Dichtung und Wahrheit ….

Die Medien und die Politik jubeln, wenn freitags Kinder und Jugendliche kollektiv die Schule schwänzen, um für Umwelt, Klima, oder was weiss ich noch, zu demonstrieren. jedenfalls alles schön abstrakt und allein zum Nutzen einer gewaltigen Industrie, die sich um das Thema „Umwelt und Klima“ herum aufgebaut hat.

Freitags wird ‚gestreikt‘ und die scheidende Kanzlerin bejubelt den Rechtsbruch, ist doch der Besuch der Schule in unserem Land, wie fast weltweit, gesetzlich verpflichtend geregelt.

Ich habe mir die Schulgesetze der Bundesländer, lässig abgekürzt ‚SchulG‘, in Thüringen etwa ThürSchulG, durchgesehen, in keinem einzigen finde ich ein Streikrecht der Schüler verankert.

Auf dem Weg von und zur Arbeit befahre ich ein kleines Tal, viel Wald, wenige Häuser, auf der einen Seite ein kleiner Fluss. Die Straße hat Alleecharakter, die alten, riesigen Bäume bilden über der Straße ein fast geschlossenes Dach.

An einer Stelle kommt eine kleine Teichlandschaft bis fast an die Straße, im Frühling ein Eldorado für Kröten, die es in ihr Laichgebiet zieht. Dazu müssen sie die Straße queren, nicht exzessiv, aber doch lebhaft befahren.

In jedem Frühjahr das übliche Gemetzel auf der Straße, überfahrene, zerquetschte Kröten en masse, ein Ausweichen ist selbst dem aufmerksamen Autofahrer nicht möglich, halten sich die Tiere bei ihren Wanderungen nicht an die Tageszeiten, in denen man besser sieht.

Seit vielleicht 20 Jahren sehe ich immer wieder zwei Menschen, die dort zum Schutz auf der Länge von vielleicht 200 Metern einen grünen Krötenzaun aufstellen. Eine ganz konkrete Arbeit des Arten- und Umweltschutzes.

Vor 20 Jahren waren beide noch rüstig, in dem unwegsamen Straßengraben noch gut auf den Beinen, es fiel ihnen leicht und sie hatten sichtbar Spass an ihrem Freizeittun.

Rechnet man das Alter der beiden jetzt zusammen, bringen sie mehr als 140 Lenze aufs Tapet und speziell der Frau fällt es sichtlich schwer, sich sturzfrei zu bewegen. Vielleicht liegt es daran, dass der Mann die Zaunbestandteile heranbringt und ausrollt, während er großzügig der Frau die Arbeiten überlässt, die im Bücken zu erledigen sind.

Heute morgen war sie ausgerutscht und kniete im Schlamm, sich sehr, sehr mühsam wieder aufrichtend. Meine vorsichtige Frage, ob dies denn noch eine Tätigkeit für Menschen unseres Alters wäre, wehrte sie mit einer Bewegung der schlammverschmierten Hand ab: „Junge Leute finden sich doch dafür nicht mehr. Und wenn doch, bleibt es ein Strohfeuer“.

Ich glaube ihr aufs Wort.

Freitags schwänzen die Schüler die Schule und demonstrieren für die Umwelt und das Klima. Sie wissen genau, was sie von Anderen fordern, eigene Anteile sieht man auf den Plakaten und Bannern selten verewigt. Nach der Demo wird sie Mama mit dem familieneigenen SUV, der Sprit säuft, wie der Alkoholkranke Bier, verlässlich abholen und sicher zur nächsten Veranstaltung fahren.

Und wenn sie am Freitag Glück hatten, konnten sie sogar einen Blick auf Greta aus Schweden erhaschen, die zu großen Demos extra von weit, weit her – vermutlich mit dem Fahrrad wegen der Umwelt – anreist.

Umwelt- und Klimaschutz, Dichtung oder Wahrheit?

PS: Letztens ertappte ich einen UrGrünen beim Verzehr zweier FlugMangos. Meinen süffisanten Einwurf, wie sich das mit seiner sonst gepredigten Askese für Andere verträgt, konterte er souverän: „Mer muss och jünne künne.“

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