Die Thüringenwahl ist seit einer Woche Geschichte, der erste und auch der zweite Pulverdampf haben sich verzogen, die wirklich „wichtigen“ Entscheidungen werden wohl jetzt unter Ausschluss des „Souveräns“ im Hinterzimmer gefällt.
Nichts erinnert mehr an das Werben der Parteien um Wählerstimmen, der dumme Michel hat sein Werk getan, der Rest geht ihn nichts an.
Bisher vergeblich suche ich eine Information, wann mit der konstituierenden Sitzung des neuen Landtages zu rechnen ist, ich möchte mir – zum ersten mal – die Veranstaltung einmal aus der Nähe ansehen.
Ich hatte Euch ja berichtet, dass ich die Parteien mit meinen Fragen genervt hatte, die Antwort der CDU auf die Frage, wer nun zur EEG-Umlage und zur Entwicklung des Strompreises lügt, die Presse oder die CDU, ist nach wie vor unbeantwortet.
Ihr erinnert Euch, die Aussage der CDU war: „wir senken in 2020 die EEG-Umlage und damit sinkt der Strompreis“ und am gleichen Tag verkündeten die Medien unisono, dass in 2020 die EEG-Umlage und damit auch der Strompreis steigen werden.
An den Strassen baumeln kaum noch Wahlplakate mit Politikern an den Laternenmasten, die meisten wurden gleich abmontiert.
Allerdings, es gibt heute zwei Ausnahmen, vielfach hängen noch die Plakate der Grünen und der NPD, oftmals am gleichen Mast, schon mehr oder weniger mitgenommen, aber doch in stiller Eintracht. Es gilt zu überlegen, was uns die Parteien damit sagen wollen?
Der Dämel hat gewählt, er hat mit seiner Stimme die Parteien in die Ungewissheit gestürzt, er wird schon sehen, was er davon hat.
Da ich überwiegend nachts arbeite, habe ich den Tag mehr oder weniger zur freien Verfügung. Eigentlich könnte ich als kalendarischer Rentner 24 Stunden zur freien Verfügung haben, aber ich scheue den absoluten Schnitt, da er für mich irgendwie etwas Endgültiges hat, vor dem ich Angst habe.
Montags bringe ich deshalb u.a. Liam morgens in den Kindergarten, gegen 7.10 Uhr fahren wir los, mehr oder minder wach, wobei ich immer wieder fasziniert bin, welche Energie ein 6jähriger im dämmernden Halbdunkel schon entfalten kann.
Gegen diese Zeit trudeln viele Kinder ein, wobei die Begleitpersonen meist jung sind, die Großeltern sind dann später beim Abholen präsent.
Die Eltern meist noch schweigend, sichtbar müde oder genervt, die Kinder übersprühend, so als gelte es keine Minute des aufziehenden Tages zu versäumen.
In der Garderobe dann die ersten Gespräche untereinander und ich nehme es als gutes Zeichen, dass in Liam’s Gruppe kein einziges Kind gegen die „Abgabe“ protestiert, im Gegenteil, Hausschuhe an und weg sind sie.
Um mich nicht ganz nutzlos zu fühlen, trottele ich dann so langsam los, schon überlegend, wie ich den Tag bis zum Nachtdienst sinnvoll füllen kann.
Ich bin gnadenlos so erzogen worden, „man muss immer etwas Sinnvolles tun“ und das klebt seit vielen Jahren an mir wie frische Hundescheisse an weißen Sneackers. Bisher habe ich es nicht geschafft diese Selbstgeiselung abzustreifen, obwohl, so richtig ernsthaft habe ich es auch noch nicht versucht.
Liam’s Gruppenzimmer, genannt die „Pinguine“, liegt im 2. Stockwerk, natürlich gibt es keinen Fahrstuhl. Als ich heute langsam die Treppe hinabgehe, mein Knie hindert mich daran wie früher schnell zu laufen und eine Blösse mit Hinken unter den vielen jungen Frauen mag ich mir auch nicht geben, vor mir zwei Mütter.
Ich schätze die Beiden sind so Mitte-Ende 20 und sehen ganz fit aus. Sie unterhalten sich angeregt, wobei die eine auf die Frage was sie jetzt tue, kurz antwortet: „Ich gehe zum Armin.“ Armin ist der niedergelassene Landarzt, geschätzte 200 Meter vom Kindergarten entfernt. „Was hast Du denn?“ Die Antwort kommt prompt: „Nichts, ich hole mir nur einen Schein.“ Nach einer kurzen Pause: „Weisst du was, das mache ich auch, ich komme gleich mit.“ Unten, vor dem Kindergarten noch die kurze Überlegung, wir lassen die Autos hier stehen, wer weiss, ob wir montags drüben – beim Armin – noch einen Parkplatz bekommen.
