Klartext …

Es reicht!

Nach einem sehr guten Mittagessen und frischer Luft bei strahlendem Sonnenschein im Garten ist mein Blues weg.

Um mich herum höre und sehe ich nur noch betretene Gesichter, die eine Stimmung ausstrahlen, als ginge es heute noch unwiederbringlich auf’s Schafott und dort gäbe es kein Internet.

Ich habe gerade gelesen, „es gab schon angenehmere Zeiten“. Ich verstehe das, ja, wir hatten schon angenehmere Zeiten.

Heute haben wir eben – zum Glück selbst für meine Generation zum ersten Mal – etwas unangenehmere Zeiten.

Aber, die Menschheit wird nicht aussterben, das Universum wird nicht untergehen.

Richtig ist: es macht keinen Sinn sich vor dem Virus weiter zu verstecken, er hat uns gefunden, nicht wir ihn.

Wenn ich heute zu entscheiden hätte, gäbe es ein klares Procedere:

  1. Die Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung machen weiterhin Sinn, sofern sie das gesellschaftliche Leben nicht irreversibel schädigen. Also weiterführen, nur dann verschärfen, wenn sich die Idioten wie in Ischgl oder im Zillertal zu dämlich benehmen.
  2. Schleunigster Aufbau eines Maximums an Behandlungskapazitäten unter Einbeziehung aller tauglichen Strukturen, also des Sanitätswesens der Bundeswehr und unseres großen, gut strukturierten und auch zur Akutbehandlung befähigten Reha-Bereichs. (Es ist unklar, warum das bisher nicht konsequent passiert ist?)
  3. Unmittelbare Aktivierung aller personellen Ressourcen im Gesundheitssystem.

Grundlage des Handelns in einer kausal nicht zu beeinflussenden Ausnahmesituation kann nicht die persönliche Angst der Entscheidungsträger sein, die Angst für die Folgen einer Entscheidung verantwortlich gemacht zu werden oder gar die Angst „sogar“ persönlich betroffen zu sein.

Die Körpersprache unserer Politiker spricht dabei Bände. Ich bin gerade dabei Videobeiträge zu archivieren, um sie hinterher auszuwerten.

Wenn eine Entscheidung grundlegend falsch war und zu weitreichenden negativen Auswirkungen geführt haben sollte, kann sich der Verantwortliche immer noch erschiessen oder weniger konsequent „ins Glied zurücktreten“.

Aber diese andauernde, von den „Entscheidungsträgern“ auf die Menschen übertragene Angst paralysiert von Tag zu Tag das gesellschaftliche Leben mehr und mehr und raubt der Gesellschaft die Kraft. Das ist tödlich!

Angst überwindet man durch eine Analyse der angstauslösenden Situation, dazu war genug Zeit, dann muss entschieden gehandelt werden. Das ist heute notwendig!

Und die Entscheidung kann vernünftigerweise nur lauten:

Umgehende Aktivierung einer ausreichenden materiellen und personellen Behandlungsstruktur und dann ‚Kopf runter und durch‘.

Ja, es wird dabei auch weiterhin Opfer geben, es gibt kein Gesetz, welches uns ewiges Leben garantiert. Und die Opfer gibt es so und so.

Und noch etwas, die Virologen mögen sich mit ihrem hohen Wissen und ihren beträchtlichen Kapazitäten konsequent um den Aufbau von Behandlungs- bzw. Präventionsmöglichkeiten kümmern, das Handeln sollten sie jetzt uns „gemeinen, pragmatischen Medizinern“ überlassen.

China hat uns – bisher – gezeigt, dass es genauso funktioniert. Wobei China bei seinem Vorgehen große Vorteile uns gegenüber hatte:

Sie hatten Leute, die entschieden haben. Und sie haben konsequent versucht den/die Infektionsherd/e weitgehend lokal zu halten und dann mit ihren neuen, innerhalb von 10 Tagen aus dem Boden gestampften Klinikskapazitäten therapeutisch „zugeschlagen“. Wobei wir Punkt 1 schon versäumt haben und wie die Schlange vor dem Kaninchen darauf warten, dass alle Bereiche unseres Landes gleichmäßig infiziert sind.

Der Erfolg gibt dagegen den Asiaten recht.

Und die Leute, die damals hierzulande in typisch deutscher Überheblichkeit darüber sinnierten, dass die chinesischen Corona-Kliniken wahrscheinlich keinen „guten Standard“ hätten und für uns wohl schon deshalb nicht in Frage kämen – man müsste sie heute noch öffentlich an den Pranger nageln.

4 Kommentare zu „Klartext …

  1. Die Angst Entscheidungen zu treffen ist wohl typisch für Leute, die auch ansonsten nirgends anecken wollen. Sich immer wieder absichern und keinerlei Risiko einzugehen, bekommen ja die Kinder heutzutage von ihren Helikopter Eltern beigebracht. Aber von erwachsenen Leuten, die sich Politiker nennen, da erwartet man eigentlich ein Mass an Selbstbewusstsein und Führungskraft. Und die Einsicht, Fachleute agieren zu lassen und auch etwas umzusetzen. Schwafeln und Durchdiskutieren hat noch kein akutes Problem gelöst – etwas tun war bisher bei allen Krisen die beste Lösung. Mein Rat an Dich, geniesse den Sonntagskaffee..

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  2. Du: „dass die chinesischen Corona-Kliniken wahrscheinlich keinen „guten Standard“ hätten und für uns wohl schon deshalb nicht in Frage kämen“ klar doch, für die Deutschen ist das Beste gerade gut genug, denken sie.
    Der Söder hat in Bayern was angeordnet und durchgesetzt – und jetzt verhauen sie ihm alle den Popo, zuvorderst das Grinsgesicht Laschet.
    DU warst für eine Karriere in der Politik nach der Wende auch schon zu alt – oder???

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  3. Mich wollte niemand so richtig haben, weder die, noch die. Ich war ein „Verbrannter“, der als er den Braten endlich gerochen hatte, in gefährlichen Zeiten, als niemand wusste, ob geschossen wurde, in Leipzig in persona auf der Strasse war. Und als es später mal spruchreif wurde, hatte ich keine Lust mehr. Lg.

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  4. Das war ja hier bei uns am 7. Oktober 1989 auch sehr heiß. Mein Sohn stand zwei Tage lang unter Bewachung der Staatssicherheit. Er war genauso aufmüpfig wie ich und hat bei einer nicht so Regierungs freundlichen Zeitung mitgearbeitet. Deswegen haben sie ihm einen persönlichen Bewacher an die Seite gestellt, obwohl der Knabe noch nicht erst mal 18 Jahre alt war

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