, dem Sterbejahr von Heinrich Kramer, treibt die Inquisition Urstände, erst danach nimmt die Zahl der „Hexenverfahren“ ab, allerdings haben bis dahin schon tausende unschuldige Menschen den Tod auf dem Scheiterhaufen gefunden.

Der Hexenhammer hat die Form eines Zimmermannhammers, ein keilförmiges Teil aus Stahl mit einem klassischen Holzgriff. Das Stahlteil ist in der Mitte für den Stiel durchbohrt, hinten die abgeflachte Bahn, sie schlägt den Nagel ins Holz, vorn die Finne, lang und spitz zulaufend. Die Spitze wird in die Holzteile geschlagen, die sich damit auch ohne Hebezeuge gut transportieren lassen. Ein nützliches Werkzeug und eine gefährliche Waffe.

Ein Schmiedefeuer, eine offene Flamme über glühendem Koks, der Fuss des Schmiedes betätigt einen Blasebalg und je kräftiger er tritt, desto giftiger ist die Farbe des Feuers. Mitten in der Glut liegt der Hexenhammer, langsam nimmt er die Temperatur an, die Farbänderung an der Spitze der Finne beginnend dehnt sich über das ganze Stück aus, bis es sich durchgängig rotglühend in der Mitte des Feuers befindet.
Das hellrote Teil sieht jetzt noch gefährlicher aus als sonst.

Die glühende Spitze trifft den Schädel, dort, wo früher der Scheitel war. Ein unerträglicher Schmerz durchfährt den Kopf, die Spitze bohrt sich durch den Knochen, ein Gefühl, als ob der Knochen an dem hellrote Stahl verdampft. Sie dringt in das darunter liegende Hirngewebe ein, es zischt laut, der Schmerz steigert sich nochmals, es rauscht unerträglich. Fliehen ist nicht möglich, der Hexenhammer tut sein Werk.

Als ich aufwache liege ich in meinem Bett. Es ist sehr dunkel, nichts Leuchtendes ist im Zimmer, das Rauschen ist weg, der unerträgliche, stechende Schmerz bleibt. Ich habe das Gefühl, dass die glühende Spitze der Finne immer noch oben in meinem Schädel steckt und spüre den Wunsch den Hexenhammer heraus zu ziehen. 

Gewohnheitsmäßig greife ich mit der rechten Hand danach, sie bewegt sich kein Stück, ich spüre sie nicht. Vorsichtig greife ich mit der linken Hand zum rechten Arm, bin zufrieden, dass er noch da ist. Die Haut ist kalt, er ist schwer wie Blei, ich spüre ihn nicht, als ich ihn mit der linken Hand anhebe. Losgelassen schlägt er mit einem satten, triumphierenden und klatschenden Geräusch auf das Bettlaken zurück. 
Meine Gedanken gleiten über den Körper nach unten, ich erschrecke, als ich merke, dass ich auch mein rechtes Bein nicht mehr spüre. Die Angst hindert mich daran das Bein bewegen zu wollen, ich lasse es geschehen.
Ich will etwas sagen, weiß genau, was ich sagen will, sehe die Worte vor meinem inneren Auge, keinen einzigen Ton kann ich hervorbringen.
Auf dem beleuchteten Wecker sehe ich die aktuelle Uhrzeit, 1.02 Uhr. 
Rund 2 Stunden beobachte ich die Anzeige, habe Angst die Augen zu schließen, ich fürchte nicht wieder wach zu werden. Der Hexenhammer wütet in meinem Gehirn, dann nimmt der Schmerz langsam ab, langsam, ganz langsam, quälend langsam. 

Irgendwann dämmere ich weg, verliere mich in einem oberflächlichen Traum, in dem ich mich absolut hilflos, bewegungsunfähig erlebe, spüre trotzdem den Schmerz in meinem Kopf.
Langsam erwachend wehre ich mich dagegen, versuche erneut in den Traum abzugleiten. Ich schaffe es nicht. Ein Blick auf die Anzeige, es ist gegen 5.00 Uhr, draußen dämmert es.
Der Arm liegt immer noch leblos neben mir, aber meine Gedanken werden klarer. 
Vorsichtig versuche ich Worte zu flüstern, es geht, schwerfällig reagiert mein Mund, es klingt verschwommen, aber es geht.
Der Schmerz hat nachgelassen, ich spüre genau die Stelle, an der der Hexenhammer in meinen Kopf eingedrungen war. Als ich danach taste, finde ich kein Loch.
Es dauert noch rund eine Stunde bis meine Gedanken wieder im gewohnten Rahmen laufen.

