Der Schein und das Sein …

Mit dem Schein ist es so ein Ding, zumindest ist er stets flüchtig.
Es ist eine Diskussion unter Bekannten, die zwangsläufig im Meinung-„Austausch“ zum derzeitigen Lieblingsthema aller Deutschen, der ungesteuerten illegalen Immigration führt.

Zuerst etwas spielerisch abklopfend, wird über den Flüchtling an sich, über die Notwendigkeit der Flüchtlingshilfe, die Widrigkeiten der Welt, deren alleiniges Opfer der Flüchtling ist und nicht zuletzt den eigenen Anteil am Gutsein der Welt parliert. Man redet sich immer mehr in Rage und es ergibt sich der Verdacht, dass der verbale Orgasmus unmittelbar bevorsteht.
Es geht um die Verantwortung des Westens für die Zustände in der 3. Welt, westliche Hühnerbeine in Afrika, irrsinnige und misslungene Regimewechsel in multiplen Staaten dieser Welt, die gnadenlose Ausbeutung der Bodenschätze dieser Welt für westliche Handys und Elektroautos. 

Soweit besteht noch keine große Dissonanz. Zur Auflockerung des Themas ein kurzer Einschub zum neuesten iPhone und der Sinnhaftigkeit des Tesla auf deutschen Straßen. Wir liegen ja die Umwelt und es juckt wenig, wenn in Afrika „seltene Erden“ praktisch unter Sklavenbedingungen aus der ausgedörrten Erde gekratzt werden. 

Erste Spannung kommt auf, als ich an die Eigenverantwortung der Afrikaner und Araber erinnere. Ich merke, dass es einige kaum aushalten zu hören, wie sich etwa afrikanische „Eliten“ seit Jahrzehnten an Milliarden geleisteter „Entwicklungshilfe“ schamlos bereichern und dabei auf die Armen ihrer Länder gelinde gesagt sch…en. Sie werden noch unruhiger als es zum Problem des ungesteuerten Bevölkerungswachstums in Afrika und der Unmöglichkeit die zu erwartende Menschenmengen vor Ort zu ernähren, kommt. 

Als die Argumente ausgehen, wird das Narrativ von der Bekämpfung der Fluchtursachen vor Ort in die Waagschale geworfen. Wie genau das passieren soll, ohne dass die Menschen vor Ort bewußt und aktiv mittun, kann niemand sagen.

Der Hinweis, dass auch hier Eigenverantwortung zum Tragen kommen muss, wird vom Tisch gewischt, so als wären alle Afrikaner und Araber dumme Kinder, denen nur der gute Weiße helfen kann. Dabei fällt ihnen nicht einmal auf, wie rassistisch genau dies ist.

Ich errege heftigen Widerspruch, als ich von Geburtenkontrolle spreche, von der Notwendigkeit die korrupten afrikanischen Eliten vom Acker zu jagen und die eigene Zukunft aktiv selbst zu gestalten. Und zwar eine Zukunft gestalten, die dem jeweiligen gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Entwicklungsstand entspricht.

Auf den Satz, die Afrikaner können sich nur selbst helfen, der Westen kann bestenfalls auf Anforderung logistische und materielle Hilfe leisten, regeln müssen es die Menschen vor Ort selbst, bekomme ich schon keine Antwort mehr.

Als ich an der Stelle nicht aufgeben und meine Argumente wiederkäuen will, trifft mich eine volle Breitseite: „Es scheint, du redest schon wie ein Rechter.“ gemeint ist, wie ein Nazi.

Die Diskussion ist beendet.

Großmutter Anna selig hatte so ihre Problem mit Menschen, die man gemeinhin als sich-überlegen-fühlend bezeichnen würde. Ging ihr jemand so richtig auf den Keks winkte sie ab, um dann zu verkünden: „Wie immer, mehr Schein als Sein.“

An die Diskutanten der Vorschlag, nicht jeder, der nicht alles gut heißt, ist ein Feind. Er mag unbequem sein, er kann das eigene glorreiche Selbstbild der gewollt Guten in Frage stellen, ja vielleicht sogar zerstören. Manchmal ist dies notwendig.

Erfahrungsgemäß nutzt es nichts, die Dinge, so wie sie nun einmal sind, zu negieren. Auch hier ist an die Eigenverantwortung zu appellieren. Sonst geht es in die Hosen. Mehr Schein, als Sein eben. Wobei das Sein, sehr viel differenzierter ist, als der Schein.

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