In der Tat ist der Parkplatz vor der Praxis gegen dreiviertel Acht auch schon gut belegt.
Es fällt mir schwer mich zu entscheiden, ob ich empört oder neidisch sein soll. Wohl eher ist es Neid, habe ich mir doch bisher in meinem Leben noch „kein Krank“ ohne jeglichen Grund gegönnt. Wahrscheinlich bin ich wirklich so dämlich, wie es sich gerade für mich anfühlt. Ob die beiden es schaffen, den Schein mit „nichts“ zu bekommen, würde ich gern, kann es aber nicht überprüfen. Aber was man so hört …
„Man muss immer etwas Sinnvolles tun.“
Wer weiss wie irreversibel frische Hundescheisse an neuen weissen Sneackers klebt, weiss auch wie es mir damit geht.
Während ich als 70jähriger arbeiten gehe, vom Finanzamt bis zum letzten Cent ausgeflöht werde, machen sich in unserer Hauptstadt, auch in Leipzig, sogenannte Autonome mit meinen Steuern und Beiträgen „einen Bunten“. Und am Wochenende geht es dann noch zum „Bullenklatschen“.
Leute, irgendwann ist Schluss mit lustig.
Meine Forderung: allen diesen Idioten die „Stütze“ streichen und morgen sind die handzahm.
Die Zeiten ändern sich und zwar ganz rasant, selbst bei uns auf dem Dorf Wohnenden, auch wenn die eingebildeten urbanen Eliten glauben, sie hätten uns die Kultur erst noch beizubringen.
Sofern es seine oder meine Zeit zulassen, drehe ich manchmal fast täglich mit unserem jüngsten Enkel, jetzt 6 Jahre, eine Runde auf dem Fahrrad. Von der Entfernung so zwischen 6 und 25 Kilometer, was für einen so kleinen Kerl schon beachtlich ist.
Wir leben in einer guten und ruhigen Umgebung, hier bremst man noch für Katzen und erst recht für Radfahrer, man grüsst jeden, dem man begegnet und nicht selten kommt es sogar zum „Schnabbeln“, ein Begriff der wohl sehr regional ist und meint: Man unterhält sich ganz ungezwungen und „ohne Grund“.
Das Schwierigste an der Radtour mit Liam ist nicht die Fahrt selbst, sondern die Vorbereitung.
Da wird die Temperatur gecheckt, notfalls das „händische Gefühl“ noch einmal per App überprüft, es wird streng darauf geachtet, dass „der arme Kleine“, den ich „bei Wind und Wetter nach draußen zerre“, auch ja adäquat vor den Unbilden der Natur geschützt ist. Jetzt in dieser Jahreszeit sind Helm, Kapuze, zwei bis drei Jacken übereinander, Schal usw. usw. obligat. Inzwischen habe ich jeglichen Widerstand gegen die Überbesorgnis aufgegeben, ich habe keine Chance dagegen.
Das wichtigste, ja essentielle Utensil beim Radfahren sind für mich einzig und allein gute Handschuhe … Nun ja.
Jetzt habe ich zufällig ein Foto in die Hand bekommen, aufgenommen Anfang der 60er, welches die Klasse meines Nachbarn Hans beim damaligen Sportunterricht zeigt.
Das Ganze fand auf einer öffentlichen Ortsverbindungsstraße statt, zwar im damaligen Grenzgebiet und wenig befahren, aber immerhin.
Soweit sich Hans erinnert, kam bei dieser „beispiellos leichtsinnigen“ Aktion gar niemand zu Schaden, unvorstellbar. Die meisten der auf dem Bild zu sehenden Kinder leben sogar heute noch!
Sportunterricht auf der öffentlichen Straße in Gospenroda Anfang der 60er mit Lehrer Höhne.
Man stelle sich die gleiche Aktivität heute vor oder es träte der absolute Super-Gau ein, ein Kind würde stürzen und sich gar die Schotterflechte holen, Herr im Himmel.
Ich vermute, spätestens morgen lägen die ersten Anzeigen besorgter Mütter gegen Lehrer Höhne, den Schulleiter und das Schulamt vor. Wenn der Kultusminister aus dem bodenlosen Skandal unbeschadet hervorginge, könnte er von Glück sprechen, verdient hätte er es nicht.