Der Arm hängt noch mehrere Stunden bewegungslos an meiner Schulter, kalt, ohne Leben, wie abgestorben. Ich kann ihn aus der Schulter heraus schütteln, aktiv bewegen kann ich ihn nicht. Als das Gefühl langsam zurück kommt, wird es begleitet durch einen heftigen kribbelnden Schmerz über mehrere Tage. 
Später erklärt mir ein Kollege, dass ich eine Embolie erlitten habe. Zu einer Intensivtherapie kann ich mich nicht entschliessen.

Inzwischen habe ich noch mehrere solcher Attacken erlitten, der Schmerz bleibt, die Intensität schwankt. 

Bis heute tut der Hexenhammer in meinem Kopf jeden Tag seinen Dienst. Ich hoffe, dass es nicht wie bei Heinrich Kramer 18 Jahre dauert, bis er seine Wirksamkeit verliert.

Wie man Monarchin im Buntland wird …

Es war einmal ein kleines Land, ein kleines Land in dem viele Menschen wohnten, unter den Flächenländern gehörte es mit zu denen mit der höchsten Bevölkerungsdichte.




BuntLand war ein nur kleines Königreich, aber das Schicksal, die Geschichte und die eigene Dämlichkeit hatten es in zwei Teile zerlegt.
In dem einen Teil, genannt das WestLand, wurde hart gearbeitet und viel Geld verdient. Im anderen Teil, dem OstLand wurde auch viel und hart gearbeitet, aber die Regierenden schafften es nicht den Menschen eine überzeugende Zukunft zu ermöglichen. Die Regierenden des OstLands nannte sich ‚die Eliten‘.

So wurde der eine Teil des alten Königreichs, das WestLand immer reicher, während im anderen, dem OstLand, schon der Putz von den Häusern fiel.
Im OstLand lebte ein liebes, kleines Mädchen, Doro genannt, der Vater war ein Mann Gottes, die Mutter kümmerte sich um den Haushalt. Da Doro etwas klein und pummelig geraten waren und deshalb von anderen Kindern gehänselt wurde, hatten sie die Eltern ganz besonders ins Herz geschlossen, umsorgten und beschützten sie. 
Sie waren arm und schafften es kaum ihr mit bescheidenen Mitteln eine gute Bildung zu ermöglichen. 
Da Doro nicht dumm war, gut beobachten und die Schwächen der Anderen erkennen konnte, hatte sie sehr schnell mitbekommen, wie der Hase läuft. 
Sie diente sich den ‚Eliten‘ des Ostlands an und erreichte damit trotz ihrer bescheidenen Herkunft eine überdurchschnittliche Bildung, ja, sie durfte sogar in einem fremden Land, dem BruderLand, studieren.

Nun begab es sich, dass die Menschen im OstLand zunehmend unzufrieden mit ihrem Schicksal waren und nach Jahren begannen sich gegen ihre Eliten zu empören. Zuerst still, in kleinen Zirkeln, später im größeren Rahmen, meist unter dem Schutz der Kirchen. 
Das hielt die ‚Eliten‘ nicht davon ab, sich weiter zu loben, ihre Taten zu preisen und wer sie im Volk laut lobpreiste, durfte sogar am Rande ihres Tisch Platz nehmen. 

Schließlich erhob sich eine große Gruppe von Menschen gegen die ‚Eliten‘. Die  Unzufriedenen nannte man im OstLand Verbrecher, im WestLand Aktivisten.

Anfangs war das für die Aktivisten sehr gefährlich, die ‚Eliten‘ des OstLands wehrten sich aus Leibeskräften. Einige wurden eingesperrt, später ins WestLand ausgewiesen. Da sie aber nicht begriffen, warum die Bürger des OstLands so unzufrieden waren und dachten, sie müßten ihnen die Dinge nur besser erklären, dann wären alle zufrieden und dankbar, spitzte sich der Konflikt immer mehr zu.

Am Ende standen sich die unbewaffneten Aktivisten und die bewaffneten ‚Eliten‘ im offenen Konflikt auf der Straße gegenüber. 

Doro wußte wie der Hase läuft. Sie hielt sich zurück, engagierte sich nicht, machte sich nicht angreifbar und partizipierte still und heimlich am immer noch gut gedeckten Tisch der ‚Eliten‘. Später erklärte sie es damit, dass sie die Entwicklung zuerst einmal hätte abwarten wollen. 
Irgendwann ergab es sich, dass sich die ‚Eliten‘ dem friedlichen Druck der Menschen auf den Straßen ergeben mussten und sie verschenkten ihr Land und ihr Volk ohne Not über Nacht an das reiche WestLand, nicht ohne sich schnell noch einen eigenen Anteil vom großen Kuchen zu sichern.
Doro hatte die Entwicklung unbeschadet und ohne sich je in die geringste Gefahr begeben zu haben, einfach abgewartet. Die größte Gefahr ihres Lebens waren bis hierhin wohl die Flüge mit Aeroflot ins BruderLand gewesen, um dort ihre Studien zu betreiben. 

