Man ist, wie man ist …

Immer wieder begegnen mir, beruflich und privat Menschen, die es als Unglück empfinden, dass sie mit ihren Kräften am Ende oder mit ihrer Lebenssituation schlichtweg überfordert sind.

Dies betrifft alle Schichten der Gesellschaft: den Mittvierziger, der im Management tätig ist und sein Leben nur noch gehetzt wahrnimmt, genauso, wie die junge Hausfrau mit einem Kind, der es unmöglich erscheint den Belastungen durch das Kind standzuhalten und die sich bitterlich beklagt, daß der Mann nur seine Arbeit sieht und sie nicht ausreichend bei der Hausarbeit unterstützt.

Dies betrifft den Menschen im Ruhestand, der sich damit überfordert fühlt alle “notwendigen” Arzttermine wahrzunehmen und genauso die Mutter, der es unmöglich ist, den Transport der Kinder zu allen schulischen und außerschulischen Aktivitäten ab zu sichern.

Es betrifft den Arbeitslosen, dem der obligatorische Gang zur Agentur oder die geforderte Bewerbung um einen neuen Job zu viel ist und die voll arbeitende Mutter mit zwei Kindern, die neben ihrer Berufstätigkeit noch begonnen hat mit dem Mann ein Haus zu bauen.

In letzter Zeit begegnen mir aber auch immer häufiger Kinder, die mir signalisieren, dass sie überfordert sind, mir begegnen Jugendliche, Abiturienten, die nach ihrem mehr oder weniger erfolgreichen Abitur zuerst eine Auszeit von mindestens einem Jahr nehmen müssen, sie nennen es Sabbatjahr, bevor sie sich in der Lage sehen sich den Widrigkeiten, des normalen Lebens zu stellen und ich begegne Studenten, die glauben die notwendigen Leistungen nur noch mit Hilfe von stimulierenden Mitteln und Psychopharmaka, etwa Ritalin, schaffen zu können.

Und all dies in einem der reichsten Länder der Welt mit einem vergleichsweise dichten und leistungsfähigen Sozialsystem.

Was ist eigentlich los in diesem unseren Vaterland?   

3 Kommentare zu „Man ist, wie man ist …

  1. Vielleicht haben auch viele eine übertriebene Erwartungshaltung oder haben es nicht gelernt auch einmal die A..backen zusamnenzukneifen.. Diejenige, die wirklich Hilfe benötigen, meine ich damit nicht. Ich denke an die, die vor jammern das zupacken vergessen (wollen..).

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  2. Vielleicht ist das eine Mischung aus Lebensunfähigkeit und übermäßiger Verwöhnung? Kurz gesagt sind wohl gerade die jüngeren Generationen tendenziell nicht robust genug und zu verweichlicht. Es heißt ja auch „Generation Schneeflocke“.

    (Ich nehme mich davon übrigens selbst nicht aus und gehöre selbst zu jener jüngeren Generation und habe oft den Eindruck, dass die älteren Generationen härter im Nehmen sind und einfach lebenskompetenter und -fähiger).

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  3. Die jüngere Generation ist mit Sicherheit genau so robust. Nur eben nie so gefordert worden. Wenn vieles selbstverständlich ist, muss man sich weniger anstrengen. Der erarbeitete Wohlstand hat eben doch nicht nur Vorteile gebracht. Das uebertrieben soziale Netz auch nicht. Wenn heute auch schon junge Leute der Meinung sind, dass sich arbeiten nicht lohnt fällt mir nichts mehr ein. Ich denke an Hartz 4 vers. Gehalt einer Friseuse oder auch einer Verkäuferin im Einzelhandel. Allerdings muss man auch zugestehen, dass andererseits Mehrarbeit tatsächlich nicht mehr so viele Vorteile bringt, wie früher. Da sind sofort die Abzüge deutlich höher. Zu meiner Zeit war das anders und so konnte man mit etwas Härte gegen sich selbst Werte schaffen. Da blieb einfach keine Zeit für Selbstmitleid. War gar nicht schlecht, denke ich.

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