Die Fabel vom Dösen …

Der Abend eines anstrengenden Tages, die Tiere des Waldes sind müde, es ist sehr heiß, gab wenig Beute, ein hungriger Magen. 
Der alte Bär ist auf dem Rückweg zu seinem Nachtlager.

Auf der Suche nach einer wenigstens kleinen Beute sieht er auf einem alten Baum einen Raben.
Der Rabe sitzt still auf einem Ast, hat den Kopf zur Seite gedreht, und richtet den Blick zum Himmel.
„Was machst du dort oben Rabe?“ fragt der Bär. „Ach, ich tue nichts, ich sitze einfach hier und döse, ein herrliches Gefühl.“
Der hungrige Bär mit seinem knurrenden Magen hat auch das Bedürfnis nach einem herrlichen Gefühl, er setzt sich bequem unter den Baum, dreht den Kopf zur Seite und richtet den Blick gen Himmel.

Nach einigen Minuten kommt der Wolf, auch er hungrig und schlecht gelaunt. Er sieht den Bären unter dem Baum sitzen, darüber der Rabe.
„Hallo Rabe und Bär, was macht ihr da?“ Es dauert einige Augenblicke bis der Rabe mit müder Stimme krächzt: „Wir tun nichts, wir sitzen nur hier und dösen, ein herrliches Gefühl.“
Der Wolf setzt sich bequem unter den Baum neben den Bären, dreht seinen Kopf zur Seite und richtet den Blick gen Himmel.

Der Hase kommt des Weges, er sieht den Raben auf dem Baum, darunter Bär und Wolf, die sich nicht bewegen.
„Hej, Rabe, Bär und Wolf, was macht ihr da?“ Mit genervter Stimme antwortet der Rabe: „Wir tun nichts, wir sitzen nur hier und dösen, ein herrliches Gefühl.“
Der Hase setzt sich neben den Bären und den Wolf, dreht seinen Kopf zur Seite und richtet den Blick gen Himmel.
So sitzen sie eine ganze Weile still nebeneinander. 

Mit Einbruch der Dämmerung geht der Jäger auf die Pirsch. Er kommt zu dem Platz mit dem alten Baum, sieht den Bären, den Wolf und den Hasen, die nebeneinander sitzen, den Kopf zur Seite gedreht und den Blick zum Himmel gerichtet.
Er überlegt kurz, legt von der Seite seine Flinte an und erlegt mit einem einzigen Schuss den Bären, den Wolf und den Hasen. Nur der Rabe überlebt das blutige Massaker.

Der blickt von seinem Ast nach unten, sieht das Blutbad, zuckt mit den Schultern, fliegt mit einer kurzen Bewegung einen Ast weiter nach oben, dreht seinen Kopf zur Seite und richtet den Blick gen Himmel.

Merke:Um wirklich ungestört dösen zu können, muss man immer ganz, ganz oben sitzen.
*****
Warum nur erinnert mich diese Fabel an eine aktuelle deutsche Politikerin?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s