Die Stunde der Dorfschulzen …

Expertenteams?

Ich habe es vor einigen Tagen angemahnt, wie sich jetzt zeigt aber auch zu Recht daran gezweifelt.

Deutschland hat nur begrenzte Kapazitäten in Richtung epidemiologische und mikrobiologische Forschung. Außerhalb von Epidemiezeiten führen diese Einrichtungen – leider und leichtsinnigerweise – ein eher stiefmütterliches Dasein in der deutschen Wissenschaftslandschaft. Das RKI sammelt still vor sich in Daten und in den Instituten und an den universitären Einrichtungen werkelt so jeder für sich.

Das Ergebnis sehen wir jetzt, ein wenig überzeugendes RKI und sich widersprechende und gegenseitig ans Knie pinkelnde „Experten“.

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Wenigstens jetzt sollte doch für einen durchschnittlich intelligenten Menschen begreifbar sein, wie essentiell eine Zusammenarbeit der geringen Kapazitäten wäre. Aber nein, wieder werkelt jeder für sich und damit nicht genug gründet neuerdings jeder Dorfschulze einen Expertenrat. Zuerst Laschet in NRW, jetzt zieht Söder in Bayern nach. Ein Verschwörungstheoretiker, der dies in den Zusammenhang mit dem Rennen um den CDU-Vorsitz und den in Aussicht stehenden Sturm aufs Kanzleramt stellen würde.

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Es muss endlich jemand ein Machtwort sprechen!

Die bescheidenen Kapazitäten müssen schnellstmöglich zusammen geführt und hinter einem gemeinsamen, von allen akzeptierten Konzept „vergattert“ werden. Und dann gibt es kein Wackeln und kein gegenseitiges Anzicken mehr.

Leute reisst Euch zusammen, arbeitet vernünftig, hinterher könnt ihr gern wieder Eure kleinlichen Revierkämpfe ausfechten.

Das gilt für die Politik und die Wissenschaft gleichsam.

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3 Kommentare zu „Die Stunde der Dorfschulzen …

  1. Lieber Rainer, ich hoffe, du hast zu allen Betroffenen in der Politik und in der Wissenschaft der Virologen eine „Standleitung“ geschaltet, damit sie wissen, dass sie sich wirklich in unser aller Interesse zusammentun müssen. —- Aber, siehst du auch ein wenig schwarz? – Ich hoffe, dass ich zu Unrecht pessimistisch bin.
    Lieben Gruß

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  2. Liebe Clara, wir sind uns wohl einig, dass kaum jemand sich dafür interessiert was wir beide meinen. Trotzdem will ich es wenigstens öffentlich ausgesprochen haben, damit meine Kinder und Enkel nicht auch irgendwann zu mir sagen: Warum habt ihr nur alle den Mund gehalten? Und da ich inzwischen weiss, dass bei mir Mitarbeiter mindestens eines Bundesamtes im Hintergrund mitlesen – „Seid herzlich gegrüßt Jungs und Mädels…“ – vielleicht kommt es ja wenigstens irgendwo an. Liebe Grüße, Rainer

    Gefällt 2 Personen

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