Alles sozial oder was … ?

Schade …

Ein Jahr beschäftige ich mich jetzt, mit WordPress, nach und mit dem Google-Blog, ich habe die Zeit nicht bereut.

Einer der Gründe, warum ich mich bei Facebook und anderen sozialen Medien ausgeklinkt und mich hier zugewendet habe, ist die Hoffnung hier ein offeneres, toleranteres und dialogbereites Klima zu finden.

Zum Glück ist das in der überwiegenden Zahl der Kontakte so, auch wenn man naturgemäß nicht immer einer Meinung ist, ich sage, zum Glück ist das so.

Es könnte nicht ehrlich sein, wenn alle immer der gleichen Meinung wären und dies auch noch zur gleichen Zeit. Versucht das nur einmal mit den Partnern, es wird nicht funktionieren. Oder einer von beiden lügt oder auch beide.

Für die positive Erfahrung möchte ich Euch allen danken.

Ich hoffe, dass auffällt, dass eines „meiner Themen“ der gesellschaftliche Dialog ist, ich bin weder ein „Ja-Sager“, noch bedingungslos irgendwo „dagegen“ oder „dafür“, weder gegen Themen, noch gegen Personen, noch gegen Gruppen von Menschen.

Die Einzigen mit denen ich „nicht kann“, sind die, die sich vorsätzlich gegen Leib und Leben anderer versündigen. Mit allen Anderen versuche ich, so gewünscht, den Dialog, mal gelingt es, mal eben nicht.

Wenn ich meine Lebenserfahrung zusammenfasse, gibt es nicht ’schwarz‘ und nicht ‚weiss‘, fast jeder Mensch hat ‚gute‘ und ‚weniger gute‘ Eigenschaften, fast jeder Mensch hat soziale Seiten und auch egoistische Eigenschaften.

Ich kenne viele menschlich sympathische Linke und ich kenne menschlich sympathische – ich sage nicht Rechte – ich sage konservativ denkende Menschen.

Beruflich hatte ich Gelegenheit diesen und jenen Dresdner kennenzulernen, der jeden Montag wie ein Hammel zu PEGIDA latscht und von dem ich trotzdem „ein Pferd kaufen“ würde, zugegeben, es waren nicht viele. Und ich kenne Menschen, die jeden Tag die „Fanfare“ schwingen und sich progressiv – was ist das ? – geben, von denen ich keinen Gebrauchtwagen kaufen würde.

In allen Gruppen gibt es – neben den Ehrlichen – Menschen, die ausschließlich in Erwartung eigenen Vorteils hinter der vorangetragenen Fahne daher latschen und in allen Gruppen gibt es einen großen Anteil derer, die sich nicht einmal die Frage vorlegen, warum sie das tun. Das Schwierigste dabei ist, sich das selbst zuzugeben.

Und es gibt viele Menschen, die sich einfach aus Angst der aktuell dominierenden Gruppe anschließen. Die Angst besteht darin, eventuell auf der Seite der Verlierer angekommen zu sein. Diese geben sie sich oft besonders fanatisch.

Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Frage, warum eigentlich in der Zeit des Nationalsozialismus, so viele „normale Menschen“ zu Massenmördern wurden. Ein Teil der Antwort ist: Nicht wenige waren Menschen, die von Angst getrieben wurden, von der Angst, sonst eventuell auf der Seite der Verlierer zu landen. „Sollen doch die Anderen die Verlierer sein.“

Auch aus Erfahrung sage ich, die jeweiligen „Anführenden“ wissen genau wie Menschen ticken, nun ja, alle nicht, viele unserer aktuellen Politiker scheinen es nicht zu wissen. Die, die wissen wie man Menschen führt, nutzen dies in der Regel auch bewusst aus.

Was ich allerdings nicht möchte, mich an „Diskussionen“ zu beteiligen, bei denen von vornherein klar ist, dass sie keine Früchte tragen werden.

Wenn ich bei meinem täglichen, inzwischen lieb gewonnenen Gang durch die Blogs beispielsweise solche Einträge lese, kann ich dies akzeptieren, es ist eine persönliche Meinung, wenn ich auch damit nichts anfangen kann.

„Das Schlimmste an AfDlern, Nazis und anderen Rechten ist, dass man sie unterschätzt, weil sie einem so viel Grund geben, sie zu verachten. Menschen ohne Fairness, ohne Menschenfreundlichkeit, ohne moralischen Kompass…man nimmt sie nicht für voll, bis man sie im Rücken hat. (Und ich weiß, dass mindestens zwei von denen hier mitlesen.)“

So sind Menschen nicht, oder nur sehr selten. Dieser Absolutheitsanspruch der eigenen Meinung allerdings kann nicht richtig sein, es schreibe dies genauso, wenn ich von der „Gegenseite“ diese Dinge lese. Man rüstet derzeit gegenseitig so verbal auf, dass es kaum noch zu ertragen ist.

Ich kann mich in diesen Fällen nicht anders schützen, als mich aus diesen Blogs zu verabschieden, auch wenn es mir leid tut.

Seht es bitte nicht als etwas Persönliches, es ist lediglich Eigenschutz eines Menschen, dessen Lebenszeit limitiert ist und der sich überlegen muss, wofür er sie einsetzt. Und wenn ein Dialog nicht möglich ist, dann ist es eben so.

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