Ihr Instinkt sagte ihr, dass die Regierenden von WestLand Menschen aus dem OstLand brauchten, um die Entwicklung in ihrem Sinn vorantreiben zu können. Sie brauchten Leute, die die Menschen von OstLand kannten und verstanden, die auch Erfahrung mit dem großen BruderLand hatten, welches immer noch den Daumen auf OstLand hielt.
Jetzt war Doro zur Stelle, sie ging in die Politik, machte eine unbeschreibliche Karriere, wobei es ihr nichts ausmachte auch über die Menschen nach Belieben und Bedarf einfach hinweg zu steigen, die ihr ihre Karriere erst ermöglicht hatten.
Und plötzlich stand sie ganz, ganz oben, ohne jemals auch nur ein kleines persönliches Risiko für Leib, Leben und Karriere eingegangen zu sein, wie gesagt, mit Ausnahme der Flüge ins BruderLand.
Die neue Königin des Landes, das nicht mehr in Ost-und WestLand geteilt war, war geschaffen.

Doro gelang es, sich für viele Jahre auf dem Sessel der Monarchin bequem einzurichten. 

Und wie es in Monarchien üblich ist, brauchte sie um sich herum eine Schar von Paladinen, die ihren Thron nach allen Seiten absicherten und ihre heren Nachrichten unter dem einfachen, dummen Volk verbreiteten. Die Kunst des Monarchen ist es, die Paladine einerseits mit genügend Macht auszustatten um das Volk Untertan halten zu können. Andererseits müssen die Paladine in einem Abhängigkeitsverhältnis vom Monarchen gehalten werden, damit sie nicht anfangen selbst nach dem Thron zu schielen. Sie dürfen nicht zu klug und machtbesessen sein, sodass sie in ihrer Stellung vom Wohlwollen des Monarchen abhängig bleiben – stürzt der Monarch, fällt auch der Paladin. So stützen sich die Beteiligten gegenseitig. 

Die eigentliche Kunst des Monarchen besteht darin, die Interessengegensätze im Volk nicht zu groß werden zu lassen. Das Volk könnte dann die Geduld verlieren und die Monarchie stürzen. Das hatte sie im OstLand beobachtet.

Doro beherrscht die Kunst des Teilens und Herrschens bis zur Perfektion, mögliche Kontrahenten beißt sie kurzentschlossen weg, immer gestützt und geschützt durch ihre Hofschranzen. Und gegen alle Widrigkeiten verteidigt sie unangefochten mit Geschick und Chuzpe ihren Thron über viele Jahre.

Macht macht leichtsinnig. 

Im OstLand hatte die kluge Doro immer auf ‚die Eliten‘ geschielt und gehofft, selbst einmal dazu zu gehören. Nun war das OstLand gescheitert, aber der Neid auf ‚die Eliten‘ bestand in ihr fort. Sie wollte auch einmal zur ‚Elite‘ gehören. Und fortan begannen sich die Monarchin und ihre Paladine selbst ‚die Eliten‘ zu nennen.

Dem Volk stieß dies mehr als sauer auf, wußten gerade die Menschen im früheren OstLand aus eigener Erfahrung gut, wozu dies führte. Die Menschen im früheren WestLand hatten diese Erfahrung nicht und liefen hinter dem Fähnlein der ‚Eliten‘ blind und ziellos umher.

Lange erkannten sie nicht, dass die Monarchin und ihre Paladine nackt waren, und wenn Menschen aus dem OstLand darauf hinwiesen wurden sie beschimpft und angeklagt. So wurde die Zahl der Nackten hinter ihr immer größer, bis mehr als die Hälfte der Untertanen splitternackt und trotzdem die Monarchin lobpreisend durch die Straßen zogen.

Mit der Zeit wurden Doro’s Paladine unzufrieden. Lange hatten sie sie gestützt und beschützt, waren beinahe auf der eigenen Schleimspur, die sie ihr zu Ehren gelegt hatten, ausgerutscht. Aber Doro vergaß im Vertrauen auf die eigene gottähnliche Unfehlbarkeit sie ausreichend zu entlohnen.

Und so ergab es sich, dass sich einige ihrer unzufriedensten Paladine zusammen taten, zuerst ihren willfährigen Großwesir entmachteten, um sie anschließend vorsichtig vom Thron zu stoßen.

Das bis dahin durch eine exzessive Steuerlast geknechtete Staatsvolk atmete auf, hoffte vom Joch der Monarchin befreit zu werden. 

Die Menschen glaubten an diesem Punkt noch nicht,  dass es lediglich darum geht die Monarchin durch einen neuen Monarchen zu ersetzen. Auch der wird wieder seine Paladine brauchen und finden, so wiederholt sich Geschichte.

Nur, auch im BuntLand bleibt der kleine Mann immer der kleine Mann.