Spätesten übermorgen wären alle unverantwortlichen Verantwortlichen des Amtes enthoben und die siegreichen Mütter würden sich nach unvergleichlich hartem Kampf die nicht vorhandenen imaginären Wunden lecken und sich gegenseitig im Siegestaumel auf die, von der Last der Verantwortung bereits wunden Schultern klopfen.
Übrigens, Liam und ich, nehme die Hinweise „ja vorsichtig zu sein“ vor jeder Fahrt inzwischen stoisch entgegen, wir nicken dazu, denken uns unser Teil und sobald wir außer Sicht sind, wird „Marscherleichterung“ ausgerufen.
Ich habe das Gefühl, er ist glücklich dabei, wenn ihm der Fahrtwind um die Nase weht. Und was gäbe es Wichtigeres?
Nur gut, dass wir in unserem kleinteiligen, unbedeutenden Alltagsmief unsere große Kanzlerin haben, gerade weilt sie in Indien.
Wer heute Abend noch einmal richtig schmunzeln möchte, stelle sich etwa Angela Merkel und Peter Altmeier beim Sirsasana, das ist dieser kerzengerade Kopfstand, vor.
Ich hoffe nicht, dass die Frau jetzt wegen Notwehrexzess vor Gericht gezerrt wird. Sicher würde sich dann eine Richterin(!) finden, die festlegen würde, dass es ausgereicht hätte ihm die Cojones sanft zu bearbeiten.
Na hier geht ja die Post ab, ich komme echt nicht mehr nach.
Jetzt empfiehlt selbst die Bundes-CDU, dass Mike Mohring zur Wahl als Thüringer MP antreten soll, wohl wissend, dass dies überhaupt nur mit den Stimmen der AfD funktionieren kann.
Natürlich macht dies nicht AKK direkt, da hat sie Herrn Hirte, den „Ostbeauftragten der Bundesregierung“ hier aus dem kleinen Tiefenort, vorgeschickt.
Vor wenigen Tagen, ja Stunden hat man in der Thüringer CDU Mike Mohring fast massakriert, weil er laut über ein wie auch immer geartetes Bündnis mit dem linken MP nachgedacht hat.
Und die gleichen CDU-Leute tauchen jetzt aus der Versenkung auf und – ja is‘ es denn die Möchlichkeit……
Nun bin ich ja, erklärtermassen, kein Fan von Ausgrenzung, sondern eher der Entzauberung durch Umarmung, aber dann soll man es wenigsten klar benennen.
Natürlich sind in der AfD nicht alles Nazis, natürlich finden sich in der AfD auffallend viele gut gebildete und situierte Menschen, alles richtig.
Aber Leute von der CDU, übt euch doch wenigstens mal in Ehrlichkeit.
Vor wenigen Stunden noch, überboten sich Parteien und Medien darin Höcke ‚Faschist‘ zu nennen, immer mit Hinweis auf ein wie auch immer ergangenes Gerichtsurteil, und nun setzt ihr euch, der lieben Macht willen, am liebsten bei Kaffee und Kuchen an einen Tisch?
Genau so gewinnt man als abgestrafte Partei wieder Vertrauen.
Es wird immer spannender in Thüringen, unserem kleinen Ländchen im grünen Herz Deutschlands mit sympathischen Eingeborenen, für die Zugereisten können wir allerdings rein gar nichts. Da waschen wir unsere Händchen mal schön in purer Unschuld. Wir sind ja gastfreundlich und nehmen auch Migranten auf.
Vor einigen Tagen habe ich über meinen Eindruck geschrieben, dass Thüringen die Blauen pampert. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass es genauso kommen wird, zumal Mike Mohring durch die Vollzeit-Kopfwäsche in Berlin wohl jetzt endgültig gelitten hat und ‚bei Lanz‘ von einer CDU-geführten Minderheitsregierung träumt. Früher nannte man das Delirium.
Aber wir pampern fleißig weiter, wohl auch, weil in der deutschen Politik jetzt – mit Verlaub – überwiegend Frauen ‚das Sagen‘ haben haben. Sarah Wagenknecht nehme ich dabei explizit aus.
Als 70 jähriger, voll arbeitender Steuerzahler muss ich – ungewollt – die Transferleistungen für diese Leute mit finanzieren! Wie komme ich eigentlich dazu?
Diese Leute sollen arbeiten gehen, ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten und Werte schaffen.
Und von der Politik verlange ich, dass sie die rechtlichen Möglichkeiten prüft, um Menschen, die die Werte unserer Gesellschaft so grundlegend in Frage stellen, die Transferleistungen zu entziehen.
Ich will zumindest für diese „Aktivisten“ nicht mehr mitarbeiten!