Zwischen Schuppentier und Wildschwein

Woher kommt Corona?

Aktuell weiss niemand sicher, woher der Corona kommt. Als möglich wird gesehen, dass er in Wuhan von einem Schuppentier auf den Menschen übergesprungen sein könnte. Das Schuppentier sei Träger eines Virus, welches hinreichende Ähnlichkeit mit unserem aktuellen Quälgeist hat.

Das Schuppentier gilt in China als Delikatesse, woran auch der Umstand nichts ändern kann, dass das Tier vom Aussterben bedroht ist. Das sehen die Gourmets dort nicht so eng.

Soweit so schlecht.

Und schwups gibt es viele, selbst in den Medien, die genau wissen, dass nur die abstrusen Ernährungsgewohnheiten der Chinesen am Corona-Elend dieser Welt schuld sind. „Wer isst schon Wildtiere, die sind doch irre.“

Ja, wer isst schon Wildtiere?

Wer isst schon ohne Not einen „gespickten Hasen„? Ich denke dabei nicht das frühere Folterinstrument, welches den Delinquenten unendlichen Schmerz bereitete. Ich meine vielmehr das feine Feldhäschen, verfeinert mit Speck, Kräutern und einem guten Riesling.

Bisher habe ich noch nicht gehört, dass sich – außer Vegetariern und Veganern – jemand vor einem lecker zubereiteten, zarten Rehrücken geekelt hätte.

Wildschwein soll angeblich nicht jedermanns Sache sein, mir ist bisher noch kein Wildschweinbraten auf den Teller gekommen, welcher Übelkeit oder gar Erbrechen ausgelöst hätte. Wildschwein mit Steinpilzen, Maronen und Thüringer Klößen – ein Genuss.

Besonders bekömmlich sind zwei Rebhühnchen mit Pfifferlingen und Backpflaumen, da braucht es nicht einmal eine „Beilage“.

Aber was rede ich eigentlich für dummes Zeug, wer isst schon Wildtiere? Sicher nur diese „primitiven Asiaten“.

Gute Nacht, hoffentlich ohne Husten, Fieber und Schüttelfrost. Und immer schön dran denken, Wildtiere zu essen ist abstrus – aber nur bei den Anderen.

11 Kommentare zu „Zwischen Schuppentier und Wildschwein

  1. Niemand hier würde Bambi essen. Dann lieber Fury als Salami auf den Tisch. Oder leckere Rinder oder Schweine; das Federvieh ist auch nicht zu verachten.

    Den Chinesen hat es bestimmt Unglück gebracht, dass sie Katzen gegessen haben und in einigen wenigen Provinzen bis heute tun.
    Todesstrafe, Diktatur etc. gut und schön, aber beim Katzenessen hört es dann echt auf, pah! ^^

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  2. Ich würde Bambi essen…
    Und Wildschwein sowieso. Nur nicht mit Minzsosse, da halte ich es wie Obelix.
    Katzen ass man hierzulande auch einmal. Als die Not groß und Fleisch rar war. Nicht umsonst gibt es den Begriff „Dachhase“.
    Jetzt habe ich Hunger!
    LG, Veronika

    Gefällt 1 Person

      1. Ich bin ja schon Monate nach dem Krieg geboren – aber in meiner Generation sind noch sehr viele krude Ideen verankert. – Manchmal habe ich das Gefühl, diese „Herrenmenschenidee“ kommt vielen sehr gelegen.
        Wenn Lucie noch leben würde, käme ich mal wieder in den „Ruhrpott“ und hätte dann alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dich mal zu treffen.
        Aber im Moment fahre ich noch nicht mal 50 km mit dem Zug – Auto ist weg.
        Mit Gruß von mir

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      2. Schöne Idee. Vielleicht klappt es nach dieser ganzen Isolation ja doch noch mal im realen Leben 🙂 Pass bitte weiter auf dich auf und bleib gesund, liebe Grüße, Annette

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  3. Hm, ich habe auch schon häufig darüber nachgedacht und auch schon an- und ausgesprochen, wenn sich jemand lautstark über die Esskultur der Chinesen beschwert.

    Nur weil es für uns ungewöhnlich ist, Schlangen in Schnapsflaschen zu füllen, Fledermäuse und … zu essen oder Nashornpulver für die Potenzsteigerung zu sich zu nehmen, sollten wir erst einmal vor der eigenen Haustür kehren, bevor wir mit einem Finger auf andere zeigen.

    Wir haben uns über Jahrzehnte mit Elfenbein geschmückt und noch immer existiert ein Schwarzmarkt. Auch europäische Großwildjäger brüsten sich damit, wenn sie Löwen, Elefanten und dergleichen aus purer Jagdlust totschießen. Wir essen mit Genuss Wildschweinbraten, Rehrücken und eine Hasenkeule.
    Das ist uns vertraut und deshalb ist es für uns in Ordnung.

    Nun, die Wildschweine müssen auch getötet werden, weil es davon definitiv zu viele in unseren Wäldern gibt. Wieso also das Fleisch wegschmeißen? (wobei viel davon weggeschmissen werden muss, weil die Jäger es nicht loswerden)

    Es gibt immer ein Für und ein Wider. Doch bitteschön nicht immer „nur“ auf „die Anderen“ zeigen.

    Mir gefällt es auch nicht, was die Chinesen so treiben. Mir kommt auch vieles davon als „Falsch“ vor. Doch das, was wir hier so, wie selbstverständlich, weil vertraut, tun, erscheint mir, bei genauerer Betrachtung, auch nicht so richtig zu sein.

    Ich glaube, der Grund für „Seuchen“ jeder Art ist viel vielschichtiger und wir sollten mit unseren schnellen Beurteilungen grundsätzlich vorsichtiger sein.

    Ich danke Dir Rainer, wieder einmal, für Deine so offenen und ehrlichen Meinungs-Beiträgen.

    Nichts anderes ist es – Meinungen vertreten – und Meinungen kann es geben, wie Sand am Meer.

    Herzlichst,
    das Licht

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